Gedanken zur Zukunft der Harzer Schmalspurbahnen

  • Hallo,

    Du bist also wirklich der Meinung das sich da keine 2 weiteren Schienen aufschrauben lassen?

    das Aufschrauben der Schienen ist ja weniger das Problem als die Statik da runter. So ein Kamel wiegt ja auch ein paar Tonnen. Und soweit das auf meinem Bild erkennbar ist sitzen da aktuell Träger genau mittig untern den Schmalspurschienen, sodass für die Nomalspurschienen zumindest konstruktive Ergänzungen in Form von Konsolen o.ä. zu machen sind (ob das reicht weiß ich nicht, müssen Ingenieure sagen). Es ist sicherlich nicht unmöglich, aber auch nicht "mal eben" gemacht. Ich komme daher zu dem Schluss das der Kraneinsatz auch mittelfristig günstiger sein dürfte, auch wenn ich durchaus einsehe dass der Aufwand den man hier für jeden Transport betreibt für sich genommen schon ziemlich "irre" ist.

    Gruß Michael

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  • Das Kamel wiegt mit Normalspurdrehgestellen sicher nicht mehr als meterspurigen und die weiteren Schienen sollten das Kraut nicht fett machen. Oder dürfen die Kamele heute nicht auf die Drehscheibe fahren?

    Viele Grüße
    Eckhard

  • Hallo Eckhard,

    Das Kamel wiegt mit Normalspurdrehgestellen sicher nicht mehr als meterspurigen und die weiteren Schienen sollten das Kraut nicht fett machen.

    aber wenn unter der gedachten Normalspurschiene heute kein Längsträger sondern nur "Luft" ist, dann kann man da doch nicht einfach Schienen hin schrauben oder sehe ich das falsch? Man muss also irgendeine statische Alternative zu Siemens Lufthaken finden um die Normalspurschienen zu befestigen (und natürlich das Fahrzeuggewich in die vorhandene Konstruktion der Drehscheibe sauber einzuleiten). Die Schmalspurschienen liegen mittig über den Trägern, hast du also einen schönen gerade Lasteintrag, das wäre bei der Normalspur schon nicht mehr der Fall. Kurzum, statisch doch eine andere Aufgabe als das wofür man die Drehscheibe gebaut hat. Eine Lösung dürfte also einige Fachleute ein bisschen beschäftigen bis da alle Beteiligten über Landeseisenbahnaufsicht bis hin zur Berufsgenossenschaft zufrieden sind.

    Es geht mir lediglich darum klar zu machen das anders als von einigen hier dargestellt die Wiederherstellung des früheren Zustandes nicht "einfach so" möglich ist und sicherlich bei der aktuellen Frequenz der Transporte mittelfristig um einiges teurer sein dürfte als die aktuelle Lösung mit den Mobilkränen.

    Gruß Michael

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  • Das Kamel wiegt mit Normalspurdrehgestellen sicher nicht mehr als meterspurigen und die weiteren Schienen sollten das Kraut nicht fett machen. Oder dürfen die Kamele heute nicht auf die Drehscheibe fahren?

    Natürlich, aber die Normalspurschienen des Vierscheinengleises lägen höchstwahrscheinlich außerhalb des Bereiches, in dem die Last vom Längsträger der Drehscheibe aufgenommen werden würde. Idealerweise hätte man die Drehscheibe so gebaut, daß die Hauptachse des Längsträgers mittig zwischen den Schienen ist und beide Schienen noch von der Flanschfläche des T-Trägers getragen werden. man darf sicher davon ausgehen, daß das eine bewußte Entscheidung gewesen ist, auf diese Möglichkeit zu verzichten.

    Grundsätzlich finde ich es sehr schade, daß die Normalspuranbindung an die große weite Welt verlorengegangen ist. Vielleicht ist das wirklich dem Umstand geschuldet, daß es nicht mehr der gleiche Mutterkonzern ist... Zudem ist diese spektakuläre Umlade- und Umspuraktion vermutlich nur alle paar Jahre notwendig, so daß es vor diesem Hintergrund u.U. tatsächlich nicht lohnenswert erscheint, ein eigenes Anschlußgleis vorzuhalten. .

    Weiterer frommer Wunsch wäre, daß die HSB auch durch Ertüchtigung der neuen Werkstatt so weit autark wird, daß die Unterhaltungsarbeiten der Fahrzeuge hoffentlich günstiger ohne Straßentransporte in entfernte Werkstätten und besser mit eigenen Mitteln durchgeführt werden kann. Das nur am Rande, damit ist die Remotorisierung einer 199 ausdrücklich nicht gemeint.

    Noch eine ganz andere Frage zum Schluß: Der Literatur ist zu entnehmen, daß in Wernigerode früher auch Lokomotiven der BR P8 beheimatet waren, bevor die Einsatzstelle dann der Schmalspurbahn zugeschlagen wurde. Ich frage mich bis heute, wie das möglich gewesen ist, da weder die P8, noch jede andere Schlepptenderlok auf diese Drehscheibe gepaßt hätte. Daß früher mal eine größere DS exisitiert hat, halte ich nahezu für ausgeschlossen.

    Einmal editiert, zuletzt von Michael O. (24. März 2026 um 12:22)

  • Ja, natürlich ist mir klar, dass die Unterkonstruktion der Drehscheibe die Lasten richtig aufnehmen muss und die Drehscheibe wegen der weiteren Schienen angepasst werden muss.

    Aber wahrscheinlich verursachen neben dem Umbau der Drehscheibe die Genehmigung und die zusätzlichen Zugsicherungsmaßnahmen in Richtung Normalspur so hohe Kosten, dass man wohl über Jahre mit dem Kraneinsatz günstiger fährt.

    Viele Grüße
    Eckhard

  • Hallo zusammen,

    ich weiß was solche Einsätze im Moment zumindest kosten. Jetzt mal egal ob Nordhausen oder Wernigerode, man muss natürlich als Unternehmen die Kosten abschätzen. Aber es gibt von diesen eben kurzfristige und langfristige Kosten, bzw. auch Investitionen. Ich denke schon das es auf lange Zeit betrachtet Sinn ergeben würde, eine solche Verbindung wieder einzubauen.

    Haben ist besser als brauchen. Ich kenne da ein Unternehmen da hat man die letzten Jahre was Flexibilität im Betriebsanblauf angeht, dazu gelernt. Auch hier werden vor langer Zeit ausgebaute Möglichkeiten Stück für Stück wieder eingebaut. Für die letzte Weichenverbindung hat die Finanzierung Jahre gedauert. Der Kosten/- Nutzen Faktor spielt da natürlich die größte Rolle.


    Viele Grüße

    Alexander

  • Zu umständlich mit großen Zeitaufwand verbunden und in einen Bahnhofsgleis unpraktisch, da dieses während des Abzweigbetriebes nicht weiter als Bahnhohsgleis nutzbar ist.

    Dazu müssen beide Schienen aus und gemäß Zeichnung wieder Eingebaut werden. Nach Abschluß der Arbeiten ist ein Rückbau erforderlich.

    Gruß von ganz oben, der Bergmensch. 🙋‍♂️

  • Eine Flankenschutzeinrichtung muss in jedem Fall eingebaut werden. Wie genau das in dem jeweiligen Fall realisiert werden würde(ob Weiche, Gleissperre, oder Signal) kann ich aber nicht sagen.

    Es müsste dort zwingend eine Flankenschutzweiche eingebaut werden, da das Gleis 1 der DB das durchgehende Hauptgleis ist. Die Kosten wären einfach untragbar.