Betrieb bei der RüBB 2021

  • ... lange Bestand hatte so ein Glanzlack eher nicht und ich denke mal, alle heute noch Lebenden haben im "echten" Einsatz abseits der Museums- und Touristikbahnen (natürlich ist der Dampflokeinsatz heute auf den Schmalspurbahnen ein "echter", aber eben unter anderen Voraussetzungen als in den Jahren bis 1980...90) nie glänzende Loks erlebt. Somit haben alle mit Erinnerung an diese Zeiten stumpfe und teils sogar mangelhaft "über den Dreck" lackierte Loks vor Augen.

    Hallo Marian,


    ich lebe noch und ich habe durchaus vor 1990 glänzende Loks erlebt.

    Es kam nämlich immer darauf an, wie alt die lackierten Bauteile waren. Wasser- und Kohlekästen von Dampflokomotiven unterliegen bekanntlich besonderem Verschleiß durch Korrosion. Gerade auch im Kohlekasten wird der Rostschutzanstrich durch die Kohle schnell zerstört, so dass Nässe direkt an die Bleche kommt. Im Wasserkasten ist das natürlich logisch, wobei Wasserkästen durch das dem Wasser zugesetzte Skiantan noch einen gewissen Schutz hatten.

    Also musste das Raw Görlitz bei unseren Schmalspurloks relativ regelmäßig diese Vorratsbehälter ersetzen. Die neuen und glatten Bleche wurden damals zwar nicht gespachtelt, aber mit normalem Rostschutz und glänzendem Lack behandelt. Sie konnten bei Raw-frischen Loks durchaus einen schönen Glanz auf glatten Untergründen haben. Wie lange der hielt, hing auch damals von der anschließenden Pflege und natürlich von der Qualität des Lackes ab.

    Zumindest auf Schmalspur waren viele Loks auch vor 1990 schon sehr gut gepflegt.

    Das war von Bahn zu Bahn und von Lok zu Lok natürlich etwas unterschiedlich.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo Achim,


    gut, dann warst Du nah genug dran, wenn die Loks frisch aus dem Raw kamen. Und dass es insbesondere nach dem Neubau der Wasser- und Kohlekästen machbar war, glänzend zu lackieren, ist gut nachvollziehbar. Und klar, wie lange das hielt/hält hing und hängt auch heute stark von den Personalen und dem Umfeld, also was so rundherum üblich ist, ab. Wenn ich da an Zittau vor > 30 Jahren denke :) . Viele Grüße,


    Marian.

  • Hallo Marian,


    die Lacke waren damals auch nicht mit dem heute teilweise verwendeten Autolacken vergleichbar. Darum gab es leider auch kein einheitliches Bild über Jahre. Die Ausbesserungswerke konnten leider nicht immer auf die gleichen Farben zurückgreifen.


    Ich hatte die Tage gerade einen interessanten Erfahrungsaustausch mit einem guten Freund, einem älteren Kollegen aus dem Bw Schwerin, der seinerzeit die Anlieferung mancher Neubaulok an das mecklenburgische Bw miterlebte und sogar fabrikneue 23.10 in die neue Heimat überführen durfte.

    Er berichtete, dass vor allem die BR 23.10 damals hochglänzend ausgeliefert wurde, aber auch oft Lokomotiven mit den nicht so haltbaren Nitro-Lacken gespritzt waren. Dieser Lack wies schon neu eine Art Seidenglanz auf und verwitterte bzw. verblasste schnell. Ich kenne das vor allem von L 5-Untersuchungen im Raw Görlitz, wenn Teillackierungen einzelner Komponenten der Loks erfolgten.


    Wir unterhielten uns auch über unterschiedliche Lackqualitäten bei Diesellokomotiven, aber das gehört hier nun nicht zum Thema.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo Achim,


    fabrikneue 23er, da muss der Herr schon gut in den Achtzigern sein. Ist aber schön die Bestätigung zu haben, dass nicht nur die Messeloks gut lackiert waren. Aus der alten Zeit wird das ja auch berichtet, dass viel Aufwand in die Lackierung gesteckt wurde und den Ehrgeiz hat man ganz sicher auch in Babelsberg gehabt. War halt nicht ewig haltbar, aber das galt eigentlich auch für den Lack der "guten" alten Zeit :). Viele Grüße,


    Marian.

  • Hallo zusammen,


    inzwischen befinden sich zwei Güterwagen von der Insel Rügen zur "Sommerfrische" im Erzgebirge.


    GGw 97-43-52 Zweitbesetzung (ex 97-13-11) - Steinbach 29.07.2021


    Gw 97-42-48


    Gw 97-42-48 und dahinter GGw 97-43-52'' - Steinbach 26.09.2021


    Vielleicht hat Achim noch ein paar Infos.


    Gruß Sven H.

  • Moinsen,


    gemäß FB gibt es jetzt einen " wunderschönen " blauen Wasserkran in Sellin Ost - was soll ( der meiner Meinung nach ) Schwachsinn. Betrieblich ist der nicht von Relevanz oder?

