Betrieb der Harzer Schmalspurbahnen 2021

  • Oh, der Forenbeitragswächter hat sich wieder mal eingeschaltet. Sprüche predigen, nicht lesen und nicht verstehen können, nichts richtig Substanzielles zum Forum beitragen (Wieviel Fotos o.ä. wurden denn schon gezeigt?), absolut in der Anonymität bleiben (nichtmal einen Grußvornamen gibt es) aber die Beiträge von hier Schreibenden auseinanderpflücken, auch weil mal nicht in der Lage ist über die Beiträge nachzudenken sondern nur das "Schwarz auf Weiß" liest und sein eigenes Gedankengut dahinein interpretiert. Das sind die Moralisten, die das Forum weiter bringen. Schlauschwätzer sind der Sargnagel an dieser Gesellschaft. Jan macht sich mehr Gedanken über die HSB als benummerte Rechthaber.


    Sorry, aber das mußte mal gesagt werden und jetzt logge ich mich wieder aus und bleibe Lesender.


  • Hallo Jan,


    wir sollten daraus jetzt nicht mehr machen, als es ist. Aber ich danke ausdrücklich für Dein Eingeständnis, daß man den von Dir nun entfernten Satz auch anders als von Dir wahrscheinlich gemeint, verstehen kann. Letztlich ging es mir nur darum.


    Daß wiederum das von mir gewählte Wort "Propaganda" deutlicher als Zündstoff verstanden werden kann, als von mir beabsichtigt, damit mußte ich rechnen und war mir dessen auch bewußt. Andere Worte dafür, die mir zu der Zeit im Sinn lagen, hätten es aber nicht besser gemacht, so viel ist klar. Wichtig ist für mich nur, daß ich die Kritik ernst gemeint habe und das Ziel nicht "Stänkern" war und ist.


    Nun zu den von mir nummerierten Punkten Deines zitierten Beitrags.


    zu 1. und 2.: Das ist viel zu hoch gegriffen. Wir haben uns weder über Meinungen noch über Einschätzungen ausgetauscht, noch viel weniger über einen inhaltlich thematisierten Punkt gestritten, "nur" über eine Formulierung.

    Ich weiß nicht, welchen Umfang Deine Kenntnisse über das Innenleben der Firma HSB haben, meine "Kenntnisse" sind jedenfalls viel zu gering, um eine substanzielle Einschätzung über die Lage und die zukünftige Entwicklung der Organisation haben zu können. Ich kann als Gast und Fahrgast gewisse Dinge wahrnehmen, Gesprächsfetzen aufnehmen, Beiträge und Meldungen (u. a. hier) zur Kenntnis nehmen. Aber die Situation bewerten, - wie die technische, finanzielle, personelle und organisatorische Lage ist, welche Entwicklung angestrebt wird und wie der Fortschritt dabei ist - das kann ich nicht und dazu werde ich mich ganz sicher auch nicht äußern.


    zu 3. und 4.: Ich entnehme Deinen Zeilen, daß die Auffassung meines Beitrages wesentlich härter war, als von mir gedacht und beabsichtigt - und vor allem als grundsätzlich aufgefaßt wurde. Wie oben schon angedeutet, war dies nicht mein Ziel. Ich bitte deshalb ausdrücklich um Entschuldigung für das Mißverständnis und verweise auf den Anfang meines Beitrags.


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    Und jetzt mal eindeutig ein Beitrag mit Meinung von mir. Mir ist schon vorher klar, daß dafür inhaltlich nicht viel Verständnis vorhanden sein wird - aber das erwarte ich auch nicht. Ich will nur schildern, wie gewisse Umstände wirksam werden, ohne daß sie öffentlich sind oder die Erwartung einer Berücksichtigung finden. Aber auf mein Verhalten haben sie trotzdem erhebliche Auswirkung.


    Wie schon anderweitig angedeutet, kann man mich mit Werbung und bunten bzw. willkürlich umgestalteten Fahrzeugen (noch mehr natürlich mit Vandalismus!) sehr nachhaltig vergraulen und von einem Besuch abhalten. Aktuell sind wieder vermehrt Bilder von den (Neubau-)Wagen der HSB mit den Werbeaufschriften im Raum Nordhausen zu sehen. Wenn ich mich recht erinnere sowohl im Brockenzug als auch im Triebwagenersatzzug Richtung Selketal. Ich sehe das - und weiß nun recht genau, daß ich in nächster Zeit bestimmt keinen Ausflug (lange Anreise) in den Harz unternehmen werde, da ich mich sicher nicht mit dem Negativerlebnis "Werbezug" (immerhin sind nicht in in vielen Wagenzügen einzelne Wagen eingereiht) herumärgern will. Die HSB steuert also allein durch die Planung des Wageneinsatzes durchaus einen Teil der Nachfrage, ist sich dessen aber wohl kaum bewußt. Ich konnte damit leben, als diese Wagen in einem der verhältnismäßig vielen Brockenumläufe außerhalb des zweitägigen Umlaufs des Nordhausen-Trains fuhren. Ja, das war auch erheblich früher schon mal anders, aber grob 2017 bis 2019 habe ich es oft so wie gerade beschrieben erlebt. Ich betreibe bei meinen Besuchen meistens eine Mischung aus Mitfahrten und Fotografieren, erscheine also nur äußerst selten ausschließlich als Fotograf oder Mitfahrer. Und dann ist es eben so, daß man auf der Harzquerbahn oder der Selketalbahn dem "Werbescheiß" mangels anderer Trains nicht ausweichen kann - oder nur an jedem zweiten Tag vielleicht zufrieden gestellt wird. Dazu ist meine verfügbare Zeit dann doch zu gering, um die mögliche Aufenthaltszeit mal eben zu verdoppeln. Abgesehen davon, daß man ja mal fast einen ganzen Tag Herumfahren muß, um die tagesaktuellen Fahrzeugeinsätze erstmal zu erfassen, um anschließend (natürlich mit einzelnen Unbekannten wie der Einsatzplanung oder Schäden) die eigenen Tagesabläufe planen zu können.

    Mir ist völlig klar, daß dies "Luxus-Sorgen" sind und es nur einen Bruchteil der Kundschaft betrifft, aber dieser Punkt beeinflußt auch nur die Sicht darauf, ob meine Meinung relevant ist, nicht die Meinung an sich.


    Ebenso verhält es sich mit den individuellen Vorlieben. Meine dominante Vorliebe im noch befahrenen schmalspurigen Streckennetz im Harz gehört um Längen der Strecke der Harzquerbahn. Ein Grund dafür ist deren Vielseitigkeit im Wechsel von Ortsduchfahrt mit engen Verhältnissen, neben der Straße her, durch die "Hinterhöfe", langsam immer mehr zunehmende Steigungen, der Wechsel von weitem Land zu sich verengenden Tälern bis in den dichtesten Wald und in abgelegenste Menschenfreiheit und schließlich maschinentechnisch der häufige Wechsel von Bergfahrt und Talfahrt.


    Gerade in letzter Zeit mußte ich häufig lesen, daß die Selketalbahn die schönste Strecke sei. Damit sind wir wieder im von mir kritisierten "Gebiet". Es ist ein wesentlicher Unterschied zwischen "Das ist die schönste Strecke" und "Ich mag am liebsten ...". Letzters paßt - und darüber kann man auch nicht sinnvoll streiten. Ich wiederum meine mit meinem Statement pro Harzquerbahn sicher keine Abwertung der Reize der Selketalstrecke oder der Brockenbahn.



    So viel mal für jetzt

    217 055

    Gruuß

    217 055

    3 Mal editiert, zuletzt von 217 055 () aus folgendem Grund: ein fehlendes Wort ergänzt und Feinschliff

  • Oh, der Forenbeitragswächter hat sich wieder mal eingeschaltet. Sprüche predigen, nicht lesen und nicht verstehen können, nichts richtig Substanzielles zum Forum beitragen (Wieviel Fotos o.ä. wurden denn schon gezeigt?), ...


    Sorry, aber das mußte mal gesagt werden und jetzt logge ich mich wieder aus und bleibe Lesender.

    Zum Lesen (und nicht unbedingt kommentieren müssen):

    Wenn Du den Informationsgehalt eines Forums allein an der Anzahl der gezeigten Fotos festmachst dann haben wir ein grundlegend unterschiedliches Verständnis von diesem Gehalt. Genauso wie über die Verwendung verschiedenster Schimpfwörter für Forenkollegen die nicht Deinem Verständnis entsprechen.

