SZ: "Weißeritztalbahn ist keine Kleinbahn"

  • LOL, jetzt haben wir das Thema schon in der Sächsischen Zeitung:


    Weißeritztalbahn ist keine Kleinbahn

    Leserbrief
    Volker Krehut machte zu Beiträgen über die Kleinbahn eine Anmerkung und mailte:


    In Sachsen hat es noch nie Kleinbahnen gegeben. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, der mit Zeitungsartikeln bekräftigt wird, dass jede Eisenbahn mit einer geringeren Spurweite als die der DB automatisch eine Kleinbahn ist. Dies ist falsch! Vielmehr bezieht sich der Begriff Kleinbahn auf die Rechtsform und ist vereinfacht ausgedrückt der Gegensatz zur Staatsbahn. Entstanden ist der Begriff mit dem preußischen Kleinbahngesetz von 1892. Dass dieses in Sachsen keine Gültigkeit hatte, versteht sich von selbst. Vielmehr nahm die erste sächsische Schmalspurbahn bereits 1881 ihren Betrieb auf. Kleinbahnen können in privater oder kommunaler Hand liegen, die Spurweite ist verschieden. Schon die erste sächsische Eisenbahn von Leipzig nach Dresden war eine private regelspurige Bahn (1435mm). Hätte sie in Preußen gelegen, wäre es eine Kleinbahn gewesen!


    sz-online, 16.05.09

    Viele Grüße,
    Eckhard

  • Hallo,


    Edit: Beleidigungen werden hier nicht geduldet! -> Entschuldigung wollt niemanden beleidigen, deshalb hatte ich es auch als Zitat eines bekannten Comedians gekennzeichnet, wenn ich damit übers Ziel hinaus geschossen bin möchte ich mich ausdrücklich dafür entschuldigen!!


    Die Dresden - Leipziger - Bahn wäre in Preußen eine Kleinbahn gewesen :joke: .


    Privatbahn = Kleinbahn in Preußen, Herr Krehut ist wohl, nur mit gefährlichen Halbwissen ausgestattet.


    Beispiel: Prignitzer Eisenbahn (Wittenberge-Perleberg) war eine private Nebenbahn keine Kleinbahn, da gleiche/ähnliche Gesetze wie für Staatsbahn gültig waren, versus Ost- und Westprignitzer Kreiskleinbahnen (z.B. Pollo) die waren eine Kleinbahn da sie nach Kleinbahngesetz, welches vereinfachte Betriebsbedingungen aber damit einhergehend auch bestimmte Beschränkungen aufwies, konzessioniert waren (beide Bahnen sind später sogar durch eine gemeinsame Betriebsgesellschaft betrieben worden).
    Dazu hat der Herr Krehut selber geschrieben, dass das Preußische Kleinbahngesetz erst 1892 in Kraft trat, da war die Dresden - Leipziger Bahn schon ein paar Jahre in Betrieb.


    Gruß aus Berlin und vom Pollo!


    -ALEX-


    PS: Wir sehen uns vom 21 - 24.05. beim Pollo!?


    Edit: Präzisierung der Bahnbezeichnungen und Rechtschreibung

  • Was im alg. Sprachgebrauch von den Eingeborenen benutz wird entspricht keiner Preußischen, Sächsischen oder auch anderen Gestzgebung! Laßt doch den Menschen Ihre "Kleinbahn" oder "Bimmelbahn" oder ........ !


    Mfg Andreas

  • Hallo,
    Es ist wohl völlig unwichtig wie man die Weisseritztalbahn nennt.
    Besser wäre es die Bahn schnellstens bis Kipsdorf wiederaufzubauen. Im August sind es 7 JAHRE das kein Zug mehr fährt! Ein Skandal !!!
    Hätte man das Geld von korrupten Politikern oder geldgierigen Bahnmanagern genommen wäre die Bahn schon längst wieder aufgebaut und zwar zweigleissig und mit Goldkante auf den Schienenköpfen... Aber man muss weiter warten... Gebe es die Prügelstrafe für faule Bürokraten wäre das Problem schon längst gelöst...


    Mit sonnigen Grüssen Burkhard

  • Hallo!
    Da hat mal jemand die Problematik auf den Punkt gebracht, ohne direkt jemanden persönlich anzugreifen.
    Aber genau so ist es.
    Und viele derer, grinsen uns derzeit erneut aus allen Richtungen von ihren gelben roten und grünen Plakaten an...

  • Volker Krehut ist zuzustimmen: Die Weißeritztalbahn ist keine Kleinbahn (im Sinne des [preußischen] Kleinbahngesetzes schon gar nicht), sie ist eine schmalspurige Sekundäreisenbahn! Mir ist bewusst, dass der Begriff "Kleinbahn" im allgemeinen Sprachgebrauch schillernd ist und (heute) kaum noch jemand daran denkt, dass es sich dabei um einen Begriff aus dem preußischen Landesrecht handelt (übrigens ist das "Gesetz über Kleinbahnen und Privatanschlussbahnen" vom 28. Juli 1892 im Lande Berlin immer noch in Kraft!). Egal wie die "Eingeborenen" (ist dieser Begriff humoristisch gemeint - wovon ich hier ausgehe?) ihre Bahn auch nennen mögen, seien wir im Freistaate Sachsen doch stolz darauf, dass unsere Schmalspurbahnen "richtige" Eisenbahnen waren/sind und aktzeptieren wir die historischen Zusammenhänge.
    Und noch eine Anmerkung: Der Leserbrief von Volker Krehut war für die Leser einer Tageszeitung gedacht, nicht für ein Fachpublikum! Dies sollte man bedenken, bevor man anderen Halbwissen vorhält.
    Erfreuen wir uns also der gelungenen Symbiose beim "Pollo", wenn demnächst wieder eine sächsische Sekundärbahnmaschine auf den Gleisen einer (wieder aufgebauten) preußischen Kleinbahn zum Einsatz kommt!