und noch eine Neuerscheinung: Aus der Geschichte des Bahnhofs Ellrich

  • Nein Alex, das kann nicht richtig sein. Das Signal war bestimmt nicht mit dem Tor gekuppelt. Es wurde ja nicht nur für Einfahrten sondern auch für Ausfahrten geöffnet. Das ist technisch nicht möglich. Vielleicht hatte man eine Abhängigkeit geschaffen aber nicht gekuppelt. In einen Film sah ich wie das Tor mit einer Schrankenwinde von Grenzern aufgekurbelt wurde. Und es sind auch 2 paar Schuhe, Eisenbahntechnik und Grenztechnik muß man hier trennen. Und 2. Die Grenzer sind auch nicht auf Bundesgebiet mitgegangen denn das Vorsignal stand im Westen und da hatte nun mal kein DDR Grenzer was zu suchen. Wenn das so gewesen wäre dann wären die vom BGS festgenommen worden. Mach dich mal mit dem Grenzregime und Stellwerkstechnik vertraut. Es wurden ja immer Schauermärchen erzählt die es mit der Wahrheit nicht so genau nahmen. Da bist du sicherlich drauf rein gefallen. Tut mir leid das ich dir das nicht glauben kann aber das geht an der Lebenswirklichkeit vorbei.

    Beste Grüße Reiner

  • Hallo Reiner,


    dass man diejenigen Lokpersonale für das umgefahrenen Tor am Hirtenstieg nicht dran bekommen konnte, weil Sie alles richtig gemacht hatten, ist für mich durchaus nachvollziehbar. Vermutlich hatten die einen oder anderen sogar Spaß daran. Das Tor in einer Linkskurve gelegen, war für den Lokführer vermutlich erst kurz vor dem Auftreffen überhaupt erst erkennbar und der Heizer war bestimmt noch ganz gut mit Schippen beschäftigt um das letzte 3/4 der Brockenspirale bergauf zu schaffen. Wenn ich mir dann noch die hin und wieder dort oben vorherrschende eingeschränkte Sicht vorstelle, war das Personal auch absolut chancenlos rechtzeitig zu bremsen.


    Aber jede Wette, wenn Du im Gleis ein Hindernis wie ein umgestürzten Baum erkanntest, hast Du sofort gebremst auch wenn es schon sicher war, dass Du den Zug nicht mehr anhalten hast können. Jedoch was hätten deine Vorgesetzten gesagt, wenn etwas deutlich Sichtbares im Gleis gewesen wäre wie ein Auto, ein ausreichend langer Bremsweg vorhanden war und es dennoch zur Kollision gekommen wäre? Und ich glaube das trifft auf die Situation der Einfahrt Ellrich aus Richtung Westen zu. Auch in dem von dir verlinkten Video ist zu sehen, dass das Einfahrtsignal und das Tor auf fast derselben Höhe standen. Weiterhin musste der Zug Halt erwarten und der Lokführer musste die ganze Zeit schon bremsen. Hätte er da nicht das Hindernis im Gleis erkennen müssen?


    Worauf ich hinaus will: Es kann gut sein, dass das Lokpersonal in Routine verfallen war oder die Strecke trotz noch zusätzlich zu erwartenden Bahnübergangs nicht richtig beobachtete und auf der anderen Seite ein verpeilter Neuer vergaß das Tor zu öffnen. Oder auf der östlichen Seite wollten die Grenztruppen zeigen wer der Herr im Bahnhof ist und haben es mit Absicht zugelassen, weil das Lokpersonal ja aufmerksam sein sollte und eigentlich hätte rechtzeitig bremsen können. Oder das Lokpersonal hat das geschlossene Tor erkannt und dennoch umgefahren, weil es z.B. von dieser Grenze und der sie begleitenden Umständen einfach die Nase voll hatte (eine Schikane mehr - ihr könnt mich mal). Vielleicht gab es sogar Lokpersonale, die in einer solchen Situation den Zug immer noch rechtzeitig zum Stehen gebracht hatten? Wir werden es wahrscheinlich nicht mehr erfahren.


    Das Westdeutsche an der Grenze in der DDR wegen des blaffenden Tons und der Schikanen nicht mehr an sich halten konnten, kam schon vor. Da muss ich an die Geschichte eines Vaters eines Fußballtrainers von mir denken, der bei der Einreise nach Waffen gefragt geantwortet haben soll: "Wieso? Braucht man diese bei ihnen im Arbeiter- und Bauernstaat". Hat ihm einen mehrstündigen längeren Aufenthalt dort beschert und ich danke ihm es jedesmal mit einem Lächeln, wenn die Geschichte mir in Erinnerung kommt.


    Viele Grüße


    Volker

    Einmal editiert, zuletzt von Volker Dehnke () aus folgendem Grund: Rechts und links verwechselt 😀

  • Hallo,


    also wie das technisch nun war kann ich auch nicht mehr sagen. Fakt ist, das das Tor "irgendwie" nach den 2 Durchfahrten mit dem Signal gekoppelt worden ist.


    Und was den Gasflaschentausch angeht: Selbst noch als Kind MEHRFACH gesehen. Der BGS war übrigens sehr human in unserer Gegend und es gab sogar mal gegenseitig "Hallo".


    Die Grenztruppen hatten in Höhe des Aussichtspunktes sogar vorgelagerte Abhörposten. Im Himmelreich gab es auch "stille Briefkästen". Alles auf BRD-Gebiet.


