Genickschußwagen auf der Strecke Malchin - Neukalen - Dargun im April 1990.

  • Hallo,


    u. zum Aussteigen mußte man oft in den Nachbarwagen gehen, da in den Einstiegsräumen immer nur auf einer Seite eine Tür vorhanden war. Im Winter waren die Einstiegsräume durch die Dampfheizung oft total eingenebelt.

    Bei höheren Geschwindigkeiten auf Hauptstrecken war der Fahrkomfort recht bescheiden, dazu das typische tack tack tack ... tack tack tack der Dreiachser.


    Gruß Holger

  • @ EM295


    Hallo Kay, ich habe so einen 4 Achser in Aschersleben fotografiert, vielleicht hat Staßfurt noch so was, weiß es aber nicht.


    Gruß Jan



  • Hallo Kay,


    keine Ahnung, ob es dort noch einen Draisinenverkehr gibt. Ich war ewig nicht in dieser Ecke.


    Das der Vierachser nicht identisch ist, hatte ich in meinem Beitrag ja auch geschrieben. Das war mir vollkommen bewusst. Aber der Herr Holst hatte ja nach museal erhaltenen Wagen gefragt und da fiel mir nur dieser ein.

    Die Röbler Sammlung wurde ja in alle Winde zerstreut. Was da von den Wagen erhalten ist, kann ich nicht sagen.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo Robert,


    genauso ging's mir auch. Mochte ich diese unbequemen und lauten Wagen ohnehin nicht, waren diese Plätze bei mir völlig unbeliebt und die Fenster waren irgendwie immer siffig. Öffnen konnte man sie natürlich auch nicht.

    Offene Türen waren bei Wagenbauarten mit Schiebetür seinerzeit sehr häufig. Auch diverse Doppelstockbauarten kamen immer wieder mit offenen Türen angefahren. Absichtlich, oder unbeabsichtigt, ließen sich sowieso alle Türen damals während der Fahrt öffnen. Dabei kam es auch zu schweren, meist tödlichen, Unfällen. Aber irgendwie waren die Leute auf der Hut.

    Türblockierungen und Türschließeinrichtungen kamen dann erst viel später.

    Bei den im Nahverkehr eingesetzten Mod-Wagen kann ich mich auch noch gut an das unten an der Tür angebrachte Brettchen erinnern. Wir machten uns da immer beim Aufschwingen der Tür den Spaß und blieben darauf stehen. Beim Bghw-Wagen klappte dieser Tritt beim Öffnen hoch und bei den Mod-Bauarten wurde dann ein gelb/schwarz-gestreifter Blechkasten angebracht, damit sich keiner draufstellt.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo Kay,

    Bei den gedeckten Güterwagen irrst du dich etwas. Der museal erhaltene ist ein GGths Bromberg, erstes Baujahr 1941.

    Das erste Baujahr dieser Wagen, 1941, stimmt so nicht. Die Gattung Bromberg wurde in 1944 erstmals geliefert. Wenn die Nummer 10 020 am Wagen bei der 3-Seenbahn authentisch ist, dann wurde dieser Wagen am 22.12.1944 abgeliefert. Der Baumusterwagen wurde am 28.08.1944 abgeliefert.

    Dieser Wagentyp wurde auch noch mal in 1946/47 bei Lindner wieder gebaut. Diese sind aber an der Nummer zu unterscheiden mit 20 101 ff..


    Der zu sehende Wagen in Dargun ist der Lowa-Neubau. Angelehnt an den Bromberg.

  • Moin allerseits,


    ich konnte die Genickschußwagen auch nicht leiden. Immer, wenn schon wenigstens ein oder mehrere Bghw im Zug eingereiht waren, wurden die von mir bevorzugt. Ich rede jetzt vom Verkehr auf Rügen in den 1970ern. In den 1980ern waren die auf der Hauptstrecke dann schon zum Glück wenig geworden. Das Geruckel auf der kurvenreichen Strecke zwischen Saßnitz und Stralsund war schon grenzwertig, fast so schlimm wie im Ferkeltaxengespann auf der Hauptstrecke, was ich schon in einem anderen Thread geschildert hatte. Dazu flackerndes Glühlampenlicht, wenn der Transmissionsriemen zur Lichtmaschine ausgeleiert war. ;)


    Am 04.09.1990 konnte ich in Naumburg noch so einen Train erwischen, gezogen von der Weißenfelser 110 100.



    Ich kann mich noch an eine Sonderfahrt erinnern, die zwischen Belzig und Treuenbrietzen (?) stattfand, wo noch Genickschußwagen im Zug waren. Allerdings kann ich mich nicht mehr an das Jahr erinnern...


    Gruß


    Carsten

  • Hei,


    ich verweise mal auf auf mein Beitragsverzeichnis bei DrehscheibeOnline. Dort habe ich vor einiger Zeit mal Auszüge aus dem Merkbuch Wagen (DV 939d der DR) online gestellt...


    So sind z.B. von diesen "Genickschußwagen" diverse Typen vertreten, auch Gepäck- und Postvariante.

    Auch von den 4achs. Güterwagen habe ich 5 verschiedene...


    Sven,


    ...der da mal mit der Serie weitermachen will...

  • Moin Carsten,


    irgendwie erinnert mich Dein Foto aus Naumburg daran, daß auch die siebziger Jahre für die Eisenbahnfreunde eine grausame Zeit waren. In wenigen Jahren, etwa zwischen 1969 u. 1973, hatte sich das Erscheinungsbild der Reichsbahn grundlegend gewandelt!

    Die interessanten Altbauwagen waren zum großen Teil verschwunden. Genau wie viele

    vertraute Dampflokbaureihen. Von der Ostsee bis zum Erzgebirge sahen die meisten Züge auf den Nebenstrecken jetzt so aus, wie auf Deinem Foto.

    Dazu sind in der ersten Hälfte der siebziger Jahre noch viele Strecken stillgelegt worden.

    Ich weiß noch, daß ich damals vielen Dingen nachgetrauert habe, die kurz zuvor noch selbstverständlich waren. Die Zeit geht halt immer weiter ...


    Gruß Holger

  • Hallo zusammen,


    ich kenne diese Wagen nicht selbst, habe aber mal gelesen, dass sie zwei- oder dreiachsig unterwegs waren. Stimmt das?

    Viele Grüße,
    Eckhard

  • Hallo Eckhard,


    ja das stimmt. Es gab 2 und 3 Achser. Sie wurden ja aus alten Reisezugwagen umgebaut, die eben 2 oder 3 Achsen hatten.

    Im Beitrag #17 ist ein schöner Link zu den technischen Details.


    Helmut