Konstruktion eines H0e Dampflokmodells der RSE/RTE, Trusebahn, Spessartbahn

  • Hallo zusammen,


    mal ein Lebenszeichen - bin gerade an der Konstruktion des Gestänges. Die beweglichen Teile habe ich nun prinzipiell verstanden - bei der Umsetzung im Modell wird es aber noch einige Kompromisse geben müssen. Hierzu erst Mal eine Bewegungsstudie:


    Viele Grüße, Matthias


    Hier noch mal in hoher Auflösung:

    (5) Allan-Trick Steuerung 3 - YouTube

    Einmal editiert, zuletzt von MatthiasL ()

  • Hallo zusammen,


    Antriebs- und Steuergestänge sind nun im Wesentlichen fertig konstruiert. Die Steuerungsteile würden für das Modell sicher noch etwas breiter werden als hier dargestellt. Eine Herausforderung war die Antriebsachse mit Gegenkurbeln und Excenter. Die Einzelteile dafür wären - theoretisch - gerade eben noch so druckbar. Ob man das dann in der Praxis dann noch vernünftig montieren kann ist dann wieder eine andere Frage ...


    Oder siehe hier: (15) Gestaenge3 - YouTube


    Die Konstruktion von Kurbel, Gegenkurbel und Excentern:


    Das Ganze besteht aus drei Einzelteilen:


    Die Teile werden zusammengesteckt und ggf verklebt. Allerdings bekäme man beim Verkleben das Gestänge dann auch nie wieder auseinander. Vielleicht würde es aber auch halten, wenn die Teile leicht klemmen. Es wird aber sicher eine Versuchsreihe nötig werden, um herauszufinden wie die Vierkantpassungen dimensioniert sein müssen.


    Die Kuppelachs-Kurbeln erhalten entweder nur eine Bohrung für den Treibzapfen oder man druckt auch hier den Zapfen gleich mit. Bin mir noch nicht sicher, was da das Beste wäre:


    Dann ist auch noch die Frage braucht man einen Verstärkungsring wie bei der Variante links oder geht es auch ohne? Falls man die Verstärkung braucht, müsste man die Öffnungen im Rahmen entsprechend größer vorsehen.


    Viele Grüße,


    Matthias

  • Moin Matthias,


    das "Video" macht aber echt was her! Das sieht echt super aus, speziell mit den Speichenrädern. Bravo!


    Was den Exzenter angeht: ich halte beide Möglichkeiten für machbar. Allerdings: man wird die Flächen vor dem Stecken auf jeden Fall mit der Feile nachbearbeiten, ob das danach dann noch mit Pressen so passt.....im schlimmsten Fall kommt ein Tropfen Klber dran: Wenn das Gestänge an allen anderen Stellen zu öffnen ist, macht es gar nichts, wenn die drei Stangen am Exzenter bleiben.


    Wenn die Gegenkurbel aus Metall werden soll, reicht es auf jeden Fall ohne Verstärkung. Ein größeres Loch im Rahmen sähe nicht so elegant aus.


    Viele Grüße,


    Lenni

  • Hi Lenni,


    mit den aktuellen Möglichkeiten der 3d Drucktechik lassen sich diese Teile wohl leider vorerst nur in Kunsstoff drucken (Shapeways Smoothest Fine Detail Plastic). Metalldruck geht erst ab Materialstärken ab 0,8 mm aufwärts. Aber die Technik schreitet ja schnell voran und ich bin ja auch noch nicht fertig.


    Zur Passung: es wäre denkbar eine Serie zu drucken - eine Art Gussbaum mit Teilen, wo die Vierkant-Öffnung mit z.B. 0,6 beginnt und dann immer ein paar Hundertstel dazu, so dass man Auswahl hat und ausprobieren kann, was am besten passt - ohne viel Feilen. Da die Teile winzig sind, kostet der Druck eines Teils ja nicht sehr viel.