    Soll übrigens nicht heißen, daß ich den diese Diskussion "befeuernden" Beitrag von 217 055 gut heiße. Aber ich toleriere ihn ...


    Und Tschüß!

    Niels

  • Wenn Du den Informationsgehalt eines Forums allein an der Anzahl der gezeigten Fotos festmachst dann haben wir ein grundlegend unterschiedliches Verständnis von diesem Gehalt

    War nur ein Beispiel. Großartig andere Infos gab es von der Nummer wohl auch nicht !

    Zerpfücken von Beiträgen der Forenschreiber ist aber wohl auch nicht Sinn und zweck eines Forums

    Und so wie Du unbedingt etwas kommentieren mußt kann ich das auch, da muß ich Dich nicht um Erlaubnis fragen.

  • Hallo zusammen,


    ich finde er hat sich doch mit seinem letzten Beitrag gut erklärt und wurde scheinbar missverstanden. Ich denke daher es bringt jetzt nichts darüber hier noch seitenlang zu diskutieren.


    Aus meiner Sicht kann ich nur sagen, ich kann 217 055 verstehen wenn er meint er hätte zu wenig Einblick um dazu eine klare Einschätzung abzugeben, auf der anderen Seite bin ich versucht Selketalbahn2303 beizupflichten, denn die Anzahl der grundsätzlich gefristeten Dampfloks ist meiner Meinung nach aktuell höher als im letzten Jahr. Das dies natürlich kurzfristige Defekte auch in größerem Umfang nicht ausschließt sieht man ja gerade und verdeutlicht und dass es sicherlich weiterer Reserven bedarf (zumal ja aktuell immernoch ein gewisser "Sparfahrplan" im Vergleich zu z.B. 2017 gefahren wird).


    Gruß Michael

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  • Ich stelle mal noch einen kleinen Bildbericht von meiner kurzen Harzreise vergangenen Samstag ein:



    Ohne irgendetwas Fachliches oder Detailliertes zu der allgemeinen Diskussion um die Gesamtsituation der HSB, deren Lokbestand usw. beitragen zu können oder zu wollen, sondern als "reiner blauäugiger Tourismus", versteht sich der folgende Bildbericht. Da ich mich bekanntlich sehr auf die sächsischen Schmalspurbahnen fokussiere, verfolge ich das Geschehen bei den HSB normalerweise nur sporadisch, aber ab und zu mal hin- und mitfahren, das macht Spaß, wenn es sich denn zeitlich einmal einrichten lässt. Bezüglich der Harzquerbahn ist es mir nun erstmals seit über elf Jahren, erstmals seit Juni 2010, wieder einmal gelungen, einen Tag dafür "freizuschaufeln".


    Damals im Juni 2010 die zuvor letzte Tour war eine Mitfahrt von Quedlinburg zum Brocken und über Wernigerode sowie die Regelspur wieder nach Quedlinburg zurück. Davon hatte ich zu jener Zeit auch einen Bildbericht in diesem Forum eingestellt. Keine Ahnung, ob es diesen alten Thread noch gibt, es war ja zu seiner Zeit noch das Vorgängerforum Schmalspurbahnforum und unter der Ägide von Olaf Herrig. Ich habe jetzt gar nicht erst nach dem alten Bericht von damals "gegoogelt", hier einfach die jetzigen Bilder zur allgemeinen Unterhaltung.



    Zwar bin ich schon als Kind 1983 erstmals im Harz gewesen und in jenem Jahr auch mit der Harzquerbahn mitgefahren. (Ein eingequetschter Finger in einem Fenster der damals noch sporadisch auch im Planbetrieb mitlaufenden Altbauwagen ist bis heute in der Erinnerung geblieben und ebenso, wie sich meine Mutter in der Nähe von Drei Anne Hohne auf den damals wohl eher schlecht ausgeschilderten Wanderwegen im tiefen Wald verlief und Angst bekam, aus Versehen in den damaligen Grenzsperrstreifen in Richtung Westen einzutauchen.) Aber im Erwachsenenzeitalter, in welchem ich 1996 erstmals eigenständig in den Harz fuhr, habe ich das Gebirge bisher immer nur aus Richtung Osten über Quedlinburg - Gernrode oder von Norden her über Wernigerode "betreten".


