Die Achenseebahn im Maßstab 1: 22,5

  • Hoppla,

    da habe ich mich wohl wegen dem Interesse geeirt, vielen dank für die gute Resonanz !

    Ich komme erst heute zum Schreiben, denn bis gestern war ich nicht zu hause.

    Florian : Die Kerzen sind aus Kupferrohr ausgefüllt mit Weißleim (auch die Verdickung unten), der Docht ist einfach eine Litze

    bemalt, fertig...ganz simpel herzustellen.

    Thomas : es gibt ja keine Weichen auf der Steistrecke, daher ist ein "Schwenkweichensystem entstanden.Man braucht die obere und

    untere Weiche nur mittels Riegel umstellen. Leider habe ich gerade kein gutes Bild gefunden, liefere das aber noch nach.


    Ich war mehr als verblüfft, als ich genau dieses System dann in Zürich auf der Bergbahn ebenfalls entdeckte !

    Inzwischen habe ich erfahren, daß diese Art schon bei einigen Zahnradbahnen genutzt wird.


    Noch ein paar vielleicht auch interssante Informationen.

    Auf einer alten Postkarte entdeckte ich, daß ein Jahr lang alte und neu lackierte Wagen

    auf der Bahn miteinander gefahren sind, was ich schon lustig aussehend finde



    Auf der Stuttgarter Zahnradbahn wurde 2009 zum Jubiläum überprüft, ob von der Achenseebahn eine der Loks angemietet werden kann.

    Es scheiterte leider letztlich an der unterschiedlichen Höhenlage der Zahnräder.

    (Hier ein Bild von 1979, als noch die alten Wagen im Einsatz waren)



    Talwärts fahrend gabe es durchaus ab und an auch Drei -Wagenzüge auf der AB.

    In Wels auf der Messe haben unsere Maschinchen aber auch einen "Stresstest" bergauf bestanden



    Nochmal Wels :




    Auf Bergfahrt "rotzen" die Loks schon ganz schön, wie hier am Wagendach zu sehen



    Nochmal drei Bilder vom Jubiläum :




    Beim nächsten Bericht wird es dann um "Fremdmaschinen" gehen...solange muß sich die Katze noch Gedulden ...(na ja, sie hat wohl andere Interessen)


    Grüße

    Tobias


    1979 waren die Loks nicht ganz so gut gepflegt :

    Einmal editiert, zuletzt von T 20 ()

  • Danke für die Antwort. Immer wieder faszinierend wie man mit kleinen Basteleien aus Abfällen zu solchen Ergebnissen kommt.


    Das Bild der Katze bringt mich auch gleich zur nächsten Frage. Wie hast du die Hauswand erstellt?

  • Hallo Zackenfreunde,

    Thomas, hier noch ein besseres Bild vom Weichensystem :


    die Stellhebel werden dann jeweils in der Position arretiert.



    Sorry , vergessen Florian :

    Ich nehme als Putz Fließenkleber oder Farbe vermischt mit Vogelsand, dadurch kommt es

    zu rauhen Struktur.


    Heute beginne ich mit der BRB 6, eine Lok der schweizerischen Rothornbahn.

    Hans, ein begnadeter Modellbauer aus der Schweiz, hat diese Lok in 1: 20 gebaut

    damit passt sie auf 45 mm Spurbreite.

    Es ist ungemein schwer,die komplizierte Technik einer Zahnraddampflok auf so

    kleinem Raum umzusetzen, aber das war im nicht genug.

    Die Lok ist kohlegefeuert ! Das können in dieser Qualität nur eine handvoll Meister.

    Die Lok braucht aber einen guten Heizer, denn auch bei diesem Maschinchen ist

    es wichtig, ein ordentliches Feuer aufzubauen.

    Bei mir fand damals die erste Testfahrt statt, die Lok lief anderthalb Stunden ohne Probleme,

    allerdings war der Fahrer auch richtig gut beschäftigt, ich kann hier kaum einen Unterschied

    zwischen einem original Personal und dem Fahrer (in Personalunion mit Heizer) erkennen,

    das ist definitiv nichts für Anfänger.Wir alle waren begeistert von der Sauberkeit , Ausdauer und Kraft

    dieses Maschinchens.Eine weitere Lok, allerings nicht funktionsfähig, hat dann Hans für die BRB gebaut,

    der Vorstand wollte unbedingt eine haben, was ich verstehen kann.

    Hier ein paar Eindrücke von der Testfahrt .





    Und wer mag, kann sich noch den kleinen Film anschauen



    Fortsetzung folgt im nächsten Hef....

    äh pardon Bericht,

    Grüße

    Tobias


  • Hallo Freunde des gezahnten Gleises,


    am Wochenende konnte ich meine umgebaute Regner Achenseelok abholen.

    Ich hatte von den Problemen mit der Einstellung der Schieber erzählt, ich hatte ja nach einem halben Jahr des

    immer wieder Rumprobierens das Handtuch geworfen.2016 gab ich die Lok einem lieben Freund, ein absoluter Fachmann, gerade auch für

    Zahnradlokomotiven.

    Er hatte das Ziel, das Modell von der Untersetzung her an das Original anzupassen (bei Regner leider fälschlich 1:4) und

    eine Bremse einzubauen, damit die Talfahrt besser zu steuern wäre.

    Leider erkrankte er schwer und konnte die Lok nicht mehr fertigstellen, bevor er starb.

    Alle, die Ihn kannten, hatten einen menschlich und fachlich herausragenden Menschen verloren.

    Letztes Jahr kam dann die Lok, dank der Hilfe von Freunden, aus Österreich wieder zurück, allerdings

    komplett zerlegt und natürlich nicht fertig.Schnell erkannte ich beim Durschauen, daß ich mit der Fertigstellung

    komplett überfordert gewesen wäre.Manfred, der Erbauer der Schafberg Z 13, bot mir an, den Versuch zu machen, das Werk zu

    vollenden.Tatsächlich hat er das vollbracht, allerdings hat er viel Zeit investieren müssen, aber der Ehrgeiz hatte ihn doch gepackt.

    Lezten Samstag gab es dann eine Probefahrt und ich war begeistert.Die Lok läuft nun auf der Zahnstange sehr ruhig ,zudem ist sie

    enorm kraftvoll.Fünf Jahre nach dem Verschicken habe ich nun also eine zweite Lok mit guten Fahreigenschaften !

    Daher muß ich natürlich dieses Jahr auch meine Zahnradbahn wieder entmotten, sie ist ja auch seit 5 Jahren eingelagert.



    Das Schwierige bei so einer kleinen Lok ist die Unterbringung der Mechanik und der Servos

    Rechts der Gastank mit Entlüftung, links der Öler, Dampfregler und Pfeife mit Servos mittig ,

    Brennerregelung rechts neben dem Manometer, links neben dem Gastank die Wassereinspeisung.


    Unten noch drei weitere Servos für Zylinderentwässerung (Mitte unten),Umsteuerung (Mitte oben) und Bremse (Backen) links.

    Ihr seht, alles ganz schön eng.


    Die Freude ist jedenfalls groß !

    gezackte Grüße

    Tobias

  • Hallo Tobias,


    das ist einfach nur Wahnsinn! Zylinderentwässerung 1:22,5, echte Bremse bei einer Modelllok... Viel Spaß damit und viele Grüße,


    Marian Sommer.

  • Hallo, vielen Dank für Euer Interesse !

    Marian, wenn einmal wieder öffentliche Auftritte möglich sind und wir uns begegnen sollten, kannst Du gerne mal

    fahren. Bedingung : eine Stunde Zeit mitbringen zum Einlernen, Zahnradloks sind nicht ganz einfach zu "zähmen".

    Ich habe noch einmal in der Fotokiste gekramt

    Der erste Messeauftritt, noch ohne Viadukt und "vor dem Sturm" :



    Hier "plustert" sich die Maschine von Schweer (Produktion von 1995, Umbau mit Reppingen Kessel) auf :


    Zwei Jahre später mit Wasserkran Österreich :



    ...die Spuren der Abfahrt :




    Die Regner Lok :



    Auf der Strecke :



    Und heute habe ich erfahren, daß die 2 gerade auf der Flachstrecke einen Bauzug fährt,

    ist das nicht gei...?

    Deshalb ein symbolisches Bild von 1981 :

    Licht durchdringt das Dunkel



    In einem der nächsten Berichte geht es dann um einen Lokriesen,

    Schweißperlen standen mir stets auf der Stirn , wenn ich diesen Brocken fahren durfte

    Liebe Grüße

    Tobias

  • Hallo Tobias,


    ich mich nur staunend Marian anschließen...

    ist schon Wahnsinn, was in der Baugröße so möglich ist!

    Kann mir schon vorstellen, daß es ordentlich Laune macht, so einen

    "lebenden Brocken" zu bewegen.


    So langsam laufen ja die Planungen für Ausstellungen wieder an.

    Es wäre toll, wenn Du uns auf dem Laufenden halten würdest, ob und wo man Deine

    Anlage/ Maschinen eventuell einmal live erleben kann.


    VG

    Norman

  • Hallo Tobias @T 20 ,


    Da ich auch ein klein wenig mit Modelldampfmaschinen zu tun habe, kann ich den Spaß beim Fahren sehr gut nachvollziehen. Und dann noch Dampfloks mit allem, was dazu gehört. Ich bin echt neidisch auf deine Strecke und die Loks. Es sieht so authentisch aus. Und diese Technik. Alles klein, aber es funktioniert. Deine Fotos sind auch mega. Du schaffst es irgendwie Leben einzubringen und der Spalt zwischen Realität und Modell ist fast zu übersehen. Da muss man genau schauen, ob es nicht doch die Bahn in 1:1 ist. Mir gefällt das alles extrem gut. Weiter so. Ich freue mich schon auf den nächsten Bericht.


    MFG, Philipp

  • Hallo Norman,


    sobald ich etwas Messemäßig weiß, werde ich mich natürlich melden, danke !

    Ja und der Philipp bringt mich fast zum Rotwerden bei so vielen Komplimenten.

    Ich freue mich natürlich sehr, wenn Euch das gezeigte so gefällt !

    Bevor ich zwei Wochen zur "Sippe" nach Thüringen rübermache, schnell noch ein weiterer Bericht.

    Hans, der schweizer Künstler, hat vor der BRB 6 eine andere Maschine gebaut, eine HG 4/4.



    Das war eine neue Dimension !

    Wie konnte es bei ihm anders sein : alles muß funktionieren wie beim Original

    Bremse ,Adhäsions und Zahnradtriebwerk, selbstverständlich zuschaltbar ! 8|

    Knappe 12 Kg Lebendgewicht.

    Als er die Lok erstmals auf die Anlage stellte und in die Zahnstange einfuhr , zog sie die Zahnstange erstmal locker hinter sich raus

    und ab ins Gelände...da stand der Tobias und machte große Augen.

    Alle Zahnstangen mußten nun besser und häufiger arretiert werden.

    Als bei einer weiteren Testfahrt Hans bei der Talfahrt kurz versehentlich den Regler auf statt zu machte,

    ging ein leichtes Zittern durch die Maschine, dann schoß sie ab, wie eine Rakete

    Ich versuchte sie zu halten (man läuft bei solchen Probefahrten immer mit Handschuhen neben einer Testlok)

    doch warf sie mich dabei fast zu Boden.

    Hans schaute mich etwas besorgt an, ob mir was passiert wäre.

    Ich klopfte meine Klamotten ab und überspielte mein Stolpern mit der Entgegnung :

    "Na ja, für eine Fünf Zoll Lok ist sie noch etwas schwach auf der Brust !"

    Die Maschine ist der absolute Hammer.Ich durfte dann natürlich auch fahren. Das

    Einfahren in die Zahnstange bei gleichbleibendem Tempo, während man den Zahnradantrieb zuschaltet, daß muß man wirklich lernen !

    Und wie üblich ist die Kunst natürlich, das Ganze auch bei Talfahrt gleichmäßig zu können.Ich habe ja gemeinerweise immer wieder

    Steigungswechsel in der Anlage eingebaut.Mir und auch anderen Fahrern standen dabei immer wieder die Schweißperlen auf der Stirn,

    da ist hohe Konzentration gefragt.(Auf dem Video ist z.b.auf der Bergfahrt mal kurz ein Schleudern zu sehen, hier wurde das Zahnradtriebwerk

    kurz etwas zu sehr zurückgenommen)

    Die Lok hat er dann später verkauft, wie viele seiner Loks, denn ihn interessiert so etwas nur, bis es einwandfrei funktioniert.

    Eine Stuttgarterin hat die Lok gekauft und schon fast komplett zerlegt und wieder zusammengebaut, tja Leute, ich könnte es nicht.

    (Meine Tante fuhr ein Wartburg Coupe und verdrehte die Augen, wenn sie das Auto mal in die Werkstatt bringen mußte und die

    "Fachleute " rumhantieren sah. Auch sie konnte den Motor komplett zerlegen und wieder montieren.)

    So eine Lok fährt man aber auch nicht länger als ne Stunde, dann ist dringend eine Pause nötig.

    Modellbau aus dem Olymp.

    Viel Freude beim Schauen

    wünscht Euch

    Tobias





    Der Film

  • Mega! Nur noch etwas Farbe und dann isses Perfekt. Aber ich vermute der Erbauer wollte sie Farblos lassen. Trotzdem beeindruckende Technik. Ich bin gerade etwas neidisch. Man sieht auch im Video, wie kompliziert sie zu fahren ist. Das ist glaube ich aber auch der Reiz an der Sache. Danke für das zeigen der Maschine. Gerne mehr!


    MFG, Philipp