Betrieb der Harzer Schmalspurbahnen 2021

  • Beide Mallets haben "Stammpersonale". Da ist dann immer die persönliche Handschrift bei der Individualisierung zu erkennen.

    So auch an der 45 in NDH

    Hallo Alex,


    fast vergessen, hierauf wollte ich Dir ja noch antworten.


    Achso, da ist das quasi so eine Art privater Hot Rod, den man nach persönlichen Vorlieben gestaltet und aufmotzt…? 😜


    Aber im Ernst: So etwas ahnte ich auch schon. Und da muss ich ganz klar sagen: Den Männern, denen wir es gewiss zu einem erheblichen Teil zu verdanken haben, dass diese Mallets nach der Wende überhaupt so lange betriebsfähig erhalten blieben (und möglicherweise bald wieder sind), gilt mein großer Respekt. Und natürlich versteht es sich von selbst, dass diese Herren auch bei der Gestaltung der Mallets ein gewichtiges Wörtchen mitzureden haben. Andererseits verblüfft es mich ein bissel, dass diese Herren, die ich für profunde Kenner der Harzer Schmalspurbahngeschichte halte, offenbar an einem solchen Stilmix gefallen finden.


    Den Vergleich mit der 7245 finde ich allerdings nicht ganz passend, denn sie ist eine von 17 Neubauloks, die mit knapp zehn Schwestern im Alltagsbetrieb läuft und von ihrem Personal in sehr dezenter Art und Weise verziert wurde, die zudem so auch schon in früheren Betriebsepochen üblich war. Die beiden Jung-Mallets hingegen sind die einzigen betriebsfähigen (hoffentlich bald wieder) Maschinen ihrer Bauart, und es geht um durchaus sehr prägende Stilmerkmale wie Farbgebung und Laternen, und nicht etwa um ein paar verchromte Auswaschluken.


    Aber sei es drum, jetzt können wir erstmal entspannt abwarten, wie die beiden Loks nach ihrer HU aussehen, und vielleicht gibt’s dann ja gar keinen Anlass mehr zum Diskutieren. 😉


    Viele Grüße

    Stefan

    Die „dienstälteren“ Forumsnutzer erinnern sich möglicherweise noch dunkel an mich, seit einigen Jahren vor allem stummer Leser hier... ;)

  • Lieber ex-Dresdner,


    Danke für deinen freundlichen Kommentar.


    Zu Dampflokeinsatz auf der Strecke Gernrode-Quedlinburg:

    Ich persönlich glaube nicht, dass der Kohleverbrauch signifikant höher wäre; ohne jemals das Privileg gehabt zu haben, eine Dampflok selbst fahren zu dürfen, gehe ich davon aus, weil die Strecke großenteils nur vergleichsweise geringe Steigungen und nur wenige Kurven aufweist.

    Ich sehe das Problem eher bei dem zeitlichen Aufwand: eine Dampflok ist langsamer unterwegs als ein Triebwagen und bei Zwischenhalten in Bad Suderode und Quarmbeck kann die Fahrtzeit bis Quedlinburg ca. 15-20 Minuten betragen.

    Dazu muss die Lok abgehängt werden, aufwändig umsetzten, Wasser nehmen und wieder angekoppelt werden, bis die Fahrt zurück angetreten werden kann.

    Rechnet man das alles zusammen, kommt man auf ca. 45-60 Minuten für diese Relation.

    Das dauert also einfach zu lange, wenn man noch das Restaurieren in Gernrode berücksichtigt. Der Triebwagen würde die Strecke in wesentlich kürzerer Dauer schaffen, weil er schneller unterwegs ist, kurze Aufenthaltszeiten braucht und eben direkt wenden kann.


    Zu Attraktivität dieser Strecke:

    Ich gebe dir voll und ganz recht, dass die Lage abseits der Ortszentren sicherlich schwierig ist, allerdings gibt es diese Situationen auf zahlreichen Strecken und dort sind die Bahnhöfe häufig gut bedient. Auch bei Ilfeld-Nordhausen, z.B in Krimderode liegt der Bahnhof sehr weit außerhalb. Es hat sogar einen Vorteil: durch die Lage zwischen den Orten Gernrode und Rieder wird die Strecke auch für Einwohner aus Ballenstedt und Rieder interessant.

    Neue Haltepunkte wären durchaus (nur in Gedanken) etwas westlich vom Bf Gernrode am dortigen Schulzentrum und in Quedlinburg ca 1 Km südlich vom Bahnhof (dort befindet sich ein großes Einkaufszentrum und Industriebetriebe) möglich.


    Zur 99 5901:

    Ich habe nochmal in meinem Gedankenfach gestöbert und beim FKS Selketalbahn recherchiert:

    Demnach war die 5901 bis 1974 in Schwarz unterwegs, aber Epoche III mit Spitzziffern ohne EDV-Nummer, also wie heute auch!


    Dann wurde sie in ein aufwändiges Dunkelgrün mit weißen Zierstreifen umlackiert und bekam EDV-Schilder. Die bekam sie also anscheinend erst nach der Umlackierung. Beim Unfall in Harzgerode 1977 war sie sehr dunkel lackiert, ob das nochmal kurzzeitig schwarz oder eher dunkelgrün ohne Zierstreifen ist, kann ich nicht sagen.

