Dampf um Halberstadt, 1985 - 1988

  • Wenn man Eisenbahnfreunden zu Fotos verholf die ein mitwirken von Eisenbahnern erforderte kam man aber auch schnell unter Beobachtung der Stasi. Das erfuhr ich in April 2020 bei der Sichtung meiner Stasiakte. Und auch das die Trapo sehr in die Überwachung der Eisenbahner einbezogen war. Vorne den Kumpel spielend entlarvten sie sich oft als Tragende Säule bei der politischen Überwachung des Volkes. Es mögen nicht alle so gewesen sein aber sicherlich sehr viele.

    Beste Grüße Reiner

  • ...es ist wirklich bald ein eigenes Thema, wie man einst Dampflokomotiven bzw. Bahnszenen fotografieren konnte. Jeder hat so seine Erfahrungen gemacht. In Rochlitz, Staßfurt, Aue, Bautzen - als Beispiel gab es nie Probleme. War die TraPo vielleicht auch weiter weg vom BW?

    Halberstadt war immer scharf, wie auch Wustermark, Falkenberg....

    In Eilenburg bin ich mit Rücksprache des Lokleiters auf der Lok herumgeklettert und habe die Dreckhaufen geputzt und gewienert, dass Fahrwerk rot gepinselt und es hat sich niemand dafür interessiert. Heute wäre letzteres schon Versicherungstechnisch ein großes Problem.

    Ich finde es aber toll, dass ein Rückblick hier auch Erinnerungsschubkästen in unserem Hirn öffnet :-)

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

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  • ... hi, hi, hi in Rochlitz biste immer am Trapo-Büro vorbeigetippelt! Bloß der Gute wird nicht immer da gewesen sein. Ich glaube auch das hat ... nicht interessiert. Hauptsache du hast dich in der Lokleitung angemeldet, wegen der Arbeitsschutzunterweisung ;-))) Wir hatten doch einen eisenbahnbegeisterten Chef!


    Viele Grüße Frieder

  • Na was ich nicht wusste ist ja auch kein Problem. In Falkenberg stand ich am Waldesrand am Kohlebansen und überlegte, ob ich es wagen sollte. Aber wenn Du dann eine Altbau 52 an der Kohle erlebst, dann gibt es kein halten und ich musste dann hin. Dann war man aber auch im Blick des Befehlsstellwerkes mit so'n Polizeihelfer.... Deshalb konnte man es nicht lange genießen und verschwand wie ein Tagedieb wieder im Wald.

    Oder ich fotografierte in Cottbus 52 8121 beim rangieren vom Bahnsteig aus, ich war vollkommen begeistert. Aber weniger die TraPo, die mich drauf aufmerksam machte, dass das ein Militärzug wäre und ich das nicht dürfte. Es waren G Waggons, was weiß ich, was die geladen hatten, erst später kamen noch Kampftechnik dazu. Ich musste aber nichts zahlen und versprechen die Bilder niemanden weiter zu zeigen.. :-)


    Schlimmer noch als die TraPo waren die BW Pförtner. Da hatte man null Chance überhaupt zum Fragen in die Lokleitung zu kommen. In Hoyerswerda war es eine ältere Dame, welche mit Schimpf und extravaganten Vokabular uns verjagte. Wir sollten dem Sozialismus anderweitig unterstützend dienen, als hier unnütze Sachen zu veranstalten.

    Wir haben uns zwar in Hoyerswerda dennoch hineingeschlichen und der Lokleiter uns sogar zum Kaffee in die Kantine eingeladen, aber er traute sich nicht, uns mal 10 Minuten fotografieren zu lassen. Eine Führung hat er uns dennoch gegeben, aber Foto war nicht drin. Er wusste nämlich, dass wir bei der Pförtnerin waren.

    Die nächsten Besuche in Hoyerswerda waren daher nur noch ohne Fragen und durch den Zaun, dass ging :-)

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Moinsen,


    ok, jetzt meine Beste Trapogeschichte - 1988 der Saarsachse hat seine mdl. Prüfungen bestanden und bis zur Zeugnisausgabe war noch bissel Zeit. In meiner Klasse war auch ein Schmalspurbahnfreund, dessen Eltern ein Grundsück in Hasserode hatten. Also ab in den Zug und eine gemeinsame Harztour mit Begießung des erfolgreichen Schulabschluß gemacht. So nahm das " Unglück " seinen Lauf. Wir fuhren schön durch den Harz, knipsten was das Zeug hielt und kurz vor Hasserode waren die Blaumänner da und nahmen uns mit aufs Revier. Die übliche Fragerei usw. und dann griff einer zum Telefon und rief bei meinen Eltern an und fragte was ich mache. Die Antwort meines Vaters war - Der ist im Harz Dampfloks fotografieren! Das Gesicht von dem vergesse ich nie. Filme haben sie uns auch nicht weggenommen.