    Zur Verstärkung: Da ja der Rahmen unmittelbar hinter der Kurbel sitzt würde man wahrscheinlich praktisch nicht viel davon sehen, dass die Bohrungen vergrößert sind. Es gibt ja einige Außenrahmen-Lokmodelle, wo man die Kurbel überhaupt nicht nachgebildet hat und stattdessen einfach sehr große Aussparungen im Rahmen gelassen hat - so groß, dass sie dem Durchmesser des Kurbelkreises entsprechen und der verlängerte Kurbelzapfen direkt mit der Radscheibe verbunden ist - so wie bei Innenrahmen Lokmodellen. Hier hat man anscheinend einfach darauf gebaut, dass selbst diese "Riesenlöcher" in der Praxis doch nicht so sehr stören.

    (War das nicht auch bei den I K Modellen von Technomodell mal so gewesen ?)


    Viele Grüße, Matthias

  • Als "Abfallprodukt" hat sich eine Art Modellrad-Baukasten entwickelt. Mit der Angabe einiger Parameter, wie Speichenzahl, Raddurchmesser, Größe des Gegengewichts, ... usw. lassen sich mit wenigen Klicks unterschiedlichste Radtypen designen:


    Hier mit 8, 10 und 12 Speichen und in verschiedenen anderen Variationen:


    Lokräder für Innenrahmen Loks (links à la Österreichische Baureihe U), für Außenrahmenloks mit Kurbel und Rad als zwei Bauteile oder einfach Speichenräder für Laufachsen.

    Man könnte ein Internetportal bauen, was dann nach Vorwahl dieser Parameter eine druckbare stl Datei ausspuckt, die man dann beim Provider seiner Wahl hochladen und drucken lassen könnte. Leider wird das in Metall und in kleinen Baugrößen wohl derzeit noch nicht funktionieren. Ab z.B. für die Gartenbahn wäre das wahrscheinlich tatsächlich schon eine Möglichkeit, wenn man Mal ein bestimmtes Rad bräuchte.

  • Moin,

    bei I materials lässt sich in highe detail steel drucken auch unter deren mindestvorgaben auf eigene gefahr... Kost halt nur ordentlich geht aber.

    Bei meiner K-27 sind es m 0,8 StahlSschrauben die die gefrästen Kurbeln zusammenhalten ist auch alles auseinandernembar und das in 1:160 Schmalspur. Die Schwingenstange ist dann einfach mit ner Niete welche an der Kurbel verlötet ist befestigt.

    Räder Drucken lassen geht zwar aber die müssten dennoch überdreht werden sonst wird das nix.


    Grüße


    Sven

  • Hallo,

    Ich warne vor Stahldruck. Ich habe für meine Zaugg bei I.materialise einiges in Stahl drucken lassen. Aus "Jux" habe ich mal M2 Gewinde versucht. Gewinde war nichts, aber die Löcher hatten nicht einmal passendden Kernlochdurchmesser. Einfach mal Gewinde schneiden in den Stahl war nix. Hier hat mir ein befreundeter Modellbauer geholfen und mehrere Bohrer und Gewindeschneider abgebrochen.

    Die Fräswalzen vorn hatten 5 mm Löcher mit denen sie auf eine Welle aufgeschoben werden sollten. Ging nicht, die Löcher hat mir jemand auf einer Drehbank mit einem von ihm angefertigten Hilfsmittel zur Aufnahme der Walzen aufgerieben.

    Ich hatte zum Befestigen senkrecht zur Achse Löcher vorgesehen, in die Gewindebuchsen rein sollten. Auch hier hat mir eine Profiarbeiter bei der Bearbeitung des harten Stahls geholfen.

    Idee:

    Laßt doch die Dinger bei Shapeways in Messing machen. Vorher mal Testen, wenn man mehrere Bauteile zu einem zusammenfügt, kostet es oft das gleiche wie ein Bauteil, (oder geringfüg mehr als nur ein Bauteil) weil man den Bauraum nicht überschreitet.

    Und später den Kupferkram mit einem Silberbad versilbern. Würde ich bei Interesse später nochmals was schreiben.