    Du könntest Recht haben, dass sie in den 70ern nochmals kurzzeitig schwarz lackiert war und EDV-Schilder trug.


    Ca. 1979 bekam sie eine sehr opulente gelbgrüne Lackierung, die auch die Zylinderseiten mit einschloss. In den frühen 80er Jahren hatte erst ein sehr dunkles Grün, ab ca. 1984 hatte sie eine hellere grüne Farbe ohne Zierstreifen, ab ca 1986 eine hellgrüne Lackierung mit weißen Zierstreifen und Rauchkammerhandrad. Ab ca. 1991 bekam sie wie die 6001 und 5903 eine blaugrüne Farbe, dann wieder ein helles Grün mit gelben Zierstreifen. Ab 1998 ist sie wieder schwarz, ab ca. 2002 hat sie wieder ein Handrad und ab ca. 2008 die großen, historisierenden Laternen.


    Zur 5902 habe ich ein interessantes Foto gefunden, datiert auf den 1. August 1935; also heute vor 86 Jahren. Dort sieht die Lok schon fast genauso aus wie heute, nur ein anderer Schornstein, NWE Beschilderung und vermutlich ein Rauchkammerhandrad und das Läutewerk vor dem Schornstein...

    Hier der Link: https://www.flickr.com/photos/34148515@N03/3453529264


    Beste Grüße

    Jan

  • Zitat

    Es hat sogar einen Vorteil: durch die Lage zwischen
    den Orten Gernrode und Rieder wird die Strecke auch für Einwohner
    aus Ballenstedt und Rieder interessant.

    Bitte nochmals ganz genau auf eine Landkarte schauen.........

    cu

    Hans-Jürgen

  • Hallo alle zusammen.

    Ich finde die derzeitige Diskussion sehr interessant. Es kommen wirklich immer mehr detaillierte und gute Ideen zusammen, gerade das frühere Personal mit einzubeziehen finde ich richtig gut.

    Es muss aber tatsächlich einmal der Punkt erreicht sein, das die vernünftigen und mit wenig Anstrengung umsetzbaren Ideen den Verantwortlichen der HSB mitgeteilt werden.

    Es muss den Verantwortlichen übermittelt werden das sie nicht vollständig kritisiert werden (eine gewisse Kritik muss jeder ertragen können) sondern das die vielen Gedanken die hier zusammen kommen der Verbesserung des Angebotes und damit dem weiteren Erhalt dienen sollen.


    Die Erweiterung des ÖPNV zwischen Gernrode und Quedlinburg finde ich auch interessant.

    Vielleicht könnte man auch über eine "Expressverbindung" Harzgerode -Quedlinburg nachdenken die nicht überall hält....

    Auch denkbar für andere Streckenteile.

    Hier kommt wieder der neue, moderne Schmalspurtriebwagen ins Spiel.

  • Vielleicht könnte man auch über eine "Expressverbindung" Harzgerode -Quedlinburg nachdenken die nicht überall hält....

    Auch denkbar für andere Streckenteile.

    Hier kommt wieder der neue, moderne Schmalspurtriebwagen ins Spiel.

    Das wollte Scharnhost schon. Nur kam da der Krieg dazwischen.

    Beste Grüße Reiner

  • Bitte nochmals ganz genau auf eine Landkarte schauen.........

    cu

    Hans-Jürgen

    Ich habe das mal bei Google Maps ausrechnen lassen:

    Entfernung nach Gernrode Bf:

    Ballenstedt 6 Km

    Rieder 1,5 Km

    Gernrode Ortsmitte 1 Km

    Ist also recht nah beieinander, zudem gibt es in Gernrode zahlreiche Parkplätze und in Zeiten von Klimaschutz, steigenden Kosten fürs Auto und Förderung des ÖPNV ist das also garnicht so abwegig.

    Selbst wenn dieser Triebwagenzug einmal leer hin und her fahren sollte, werden die gefahrenen Kilometer trotzdem durch den neuen Verkehrsvertrag mit der HSB gedeckt (wenn ich richtig verstanden habe, dass jeder gefahrene Kilometer bezuschusst wird)


    Diesen "Express-Nahverkehr" zu den Pendlerstoßzeiten nach Harzgerode auszudehnen, hatte ich auch schon überlegt. Aber die Fahrtdauer ist dann wesentlich größer, dementsprechend wäre der Triebzug zu den Stoßzeiten in Gernrode usw nicht verfügbar.
    Vielleicht eine oder zwei Fahrten nach Harzgerode zum Höhepunkt des Pendlerverkehrs, dann aber nur noch Pendel zwischen Gernrode und QLB.


    Den modernen Schmalspurtriebwagen hat die HSB bereits: 187 015 wäre in meinen Augen perfekt dafür geeignet und definitiv zu schade, um auf dem Abstellgleis zu vergammeln.


