Betrieb der Harzer Schmalspurbahnen 2021

  • Hallo Reinhard,


    doch darf man, wird nur selten bis gar nicht gemacht.

    Ab heute fahren übrigens alle Züge wieder mit Dampf. Harzkamel ade 👋


    Tim

  • Hallo Reinhard,

    begründe mal bitte ausführlich dein nein?

    Beste Grüße Reiner

  • Hallo Stefan,


    auch von mir vielen Dank dafür, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, das hier alles so detailliert aufzuschreiben. (Das Endisch-Mallet-Buch habe ich noch nicht, wäre sicher eine sinnvolle Investition, auch wenn die Aufnahmefähigkeit meines Bücherregals langsam an ihre Grenzen stößt. 😜) Sehr interessant, u.a. der Zusammenhang des Baus der Drehscheiben mit dem schlechten Rückwärtslaufverhalten der Mallets. Zwar war mir von alten Fotos auch bekannt, dass die Maschinen zu NWE-Zeiten auf der Harzquerbahn offenbar immer gedreht wurden, aber diesen Hintergrund kannte ich noch nicht. Der unruhige Bogenlauf der Mallets bei Rückwärtsfahrt ist aber nach meinen Erinnerungen aus dem Selketal mit der 5906 in den 2000er-Jahren sogar vom ersten Wagen aus deutlich erkennbar.


    Von der Herstellung eines Originalzustandes hatte ich allerdings nichts geschrieben, da hast Du mich möglicherweise ein bissel missverstanden. Die von mir verwendete Formulierung war vorbildgerecht, und als Vorbild kann natürlich der Zustand jeder Epoche dienen. Im Gegenteil könnte ich gut damit leben, wenn beide Loks in schwarz mit Epoche-IV- oder -III-Schildern herumführen. Nun gibt es aber schon seit den 1970er-Jahren Bestrebungen, Malletloks in einem historisierenden Erscheinungsbild einzusetzen, und das wird sicher seine Gründe haben. (Damals mutmaßlich auch geprägt von den auf Schmal- und Regelspur noch allerorten in der DDR alltäglichen schwarzen Dampfloks, von denen man sich irgendwie abgrenzen wollte.) Auch in der Gegenwart scheint das ja weiterhin für einen Teil der Zielgruppe attraktiv zu sein. So kann ich auch durchaus nachvollziehen, dass Betreiber versuchen, dies zu bedienen. Und vielleicht als Vergleich - so könnte ich zum Beispiel nicht sagen, welche der beiden Mh auf Rügen mir in ihrem aktuellen Zustand besser gefällt. Beide haben ihren Reiz und veranschaulichen eine bestimmte Epoche ihrer langen Einsatzzeit.


    Was mich am aktuellen Erscheinungsbild der beiden Jung-Mallets verwirrt, ist eben nur die Tatsache, dass man gewisse historisierende Elemente gefühlt gleichmäßig auf beide Loks verteilt und jeweils mit Elementen anderer Epochen kombiniert hat. So repräsentiert letztlich keine der beiden Maschinen konsequent eine bestimmte Epoche, was ein bissel schade ist. Wenn das aber aus Sicht des Betreibers nicht wichtig ist, dann ist das eben so. Nur vergibt man sich damit vermutlich die Chance, mit zumindest einer Maschine in einem halbwegs authentischen Zustand ein paar mehr Eisenbahnfreunde für die Teilnahme an Veranstaltungen zu begeistern.

    Deshalb fände ich es konsequenter, alle historisierenden Elemente an einer Lok zu verbauen. (Am ehesten würde sich dafür übrigens m.E. die 5903 mit ihrem originalen Schornstein anbieten. 😉) Natürlich wird man, je länger die als Vorbild gewählte Epoche her ist, auch eher Kompromisse hinsichtlich Ausrüstungsdetails eingehen müssen. Aber trotzdem muss man ja nicht unbedingt diverse Epochen an derselben Maschine bunt gemischt „verbasteln“. Und warum an den Wagen des Traditionszuges unbedingt HSB dranstehen muss, habe ich auch noch nicht verstanden, aber sei‘s drum.


    Aber ursprünglich sollte das hier auch gar keine Kritik an der HSB werden - es hatte mich einfach nur interessiert, ob mein Bauchgefühl richtig ist, oder ob diese Erscheinungsbilder möglicherweise doch reale Vorbilder haben. Insofern jedenfalls dankeschön für die sehr umfassende Aufklärung. 😃


    Viele Grüße

    Stefan

    Die „dienstälteren“ Forumsnutzer erinnern sich möglicherweise noch dunkel an mich, seit einigen Jahren vor allem stummer Leser hier... ;)

  • Hallo Stefan,


    Beide Mallets haben "Stammpersonale". Da ist dann immer die persönliche Handschrift bei der Individualisierung zu erkennen.


    So auch an der 45 in NDH

  • @ Reiner:


    Also ich kann mich ja auch irren, aber war das nicht so, das ab einer

    bestimmten Steigung immer mit der Rauchkammer voraus zum Berg gefahren werden musste ?

    Ich bin an der Müglitztalbahn großgeworden. Bis Glashütte durfte mit Tender voran gefahren werden.

    Ab dort immer mit Rauchkammer voraus.

    Begründet wurde es damit , das evtl. die Feuerbüchsendecke nicht vom Kesselwasser bedeckt wurde.

    So jedenfalls wurde mir das vor gut 50 Jahren erklärt. An den Gesetzen der Physik hat sich in dieser Zeit wohl

    nichts geändert, oder ?


    Viele Grüße Reinhard

  • Hallo Reinhard,


    es gibt Strecken im Erzgebirge, da geht es auf einer Seite rauf und auf der anderen Seite wieder runter. manchmal auch zweimal . Bspw. Schwarzenberg - Annaberg-Buchholz Süd. Da konnte man auch nicht drehen oder die Maschine wechseln. Von Buchholz Richtung Schwarzenberg ging es Schornstein voraus. Wenn der Zug aus SZB zurückkam auch Schornstein voraus den Berg hinunter. Züge von Annaberg nach Elterlein fuhren Tender voraus die Steigung Richtung Walthersdorf. Bei den besonderen Steilstrecken war es aber anders. In Eibenstock fuhr man ja nur Schornstein voraus bergan, aber das war ein Sonderfall. Auch auf den Schmalspurstrecken Schönfeld Thum- Meinersdorf ging es über mehrere Höhenrücken und man konnte nur in eine Richtung fahren. Das man dort bergwärts mit ausreichend Wasser im Kessel fahren musste um bergab keine Probleme zu bekommen ist natürlich klar. Aber das Personal hatte ja Streckenkenntnis.


    MfG

    Helmut

  • Also nein Reinhard, so etwas gibt es nirgendwo. Was vorwärts geht muß immer auch Rückwärts gehen. Auch auf der Harzquerbahn geht es immer muter Bergauf und Bergab. Wichtig ist nur das der Sichtbare Wasserstand immer an der Marke des niedrichsten Wasserstands gehalten wird und diesen nicht unterschreitet. Bei Vorwärtsfahrt am Berg ist der Wasserstand im oberen Bereich des Glases zu finden und bei Rückwärtsfahrt eben umgekehrt am unteren Bereich. Wenn der Kessel in der Waagerechten steht dann eben in der Mitte. Was hätten die sonst auf der Rübelandbahn mit ihrer Spitzkehre und das sogar im Steilstreckenbetrieb machen sollen? Gutes Personal sollte beides bestens können. Dafür sind sie schließlich Ausgebildet.


    PS. das einzige wo man vorwärts Bergab aufpassen muß, das wenn die Feuertür offen ist, keiner hinein fällt ins Feuer. 8o :)

    Beste Grüße Reiner

    Einmal editiert, zuletzt von Reiner ()

  • Guten Abend,


    die neue Schönheit von Nordhausen.

    Die Nordhäuser HSB Stammlok 99 7245-6 wartet am 30.07.2021 auf die Fahrt in die Est Nordhausen.




    MfG Bernd Thielbeer aus Nordhausen

  • PS. das einzige wo man vorwärts Bergab aufpassen muß, das wenn die Feuertür offen ist, keiner hinein fällt ins Feuer. 8o :)

    Also Reiner mein lieber Ex Kollege, man lernt nie aus und jetzt weiss ich auch warum das Wernigeröder Lokpersonal immer Schürgeräte auf dem Rücken geschnallt hatte. Ist ja mit deiner Erklärung auch ganz plausibel. 😂😛😂😛