Betrieb der Harzer Schmalspurbahnen 2021

  • Zu Punkt 1)

    Lieber Stefan, danke für deine detaillierten Erklärungen!

    Mir ist bekannt, dass man nicht einfach irgendwelche Leistungen aufstellen kann, die die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen dann bezahlen sollen. Aber der Verkehrsvertrag deckt so wie ich das verstanden habe auch die Situation, dass ein vom Land bestellter Umlauf mal ohne Fahrgäste herumfährt. Demenstprechend wäre er aus Sicht der HSB kein direktes Verlustgeschäft.


    Zu Punkt 2)

    Das ist natürlich gut möglich. Oder auch in Richtung Stolberg, Sangerhausen oder auch Nordhausen. Die Dörfer an der oberen Selketalbahn dürften auch eher Richtung NDH orientiert sein, weil es geographisch näher liegt.


    Zu Punkt 3)

    Da geb ich dir Recht. Die Streckenführung über den Ramberg und das Wellbachtal ist zwar landschaftlich reizvoll, aber schnelle Verbindungen sind nur sehr schwer möglich (dank den Fürsten, die ihre Jagdgebiete im unteren Selketal nicht opfern wollten und deshalb nur eine Trassierung über den Berg blieb)


    Zu Punkt 4)

    Die kurvige Streckenführung ab Gernrode sicherlich nicht. Aber die Neubaustrecke Quedlinburg-Gernrode hat einen relativ geraden Streckenverlauf und geht größtenteils durch die Ebene. Hier hätte man also hinsichtlich Streckenführung vergleichbare Bedingungen.


    Zu Punkt 5)

    Der aktuelle Fahrplan gefällt mir auch sehr gut. Diesen mit zweiten Dampfzugumlauf ausstatten und den Mittagszug nach Harzgerode durchfahren lassen sowie einige Züge nicht in Gernrode zu brechen, klingt nach einer realistischen und machbaren Planung.

    So ein SPNVzumindest mal auf der Neubaustrecke hätte aber eben den Vorteil, dass er in der Zeit wo noch kein Dampfzug fährt (aber Schüler und Leute, die nach Magdeburg oder HBS wollen) oder wo der Dampfzug gerade in Gernrode ist oder im Selketal, einen vernünftigen Anschluss der Ortsteile an das Normalspurnetz und nach Quedlinburg leisten könnte.


    Zu Punkt 6)

    Das ist sicherlich auch ein lösbares Problem, und für eine Fahrt von ca 15 Min. Dauer wäre das doch nicht allzu problematisch.

    Wenn man denim Rahmen einer Wiederinbetriebnahme mit vernünftiger Technik (zuverlässiger Motor und Getriebe), einer brauchbaren Heizung und besseren Fensterdichtungen ausstattet, würde der gute Arbeit leisten...


    Meint Jan

    Einmal editiert, zuletzt von Selketalbahn2303 () aus folgendem Grund: Satz hinzugefügt bei Punkt 6)

  • Zwei Fragen sind mir eingefallen:


    1. Stehen im neuen Verkehrsvertrag nur die zu erbringenden Leistungen, egal welche Traktionsart oder ist das auf Triebwagen, Diesellok oder Dampflok unterschiedlich berechnet? Wenn es wieder einen zweiten Dampfzugumlauf im Selketal gäbe (der teurer ist als Tw-Einsatz), wäre das vom Verkehrsvertrag genauso gedeckt wie der Tw-Einsatz oder wäre da eine Sonderfinanzierung nötig?


    2. Welche HSB-Dampfloks (alle, auch die abgestellten mit einberechnet) sind bei den Personalen und bei den Fans eigentlich am beliebtesten und welche haben einen wirklich schlechten Ruf?


    Vielleicht weiß jemand da ja Antworten drauf...

    Viele Grüße

    Jan

  • Ich fürchte, die Beliebtheit der verschieden Dampfloks bei den Fans verhält sich umgekehrt proportional zur Beliebtheit bei den Personalen. :/

    Das kann gut sein, das war auch schon bei der Forderung nach Neubauloks für Radebeul so.

    Viele Grüße,
    Eckhard

  • Kann man so eine Frage wirklich einfach beantworten? Ich kenne in Wr Personale die mögen eher die Außenseiter und manche machen nur ihren Job und sind lieber auf Diesel oder Neubaulok.

    Mir war aufgefallen, dass einheimische Personale nicht ganz so kritisch mit Mallet u.ä. umgehen, aber jüngeres Personal ist da etwas anderer Meinung. Ich glaube aber nicht, dass Maschinen grundsätzlich abgelehnt werden,

    Vielleicht auch eine Frage, wie gern man für das Unternehmen arbeitet.

