Kleine Sonderfahrt auf der Mansfelder Bergwerksbahn im Mai 1996

  • Liebe Eisenbahnfreunde,

    die 90er sorgten für viel Bewegung in unseren Hobby.

    Es verschwanden viele Dinge, es entstanden neue Projekte.

    Ich konnte relativ hautnah erleben, wie aus einer Werkbahn mit "Geheimnisfaktor" eine Museumsbahn wurde.

    Dabei war der Weg alles andere als easy und es ist nur dem Enthusiasmus und dem energischen Willen der Freunde der MBB e.V.

    zu verdanken, dass ein Stück Heimatgeschichte im Mansfelder Land erhalten bleiben konnte.

    Wie ich schon zu Hettstedt-Gebstedt schrieb, gehörte das Mansfelder Land im Osten Deutschlands, zu den Regionen, wo sich der industrielle Wandel am extremsten auswirkte. Der Bergbau, der eigentlich schon lange tot war, nahm ein abruptes Ende. Die dazu gehörige Industrie war veraltet und nicht mehr wirtschaftlich und Komplementär gab es natürlich Dienstleister und Unternehmen die für die Bergbau- und Kupferindustrie tätig waren.

    Auch die Werkbahn war ein Bestandteil dieser Industrie und wäre wie zahlreiche Kohle- oder Feldbahnen nach dem Ende der Förderung einfach verschwunden.

    Nach der Wende wurde allerdings erst einmal die Mansfelder Transport GmbH aus dem Kombinat herausgelöst.

    Die Lokwerkstatt firmierte künftig als MaLoWa und sicherte so ihr Überleben.

    Das ganze funktionierte sogar mit einer guten Kooperation mit dem Verein MBB.


    Im Frühjahr erreichte mich die Einladung, an einer kleinen - fast privaten Sonderfahrt - teilzunehmen.

    Zuglok war eine V10C. Natürlich sagte ich nicht nein :)


    Am Morgen gab es erst einmal einen Rundgang durchs Gelände, vor dem Lokschuppen standen Lok 7, 10 und 9.

    Die Beschriftung mit Mansfelder Transport GmbH und Mansfeldkombinat konnte man noch gleichzeitig erleben.


    Heute existiert die Segmentdrehscheibe nicht mehr. Hier tummelten sich so manche Schätzchen herum und warteten auf die

    Aufarbeitung. Im Hintergrund ein originaler Mansfelder Personenwagen.


    Im Lokschuppen stand ein 600mm B Kuppler, keine Ahnung woher und wohin er gehen sollte....


    Bei der Fahrt nach Hettstedt war bekannt, dass ein Sonderzug verkehrte. leider mit einer DB Umbaulok.

    Vielleicht bin ich zu sehr Purist, aber DB Loks auf DR Gleisen und DR Reko Loks auf DB Gleisen passt eben nicht.

    Spannend ist dennoch der Größenvergleich.


    Die V10C setzt von der Helbraer Strecke wieder um, an unseren Sonderzug.

    Zum Glück blieb ein Stummel dieses Streckenabschnittes erhalten, womit die Station Bocksthal noch ein wenig authentisch wirkt.


    Am Zirkelschacht gab es einen Fotohalt, an besonderen Anlässen gibt es Führungen auf der Halde des Schachtes, wovon man einen super Blick in die Landschaft hat.


    bimmelbahn-forum.de/index.php?attachment/27013/




    Fahrt über das Brückenbauwerk, welches die Bahnstrecke Sandersleben - Sangerhausen kreuzt.


    Zu jener Zeit lief die Sanierung auf vollen Touren und im unteren Werkbahnbereich war das betreten leider verboten.


    Unsere "33" rangierte dennoch und setzte dabei um.


    Der Zug ist für die Rückfahrt Abfahrbereit (Hettstedt)


    Hinter dem Eduardschacht geht es gut bergan, im Hintergrund die Halde des Schachtes.


    Die bekannte Zugkreuzung mit der Hauptstrecke. der LVT ist ein Personalpendel, der nicht im Kursbuch stand.

    Im Vordergrund sieht man noch die Reste eines Widerlagers der früheren Brücke.


    Wieder ein vergleich Goliath gegen Zwerg... bei Siersleben laufen beide Strecken recht nah beieinander.

    Die Halde des Niewandtschachtes ist unten rechts zu sehen.


    Das Gleisdreieck Siersleben ist erreicht und auch hier gibt es einen kleinen Fotohalt. Früher war das eine wichtige Umsteigerstation,

    denn neben den zielen Hettstedt und Helbra, zweigte hier der Anschluss zum Großschacht "Otto Brosowski" ab.

    Das Ganze war ein echtes Gleisdreieck.


    Hier der Sonderzug bei der Durchfahrt Thondorf.


    In der Nähe des Zirkelschachtes entstand noch diese Aufnahme und dann war ein wunderschöner Tag zu Ende.


    Derlei Sonderfahrten fanden auch mit dampf statt, kurz alle zusammengerufen und dann ging es los.

    Vielen Dank an alle, die so etwas verwirklicht haben, dank vor allen bei denen, die heute leider nicht mehr unter uns weilen.


    Ganz nebenbei sah ich auf dem Filmstreifen, dass wir kurz hinter der Brücke am Niewandtschacht einen guten Blick rüber zur Gerbstedter Strecke hatten und hier sieht man die Solo Ferkeltaxe auf der Strecke.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Danke für Deinen Hinweis, auch wenn es schade um die Hilax ist.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Danke Dir für die Bilder, das weckt Erinnerungen in mir. Es war im Jahr 2000, da veranstaltete man ein verlängertes Wochenende im Harz. Mit ´Schlenkern´ zur MBB und zur "Wipperliese". Schwager und ich waren dabei - leider sind 90% der Fotos mit einer alten Festplatte ´abgeraucht´. Egal, die Erinnerungen bleiben, BRBler, Du hast sie gerade wieder "hochgespült".

    Anbei ein Bild von der Anreise damals, könnte unter dem Titel durchgehen : "Ein Zug für zwei Halunken". Wir waren wirklich nur zu zweit, der Rest reiste über Wernigerode an, wir über Nordhausen. Dieses Foto habe ich noch...

  • Festplattencrash ist ja ein Supergau. Ich bin daher froh, dass ich auch nachdem digitalisieren, meine Negative archivieren kann. Die Datenfülle der Digitalfotografie bringt uns immer wieder an Grenzen.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas