Oschatz - Mügeln, 90er Jahre Sonderzüge

  • Die Schmalspurbahn an der Döllnitz fuhr ab 1990 in eine sehr ungewisse Zukunft. Von allen Schmalspurbahnen in Sachsen, sah es hier sehr düster aus. Aber die Gründung der Döllnitzbahn war ein Glücksfall und trotz Auf und Ab hat es die DBG bis heute geschafft Menschen für eine Bahnfahrt zu interessieren und sogar täglichen Normalbetrieb anzubieten.


    In den ersten Jahren der Döllnitzbahn waren es vor allem Sonderzüge die in Zusammenarbeit mit dem Förderverein organisiert wurden und womit man vor allem die einheimische Bevölkerung begeisterte. Über die jahre wuchs ein anständiges Fahrten- und Themenprogramm.

    Hier möchte ich noch ein paar ältere Aufnahmen vorstellen


    Der Ostersonderzug steht im Bahnhof Oschatz bereit. Wenigstens konnte ein teil der schönen Bahnsteigüberdachung des Regelspurbahnhofes so weitergenutzt werden. Es bleibt ein Rätzel, wie man derart ungünstig liegende neue Bahnsteiggleise planen kann, statt kurzer Wege wurden diese länger


    Halt zum ostereiersuchen, doch die Kids hatten keinen guten Riecher für den Osterhasen. Alles lief Richtung Lok, dabei war Hasi am Zugende zugange....

    Aber es gab letztlich für jedes Kind eine Überraschung und klar, die Lok interessiert ja auch und da vergisst man gern den Osterhasen.

    Leider sollte das Wetter an diesem Tag nicht besser werden.


    Ankunft im Mügeln, der bunt zusammengestellte Zug war schon gewöhnungsbedürftig und im Bahnhof standen zum Aufnahmezeitpunkt noch allerhand Fahrzeugmaterial ohne Fristen herum


    Jetzt geht's zum Lokschuppen, der ex Öchsle VT war da schon voller Graffity


    Auch hier wird mit Interesse die IV K gemustert, vor allem war die Fahrt ruhig und ohne Stress, jeder kam auf seine Kosten


    Auf der Rücktour begegnete mir der Zug dann in Altoschatz, trotz des Nieselwetter haben es Mutige auf den Plattformen ausgehalten. Mein kleiner wollte leider auch nicht rein, nur war es auch kalt und nass....er hielt durch


    Mein Sohn hat sich natürlich erst einmal einen Sitzplatz selber ausgewählt, beim Hasen musste es sein und im ersten Waggon hinter er Lok. Die Nachwuchsförderung hat was gebracht, heute bewegt er Güterzüge für die DB mit Dieselloks :-)

    Aber auch die IV K will versorgt sein. Scheinbar war es nicht unbedingt warm, der Heizer vergräbt seine Hände tief in seinen Taschen....


    Noch wir vom Frühlingsgrün nicht viel zu sehen, als der Sonderzug zur zweiten Runde ansetzte


    Ankunft in Kemmlitz, was der Grund für diese Sonderfahrt war, weiß ich nicht mehr. Aber man konnte ein kleines Traditionskabinett der Kaolinwerke besichtigen. leider war es auf den Kemmlitzer Gleisen sehr ruhig geworden.


    Umsetzen...




    Nun ging es wieder Richtung Mügeln, wieviele unterschiedliche Maschinen haben diese Brücke wohl schon überquert..?



    An der berühmten Körnerstraße in Oschatz traf ich den zweiten Sonderzug mit 99 1561 an. Die wackelige Leitplanke war ein willkommener Fotostandpunkt


    Feierabend......

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Danke Thomas für die Dokumentation der Arbeit der Freunde des "Wilden Robert".

    Einen klitzekleinen Anteil hatte auch ich daran.


    Es bleibt ein Rätzel, wie man derart ungünstig liegende neue Bahnsteiggleise planen kann, statt kurzer Wege wurden diese länger.

    Dies Rätsel kann ich wenigstens ein wenig entschlüsseln. Die Durchfahrgeschwindigkeit im Bahnhof Oschatz war vor dem großen Umbau bedingt durch den Kurvenradius und die beiden Kreuzungen im Dahlener Bahnhofskopf 90 km/h. Heute können hier 200 km/h gefahren werden und man wollte (oder mußte gar vorschriftenbedingt) die Bahnsteige nicht an diesen beiden Gleisen projektieren. Hinzu kam, daß sie damals auch noch "fernverkehrsgerecht" recht lang ausgeführt wurden. Hielten anfangs doch noch einige Interregio und eine zeitlang sogar mal ein IC vor meiner Haustür.