    Ich sehe das auf Rügen, wo auch nicht jede Maschinen heiß und innig geliebt wird, aber man achtet alle Fahrzeuge im Fuhrpark und nutzte diese auch.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Ich fürchte, die Beliebtheit der verschieden Dampfloks bei den Fans verhält sich umgekehrt proportional zur Beliebtheit bei den Personalen. :/

    Das ist gut möglich ^^

    Hab irgendwo mal gelesen, dass die 7238 bei den Personalen wohl sehr beliebt war, weil sie anscheinend gute Laufeigenschaften u.ä hatte. Die 7235 dagegen soll unbeliebt sein, jedenfalls stand das mal in einer Meldung des FKS Selketalbahn.


    Bei einer Lok sollten sich die Meinungen von Personal und Fans treffen: 99 222.

    Sieht gut aus und soll wohl auch ganz gut fahren... ;)

  • Solche Feinheiten kenne ich auch von der Regelspur. Im Bw Engelsdorf liebte man die 52 8096 wegen ihrer Trofischieber,


    52 8098, 52 8119 und 52 8186 konnten gut Dampf kochen und waren die Lieblinge.


    Das Gegenteil bei 52 8028 die mochte keiner, schlechte Laufeigenschaften trotz dauernden herumbasteln am Vorläufer. Sie war dann gern und oft als Heizlok genutzt wurden.


    52 8027 war die Defekthexe und 52 8077 war wohl an allen Ecken irgendwie undicht.

    Und solange 52 8041 total verrußt und verkeimt war, da kochte sie auch gut, nach ihrem Raw Aufenthalt 1987 sah die zwar gut aus, aber schwächelte....nun zurück in den Harz!

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Ich denke die meisten von uns können sich über die Beliebtheit der verschiedenen Maschinen kein Urteil erlauben/bilden. Wer aber beruflich mit den Dampflokomotiven arbeitet und dies mit hetzblut tut, dem denke ich wird es relativ Egal sein, denn es macht sicher Spaß auch mal mit einer anderen als der Stammlok zu fahren. Oder liege ich da völlig falsch?

  • Hallo Zusammen,

    Welche HSB-Dampfloks (alle, auch die abgestellten mit einberechnet) sind bei den Personalen und bei den Fans eigentlich am beliebtesten und welche haben einen wirklich schlechten Ruf?

    eine belastbare Antwort können wohl wirklich nur diejenigen geben, die tagtäglich im Geschäft sind, auch wenn langjährige Freunde im Laufe der Zeit das ein oder andere mitbekommen.


    Daß das Stammpersonal der 5902 seine Lok mag, war vor ein paar Tagen erst Thema.


    Es existiert das Zitat eines erfahrenen Lokführers "Alles ist besser als 5906!".

    Ich neige dazu, das zu glauben.


    Die im Lokschuppen Ilfeld abgestellten 7231 und 7233 dürften die Letzten sein, die jemand freiwillig dort raus zerrt. Sie dürften durch ihren häufigen Einsatz vor den Güterzügen nach Silberhütte im Zustand ziemlich runter sein, und haben außerdem noch die kleinen Feuertüren.


    Mehr kann ich hierzu nicht beitragen, nur noch meine persönliche Sicht als Fan:


    Meine unangefochtene Lieblingslok der HSB ist die 7244. Die Assoziation zu einer anderen kräftigen Dampflokbaureihe ist für mich unwichtig, vielmehr war interessanterweise bei meinen ersten Reisen in den Harz sehr oft sie im Dienst an den Zügen, mit denen ich gefahren bin bzw. sie fotografiert habe. Irgendwie hat das zu einer Bindung geführt, und ich würde es deshalb sehr begrüßen, wenn...


    Na klar mag ich auch die Mama 222 sehr, nur dieser riesige Luftkessel unter der Rauchkammer geht gar nicht, auch wenn er historisch authentisch ist. Wie schön war sie nach der HU 1999 ohne dieses Ding!


    Und die 234 finde ich in ihrem jetzigen Erscheinungsbild einfach grottenhäßlich!

    Mag auch vielleicht an meiner optischen Prägung nach den ersten Kontakten zu den Loks liegen.


    Liebe Grüße,

    Peter

  • Da stellt sich mir als nicht-Lokführer die Frage, sind die 17 baugleichen Neubauloks tatsächlich so unterschiedlich in ihrem Fahrverhalten oder ihrer Pflege?

    Ich denke das es egal ist in welchem schlechten Zustand z.B. die 231 ist, wenn sie zerlegt und neu aufgebaut wird sollte sie in einem besseren Zustand sein und laufen wie Uhrwerk...

    Oder sehe ich das falsch?


    Könnte die 231 (wenn sie mal instand gesetzt wird) als erstgebaute Neubaulok nicht original mit allen Details wieder hergestellt werden?