Betrieb der Harzer Schmalspurbahnen 2021

  • Frohes neues Jahr!


    Danke deine Fotos. Hast du auch Bilder der Pfiffi und den Mallet Maschinen der 99 5901 & 02?

    Auf Gerd's drittem Bild aus der Fahrzeughalle mit der 35 wird Pfiffi (6101) gerade noch angeschnitten. An den eingepolterten Griffstangen zu erkennen.


    Für Beide ist eine HU vorgesehen, das ist auch mein Kenntnisstand.

    Die 7235 hat noch den alten Rahmen.

    Vielleicht sollen die Beiden ja die neue Werkstatt einweihen und die 35 bekommt dort dann neue Gußzylinder aus dem Erzgebirge (Eisenwerk Elterlein), so wie 99 741 der SDG und die 731 der SOEG. Aber das kennzeichne ich ausdrücklich als Gedankenspiel.

    Ob diese Loks jemals wieder dampfen werden?

    Die Wahrscheinlichkeit, daß die 31 und 33 wieder dampfen werden, dürfte derzeit als äußerst gering einzuschätzen sein. Über ihren technischen Zustand weiß ich konkret nichts, aber mir schwant nichts Gutes. Sie haben außerdem noch die kleinen Feuertüren, was ihre Beliebtheit bei den Heizern in Grenzen halten wird.

    Ein Großteil der Loks hatte z.T. auch im Zuge des Umbaus auf Kohlefeuerung größere Feuertüren erhalten.


    2008 führte die IG HSB "Streckenbereisungen" zu technischen und baulichen Besonderheiten der Strecken (u.a. ehemalige Gleisanschlüsse usw.) auf dem gesamten Netz durch. Bei der Fahrt von Quedlinburg nach Nordhausen u.z. mit 199 861 war ich dabei und wir waren auch im Lokschuppen Ilfeld. Dabei wurde das o.g. angesprochen. Lokführer des Sonderzuges war der 1. Vorsitzende der IG und Stammlokführer der 99 5902 und der langjährige OBL war auch mit von der Partie.

    In Ilfeld steht auch die 199 301, der Prototyp.

    Ich sprach damals vor Ort an, ob es denn nicht eine Option sei, anstatt einer 199.8 die 301 zum Rangieren in Wernigerode zu nutzen. Ich bekomme nicht mehr alle Einzelheiten zusammen, aber sowohl Lokführer Dirk-Uwe als auch Herr Bauer lehnten das strikt ab. Es gibt wohl sehr große Unzulänglichkeiten mit der 301. Der Motor ist nicht mehr Original und das Getriebe wohl zum Rangieren äußerst ungeeignet.

    Das wird also auch nichts mehr.


    Liebe Grüße,

    Peter

  • Allein die Gedanken in den Lokschuppen Führungen mit dem ehemaligen Stammpersonal durchzuführen und Möglicherweise Stories über die Neubaulokveteranen zu erfahren macht es um so spannender.

    Fakt is, leider werden nicht mehr alle Lokomotiven laufen.

    Vielleicht schafft es eine der Neubauloks mal in ein Museum der HSB um z.B. deren Funktionsweise für die Jugend und Nachwelt sichtbar zu machen.

  • Guten Abend,


    zum Zustand der 99 231 und 33 habe ich bisher auch nichts gutes gehört. Sie wurden im Rollwagenverkehr von/nach Nordhausen stark beansprucht und soll den Zustand der Lokomotiven arg zugesetzt haben. Deshalb wäre ein „Nebau“ sprich neuer Rahmen, ggf. Kessel und Zylinder wahrscheinlich unumgänglich, und durch der Rekonstruktion der 10 Neubauloks wird der Bedarf derzeit wahrscheinlich gedeckt sein.

  • Hallo zusammen,


    wäre die 231 als Maschine, die lange Jahre in Eisfeld stationiert war, nicht eine passende Leihgabe für die IG Hirzbergbahn? Die Lok(s) haben bzw. hatten ja auch eine Thüringer Vorgeschichte und würden damit m.M.n. perfekt zum Gedanken der IG Hirzbergbahn passen. Zumal die 231 ja auch eine ehemalige Eisfelderin ist.


    Steinigt mich gerne für den Vorschlag, aber wie gesagt, der kam mir eben ganz spontan in den Sinn bzw. hatte ich glaube ich im Forum schonmal angesprochen.


    Zwar wurde die Lok in der Zeit seit der Stationierung in Eisfeld mehrfach umgebaut aber ob die Lok nun in Ilfeld im Schuppen steht oder bei der IG Hirzbergbahn kommt ja aufs gleiche heraus. Und wenn der technische Zustand ohnehin nicht (mehr) der beste ist, wäre eine Leihgabe als Standobjekt ja bestens geeignet.


    Die oben angesprochene Idee mit dem Museum könnte man dann immer noch mit der 233 verfolgen.