    Gedruckt sieht das so aus


    Versilbert sieht das so aus



    Und dann kam noch ein dünner Farbüberzug drauf. In der gleichen Weise habe ich bei meiner Gartenbahn 995811 die Excenterstangen gefertigt.

    cu

    Hans-Jürgen

  • Hallo Sven und Hans-Jürgen,


    vielen Dank für die Tipps! Vielleicht versuche ich das dann wirklich mal mit dem Metalldruck - dann aber eher Messing, obwohl das teurer ist. Ich hatte bereits den Gedanken, den Getriebekörper zu drucken - da könnte man die Kurbeln noch mit anfügen, das würde den Druck sicher nicht allzu sehr verteuern. Schrauben in M 0,8 für die Befestigung hört sich erst mal gut an - das muss aber auch unglaublich winzig sein und dann muss man auch noch die Gewinde in dieser Größe schneiden können. Wahrscheinlich bricht man den Gewindebohrer dann schon ab, wenn man ihn nur mal schief anschaut :sing: ...


    Viele Grüße, Matthias

  • Hallo Matthias,

    Messing wird in Wachs gedruckt und dann gegossen. Deine kleinen Kurbeln können nicht sehr teuer werden.

    Einfach mal diese Kurbeln über Hilfskonstruktionen miteinander verbinden und dann z.B. zu Shapeways hochladen. Da kann man auch gut vergleichen was ein einzelnes Bauteil kosten würde und was mehrere zusammenhängende kosten. Wenn man zuviel Bauteile zusammenführt könnte man in eine neue Bauraumkategorie kommen und dann lohnt es sich vielleicht eher weniger Bauteile zusammenzufügen.

    Das gilt auch für andere Materialien.

    cu

    Hans-Jürgen

  • Guten Morgen Matthias,

    Metallgießen ist immer etwas teurer. Ich empfehle da nicht die "einschlägigen" 3D-Serives aus dem Netz. Ich hab die Erfahrung gemacht habe, dass dieser Weg nicht nur teuer sondern auch die Qualität teilweise im Verhältnis zu den Kosten eigentlich miserabel ist. Ganz zu schweigen von fachlicher Beratung bevor man den Auftrag erteilt.

    Ich empfehle dir, einen deutschen Gußdientleister aus der Schmuck- und Juwelierbranche zu nehmen. Ich habe schon drei verschieden getestet. Dort schickst du dein 3D-Modell hin. Du kannst vorher noch die Volumenskalierung abklären, weil die Firmen das Schrupfmaß ihres NE-Metalls kennen. Die beraten dich auch bei komplizierteren Teilen, wie die Angüsse sein sollten (Form, Dicke und Durchmesser). Zudem bauen diese Firmen für ca. 40 € bis 50 € auch kleiner Silikonformen, wenn man Mehrfachabgüsse haben möchte. Das rechnet sich ab ca. 10 bis 15 gleichen Teilen bereits. Die Formen bekommt man mit der Ware übergeben.

    Beim 3D-Modell muss das Modell von den Rendereinstellungen (Zahl der Linien pro Bogen / Fläche) möglichst groß sein, sonst sieht das Ergebnis wie bei billigem Plaste-3D-Druck aus. Schaue dir mal bei meinem Bahnhof Kipsdorf den Uhrturm an. Das ist alles in 3D modelliert, vom Dienstleister in Wachs geplottet, anschließend im gleichen Hause in Bronze gegossen und nach dem Gießen feingestrahlt. Der Uhrkörper ist rund und das Material von der Härte ausreichend für das Bohren kleiner Löcher schon fast zu) hart. Die Gußmodelle für den Uhrturm haben mich ca. 190 € inkl. Porto gekostet. Alle von mir getesteten Dienstleister lagen nach Noten (von mir subjektiv vergebenen) zwischen 1 und und 2+. Wenn du möchtest, sende mir eine PN und kann dir meinen Favorit bei den Dienstleistern nennen.

    Bitte bedenke bereits beim Konstruieren daran, dass man durch das Verkleinern an physikalische Grenzen kommt. Nicht alles, was maßstäblich verkleinert wird, lässt sich anschließend noch Fertigen (ätzen, gießen, etc.). Zudem ist die Mechanik (hiermit sind Werkstoffkunde und Bruchmechanik gemeint) leider nicht linear zum Maßstab. Kleiner Bauteile können im Vergleich zum maßstäblich größeren deutlich weniger Kräfte übertragen (nicht proportional zum Maßstab) und ertragen.


    PS.: Wie immer - bei der Eisenbahn sitzt der Teufel im Abteil.


    Viel Erfolg weiterhin wünscht Jochen

    Es lebe das vierte Element und alle seine Aggregatzustände!