Versuch einen kleinen Weyer Personenwagen mit FreeCAD zu modellieren

  • Moin Jörn,


    vielen Dank für den Tipp! Die Weinert Lager passen hier leider nicht, da die Weyerwagen sozusagen tiefergelegt sind. Dadurch sind die Lager völlig anders konstruiert (siehe dieser Trööt weiter vorne irgendwo). Wahrscheinlich war die Firma Weyer anno 1895 ihrer Zeit weit voraus und hat den Niederflurwagen erfunden.


    Das geht so weit, dass die Radscheiben in den Fahrgastraum hinein reichen! Dadurch hatte der Fußboden an den Stellen über den Radscheiben Schlitze, welche dann mit Schutzblechen abgedeckt waren.


    Ich würde versuche Achslagergabeln aus Bronze zu verwenden, die dann evtl hinter der gedruckten Lagerblende liegen, damit man sie nicht sieht - allerdings dürfte das bei diesem Wagen auch konstruktiv schwierig werden. Eine Achse soll dabei pendelnd gelagert werden - aber schaun wir mal.


    Eine weitere konstruktive Herausforderung dieser Wagen ist die sehr tief sitzende Mittelpufferkupplung. Bei andern Bahnen wurden daher bei Weyerwagen die Kupplungen über dem eigentlichen Pufferträger angeordnet. Bei der Spessartbahn wurden aber die Pufferbohlen der übrigen Wagen nach unten aufgedoppelt und nach hinten verstärkt, damit man "normale" Güter und Packwagen kuppeln konnte.




    Viele Grüße, Matthias

    5904

  • So würde es - im bestmöglichen Fall des aktuell Machbaren - aussehen (links), wenn man die Bühnengeländer auch mit 3d Druck erstellt.

    Rechts, der 1:1 Entwurf - ohne Kompromisse.


    Dieses Beispiel illustriert wie sehr Anspruch und Realität hier auseinander klaffen.


    Wäre das ein vertretbarer Kompromiss? Ich denke bei einem in Großserie hergestellten Kunststoffteil ginge das sicher besser - wobei ich da die Grenzen des Machbaren nicht kenne. Sie liegen aber ganz sicher unterhalb von 0,6 mm für freistehende Teile. Wenn ich mir das gleiche in Messing geätzt vorstelle, dann ist das zwar dünn und zierlich - aber halt auch ziemlich platt - und hat dann auch nicht viel mit der Realität zu tun, weil das Geländer ja durchaus räumliche Tiefe hat.


    Nachdenkliche Grüße, Matthias :gruebel:



    PS: Und - ach so Ja: Jetzt stellt Euch den Linken Wagen doch noch mal in doppelter Materialstärke vor - eben das was die hiesigen 3d Druckereien halt so vorschlagen und können. Da würde ich dann doch lieber was aus einem Ü-Ei nehmen - das wäre dann deutlich vorbildgerechter (... muss mal mit Fererro Kontakt aufnehmen - in jedem 7. Ei ein Teil vom Weyer Wagen :frech:)

    5904

    4 Mal editiert, zuletzt von MatthiasL ()

  • Wie hast du denn "das Machbare" definiert? Über Shapeways? Oder anhand der technischen Daten von 3D-Druckern?


    Nachtrag:

    Vielleicht solltest du doch über einen eigenen Drucker nachdenken. ;)

    Bei mir ist es auch so, dass ich das Thema 3D-Druck sehr interessant finde, mir die "professionell" gefertigten Ausdrucke aber zu teuer sind. Ein eigener Filamentdrucker ist für mich auch keine Option, da mich die Oberfläche der Ausdrucke nicht überzeugt. Zumindest für den Bedarf von Modellbauern in 1:87 finde ich das viel zu grob.

    Fakt ist aber auch, dass ich mir wohl im nächsten Jahr einen 3D-Resindrucker gönnen werde. Der schafft die Oberflächen die ich haben möchte. Und das wäre ja vielleicht noch eine Möglichkeit, so ein Geländer wie an deinem Wagen fein genug zu drucken.

    Viele Grüße aus Castrop-Rauxel


    Matthias

  • Anfragen bei Providern, Shapeways, nachlesen was geht, Tipps von anderen ... , technische Daten ...


    0,6 mm ist eine magische Grenze für freistehende Teile und Wände, 0,3 mm ist eine andere Grenze - für gestützte Teile.

    Aber das sind wirklich die bestmöglichen Werte. Die meisten nennen einem irgenewas zwischen 0,8-1,0 mm + 0,5-0,6 mm für gestützte Teile.

    5904

  • Ich habe mal grad nachgemessen: Technomodell ist bei den freistehenden Teilen der Bühne bie 0,7mm. Das sieht okay aus, ist aber sicher nicht der Wahrheit letzter Schluss. Brawa geht bis 0,4mm, was schon ein ganz anderes Kaliber ist, die sind dafür immer etwas verbogen. Trotzdem muss ich sagen, was die Großserie betrifft, dass Brawa da schon in meinen Augen den Maßstab setzt.

    Will sagen: obwohl die Teile nicht gedruckt sind, sind auch hier Grenzen gesetzt.


    Kompromisse wirst Du, wie fast alle Modellbauer, machen müssen.


    Lass Dich nicht entmutigen;)

  • Hallo Lenni,


    danke fürs Nachmessen! Die Idee hatte ich jetzt auch - es ist einfach auch gut zu wissen, dass die Großserie es auch nicht sehr viel besser hinkriegt. Vielleicht wäre das Geländer ja so wie es ist auch halbwegs akzeptabel. Vielleicht lade ich es mal bei Shapeways hoch um es checken zu lassen. Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit dem Wagen bin ich mir da aber ziemlich sicher.

    Gerade eben geprüft: das wäre druckbar. Im Verhältnis zum Wagenkasten aber relativ teuer. Wahrscheinlich würde es billiger, wenn man mehrere Teile zusammenfasst.



    Viele Grüße, Matthias

    5904

  • Hallo Matthias,


    zu Deinem Nachtrag: das haben mir inzwischen auch schon Andere empfohlen! Aber da so gleich in die Vollen zu gehen ist halt auch ein Risiko. Was schafft denn so ein Resindrucker bei freistehenden Teilen als minimalen Durchmesser ?


    Viele Grüße, Matthias

    5904

  • Hallo Matthias. Mit den freistehenden Teilen habe ich mich noch nicht so ausgiebig befasst. Da aber zum einen die "Auflösung" so eines Druckers viel höher ist, und Resin stabiler (aber auch spröder) als Filament ist, könnte ich mir vorstellen, dass da durchaus deutlich dünnere Stäbe möglich sein sollten. Wenn der Kauf bei mir konkreter wird, werde ich mich vermutlich in einem entsprechenden Fachforum zum 3D-Druck anmelden und da noch versuchen, an Infos zu kommen. Bei dem Thema scheint es ja viele recht aktive Foren zu geben.

    Viele Grüße aus Castrop-Rauxel


    Matthias

  • Hallo zusammen,


    nach dem Lok Intermezzo geht es nun hier weiter mit dem Fahrgestell.


    Als Lager hatten wir uns so was vorgestellt - eine Lagerbrücke aus Bronze- oder Messingblech:


    Ein passendes Rad hätte 6,9 mm Durchmesser. Lilliput Räder haben 7,5 - das passt nicht und Bemo Räder sind noch größer. Mit Rädern von Roco, Spur N, 6,2 mm kommt man gut hin - und sie haben auch die kürzesten Achsen - damit passt dann noch alles in den Rahmen und man muss den nicht verbreitern.


    So sähe der Rahmen aus - noch ohne "Verzierungen". Die Radkästen / Hauben im Fahrgastraum hatte auch das Original. Hier sind sie nur kräftiger und durchgehend, damit die Lagerbrücken darin gut befestigt werden können.


    Nocchmal andere Perspektive:


    Beim Original waren die Radkästen nicht im Gangbereich sondern nur unter den Sitzen - aber paar Kompromisse muss man halt schon machen.

    Die Materialstärke ist da etwa 1,6 mm - man sollte da die Lagerbrücke mit einer M2 Schraube befestigen können. Die eine Seite wird auch leicht Dachförmig ausgespart, damit die Achse pendeln kann.


    Hier die Lage der Achse und der Lagerbrücke. Neben dem Rahmen ist noch etwas Platz - eventuell ginge auch eine echte H0n3 Achse noch rein mit etwas breiterer Brücke. Das sieht man aber erst, wenn das "Sicht"-Lager fertig konstruiert ist



    Viele Grüße, Matthias

    5904

  • Guten Abend,


    mach aber in die Brücke besser kein Loch sonder nur eine gute Körnung, sodass die Achse wirklich auf der Spitze läuft, sonst wird die Reibung recht groß!

    Es gibt natürlich noch die Technomodell-Radsätze oder diese hier: http://www.luck-radsaetze.de/


    Da gibt es RP-25er für Spur N und auch H0e (bei H0 ganz nach unten scrallen). Müssten denn da originaler Weise nicht evtl. Spechenradsätze rein?


    Viele Grüße,


    Lenni