    So, jetzt war es aber genug Träumerei :weg:


    Liebe Grüße


    Tobias

  • Hallo Michael,


    vielen Dank für die Info. Da muss ich doch wohl endlich mal wieder in meine Bücher über die Harzer Strecken schauen. Dass die NWE ab Niedersachswerfen ein Anschlussgleis zum "Mittelbau Dora" betrieb, kann ich mich aus dem Transpress-Buch über die Harzquer- und Südharzeisenbahn noch erinnern. Sicher steht da auch irgendwo etwas zu Illfeld. Zwischen Kriegsende und Abstellung der sächs. I M lag aber noch viel Zeit. Was da wohl in der Zwischenzeit verborgen war?


    @Alle: Mir ging es nicht speziell um eine der gezeigten Loks, sondern überhaupt um die Frage, ob eine der abgestellten Loks wieder dampfen wird? Angesichts der ständigen Knappheit an Lokomotiven bei der HSB und angesichts des neuen Verkehrsvertrags, der ja wohl hoffentlich Lok- und Zugausfälle und Bespannungsänderungen, wie sie bisher schon fast die Regel waren, nicht mehr so einfach toleriert, wäre die eine oder andere Reservelok doch sicher keine schlechte Lösung. Auch weil die Ausbesserungszeiten immer länger werden.

    Ob nun neue Rahmen, oder neue Kessel usw., hab ich dabei mal außer Betracht gelassen. Ich kenne den Zustand der einzelnen Rahmen, Kessel usw. nicht, weiß aber natürlich auch, dass die oft im Nordhäuser Güterverkehr eingesetzten 99 7231 und 7233 wohl ziemlich verschlissen sein dürften. Aber wie wäre es mit der gezeigten 99 7246 oder auch mit 99 7235, 99 7238, 99 7242 oder auch 99 7244.

    Das sind jetzt nur Gedanken und ich bitte Euch, daraus jetzt keine detaillierte Machbarkeitsstudie zu erstellen. Aber wie steht Ihr dazu? Zusätzliche Dampfloks? Oder mit dem vorhandenen Park alle Register ziehen?


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo,

    Oder mit dem vorhandenen Park alle Register ziehen?

    was ich an der Stelle noch nicht verstanden habe, warum hat man nicht schon länger mal von einer der vorhandenen abgestellten Loks den Kessel runter genommen und arbeitet Diesen als Tauschteil auf, sodass eine Lok mit abgelaufener Kesselfrist diesen Kessel erhalten kann um damit die anderen Fristen weiter fahren zu können. Ich habe mal gelesen dass man das bei der SDG mit dem Babelsbergern so handhabt?


    Gruß Michael

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  • Hallo,

    was ich an der Stelle noch nicht verstanden habe, warum hat man nicht schon länger mal von einer der vorhandenen abgestellten Loks den Kessel runter genommen und arbeitet Diesen als Tauschteil auf, sodass eine Lok mit abgelaufener Kesselfrist diesen Kessel erhalten kann um damit die anderen Fristen weiter fahren zu können. Ich habe mal gelesen dass man das bei der SDG mit dem Babelsbergern so handhabt?


    Gruß Michael

    Hallo Michael,


    zumindest hat man es in Oberwiesenthal eine Zeit lang so gemacht und für dieses "Umlaufverfahren" den im Werk Görlitz seinerzeit als Armaturenprüfkessel genutzten Altkessel der 99 788 genutzt. Wenn ich richtig informiert bin, werden die Kessel heute aber in Oberwiesenthal aufgearbeitet und man nutzt diesen Tauschkessel wohl derzeit nicht.

    Ob das für Wernigerode eine Beschleunigung bringen würde, weiß ich nicht, könnte es mir aber auch gerade im Hinblick auf die neue Werkstatt vorstellen, wenn man Kessel extern aufarbeiten lässt und die Fahrwerke zukünftig in Wernigerode untersucht. Aber welche der abgestellten Loks hat denn wirklich noch einen guten Kessel? Der sollte dann ja auch nicht nur eine Untersuchungsperiode halten.

    Das Konzept mit den Tauschkesseln ist übrigens schon sehr alt. Schon in den 1930ern ließ sich z.B. die DRG für ihre BR 03 lose Tauschkessel für eine möglichst zügige Aufarbeitung bauen. Und auch ohne zusätzlichen Kessel war die freizügige Tauschbarkeit für manches Raw eine wichtige Voraussetzung eines zügigen Aufarbeitungsflusses. Wenn das Fahrwerk fertig war, wurde einfach der "erstbeste" fertig aufgearbeitete Kessel des benötigten Kesseltyps auf den Rahmen gesetzt. So kam es sogar zu Kesseltauschen über Baureihengrenzen hinweg.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo Zusammen,

    Aber wie steht Ihr dazu? Zusätzliche Dampfloks? Oder mit dem vorhandenen Park alle Register ziehen?

    es war lange Zeit so, daß 1-2 Loks betriebsfähig als Reserve vorgehalten wurden. Und ich bin sicher, daß man so schnell wie möglich zu diesem Zustand zurückkehren will.