    Mit den Trassierungszwangspunkten in den beiden Bahnhofsköpfen und der Lage des Bahnhofsgebäudes ist die heutige Lösung vermutlich relativ "alternativlos". Hätte man dem Planer die absolute Priorität kurze Wege vorgegeben, wäre vielleicht so ein Geschwindigkeitseinbruch wie im Bahnhof Wurzen heraus gekommen.

    Aber: Hätte, könnte, müsste. Die Oschatzer Bahnreisenden bekommen eben ein wenig Nachhilfe zum Thema: 1000 Schritte pro Tag. ^^

    Und damit gern wieder zurück zum Thema Bimmelbahn in Oschatz.


  • Servus Niels,


    also fuhr die Normalspur früher auf der anderen Seite des Bahnhofgebäude, also zwischen Gebäude und Schmalspur, oder?


    VG
    Thomas

  • Servus Niels,


    also fuhr die Normalspur früher auf der anderen Seite des Bahnhofgebäude, also zwischen Gebäude und Schmalspur, oder?


    VG
    Thomas


    Hallo Thomas,


    auch wenn ich nicht Niels bin: Nein, die Regelspur fuhr immer nördlich des Empfangsgebäudes, die Schmalspur westlich bzw. südlich. Die Gleislage der Streckengleise außerhalb des Bahnhofs Oschatz wurden auch beim letzten Umbau nicht wesentlich verändert, nur werden Weichenstraßen für hohe Geschwindigkeiten wesentlich länger, dazu eine Aufweitung des Bogenradius - und schon ist man inkl. Durchrutschwegen bei einer erheblichen Westverschiebung der Bahnsteige, wenn man die Überführungen über die Straße und den Bahnkörper in Dammlage (östlich des Bahnhofs) nicht wesentlich verändern oder verbreitern will.

    Gruuß

    217 055

  • Hallo Thomas.
    Ein schöner Bilderbogen..
    Dem Heizer ist übrigens nicht kalt, sondernd er dreht gerade am Schieber für die Wasserkranzufuhr. Ein paar Bilder weiter zeigt du sogar den noch steckenden Schlüssel im Bild..

    Gruß André

    5036041sig3.jpg

  • Hallo Freunde des "Wilden Robert".

    Zuerst, es sind einfach schöne Lokomotiven die in Oschatz unterwegs waren. :thumbup:

    Kurz nach dem Mauerfall führte mich meine Tour zu den Schmalspurbahnen der Deutschen Reichsbahn, um das Dampflokfeeling einmal Hautnah mit allen Sinnen zu genießen. Daher war ich auch einen Tag in Oschatz. Leider kam ich nicht weit vom Bahnhof weg da ich dort schon viele Eindrücke erleben durfte. Das Rangiergeschäft und die Einfahrt in den Bahnhof, jeweils mit Vorspann, war spitzenmäßig. Gerne würde ich mit Euch ein paar Dia-Scans teilen ...







    Viele Grüße und viel Spaß dabei.

    REGIO-Kutscher Roland

  • Hallo Zusammen,


    auch von mir ein großes Dankeschön für den schönen Bilderbogen. Es war viel harte Arbeit bei der schmalen Spur, von der ich einige Bilder ebenfalls zeigen möchte:

    Befestigen der Radvorleger


    tragen der Kuppelstange in Bewegung mit der Lok


    Bremsprobe . . . .


    Ankunft des nächsten Güterzuges


    Leider habe ich mir nicht gemerkt, ob es 1994 oder 1995 war, zumindest hatten viele Wagen schon das DBAG-Zeichen.

    Viele Grüße
    Detlef

  • Igitt, was haben die denn geheizt? Da kann man das SO2 förmlich sehen!

    Viele Grüße,
    Eckhard

  • Hallo Niels danke für den Einblick. Vmax und einen idealen Zugang für Reisende ist schon ein schwieriges Thema, im schlimmsten Fall wäre heute das EG nicht mehr da, weil das vielleicht Platz beansprucht - welcher für einen besseren Zugang im Nahverkehr notwendig gewesen wäre. Ich denke heute wird anders geplant. Über wurzen muss man auch nicht reden, da gingen bei den Planern die Pferde durch.... :-)

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas