Wie funzt eigentlich eine Trapeztafel?

  • Hallo


    oder man gab Lichtsignal L-K-L wie in Stützerbach bei der Kreuzung zwischen 19046 und 19053. Dort war das Hupen nur bei unsichtigen Wetter gestattet

    Gruß Volker

  • ... da ist der Kreativität der Eisenbahnbetriebsleiter, die solche Anweisungen in der SbV erstellen, ziemlich viel Spielraum gelassen.

    Hallo Achim,


    sei mir bitte nicht böse, ich hab zwar die Ausbildung nach FV NE, aber das ist genau der Grund, warum diese FV NE mit dieser "Gummi"-SbV nicht mag. Da ist mir die 436 und den daraus abgeleiteten örtlichen Richtlinien deutlich lieber, deren Ausbildung ich auch habe. Da ist eindeutig geregelt, was man zu tun und zu lassen hat. Kreativität ist da zum Glück nicht gefragt.


    Viele Grüße

    Toralf

  • Hallo Toralf,


    darüber kann man nun so und so denken und unsere Meinung zählt da auch nicht. Bei der RüBB gilt die FV NE. Das haben wir nicht zu verantworten.

    Die Abwicklung der Kreuzungen in Binz bzw. Sellin hat in dieser jetzigen Version noch keine Probleme bereitet.

    Zunächst, also zu RüKB-Zeiten war das noch etwas anders organisiert. Damals durfte der Halt vor der Trapeztafel ausbleiben, wenn stehender Zug und Weichenstellung erkannt werden konnten. Falsche Routine führte damals leider auch zu einem schweren Unfall in Binz.

    Heute ist dort immer zu halten und es darf erst angefahren werden, wenn die Bedingungen zur Einfahrt gegeben sind.


    Für uns steht die Frage nach anderen Vorschriften nicht. Alles hat sich bewährt und wird auch vom LfB fortwährend kontrolliert und für gut befunden.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo Achim,


    aus Sicht des Ausführenden mag die Meinung durchaus wenig zählen. Aber für den Ersteller der SbV und / oder der örtlichen Richtlinien macht das schon einen erheblichen Unterschied. Bei letzterer brauchte ich deutlich weniger "Kreativität" und Zeitaufwand, da ist praktisch schon alles vorgegeben. Da ich in meiner bisherigen Laufbahn mit Strecken nach FV NE und 436 zu tun hatte, weiß ich, von was ich da rede. Für Tf und Zf macht es hingegen kaum einen Unterschied.


    Viele Grüße

    Toralf

  • Hallo Achim,


    Danke für deine Ausführungen, das bedeutet mir viel! Ich interessiere mich tatsächlich mehr für betriebliche Abläufe und das ganze theoretische Gedöns als einfach nur für fahrende Züge in schöner Landschaft (find ich trotzdem gut ;)). Das ist eben der Grund, weswegen ich häufiger mal nach dem Warum oder dem Wie frage.


    Ich hoffe, ich geh damit niemandem auf den Keks 🍪


    VG Marc

  • Hallo Toralf,


    mag sein. Das kann ich nicht beurteilen. Für mich stellt sich diese Frage auch nicht.

    Damit die Kreativität nicht mit ihnen durchgeht, sind die EBL entsprechend ausgebildet und werden eben von den LfB auch kontrolliert. In sofern habe ich da keine Bedenken.


    Aber wir schweifen vom eigentlichen Thema der Funktionsweise einer Trapeztafel ab. Es wäre schön, wenn noch jemand Abweichungen auf anderen Bahnen beschreibt, sei es jetzt unter FV NE. oder 436.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo Marc,


    mich stört es nicht. Davon lebt doch das Forum. Wir tauschen uns hier aus und können voneinander nur lernen. Also keine Scheu und jetzt im Winterhalbjahr habe ich auch wieder etwas mehr Zeit fürs Forum.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Dampfachim da bin ich aber beruhigt ^^


    Wenn wir grade so davon sprechen, hier zwei Anwendungen, zu denen ich noch Fragen (nicht direkt an Achim) habe:


    1.) bei der Zittauer Schmalspurbahn stehen vor vielen Haltepunkten ebenfalls Trapeztafeln. Da dort keine Zugkreuzung möglich ist, frage ich mich, wozu diese da sind. Bei anderen sächsischen Schmalspurbahnen ist dem nicht so; nach meinem Kenntnisstand reichen bei anderen Bahnen dafür Eintragungen im Fahrplan, wann welcher Zug in welcher Zuglauf(melde)stelle zu halten hat und vor Weiterfahrt eine Meldung machen (bzw. Fahrauftrag erhalten) muss.



    2.) bei der HSB gibt's auf der Harzquerbahn ja die beiden Zuglaufstellen auf freier Strecke (Zlst. Kälberbruch und Zlst Allerbach). Ich kann mir vorstellen, dass diese dazu dienen, den zeitlichen Abstand zwischen Zügen zu verkürzen, aber wie wird das gehandhabt? Ist das dann so wie bei einem Blocksignal, dass der folgende Zug erst an dieser Stelle weiter fahren darf, wenn der Abschnitt frei ist (selbstverständlich nur per Meldung umsetzbar) oder dienen diese Stellen nur dazu, zu lokalisieren, in welchem Bereich sich ein Zug in Etwa befindet?


    VG Marc

  • Hallo Marc,


    Du musst immer vom Grundsatz ausgehen, dass die Trapeztafel die Stelle kennzeichnet, an der "bestimmte Züge halten müssen".

    Sie sind damit natürlich quasi Hauptsignale. Ich hatte ja schon darauf hingewiesen, dass der Haltauftrag per Buchfahrplan bzw. schriftlichen Befehl erteilt wird.

    Ist kein örtliches betriebsdienstliches Personal und/oder Zug vorhanden, erfolgt die Genehmigung zur Weiterfahrt natürlich nicht durch Pfiffe der Lok, sondern fernmündlich, üblicherweise über Funk vom Zugleiter.

    Dabei ist es unerheblich, ob diese Trapeztafel im Bereich eines Haltepunkts, oder auf freier Strecke aufgestellt ist. Auf der HSB gab es vor einigen Jahren noch viele weitere Trapeztafeln, nämlich zwischen Wernigerode und Brocken, wo heute Lichtsignale auch auf freier Strecke stehen.


    Somit kann man mit der Aufstellung solcher Trapeztafeln, ähnlich wie bei Blocksignalen, die Zugfolge erhöhen.

    Natürlich ginge das auch ohne Trapeztafel, wenn eine Zugfolgestelle eingerichtet wird.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo,

    beim Lesen Eurer Beiträge fiel mir ein, dass die Hohenzollerische Landesbahn bei der Sanierung der Strecke Kleinengstingen - Gammertingen Trapeztafeln mit PZB ausgerüstet hat. Somit hat der Zugleiter eine Möglichkeit, trotz Trapeztafeln einen Zug zum Halten zu bringen.

    Gruß Werner