    Aber ich muß jetzt wohl nicht noch einmal erklären warum man im vergangenen Jahr halt eben auf der letzten Rille sich von Tag zu Tag retten musste.

    Glaubt doch nicht, daß die zuständigen HSBler das freiwillig und sehenden Auges so handhaben. Es ging nicht anders. Ich will mir besser nicht vorstellen was der langjährige OBL gedacht hat, wenn er den 5901 und 5902 beim Abstehen der eigentlich vorhandenen Fristen zusehen musste und für die einnahmebringenden Brockensonderzüge die 5906 aus Gernrode abziehen musste, die dort sehr wohl selbst gebraucht wird.

    Wenn es schon nicht drin ist, die Hall'schen Kurbeln ersetzen zu lassen, was ja in der Zwischenzeit bei der I K und der 99 633 tatsächlich praktisch erfolgte (also technisch möglich ist, der Lieferant der Ersatzteile befindet sich in Leimbach-Kaiseroda), muß man über die zusätzliche HU von 99 72xx als Reserve erst gar nicht beginnen nachzudenken.

    Wenn zwischen Daumen und Zeigefinger wieder etwas Polsterung zu spüren ist, wird es sicherlich so kommen.

    Ob das für Wernigerode eine Beschleunigung bringen würde, weiß ich nicht, könnte es mir aber auch gerade im Hinblick auf die neue Werkstatt vorstellen, wenn man Kessel extern aufarbeiten lässt und die Fahrwerke zukünftig in Wernigerode untersucht.

    Genau deswegen stemmt man momentan den absoluten Kraftakt und investiert - plakativ aber zutreffend gesagt - in das Fortbestehen der HSB. Auch um von externen Zulieferern wegzukommen. Es wird - und muss - in Wernigerode so zugehen wie mittlerweile in Othal in der LWO, daß alles irgend mögliche selbst gemacht wird. Das ist die richtige Philosophie.

    Ich bringe doch nicht das Unternehmen an seine finanziellen Grenzen und kaufe dann noch komplette Kesseluntersuchungen dort ein, wo ich aus Kostengründen weg will.

    Na klar, sowohl HSB als auch LWO arbeiten auch mit Industriedienstleistern diesbezüglich zusammen.


    Jörg Bauer hat es gegenüber der IG HSB selbst so formuliert, daß die neue Werkstatt überlebenswichtig für die HSB sein wird.


    Über kurz oder lang wird man allerdings nicht um das Thema Kessel herumkommen und der HSB steht in absehbarer Zeit der Prozess bevor, in dem sich die SOEG gerade befindet. Aber Herr Jachmann hat hier eine vorbildgebende Lösung gefunden.


    und arbeitet Diesen als Tauschteil auf, sodass eine Lok mit abgelaufener Kesselfrist diesen Kessel erhalten kann um damit die anderen Fristen weiter fahren zu können. Ich habe mal gelesen dass man das bei der SDG mit dem Babelsbergern so handhabt

    Hallo Michael, das ist - glaube ich - eine Ente. Aber ich will mich gerne korrigieren lassen.


    Liebe Grüße,

    Peter


    Dieser Beitrag enthält meine persönliche Meinung.

  • Hallo Peter,


    die SDG hat tatsächlich einige Zeit diesen Tauschkessel benutzt, um während der Aufarbeitungen zeitlich flexibel bleiben zu können. Zu dieser Zeit untersuchte die LWO die Fahrwerke schon selbst, ließ die Kessel aber noch im DLW Meiningen aufarbeiten. Als 99 773 im Jahr 2008 zur Lokhilfe bei uns auf Rügen war, hatte sie eben diesen Tauschkessel. Aber soviel ich weiß, ist er heute nicht mehr, oder zumindest zur Zeit nicht in Benutzung.


    Ob die neue HSB-Werkstatt tatsächlich kurzfristig die komplette Hauptuntersuchung von Kesseln in Eigenleistung übernimmt, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, was in der jetzigen Werkstatt schon alles an Kesseln gemacht wurde.

    Aber auch unabhängig davon könnte die Idee eines Kesseltauschs Sinn machen, wenn Fahrwerk und Kessel getrennt gefristet werden. Ich weiß nicht, ob die Fristen bei den HSB-Loks immer zusammen passen, oder ob Fahrwerks- und Kesseluntersuchungen auch schon getrennt wurden. Hab sowas zumindest im Zusammenhang mit HSB-Loks schon gehört. Läuft also die Fahrwerksfrist nach § 32 ESBO weiter und das Fahrwerk ist in einem entsprechenden Zustand, könnte die Werkstattzeit durch den Tausch des abgelaufenen Kessels mit einem aufgearbeiteten Boiler erheblich verkürzt werden.

    Wie gesagt, alles eigentlich schon lange erfunden...


    Über Vergangenes möchte ich hier nicht urteilen, aber die neuen vertraglichen Bedingungen sollten auch neue Anforderungen stellen. Ein Verkehrsvertrag ist eben ein Vertrag, den ein EVU zu erfüllen hat.


    Viele Grüße


    Dampfachim