    Was haltet ihr denn von meinem Vorschlag, den NWE T3 auf den touristischen Umläufen einzusetzen? Er ist auch recht schnell, kurvenläufig, die Wagenanzahl kann variiert werden und Fahrräder kann er auch in seinem Gepäckabteil mitnehmen. Für eine morgendliche Pendlerfahrt nach Harzgerode könnte er doch auch gut eingesetzt werden?


    LG Jan

  • Hallo Jan,


    Soweit mir bekannt, wurde der T3 mit einem Cummins (?) -Dieselmotor analog der Halberstädter remotorisiert. Den Motor hat er einem kränkelnden Fischstäbchen gespendet und die Elektrik soll auch ziemlich hinüber sein. Eine Wiederinbetriebnahme dürfte also nicht mal eben so möglich sein sondern erfordert wohl insbesondere bei der Verkabelung eine völlig neue der Selbigen.


    Gruß

    Alex

  • Wäre es denn denkbar eine Expressverbindung von Harzgerode nach Quedlinburg direkt hinter der von Gernrode nach Quedlinburg fahren zu lassen? Oder in Gernrode zu verbinden und doppelt nach Quedlinburg zu fahren?

    Dort könnte dann zu verschiedenen Zeiten die Rückfahrt starten. Eine womöglich als Express nach Harzgerode oder weiter hoch. Damit wären die Triebwagen im Netz unterwegs und stünden den weiteren Fahrten zur Verfügung. Zum Nachmittag müsste das gleiche Spiel rückwärts erfolgen.


    Der Gedanke mit dem T3 ist gar nicht schlecht, zumal er Platz hat und je nach Bedarf mit Anhängsel unterwegs sein kann.


    Hat denn der 187 015 solche Mängel das eine Indienststellung zu teuer wäre???

  • Leute,

    bleibt doch mal auf dem Teppich.

    Wer arbeitet irgendwo in QLB, fährt dann irgendwie mit dem Stadtverkehr zum Bahnhof, steigt in einen Zug ein, fährt nach Quedlinburg (Hallo Expreßverbindung, Quarmbeck ist schon Bedarfshalt und die 2 oder 3 Minuten Halt in Bad Suderode machen den Kohl auch nicht fett), steigt dann in Gernrode aus und läuft zum Parkplatz um dann die letzten 6 km damit zu fahren.

    Triebwagen

    Als die Halberstädter noch nicht gab sollten Triebwagen gebaut werden, es gibt sogar Entwürfe dazu. Die Firma meinte dass man welches baut (für Sachsen und den Harz) wenn mindestens 15 Exemplare bestellt werden. Das wollte damals die DB AG nicht, die noch einige Strecken unter sich hatte.

    Also Projekt geplatzt.

    cu

    Hans-Jürgen


    Zum Güterwagenmuseum

    Bevor man darüber nachdenkt sollte man erstmal in einem Baumarkt Kreissägen kaufen um die Bäume abzusägen, die jetzt bei den Wagen durch die teilwqeise nicht mehr vorhandenen Bodenbretter durch die wagen wachsen. Leute, der Zug ist abgefahren...leider.....


    Kleiner Nachtrag

    Denkt mal bitte daran woran es gelegen haben könnte, dass man vor Jahren die NORMALSPURSTRECKE Quedlinbug- Ballenstedt-Frose stillgelegt hat...... den gelichen verlauf hat nämlich jetzt die Schmalspurbahn, aber nur bis Gernrode...

  • Moin Jan,

    die mögliche Höchstgeschwindigkeit von 60 Km/h könnte der T3 nirgends ausfahren, weil auch auf der "Neubaustrecke" Qlb-Gernrode die Streckenhöchstgeschwindigkeit bei 50 Km/h liegt. Das könnten auch die 187 015 - 187 019 jeweils fahren. Das wäre grundsätzlich kein Problem, also für alle 6 TW möglich. Für den T3 fielen Wendezeiten an, weil er umsetzen muss. Damit scheidet er für einen "Express" meiner Meinung nach aus.

    Für einen Betrieb auf der Selketalbahn würde ich den T3 schon gut finden, allerdings dann bitte nur "äußerlich" historisch hergerichtet. Die Maschinenanlage hat meines Wissens häufig Schwierigkeiten gemacht und er dürfte auch nicht zuletzt deshalb seit geraumer Zeit abgestellt sein. Wenn eine moderne, stabil arbeitende, Maschinenanlage (dieselelektrisch) eingebaut werden könnte, dann wäre das hilfreich, auch wenn die "Nietenzähler" sicherlich nicht erfreut sein dürften.

    Ich würde empfehlen, mal zu sehen, wie sich der 187 012 nach seiner "Grundinstandsetzung" denn nun so macht. Wenn diese Investition nachhaltig gewesen sein sollte, könnte man wohl auch über eine solche für den 187 015 und den T3 nachdenken.

    Grundsätzlich halte ich die Idee eines Taktverkehrs zwischen QLB und Gernrode aber für Diskussionswürdig, auch wenn der Bus zwischen den Bahnhöfen mindestens genauso schnell ist und dabei öfter hält.

    Gruß in`s Forum

    Johannes