Unendlich genervt: Wiederholte Qualitätsprobleme bei Bemo-Neuware

  • Liebe Forumsmitglieder,


    ich würde hier gerne Eure Erfahrungen im Sinne einer "Selbsthilfegruppe" erfragen.

    Mittlerweile bin ich unheimlich genervt: Von wiederholten Qualitätsproblemen bei H0e-Neuware von Bemo.


    Meine ersten auffälligen "Beobachtungen" damit hatte ich beim Erwerb der Zittauer Hofdame.

    Insgesamt 4 (!) von 5 neuen Bemo-Fertigmodellen der 99 4532-0 hatten Defekte:

    • Entweder waren es laut knirschende Motorprobleme.
    • Oder ein Anbauteil fehlte bzw. war lose.
    • Am Schlimmsten war, dass 3 Hofdamen in der Längsachse schief zusammengebaut waren und optisch deutlich sichtbar Schlagseite hatten.
    • Auch gab es sogar Kombinationen aus den oben beschriebenen "Problemchen".

    Weiter geht es mit Getriebe-/Motorschwierigkeiten bei der HF 130c...

    Auch kenne ich Berichte von ungenauen Bemo-Lackierungen bei der Metal Collection.


    Und als Krönung nerven die Bemo-Rekowaggons, bei denen das Dach und die Bühnen bei sehr vielen Neuauslieferungen unter Spannung stehen.

    (Ungenauer Kunststoffguss, oder?) Das habe ich nun mehrmals erlebt!


    Die absolute Frechheit ist das hier. Als i-Pünktchen kommt dazu, dass ich den ausliefernden Modellbahnshop zuvor (!) gebeten hatte,

    den Wagen vor dem Versand zu kontrollieren. Und genau auf diese Qualitätsprobleme hinwies. Ein netter Versuch, dies auf DHL zu schieben, obwohl Paket und Schachtel unversehrt waren:



    Beste Schmalspurgrüße aus dem Spreewald

    Christoph

    Einmal editiert, zuletzt von merane ()

  • Und, was ist jetzt daran Besonderes? Ist doch Standard bei den meisten Herstellern.


    Vielleicht die Kombination aus Problemhäufigkeit und H0e-Preisniveau (Waggons 70 Euro, Loks 700 bis 800 Euro)?

    Vom pmt/Technomodell und Modellbau Veit kenne ich dies nicht.

    Beste Schmalspurgrüße aus dem Spreewald

    Christoph

  • Und, was ist jetzt daran Besonderes? Ist doch Standard bei den meisten Herstellern.

    So isses, leider. Immer mehr Hersteller machen Murks. Kommt halt davon, wenn man überall nur auf das Geld schaut.


    Bei den Loks aus der Metall Collection wundert mich es allerdings schon sehr.


    Die Waggons kommen (wenn mich nicht Alles täuscht) aus China. Damit ist doch Alles gesagt!

  • Also ganz im Ernst: wenn die Qualität wirklich perfekt sein sollte, dann müsste ein Bemo-Lok mehr als das doppelte kosten! Eine Lok von Micro-Feinmechanik kostet mal mindestens 1700,- neu und die sind annähernd perfekt. 1700,- obwohl sie in Asien gebaut werden!!!! Dafür stimmt dann die Qualität. Die Loks sind natürlich noch etwas aufwendiger als bei Bemo, aber würden diese so wie bei Bemo in Ost-Europa gebaut werden, dann würden sie mal mindestens 500,- mehr kosten.


    Bei Veit geht das halt, weil er persönlich mit Herzblut dabei ist. Da nimmt man weniger Geld in Kauf, das kenne ich aus eigener Erfahrung. Man nennt es das Problem der Expandierung ;)

  • Ich denke, dass für sehr viele Modellbahner eine Lok mit Preisniveau von 700 bis 800 Euro sehr elitär ist.

    Und daher normale Erwartungen an die Qualität nicht überzogen sind.

    Sondern realistisch und erwartbar.

    Wer sonst im Bereich 200 Euro kauft (und das dürfte die grosse Mehrheit sein) - wird dann geschockt sein.

    Da empfinde ich den Ansatz mit "mindestens 1700 Euro für perfekte Qualität" etwas schwierig.

    Und, Lenni sei nicht sehr sauer, etwas abgehoben.


    Und Getriebe-/Motordefekte würde ich nicht wirklich als perfektionistischen Anspruch kategorisieren.

    Das sollte zur Basis-Erfüllung gehören.

    Auch verbogene Bühnen und gerissene Dächer empfinde ich nicht als "naja, halt nicht ganz perfekt".

    Es geht ja nicht ums Jammern von fehlenden korrekten Beschriftungen oder perfekten Detaillierungen...


    Und zu China:

    Es gibt sehr, sehr viele Unternehmen, welche in China hergestellte Produkte verkaufen.

    Und die qualitativ absolut einwandfrei sind.

    Das ist eine sehr alte Erklärung und falsche Entschuldigung, dass in China billig und damit per se schlechter produziert wird.

    Das war vielleicht in den 1980er oder 1990er Jahren noch so.

    Aber nicht mehr heute.

    Diese beauftragenden Unternehmen machen es dann einfach schlecht. Haben die Qualitätskontrolle nicht im Griff.

    Bei der Wahl des chinesischen Produzenten einen Fehler gemacht.

    Und sind zu faul/unfähig, diesen zu wechseln und Konsequenzen zu ziehen.


    AUCH MIT PRODUKTION IN CHINA GEHT ES BESSER!

    Beste Schmalspurgrüße aus dem Spreewald

    Christoph

  • AUCH MIT PRODUKTION IN CHINA GEHT ES BESSER!

    Sicher geht es besser. In der Theorie. Irgendwie.


    Allerdings gibt es offenbar im Bereich Modellbahn irgendwelche Besonderheiten, die es hier extrem schwierig machen.

    Die Liste der Modellbahnhersteller, die in China ganz böse auf die Schnauze gefallen sind, ist auf jeden Fall zig fach so lang wie die Liste derer, bei denen es gut funktioniert.

    Nicht ohne Grund holt in den letzten zehn Jahren einer nach dem anderen die Produktion zurück nach Europa.

  • Hallo Zusammen,



    Wenn ich kurz mitmischen darf,


    Mit den Bemo Lokomotiven die ich bisher hatte und ich hab, bin ich zufrieden. Die fahren relativ störungsfrei, auch die "Hofdame"!


    Letztere brauchte nur eine Eingewöhnungsphase, diese ist aber zum regelmäßigen Schienen putzen seit einiger Zeit von mir verdammt und das klappt. Sie fährt sorgenfrei.


    Der Rest von Bemo...naja die Wagen, damit hatte ich abgeschlossen, wobei ich vor vielen Jahren paar hatte bzw für unter 30€ hinterhergeschmissen bekam, aber die Fahreigenschaften mangelhaft, sind auch sehr (viel zu) leicht.

    Jetzt befindet sich noch 1 SOEG Bemo Wagen im Zugverband, auch derzeit der einzige in meinen Bestand, dieser muss aber auch im hinteren Zug Bereich eingestellt sein, sonst entgleist er ständig...


    Wo ich gerade dabei bin, dachte ich eigentlich auf einen SOEG Zug mit 302 1871 und ... Aber da diese ja mittlerweile 60€ kosten und die Qualität im letzten Jahrzehnt sich scheinbar nicht verbessert hatte, lass ich es wohl.... Übrigens diese angesprochenen Wagen kosteten im Abverkauf bei elriwa vor paar Jahren unter 30€.


    Dann die Weichen von Bemo... naja Finger weg würde ich sagen ohne weiter darauf einzugehen. Eine VIIK der eigenen Firma bleibt am Antrieb hängen, sodass ich den Antrieb ändern musste... da ich mich vor Jahren mal für diese entschied...und ich nicht die Geduld habe andere Weichen mit Unterflurantrieb einzustellen.


    Nun die Preisentwicklung wird nur einen Weg kennen und sind wir doch aber ehrlich, Modelle die vor Jahren noch 500€ kosteten verkauft man heut auch gebraucht kurz vor den aktuellen Neupreis.


    Lenni: für 1700€ sind dies aber knapp 100% Handarbeitsmodell, ODER...?!

    im Vergleich bei Wagen wie...

    ...technomodell oder Bemo mit manufaktur Neustadt oder SEM... (wobei ich überhaupt keine Erfahrung mit SEM habe) nur die aktuellen Produkte durchgeblättert hatte und sämtliche Artikel damals von Herrn Brendel vorfand....(Mit ähnlichen Preisangaben)



    Übrigens sollte es doch für jeden machbar sein, bei nichtgefallen oder Schäden vom Kauf zurückzutreten und wenn es oft vor kommt, es sein zulassen.



    Gruß André

  • Wir können das geöffnete Fass auch wieder zumachen ;)


    Wenn sich viele Modellbahner mit den Gegebenheiten arrangiert und darauf eingestellt haben.

    Und der Grossteil damit leben kann.

    Dann ist's so. Und ich schliesse meinen Frieden mit der anderen Mehrheitsmeinung.

    Aber damit hätten wir dann auch die wahre Erklärung. Und es wird sich weiterhin nichts ändern.

    Die entsprechenden Hersteller können ihr "Ding" dann einfach weiter durchziehen.


    Im Elektronik-Bereich und auch vielen anderen Branchen bürgt "Made in China" (Lenovo etc.) mittlerweile für hohe Qualität.

    Nicht umsonst hat West- und Mitteleuropa grosse wirtschaftliche Ehrfurcht vor dem asiatischen Riesen.

    Und die westliche Arroganz weicht mittlerweile der Einsicht, dass China uns in vielen (ökonomischen) Aspekten überholt hat.


    Bei einem Punkt bleibe ich:

    Europäische Anbieter, welche in Fernost produzieren lassen.

    Und dann kommt immer noch Murcks raus:

    Da macht das europäische Unternehmen zweimal einen Fehler.

    Und ist ganz bestimmt nicht dem sehr, sehr veralteten Billig-China-Bild in die Schuhe zu schieben.

    Beste Schmalspurgrüße aus dem Spreewald

    Christoph