    Fragend der Oschatzer Saarsachse

    IV K - Fan

  • Mahlzeit,


    der Wasserkran steht schon seit letzten Jahr dort und ist in soweit kein „Schwachsinn“ das die Loks vor dem Anstieg in die Granitz ihre Wasservorräte ergänzen können, beispielsweise wenn ein Zug nur bis Sellin Ost unterwegs ist. Weiter hinten am Bahnsteig befindet sich außerdem ein Brunnen aus dem dies bisher erfolgte. Ich kann mich daran erinnern das die 99 4511 bei ihrem letzten Gasteinsatz dort Wasser genommen.

    In Binz steht ja auch schon seit einigen Jahren ein Wasserkran am Göhrener Ende des Gleis 1 der den gleich Zweck erfüllt.


    Viele Grüße,

    Richard

  • Moinsen,


    gemäß FB gibt es jetzt einen " wunderschönen " blauen Wasserkran in Sellin Ost - was soll ( der meiner Meinung nach ) Schwachsinn. Betrieblich ist der nicht von Relevanz oder?

    Fragend der Oschatzer Saarsachse

    Moin,


    zumindest bei Sonderzugveranstaltungen wurde dort schon immer Wasser genommen. Und bei Lokwechseln bestimmt auch. Insofern von "Schwachsinn" zu schreiben ist irgendwie daneben. Beschränke dich doch bitte auf die Bahn, von der du mehr Ahnung hast.


    MfG.

  • Moinsen,


    gemäß FB gibt es jetzt einen " wunderschönen " blauen Wasserkran in Sellin Ost - was soll ( der meiner Meinung nach ) Schwachsinn. Betrieblich ist der nicht von Relevanz oder?

    Fragend der Oschatzer Saarsachse

    Hallo nach Sachsen,


    tja, das war wohl nichts...


    Seit Eröffnung der Strecke Putbus - Göhren gab es Wasser in Binz und Sellin. Im normalen Planbetrieb spielte das mit dem Aufkommen der Heißdampfloks eine immer geringere Rolle. Binz hatte noch in den 1970ern zwei Wasserkräne. Einer überlebte, nicht mehr funktionsfähig, aber noch bis Mitte der 1990er. Da hatten wir aber schon längst ein geeignetes mit Wasseruhr ausgestattetes Standrohr und konnten uns an einem Hydrant aus dem örtlichen Wassernetz bedienen. Das ging im Prinzip auch in Sellin, aber dort hätten wir deutlich mehr Schlauch benötigt und eine Schlauchbrücke auslegen müssen, weil sich der Hydrant "über die Straße" befand.


    In Binz gab es für's Wasser nehmen einen Elevator-Wasserkran zwischen Ladestraße und Gleis 3, dessen Brunnen auch heute noch Wasser führt und sich mit dicken Betonplatten verdeckt in der Nähe des EG befindet und einen aus einem Hochbehälter gespeisten Wasserkran weiter oberhalb am Gleis 2.

    In Sellin gab es einen Brunnen mit einem Elevator, genutzt zuletzt Ende der 1970er im Zusammenhang mit der Streckenrekonstruktion.


    Tja, wofür brauchen wir heute Wasser in Binz und Sellin. Da Du bekanntlich schon an mehreren Fotofahrten teilgenommen hast, kannst Du es Dir für diesen Anwendungsfall selbst beantworten. Unsere Sonderzüge nehmen dann regelmäßig sowohl in Binz, als auch in Sellin Wasser. In Sellin gab es bislang nur Wasser aus einem Standrohr an der Brunnenattrappe in der Nähe des neuen EG. Dort stand früher auch der Elevator-Wasserkran (bzw. Standrohr mit Schlauch). Jetzt geht es auch an der anderen Ausfahrt, nämlich am 2020 installierten Wasserkran.


    Ein weiterer Anwendungsfall ergibt sich meist unvorhergesehen und ziemlich spontan, nämlich in Folge von Lokwechseln, außerplanmäßig längeren Aufenthalten, Kopf machen in Binz bzw. Sellin usw., dann natürlich auch im Planbetrieb. Wasser ist das Lebenselixier jeder Dampflok und gerade bei unseren D-Kupplern mit ihrem bekanntermaßen begrenzten Wasservorrat ist die Möglichkeit zum Wasser fassen unerlässlich.


    Im Winterbetrieb verbrauchen Dampfloks deutlich mehr Wasser. Dampfheizung, Fahrweise im Schnee und natürlich auch Schneepflugeinsätze zerren am Wasservorrat. Ich musste auch schon mit Planzügen außerplanmäßig unterwegs Wasser nehmen, sowohl in Binz, als auch in Sellin. Ich kenne aber auch Fälle, in denen Loks wegen erschöpfter Wasservorräte unterwegs entfeuert werden mussten.


    Jetzt darfst Du selbst urteilen, wie schwachsinnig diese Wasserkräne doch sind. Noch Fragen???


    Viele Grüße


    Dampfachim