    Deshalb bin ich dieses Mal einmal ganz bewusst aus Richtung Süden her über Nordhauen - Ilfeld in den Harz gefahren, da ich dort zuvor noch nicht war. Den Streckenabschnitt Nordhausen - Eisfelder Talmühle hatte ich bis dato noch nicht gesehen, weder durch Mitfahrt im Zug noch durch Parallelfahrt auf der Straße. Dieses Mal hatte ich vor, zunächst mit dem Auto aus Richtung Nordhausen kommend bis Drei Annen Hohne zu fahren, ab hier den mittäglichen P 8903 Wernigerode - Eisfelder Talmühle zwischen Drei Annen Hohne und Eisfelder Talmühle mit dem Auto zu verfolgen und zu fotografieren, um anschließend mit dem P 8904 Eisfelder Talmühle - Wernigerode bis Drei Annen Hohne mitzufahren, um sodann mit dem P 8929 Brocken - Nordhausen Nord von Drei Annen Hohne nach Eisfelder Talmühle zurück mitzufahren und diesen Zug dann ggf. die letzten Kilometer von Eisfelder Talmühle nach Nordhausen wiederum mit dem Auto und der Kamera zu verfolgen.


    Dieser Plan ging nicht ganz auf und wurde operativ modifiziert und an die Situation angepasst. Zunächst erst einmal war ich ein bissel spät dran und schaffte es nicht mehr bis Drei Annen Hohne, bis der P 8903 angedampft kommen würde, sondern nur an die freie Strecke zwischen Elend und Sorge. Dort passte ich diesen Zug ab, es waren nur noch ein paar Minuten, bis er hier entlang kommen müsste.


    (Ganz bewusst) nicht großartig vorinformiert, bevor ich anreiste (um einen gewissen "Ursprungscharakter" meines Tagesausfluges nicht zu gefährden), hatte ich mich zwar mit dem Fahrplan, nicht aber mit irgendwelchen detaillierteren Aspekten wie Umlaufplänen, Fahrtrichtung von Lokomotiven usw. vorab auseinandergesetzt. Weil ich es aus den späten 1990er Jahren so kannte, ging ich deshalb "per Bauchgefühl" davon aus, dass die Loks mit der Rauchkammer in Richtung Nordhausen fahren würden - daher auch der Plan, den P 8903 fotografisch begleiten zu wollen.



    Dann aber kam P 8903 mit 99 7245-6 zwischen Elend und Sorge Tender voran angefahren. Außerdem hatte sich der bis dahin herrschende, pure Sonnenschein in einen recht starken Bewölkungsgrad gewandelt. Zwei Bilder dieses Zuges entstanden zwischen Elend und Sorge:


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    Dann aber sagte ich mir: Och nööö, was soll ich jetzt mit lauter Bildern Tender voran und ohne Sonne, das macht keinen Sinn - also den ursprünglichen Plan kurzfristig abgeändert. Ich bin mit dem Auto unter strikter Einhaltung der von Annalena Baerbock geforderten Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h in geschlossenen Ortschaften (oder habe ich das was verwechselt?) fix nach Sorge gedüst, habe dort das Auto in Haltepunktnähe abgestellt und bin lieber mit dem Zug mitgefahren. Das musste alles ganz schnell gehen, denn dann kam der Zug auch schon.


    War ich zwischen Elend und Sorge beim Fotografieren der zwei obigen Fotos zunächst etwas erschrocken, wie spärlich der Zug besetzt war, so warteten in Sorge aber etliche Fahrgäste auf den Zug. Das Grenzmuseum im Haltepunkthäuschen hatte auch geöffnet. Diese Ausstellung hätte ich mir gern angeschaut, doch dazu reichte die Zeit nicht. Bei der Einfahrt des Zuges entstand dieser Schnappschuss:


    hsb_2021_08_21_03a.jpg



    Sodann ging es im schaukelnden Zug von Sorge nach Eisfelder Talmühle:


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    Wobei das Geschaukel der nächste Aspekt war, über den ich verwundert war: Soeben aus dem Urlaub noch die mit bis zu 70 km/h auf makellosem Mod-Oberbau regelrecht dahingleitenden VTs der Zillertalbahn gewohnt (und selbst die Dampfzüge dort fahren ja bis zu 40 km/h und "schweben" fast), war ich über den Gleiszustand der HSB im tiefen Wald auf der Harzquerbahn erstaunt. Bewuchsmäßig reichte es beinahe an "wilzschhaus-ähnliche" Verhältnisse heran - über etliche Streckenkilometer ein total zugewachsenes, verunkrautetes Gleis. Weiß jemand, ob die HSB im Harz wegen der Naturschutzzone im Harz keine Genehmigungen mehr für eine effektive, regelmäßige chemische Unkrautbekämpfung mittels Blatt- und Bodenherbiziden bekommt oder ob dies "freiwillig" aus Kostengründen sein gelassen wird? Jedenfalls rumpelte und schaukelte es auf den kilometerlangen, offenkundig tendenziell abgewirtschafteten und verunkrauteten Streckenabschnitten während der Fahrt ganz mächtig gewaltig. Dass es auch anders geht, zeigten einige durchsanierte Streckenabschnitte - hier konnte der Lokführer deutlich schneller fahren und es war ein "zillertalbahnmäßiges Geschwebe" vom Fahrgefühl her. Mag das Geschaukel so Mancher mit Romantik in Verbindung bringen - ich selbst bin ein ausdrücklicher Freund eines superintakten Oberbaus, selbst dann, wenn er z.B. keine Schienenstöße mehr hat, sondern verschweißt ist.


    Sei's drum, nach rund einer reichlichen halben Stunde Fahrzeit erreichte der P 8903 pünktlich kurz vor 14.00 Uhr den Bahnhof Eisfelder Talmühle. Rechts stand so ein V 100-bespannter VT-Ersatzzug aus Richtung Selketal zur Weiterfahrt nach Nordhausen (P 8971 Harzgerode - Nordhausen Nord):


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    Als ich gerade unaufmerksam war, kam noch ein Zug in den Bahnhof eingefahren, der P 8914 Nordhausen Nord - Hasselfelde in Form eines VT:


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    Dann standen beide Dieselzüge bzw. VT kurz nebeneinander, bevor es für den VT auch sogleich weiter nach Hasselfelde ging:


    hsb_2021_08_21_09a.jpg



    So wie der VT nach Hasselfelde den Bahnhof Eisfelder Talmühle verlassen hatte, setzte 99 7245-6 im prallen Gegenlicht für die Rückfahrt um...


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    ... um dann als P 8904 nach Wernigerode noch einige wenige Minuten lang abfahrbereit in Eisfelder Talmühle am Bahnsteig zu stehen:


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    Bei der Rückfahrt - für mich bis Sorge - fiel mir auf: In Tiefenbachmühle konnte der Zug jeweils durchfahren, doch im abgelegenen Haltepunkt Sophienhof hatte es schon bei der Hinfahrt als auch jetzt bei der Rückfahrt erneut jeweils Fahrgastwechsel gegeben:


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    In Benneckenstein, wo ich 1983 als Kind im Haupturlaub war, konnte ich 2021 zumindest mal kurz aus dem Zug springen und fix ein Foto machen, so lange wartete das Zugpersonal freundlicherweise:


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    Zwischen Benneckenstein und Sorge wiederum war es der dort besonders stark vom Absterben betroffene Wald der Dürrejahre 2018 und 2019, der sehr entsetzlich wirkte und mir zwei dokumentarische Fotos aus dem Zug heraus wert war:


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    In Sorge verließ ich den Zug wieder und bewegte mich ab da weiter mittels Pkw fort. Da ich jetzt ja nun wusste, dass die Lok mit Rauchkammer in Richtung Wernigerode steht, wollte ich den Zug ab hier bis Drei Annen Hohne mit dem Auto verfolgen, trotzdessen in dieser Fahrtrichtung recht gegenlichtige Verhältnisse zu erwarten wären. Bei der Ausfahrt des P 8904 aus Sorge in Richtung Wernigerode entstand dieses Bild:


    hsb_2021_08_21_17.jpg



    Zwischen Sorge und Elend begegnete mir der Zug im weiteren Fahrtverlauf an diesen zwei Stellen, wobei es mit den Lichtverhältnissen sogar recht gut ging. Inzwischen war die Sonne zum Glück wieder häufiger herausgekommen:


    hsb_2021_08_21_18.jpg


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    Ein letztes Mal begegnete mir der P 8904 Eisfelder Talmühle - Wernigerode zwischen Elend und Drei Annen Hohne kurz vor Erreichen des Bahnhofs Drei Annen Hohne:


    hsb_2021_08_21_20.jpg



    Und nun, da obiges Bild im Kasten war, war mein weiterer Plan, jetzt den Gegenzug P 8929 Brocken - Nordhausen Nord abzuwarten, um von diesem dann auch wiederum ein paar Fotos bis Benneckenstein anzufertigen und dann vielleicht nochmal zur Rappbodetalsperre abzubiegen, um ein bisschen was "Nicht-Eisenbahniges" zu unternehmen - die Hängebrücke zu begehen und mal abzuchecken, ob man den dortigen Mega-Flying-Fox bei einem anderen Besuch einmal mitmachen sollte.


    Zwischen der Ankunft des P 8904 in Drei Annen Hohne um 15.19 Uhr und der Abfahrt des Gegenzuges P 8929 um 15.48 Uhr wäre rund eine halbe Stunde Zeit, die ich nutzen wollte, mir es in der Nähe obiger Fotostelle ein bisschen im Wald bequem zu machen und in der Pause einige Telefonate, die ich während der zuvor stattgefundenen Zugfahrt versäumt hatte, zu tätigen, sprich die Anrufer zurückzurufen. Da ja der vorherige P 8903 mit Fahrtrichtung Nordhausen Tender voran unterwegs gewesen war, rechnete ich für den jetzt anstehenden P 8929 mit der gleichen Situation. Deshalb würden mir auch ein paar wenige, weitere Bilder bis Benneckenstein genügen, dachte ich mir. Doch wie ich gerade eben erst mit meiner Zurück-Telefoniererei begonnen hatte, pfiff es auch schon wieder und der Zug in Richtung Nordhausen kam um die Kurve - und zwar Kessel voran in Richtung Nordhausen. Hiervon überrascht und somit unvorbereitet, konnte ich von dieser Zug-Vorbeifahrt natürlich kein Foto machen.


    Ich dachte mir: Wie dies? Zum einen - verkehren die Züge offenbar "gemischt"? - mal so und mal so bezüglich der Richtung der Rauchkammer? Und außerdem: Zwischen beiden Zügen, dem P 8904 und dem P 8929 muss doch laut Fahrplan rund eine halbe Stunde vergehen? Das hier waren jetzt vielleicht fünf, sechs Minuten - und da Personenzüge bekanntlich nicht vor Plan verkehren können, muss also der P 8904 zuvor etliche Verspätung gehabt haben. Hatte er dies? - Ich hatte gar nicht auf die Uhr geschaut! Na, offenbar - ist auch egal - ab und hinter dem Zug hinterher, so würde ich nun doch noch vielleicht ein paar Bilder eines in Richtung Nordhausen Kessel voran fahrenden Zuges erhaschen können.


    Zuglok dieses nächsten Zuges war 99 7232-4. Bis Elend hatte ich den Zug eingeholt und konnte dessen Ausfahrt aus dem Bahnhof fotografieren. Eigentlich um diese Uhrzeit im idealen Licht liegend, entstand hier leider ein Wolkenschaden. Sekunden vor der Abfahrt des Zuges hatte noch die Sonne geschienen, siehe Bildhintergrund. Spaßeshalber sei das Foto dennoch gezeigt:


    hsb_2021_08_21_21.jpg



    Zwischen Elend und Sorge erreichte ich den Zug mit 99 7232-4 an der Fotostelle, wo ich schon mittags den P 8903 aufgenommen hatte, doch dieses Mal in voller Sonne und wie gesagt Kessel voran:


    hsb_2021_08_21_22.jpg



    An der nächsten Fotostelle, ebenfalls zwischen Elend und Sorge, drohte wieder Wolkenschaden. Als ich dort ankam, war der Himmel bedeckt. Da ich bei "echten" Eisenbahnfotos, sprich Nicht-Handyknipserei, mit der Spiegelreflex mit manueller Einstellung fotografiere, hatte ich die Kamera schon auf einen höheren ASA-Wert eingestellt, um halt trotz wenig Licht eine schön kurze Belichtungszeit hinzubekommen. Da riss unmittelbar bei Durchfahrt des Zuges der Himmel doch noch auf und der Zug passierte diese Stelle bei "Hilfs-Sonne". Zirka fünf bis acht Sekunden später war die Fotostelle auch wieder in voller Sonne, aber besser als nix:


    hsb_2021_08_21_23.jpg



    In der "Nähe von Schönheide" erwischte ich den Zug ein weiteres Mal - kleines Wortspiel mit Bezug auf die schöne Heide im Bildvordergrund, die gerade blühte. Auch diese sicherlich sehr bekannte Fotostelle befindet sich zwischen Elend und Sorge, jetzt wieder zum Glück mit voller Sonne:


    hsb_2021_08_21_24.jpg



    Durch die zuvor aus dem Auto wie aus dem Zug heraus ausgekundschaftete Streckenführung, die mir zuvor auch nicht mehr im Detail geläufig gewesen wäre, war mir nunmehr aber klar: Hinter Sorge ist der Zug mangels zur Bahn parallel führenden Straße nicht noch einmal zu bekommen. Also entschloss ich mich, dem Zug nochmals bei Benneckenstein auflauern zu wollen. Dort waren mir zuvor bei der Zugmitfahrt die weiten Bögen um die Ortschaft herum in Richtung Eisfelder Talmühle aufgefallen, wo zudem mindestens eine Stelle auch um diese Uhrzeit im richtigen Licht liegen müsste.


    An der Fotostelle angekommen, war ich mir unsicher, ob ich mit dem Auto wohl schnell genug gewesen sei, um den Zug hier noch einmal zu erreichen. Ich traf aber am Waldesrand auf zwei junge Damen, die gerade mit ihren beiden Hunden dort spazieren gingen. Eine von beiden sprach mich - wie praktisch - an, ob ich den Zug fotografieren wolle. Ich bejahte. Der sei aber gerade durch, erwiderte die junge Frau. Ich war schon etwas enttäuscht, wenngleich der Anblick der Blondine sich optisch tendenziell NOCH attraktiver gestaltete als es ein Dampfzug der HSB vermag. Doch nun gerade in das Gespräch eingebunden, hörte ich aus Richtung Bahnhof die typische Dampflok-Tieftonpfeife. Sie müsse sich irren, was den Zug anging, sagte ich zu meiner gerade drei Minuten währenden neuen Bekanntschaft. Sie aber war sich sicher, dass der Zug gerade durch sei. Ich wollte mich natürlich nicht mit ihr streiten, begab mich einfach erst einmal sicherheitshalber in Fotopositur. Dann kam auch schon der Zug und folgende Aufnahme entstand:


    hsb_2021_08_21_25.jpg



    Auf einmal hing nicht mehr die 99 7232-4 Kessel voran, sondern nunmehr wieder die 99 7245-6 Tender voran am Zug? Hatte man in Benneckenstein schnell einen Lokwechsel durchgeführt? Doch woher soll die '45 jetzt auf einmal wieder hier sein? Die war doch zuvor nach Drei Annen Hohne gefahren und konnte jetzt ja nun schlecht schneller als die '32 in Benneckenstein sein?


    Nein, dies natürlich alles nicht. Dem HSB-Kenner war es sicherlich schon die ganze Zeit während des Lesens klar, mir selber hatte es dann in dieser Fotosituation gedämmert: Der "zu frühe P 8929" mit der 99 7232-4, das war nicht der P 8929 gewesen und es war auch nicht zuvor der P 8903 verspätet in Drei Annen Hohne angekommen und es gibt auch keinen "Mischbetrieb" bei den Nordhausener Zügen bezüglich der Stellung der Lokomotiven. Sondern der Zug mit der 99 7232-4 kam deshalb zur "Unzeit" hinter Drei Annen Hohne entlang gedampft, weil es sich um einen nicht fahrplanmäßigen Zusatzzug gehandelt haben muss - mutmaßlich um eine Überführungsfahrt in Richtung Selketal, was auch die Richtung der Rauchkammer der Lok erklären würde. Dieser Zug stand in keinem öffentlichen Fahrplan und ich wusste somit von diesem Zug auch nichts und war von ihm überrascht.