    Einen Eisenbahner ohne Begleitung habe ich nie gesehen.

  • So Volker, nun müssen wir das mal auftrennen.

    1. Habe ich mich zum Thema Hauptsignalmäßige Kupplung mit den Grenztor positioniert.

    Dazu noch eine Anmerkung. Bei der Bahn wird nach Raumabstand gefahren. Also nicht im Sichtabstand (wie im Straßenverkehr). Das heißt der Zug fuhr von Walkenried bis Ellrich in einen Raumabstand der frei sein mußte, mindestens bis zum Einfahrsignal. Und wenn dieses Frei ist bis zum gewöhnlichen Halteplatz im Bf Ellrich. Dabei habe ich erwähnt das wir am Brocken auch ein paar mal Tore durchfahren haben. Natürlich wird auch wenn der Raumabstand nicht frei ist entsprechend reagiert. Hier habe ich aber Axel seine Aussage nicht bemängelt sondern sogar mit meinen Brockenbeispiel unterstützt. Es wurde im Westen wie auch im Osten gegen diese Grenze insgeheim agiert. Die Ausbildung der Eisenbahner war in dieser Zeit noch nicht so weit auseinander wie später.

    2. Ging es um das begleiten des DDR Eisenbahners zum Vorsignal im Westen durch DDR Grenzer. Das habe ich entsprechend dargelegt und widersprochen.

    Dieser Eisenbahner hätte auch ohne Posten bis zur Grenzlinie gedurft da er mit Sicherheit einen Reisepass mit Dienstlichen Visum hatte. Und im westen hatten bewaffnete Grenzer des Ostens nichts zu suchen.


    Wo ist jetzt Dein Problem an meine Antwort für Alex.

    Beste Grüße Reiner

  • Alex, lies mal bitte im Buch Züge über Grenzen nach wie das in Ellrich war.

    Ich könnte hier ein Bild einstellen, aber dann motzt Eckhatd mit Sicherheit das ich es nicht darf. Es ist hier bald schlimmer wie früher.

    Und dann bitte schreib mal so das man es auch lesen kann. Du schreibst bestimmt über Handy. So viele Fehler kann man ja gar nicht machen. Also mal das T9 oder wie das heißt ausschalten.

    Beste Grüße Reiner

  • Reiner... ich war mit meinem Vater nahezu wöchentlich da. Kann mich noch sehr gut an alles erinnern. Wir haben den Urlaubsgästen der Ferienwohnung das immer gezeigt.


    Beim Grenzübergang Worbis wurde er oft für seine sachliche und neutrale Erläuterung dir die DDR-Grenzer gelobt.


    Auch wenn einiges langsam verblasst. Was in Büchern steht ist das eine... das selbst erlebte das andere. Vieles in Büchern ist richtig. Was nicht dein durfte wird oft auch nicht geschrieben.


    Reiner: Bild gerne per PN oder Email

  • Ich könnte hier ein Bild einstellen, aber dann motzt Eckhatd mit Sicherheit das ich es nicht darf. Es ist hier bald schlimmer wie früher.

    1.) Richtig, denn schon "früher" wurde zum Teil auf das Urheberrecht der Fotografen gesch... Besonders wenn es um harte D-Mark ging. Das kann man als tolerierbar ansehen, oder auch nicht. Aus aktueller gesetzlicher Sicht dürfte alles klar sein. Oder willst Du eines Tages die Strafe für das Forum bzw. seinen Verantwortlichen berappen?

    2.) Auch Du scheinst vor schnellen Tippfehlern nicht gefeit, denn wer ist eigentlich "Eckhatd"?

    3.) Es ist schön wenn Ihr beiden Kenner der damaligen Situation uns an Euren Erlebnissen teilhaben lasst. Aber nur wenn das nicht in einen Streit ausartet wer denn die "richtigere" Erinnerung hat. Diesen Streit könnt Ihr gern per PN austragen. Danke!


    Gruß von einem "Fotografen"!

  • Hallo Reiner,


    es ist nicht meine Absicht gewesen das mit dem Raumabstand in Frage zu stellen. Aber ich kann mir vorstellen, dass Lokführer angehalten waren / sind die Strecke zu beobachten und zu bremsen, wenn sich ein Hindernis über den Gleisen befindet. Und vermutlich gibt es dann schon ein Gespräch, wenn eine klar vermeidbare Kollision durch fehlendes Handeln des Lokführers entstand. Vermutlich habe ich mich irgendwo verquert ausgedrückt.


    Ich glaube Alex schon, wenn er berichtet den Tausch der Gaslaternen am Einfahrtsvorsignal in Begleitung von bewaffneten Grenzschützern mit eigenen Augen mehrmals gesehen zu haben. Aber vielleicht haben sich die Abmachungen mit den Jahren geändert? Alex berichtete auch, dass sein Großvater die Grenzer nicht auf die Lok ließ, weil es halt als Gebiet der BRD betrachtet wurde. Anders dagegen berichtete Fritz Wolff vor Jahren mal, dass hat doch ein Grenzer auf einer DB 44er war und man ihm dann den Regenmantel ansengte. Siehe hier: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,6167317


    Also heißt es jetzt Buch kaufen, nachlesen und eventuell Ergänzungen beitragen und Fragliches klären.


    Euch noch einen schönen Abend!


    Volker