Rollwagenverkehr der Mansfelder Bergwerksbahn

  • Hallo Volker!

    Ich gehe auch davon aus das die Rollwagenanlage an der Werkstatt in Benndorf nur zum Auf,- und Abrollen der Lokomotiven genutzt wurde. Ich habe dort nie mit einem Wagen beladene Rollwagen gesehen. Entweder waren keine da oder es standen leere an der Rampe.


    Gruß Ralf

  • Wir hatten vor einigen Monaten eine unglücklich verlaufende Diskussion zum Anketten der Normalspurachsen auf Rollwagen in Deutschland, während in Polen darauf verzichtet wurde. Wie war es bei der Bergwerksbahn? Auch alles angekettet?

    Hallo Volker,


    für diesen Zweck gibt es an den Stirnseiten der Rollwagen entsprechende Ösen, in denen die Ketten, welche an den Achsen der Normalspurwagen befestigt wurden, angebracht waren. Das Prinzip ist auch in den Herstellerzeichnungen so dargestellt.


    Hier und hier kann man die Anwendung erkennen.


    Freundliche Grüße

    Robert

  • Hallo,


    im Beitrag #19# zeigte Gerd einen ausgeachsten Rollwagen. Könnte es sich dabei um den derzeit in Aufarbeitung befindlichen Rollwagen handeln, den ich am 20.03.2019 fotografiert habe - siehe Fotos. Ich konnte ebenfalls keine Nummer entdecken.



    Es scheit jedenfalls ein Rollwagen mit 50 t Tragfähigkeit zu sein.


    Viele Grüße

    Dietmar

  • Oh wow, das ist ja toll!! Die 53 ohne Wasserkästen gefällt mir ehrlich gesagt extrem gut! Danke für die Bilder,


    Lenni

  • Was ist das für eine Lok? Was ist aus ihr geworden?

    mit Gruß aus Chemnitz (Sachs.)

    Jens :wink:

  • Genau, das ist Lok 53 aus Asbach. Sie war damals ein Zufallskauf. Sie war sozusagen der Protoyp der 53Mh, stellte sich aber letztlich als zu schwer heraus. Man kann es noch ganz gut am Führerhaus erkennen; u.a. die sehr kantig gestalteten Kohlekästen zeigen eine Verwandtschaft. In Asbach hat man dann die fünfte Kuppelachse entfernt um eine bessere Bogenläufigkeit zu erreichen, daher der große Abstand zwischen der letzten Kuppelachse und der Nachlaufachse. Diese wurde auf Grund der nun sehr hohen Belastung aus einem Nachlaufgestell einer italienischen Regelspulok umgearbeitet.


    Viele Grüße,


    Lenni

  • Hallo Volker!

    Ich gehe auch davon aus das die Rollwagenanlage an der Werkstatt in Benndorf nur zum Auf,- und Abrollen der Lokomotiven genutzt wurde. Ich habe dort nie mit einem Wagen beladene Rollwagen gesehen. Entweder waren keine da oder es standen leere an der Rampe.


    Gruß Ralf

    Hallo Ralf,


    das ist jedenfalls der einzige dokumentierte Zweck der letzten Jahre. Aber konnte es früher anders gewesen sein? Lass uns nochmal auf ein paar andere Aspekte zur Rollrampe in Klostermansfeld blicken:


    1) Im Jahr 1931 wurde der Rollwagenverkehr von Eisleben aus eingeführt. Wegen der geringen Durchfahrtshöhe der Brücken 20, 19 und 18 südlich von Bockstal in Richtung Helbra konnte damit nur das südliche Netz der Bergwerksbahn erreicht werden. Das heißt neben den dort angeschlossenen Schächte natürlich auch die viel Brennstoff benötigende Rohhütte in Helbra. Die Feinhütten um Hettstedt hatten dagegen bereits seit 1914 Normalspuranschluss über den Schmalzgrundviadukt vom Reichsbahn-Bahnhof aus.


    2) Seit der Einführung des Rollwagenverkehrs und damit einhergehenden Einstellung des Kohlenbahnhofs Mansfeld und der alten Streckenführung in Richtung Helbra sowie der Aufgabe der Strecke über Leimbach nach Hettstedt, verblieb hier westlich der Kanonenbahn nur noch ein Stummel bestehend aus Bahnwerkstatt in Klostermansfeld, dem Sägewerk und der Station Lichtloch 81, wo schon lange keine Minern mehr gefördert wurden. Die Brücke 22 über die Kanonenbahn war jedoch viel zu schmal für Rollwagen. Diese wurde am 02.03.1955 ausgetauscht. Siehe folgende Links:

    - Die Mansfelder Bergwerksbahn einst und jetzt II

    - https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,9153466.


    3) Nach Punkt 2 erscheint ein Bau der Rollrampe also erst nach diesem Datum in 1955 zweckmäßig. Doch wohin bzw. woher könnten noch Waren über die Normalspur geliefert wurden sein? Da ist einerseits der Otto-Brosowski-Schacht (ehemals Paulschacht), der bis 1969 förderte und in Siersleben von der Strecke nach Hettstedt abzweigte sowie der Ernst-Thälmann-Schacht (ehemals Vitzthum-Schacht), der schon 1962 die Förderung einstellte und am Zirkelschacht abzweigend erreicht werden konnten.


    4) Als mögliche regelmäßige Transportgüter kann ich mir Kohle oder auch Grubenholz vorstellen soweit letzteres nicht im Sägewerk am Lichtloch 81 nicht bereits passend vorbereitet wurde.


    Insgesamt könnte es also für wenige Jahre noch Rollwagenverkehr zu fördernden Schächten gegeben haben. Der Verkehr mit Rollwagen zu den Schächten dürfte aber im Vergleich zu den mit den Hütten gering gewesen sein. So kenne ich nur ein Bild eines aufgerollten offenen Wagens im Bereich eines Schachtes. Und das Bild entstand am Fortschritt-Schacht 1 (ehemals Wolfschacht) im Einzugsbereich von Eisleben.


    Viele Grüße


    Volker