    Manchmal bin ich echt froh diese Zeiten mitgemacht zu haben um das heutige zu genießen!

    Der Oschatzer Saarsachse

    IV K - Fan

  • Hier mal eine Geschichte von mir.


    Ich war zu DDR-Zeiten staatstreu und durfte zum Pfingsttreffen der FDJ im Frühjahr 1989 nach Berlin. Neben den freiwilligen Pflichtveranstaltungen der FDJ galt mein Interesse eher den abgestellten Dampfloks in den Berliner Bahnbetriebswerken. Lichtenberg war kein Problem, da standen aber eh nur 2 Heizloks rum. In Schöneweide standen aber ganze Gleise voll, man konnte sie von der S-Bahn schon sehen.


    Also wollte ich mich beim Lokleiter anmelden und um Erlaubnis zum Fotografieren bitten. Eigentlich waren wir verpflichtet, während des gesamten Pfingstreffens das FDJ-Hemd und das Pfingsttreffen-Halstuch zu tragen ... ich erschien natürlich in zivil. Der Lokleiter fragte mich aus, woher ich kommen würde und was ich in Berlin machen würde. Ich sagte, das ich aus dem Erzgebirge käme und zum Pfingsttreffen in Berlin sei. Er schaute mich grimmig an und fragte böse "Wo is'n dein FDJ-Hemd?" Ich wurde ganz kleinlaut und stammelte irgendwas von vergessen. Plötzlich fing er an zu grinsen und brach halb in lachen aus und sagte auf bestem Berlin Dialekt "Mit wärste hier och nich rinjekommen" ... "Viel Spaß, du weest ja, wo se stehen".


    Puuh, gerade mal noch an den richtigen geraten. Anschließend konnte ich mich dann frei im Gelände bewegen.


    Viele Grüße

    Toralf


    P.S.: In Aue, Zwickau, Hilbersdorf und Zittau hat sich überhaupt niemand dafür interessiert, wenn man da rumlief. Aber wie gesagt, bei mir war es 1987 - 1989 als ich aktiv war.

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  • Hallo Toralf,


    und mir ist vom Pfingsttreffen 1989 neben dem Bw Schweineöde das Konzert von „Amor & die Kids“ in Erinnerung mit dem live dahin geschmetterten „ Komm doch mit zu nem Ritt auf dem Sofa...“.

    Wir waren jung und es war einfach nur geil.


    VG Thomas

  • Hallo,


    danke fürs Zeigen dieses großartigen Bilderbogens aus einer Zeit, die schon wieder so fern scheint, obwohl viele von uns sie noch erlebt haben. Tolle Bilder, die herrlich die Atmosphäre jener Jahre wiedergeben, wie ich sie dort glücklicherweise als Kind während einiger Urlaube auch noch kennenlernen durfte. Und dazu auch noch launig mit den Reiseerinnerungen kommentiert, das macht Freude. :):thumbup:


    Danke auch an Achim für die ebenfalls sehr sehenswerte Ergänzung und an Reiner für die Gleispläne. Immer wieder irre, wenn man sich an die ausgedehnten Gleisanlagen damaliger Bahnhöfe erinnert, als noch keine Spar-Infrastruktur geplant wurde.


    Viele Grüße aus Berlin

    Stefan

    Die „dienstälteren“ Forumsnutzer erinnern sich möglicherweise noch dunkel an mich, seit einigen Jahren vor allem stummer Leser hier... ;)

  • Moinsen,


    ja das war 1989 so - ich war Gruppenleiter und sportlich qualifiziert für den Crosslauf der Jugend. Wir, die dekatende Jugend von Leipzig wußten das Amor & the Kids spielen und so nahm ich die gleichaltrige Tochter meiner Quartiereltern mit zu dem Konzert. Rest könnt ihr Euch denken...

    Der Oschatzer Saarsachse

    IV K - Fan