Betrieb bei der RüBB 2021

  • Danke Achim für die Korrektur. Sinngemäß stimmt's ja auch so in etwa. Man kann zumindest schöne Spiegelungen einfangen. Ich persönlich mag jedoch eher die matte Lackierung alla Schwarzbachbahn. Ist halt Geschmackssache. Auf jeden Fall praktisch und arbeitssparend.


    MfG, Philipp

    MfG, Philipp

  • die Wagen sind glänzend lackiert, aber nicht foliert. Auf der glänzenden Oberfläche haftet aber der Dreck nicht so fest und die Wagen lassen sich besser reinigen.

    Das erklärt natürlich einiges und ist gut nachvollziehbar. Ich stelle mir die Glanzbleche von Maffei so ähnlich vor. Letztlich finde ich es rein aus ästhetischen Gesichtspunkten ja nicht schlecht, v.a. bei dem Weyer-Wagen.....

  • Das erklärt natürlich einiges und ist gut nachvollziehbar. Ich stelle mir die Glanzbleche von Maffei so ähnlich vor. Letztlich finde ich es rein aus ästhetischen Gesichtspunkten ja nicht schlecht, v.a. bei dem Weyer-Wagen.....

    Hallo Lenni,


    bei dieser Frage scheiden sich echt die Geister. Ich mag glänzende Dinge auch gern ansehen, bin aber ehrlich gesagt nicht ständig am polieren. Es gibt aber auch viele Fotografen, die glänzende Wagen wegen der starken Reflexionen geradezu hassen.


    Was meinst Du, wie schwierig es war, für unseren Rügenband Typenfotos bestimmter Wagen anzufertigen. Manche Wagen habe ich immer und immer wieder fotografiert und im Buch landete dann sogar das glänzendste Foto. :knips:


    Unsere Zweiachser stellen natürlich den Zustand der DR-Zeit dar und sie waren zu dieser Zeit sicherlich nicht mehr so unversehrt und glänzend unterwegs. Aber die original blechverkleideten Wagen kamen bestimmt so aus dem Herstellerwerk, wie auch neu gebaute Dampfloks seinerzeit wunderbar spiegelten.


    Etwas matte Wagen mögen für's Foto besser aussehen. Aber so lange ich mich an Raw-frische Wagen (auch auf der Regelspur) erinnere, waren sie nie mit mattem oder seidenmattem Lack versehen, ausgenommen Güterwagen bzw. Bahndienstwagen. Die Ausbesserungswerke lackierten immer mit glänzendem Lack, der einerseits durch die Untergrundbeschaffenheit, andererseits auch durch Lackqualität und die Reinigung in Waschanlagen bzw. mit scharfen Reinigungsmitteln (z.B. Purin) ziemlich schnell stumpf wurden.


    Bei uns wird einerseits der Untergrundbehandlung der Fahrzeuge deutlich höhere Aufmerksamkeit geschenkt als früher und andererseits werden glänzende Autolacke mit einer entsprechend härteren Oberfläche verwendet, die unsere ausgefeilten Reinigungsprozesse schadlos überstehen.

    Allerdings werden die grünen und braunen Traditionswagen wegen ihrer geringeren Einsatzzeit auch weniger verschmutzt und seltener gewaschen. Aber auch die Wagen des täglichen Einsatzbestands können sich noch nach 8 Jahren harter Einsatzzeit sehen lassen.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo Achim,


    ohne Dich ärgern zu wollen, mit diesem Satz:


    "Aber die original blechverkleideten Wagen kamen bestimmt so aus dem Herstellerwerk, wie auch neu gebaute Dampfloks seinerzeit wunderbar spiegelten."


    gehe ich nicht mit ...!


    Es mag bei Loks einzelne Fälle gegeben haben (welche?), aber "normal" war das dann nicht, wenn ich mir Werkaufnahmen ansehe. Diese jede kleinste Delle im Blech wiedergebenden und übertrieben spiegelnden Anstriche sind ein Phänomen der vergangenen Jahre, nicht der Kaiserzeit oder zwei, drei Jahrzehnte danach. Daher gehöre ich zur Gruppe der Eisenbahnfreunde, die diese Art von Glanzlack an einem Museumsfahrzeug als deplaziert empfinden.


    Aber ja, ich kenne das Argument mit der schlechteren Haftung von Schmutz und die Vorteile beim Reinigen. Trotzdem ...


    vertritt seinen Standpunkt dazu mit vielen Grüßen


    André

  • nicht der Kaiserzeit oder zwei, drei Jahrzehnte danach

    Wann wenn nicht dann?? Ich empfehle einen Blick in Deine Bücher ;)


    Jetzt habe ich eine Diskussion losgetreten, die hier nicht hingehört - sorry. Aber es gibt doch etliche Bilder mit spiegelnden Oberflächen. Eines der beeindruckendsten für mich ist eines mit einer sächsischen XIII H (besser bekannt als G12).

    Wenn man sich das ausführliche Zitat von Maschinist in einem anderen Thread aus den Vorgaben zur Lackierung der preußischen Loks anschaut, dann wurde der Aufwand sicher nicht für eine matte Oberfläche betrieben.

    Auf die Glanzbleche der Maffai-Loks hatte ich ja schon verwiesen.

    Ob das bei jeder Lok so war, kann ich auch nicht sagen.....aber die schmalen Spuren waren nicht grundsätzlich ausgenommen.


    Viele Grüße,


    Lenni

  • Hallo Lenni,


    2 zu 0 für Dich und Achim! Mich haben wohl die Aufnahmen von Fahrzeugen mit Fotografieranstrich (matte Wasserfarben) manipuliert.

    Aber ja, ich finde im Buch über die IV K von SSB-Medien auf Seite 128 zum Beispiel eine IV K mit spiegelndem Lack.


    Doch dieser Lack verblich vermutlich viel schneller also die heutigen Hochglanzlacke, denn derartige Fotos sind die Ausnahme.


    Und jetzt zurück zur RüBB, deren Betrieb eher nicht verblasst, sondern unter der Leitung der PRESS in einem glänzenden Lichte erstrahlt ... :)


    VG


    André

  • Es mag bei Loks einzelne Fälle gegeben haben (welche?), aber "normal" war das dann nicht, wenn ich mir Werkaufnahmen ansehe. Diese jede kleinste Delle im Blech wiedergebenden und übertrieben spiegelnden Anstriche sind ein Phänomen der vergangenen Jahre, nicht der Kaiserzeit oder zwei, drei Jahrzehnte danach. Daher gehöre ich zur Gruppe der Eisenbahnfreunde, die diese Art von Glanzlack an einem Museumsfahrzeug als deplaziert empfinden.

    Hallo André,


    Deine Meinung zum heutigen Zustand sei Dir unbenommen. Aber zur Historie liegst Du völlig falsch.

    Nimm Dir bitte mal ein x-beliebiges Buch zu einer beliebigen Baureihe und schau Dir mal die Fotos an.

    Ich hab gerade mal das EK-Buch über die BR 50 in der Hand gehalten. Die wurden natürlich nicht zur Kaiserzeit ausgeliefert, sondern ab 1939. Es gibt in diesem Buch diverse Fotos werksfrischer Loks, noch auf dem Werkshof. Die glänzen alle um die Wette. Da macht selbst die in der ersten Entfeinerungsstufe von Skoda ausgelieferte 50 1185 oder eine zu dieser Zeit bei Henschel fertiggestellte 50 2283, beides also frühe ÜK-Loks, keine Ausnahme.

    Und wir sprechen schon von Zeiten des 2. Weltkriegs. Beide Loks wurden 1942 abgeliefert.

    Ob die Werke sich noch an die vom Maschinisten geschilderten peniblen Vorbereitungsarbeiten gehalten haben, ist natürlich nicht ersichtlich.

    Werksneu hieß damals noch und auch nach dem Krieg einfach glänzend. Zwischenzeitlich wurde dann der feldgraue Anstrich gewählt, natürlich schon aus Tarnungsgründen nicht hochglänzend, aber das war nur eine relativ kurze Phase.


    Du darfst das nicht mit den Werksfotos verwechseln, die mit eigens in mattgrauer Farbe gepinselten Lokomotiven angefertigt wurden. Hier sollten störende Reflexionen vermieden werden, damit auch alle Details erkennbar blieben. Diese Farbe war anschließend abwaschbar und die Lokomotiven wurden im normalen glänzenden Standardanstrich ausgeliefert. In Zittau wurde das vor einigen Jahren an 99 731 einmal nachgestellt.


    Was mich in diesem Zusammenhang einmal interessieren würde. Die Anstriche wurden damals ja alle noch mit der Hand aufgetragen. Erkannten die Maschinenmänner gewisse Eigenheiten bestimmter Werksmaler am Pinselstrich?

    Heute gibt es ja auch Ausbesserungswerke, die besser und andere, die schlechter lackieren.


    Wenn eine Museumsbahn heute einen gewissen Gebrauchszustand nachahmen will, ist das legitim. Aber man sollte den Leuten nicht einzureden versuchen, dass das schon immer so war.


    Viele Grüße


    Dampfachim


    Sorry André,


    hab in der Zwischenzeit eine Antwort geschrieben...


    Den letzten Satz lese ich sehr gern!


    Viele Grüße


    Dampfachim

    Einmal editiert, zuletzt von Dampfachim () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Dampfachim mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Hallo zusammen,


    anbei noch ein Beispiel, dass Fahrzeuge auch früher hochglänzend waren:


    Bundesarchiv_Bild_183-16200-0585%2C_Leipziger_Messe%2C_Dampflok_99_772_%28BR_99%29.jpg

    Leipziger Messe, September 1952 - (Foto: WikiCommons, Bundesarchiv)


    Interessant ist, dass die Neubauloks als "Neukonstruktion" beworben wurde.

    Viele Grüße,
    Eckhard

  • Hallo Eckhard,


    dass die Neubauloks als Neukonstruktionen beworben wurden ist doch völlig richtig: Alle wesentlichen Komponenten wurden neu konstruiert und sind auch nicht baugleich mit der Einheitslok. So richtig viele Teile sollten auch nicht frei tauschbar sein mit den Einheitsloks, das kann vielleicht Hutzel am genauesten aufklären.


    Was den Lack angeht, für eine Reinigung und Pflege ist ein Glanzlack am besten geeignet. Eine so richtig ungepflegte Dampflok ist eigentlich bei allen anfallenden Reparaturen im Nachteil, Demontage ohne Schäden anzurichten ist auf alle Fälle schwieriger u.a.m. Was aber auch richtig ist, lange Bestand hatte so ein Glanzlack eher nicht und ich denke mal, alle heute noch Lebenden haben im "echten" Einsatz abseits der Museums- und Touristikbahnen (natürlich ist der Dampflokeinsatz heute auf den Schmalspurbahnen ein "echter", aber eben unter anderen Voraussetzungen als in den Jahren bis 1980...90) nie glänzende Loks erlebt. Somit haben alle mit Erinnerung an diese Zeiten stumpfe und teils sogar mangelhaft "über den Dreck" lackierte Loks vor Augen.


    Viele Grüße,


    Marian.