    Und auch noch etwas erklärte sich somit: Beim Anfertigen der obigen Fotos des Zuges mit 99 7232-4 war ich erneut entsetzt gewesen, es hatte nämlich kein einziger Fahrgast in dem Zug gesessen. Ich dachte mir: Mir ist ja klar, dass die meisten HSB-Fahrgäste immer nur alle auf den Brocken wollen. Aber dass mit den Harzquerbahn-Zügen nun DERART wenige bis gar keine Leute führen, dies hatte mich dann schon erschrocken. Um so erleichterter war ich, als dann der oben gezeigte, "echte" P 8929 mit der 99 7245-6 hinter Benneckenstein "um die Ecke" kam: Dessen Wagenschlange zeigte sich nämlich voll besetzt, der Zug hatte eine sehr gute Auslastung.


    Der P 8929 nach Nordhausen Nord mit 99 7245-6 war also der vermutlich in Richtung Selketal verkehrenden Sonder- bzw. Überführungsfahrt mit 99 7232-4 im Blockabstand hinterher gefahren. Durch das Einlegen der Leerfahrt hatte ich das Glück, zu ein, zwei schönen Fotos eines in Richtung Nordhausen Kessel voran fahrenden Zuges in bester Fahrplanlage bei besten Lichtverhältnissen zu kommen. In Benneckenstein dürfte dieser Zug durchgefahren sein, weshalb ich ihn bis hierher nicht noch einmal mit dem Pkw überholen konnte, anstattdessen dann aber nochmals den zirka 15 bis 20 Minuten später fahrenden P 8929 erwischte.


    Das Vorhaben, nochmals zur Rappbodetalsperre zu wollen, gab ich auf, anstattdessen ging es in Benneckenstein in einer nette Pizzeria, von deren Außengastrobereich man diesen schönen Blick auf die Ortslage mit Kirche von Benneckenstein hat:


    hsb_2021_08_21_26.jpg



    Der Pizzeriabesuch dauerte seine Zeit. Als er vorbei war, trat ich die Heimreise an. Diese führte von Benneckenstein über Ilfeld zurück nach Nordhausen und dort auf die Autobahn. Bei Niedersachswerfen entstand, als gerade die Sonne hinter dem Horizont verschwand, ein letztes, abendliches Bild eines dieser VT-Ersatz-Züge auf seiner Fahrt nach Nordhausen, es war glaube der vorletzte oder gar letzte Zug des Tages, der diesen Streckenabschnitt passierte:


    hsb_2021_08_21_27.jpg



    Dann ging es endgültig heim, ein sehr schöner Tag neigte sich dem Ende zu. Ich bin ja mal gespannt, ob ich jetzt wieder elf Jahre brauche, um es erneut wieder einmal zur Harzquerbahn zu schaffen. Im Selketal bin ich auch zwischen 2010 und 2021 immer mal wieder gewesen, dies ist mehr mein Harz-Refugium, wenn ich einmal dort bin.


    So, dies war mein aktueller "touristischer" Fotobericht, jetzt darf wieder zu den schwerwiegenden Diskussionen über die Lage der Nation bei den HSB zurückgekehrt werden, zu denen ich aber wie gesagt nichts beizutragen habe. Problemlöser muss man schon in Sachsen genug spielen. ;)



    VG Holger

    Einmal editiert, zuletzt von Holger Drosdeck () aus folgendem Grund: Zugnummern-Zahlendreher korrigiert

  • Ich sag mal Danke für deinen Bildbericht. Aber mit den Zugnummern solltest du dich doch noch mal vertraut machen. Die gibts nämlich nicht. Einfach mal in den Fahrplan schauen. Aber ich staune das du den Oberbau als schlecht empfindest. Der war nie so gut wie Heute. Und fürVegetationsarbeiten gibt es wohl Heutzutage andere Vorgaben als Früher. Die stellung der Nordhäuser Lok bestimmt der Diensthabende Lokfürer. Der eine Vorwärts, der andere Rückwärts.

    Beste Grüße Reiner

  • Danke für den Hinweis mit den Zugnummern. Die meisten davon waren Zahlendreher wie anstatt P 8929 aus Versehen P 2989 oder statt P 8903 P 2903 geschrieben. Das waren Flüchtigkeitsfehler, ich habs korrigiert, Danke. ;)

  • Hallo Zusammen,


    Jou, so gehört's! :hurra:


    Vor genau einem Vierteljahr sah es noch so aus:



    ...und vor fünf Monaten so:




    Wunderbar, daß hier die Normalität wieder zurückgekehrt ist! :love:


    Liebe Grüße,

    Peter