Die Kohlebahn - Altenburg-Zeitz

  • Liebe Freunde,

    angeregt durch den Beitrag zum Bw Altenburg habe ich einige Fotos der Bahnstrecke Altenburg - Zeitz gefunden.

    Planmäßigen Dampfbetrieb auf dieser leider inzwischen nur noch teilweise dem Güterverkehr dienenden Strecke habe ich nicht mehr erlebt. Aber dafür jagde ich Anfang der 90er hier Ferkeltaxen und Taigatrommeln.

    das die strecke selbst einmal gefährdet sein könnte, hätte ich jedoch nie gedacht.

    War es doch eine wichtige Strecke für die Güterkunden im Raum Altenburg/Zeitz und neben dem Güterverkehr sorgten die Schichtzüge für umfangreichen Reisezugverkehr. Doch das ist alles vorbei, zum einen ist diese Strecke auch ein Opfer verschiedener Verkehrspolitik in zwei Bundesländern.


    Die Königlich-Sächsischen Staatseisenbahn eröffnete 1872 diese Strecke und führten den Betrieb. Vor allem der Güterverkehr wurde das Rückgrat dieser Verbindung. Wegen des stetig zunehmenden Güterverkehrs war in den 1930er Jahren die Verlegung eines zweiten Gleises geplant, was wegen des Krieges nicht vollendet werden konnte. Nach Kriegsende 1945 ließ die sowjetische Besatzungsmacht die bereits verlegten Abschnitte des zweiten Gleises als Reparationsleistung abbauen und das Material abtransportieren.

    Weil die Braunkohleförderung nach 1990 reduziert wurde, Kraftwerke aufgegeben wurden, Brikettfabriken und die Teerbude in Rositz geschlossen wurden, sank der Güterverkehr stetig. Der Personenverkehr zwischen Zeitz und Meuselwitz ruht seit dem 28. September 2002, zwischen Meuselwitz und Altenburg seit dem 14. Dezember des gleichen Jahres, der Betrieb war nicht mehr ökonomisch: Zuletzt wies die Strecke durchschnittlich 150 Fahrgäste am Tag auf.

    Fünf Jahre danach, am 15. Dezember 2007 wurde der Abschnitt Altenburg–Meuselwitz stillgelegt. Übrig blieb der Abschnitt von Zeitz bis Kriebitzsch, der seit 2003 vom Unternehmen Contamex intensiv genutzt wird. Ab Kriebitzsch und einschließlich der Bahnhöfe Rositz sowie Altenburg Gbf ist die Strecke an die Waggonbau Altenburg GmbH zur Wagenabstellung verpachtet.

    Ab 2012 wurde der Streckenabschnitt Tröglitz-Meuselwitz stillgelegt. Der Abschnitt Zeitz-Tröglitz gehört der DRE.

    Ein neues Problem entstand durch das Hochwasser 2013, wodurch am 5. Juni zwei Pfeiler der Flutbrücke über die Aue der Weißen Elster beschädigt wurden, so dass die Strecke Zeitz–Tröglitz nicht mehr befahren werden konnte. Um den Güterverkehr der drei Unternehmen im Chemie- und Industriepark Zeitz weiter zu ermöglichen, übernahm die DRE den bereits stillgelegten Streckenabschnitt Tröglitz–Meuselwitz von DB Netz. Somit konnte dieser Abschnitt nach einer Instandsetzung wieder als Bahnhofsnebengleis in Betrieb genommen werden.

    Inzwischen ist die Brücke wieder in Betrieb genommen wurden und der Güterverkehr geht über Zeitz.


    Für den Anfang habe ich ein paar Impressionen von Sonderveranstaltungen bzw. Planzugbespannung.


    86 1333 wurde im Bw Altenburg vorbereitet.


    Abfahrbereit steht sie in Altenburg am Bahnsteig.


    Ankunft in Meuselwitz, einst einem kleinen Eisenbahnknoten mit einem Ost/west und Nord/Süd Kreuz. Letztere Verbindung musste schon lange dem Fortschreiten der Kohle weichen. lange noch existierten die vielen Bahnsteige und deren beträchtlichen Längen in Meuselwitz.


    Was an diesem Tag gefeiert wurde, weiß ich nicht mehr. Zumindest waren die in der ehm. Einsatztstelle Meuselwitz untergebrachten Fahrzeuge hier zu sehen.



    Lange Zeit nicht zu Gesicht bekommen, die 52 9900 alias 52 4900 ohne EDV.


    Die gute alte 55 669 versteckte sich in Meuselwitz und durfte hier mit ein paar interessanten Güterwagen sich aufstellen.



    Einer meiner ersten V200, die aufgenommen habe. Ich wusste der Stern sinkt, aber noch waren diese ja fest im Einsatz im Jahr 1988.


    Ankunft in Zeitz, einem sehr ansehnlichen Bahnhof mit großem Rangierbahnhof und einer großen Einsatzstelle mit riesigen Rundschuppen,

    der heute nicht mehr existiert.


    Umsetzen in Zeitz, eine 119 schleicht sich ins Bild.


    Die Rückfahrt kann angetreten werden.


    Kurzer Halt in Wuitz-Mumsdorf. Einst war das hier ein großer Bahnhof. Der Bahnsteig war früher auf der rechten Seite der Lok und es gab einen zweiten im Ausweichgleis. Die Schmalspurbahn aus gera-Pforten endete hier und auch die Kohlebahn mit 900 mm führt vorm Bahnhof entlang. Heute sind fast alle diese Reste verschwunden und der Haltepunkt liegt in der Pampa.


    Nun wird im BW Altenburg wieder restauriert, die typischen Altenburger Fahrzeuge rahmen sie ein.


    Bei einer Sonderfahrt präsentiert sich 50 849 vor dem Meuselwitzer Lokschuppen. heute hat hier die Kohlebahn ihre Heimat gefunden.


    Auch 80 023 gehörte zu den Exponaten, die hier abgestellt waren.

    Die Sonderfahrt führte über das Elstertalviadukt, welches direkt zum Zeitzer Güterbahnhof führte.


    Das Ende war im Jahr 1999 zu spüren, die Kohlezüge wurden weniger und oft reichte ein Solotriebwagen aus.


    Noch konnte man 5 Jahre zuvor die Bedeutung des Bahnhofes Meuselwitz erahnen, Mora C hatte noch nicht zugeschlagen.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von BRBler ()

  • Hallo BRBler,


    Danke wieder für die schönen Bilder.

    Schade,das ich die Zeit ,vor allem die Sonderfahrten nicht miterlebt

    habe. Ich war doch noch ein bisschen zu jung, um durch die Gegend zu fahren.

    Viele Grüße


    Daniel

  • Ich suche noch ein paar Aufnahmen von den Bahnhöfen zusammen

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • 970-316 ...das mit der späten Geburt kennen wir alle. Ich hätte auch gern rin paar Jahre eher die Kamera besser bedienen wollen und ein paar 44er Öl und 01Öl wären auch nicht schlecht gewesen.

    Aber so ist das nunmal.😊

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hallo Thomas,


    einfach nur schön, dieser Bilderbogen!

    Habe ich mich doch vor 30 Jahren dieser und der umliegenden Triebwagenstrecken ausgiebig gewidmet.

    Der Bahnhof Meuselwitz ist mir eigentlich erst durch die DMV-Sonderfahrt 1988 so recht ins Bewußtsein gelangt.

    Allein der ellenlange Bahnsteig mit dem mitten im Bahnsteigdach thronenden Stellwerk war schon eine Augenweide.

    Im Sommer 1993 ließ ich das mittlerweile verfallende Bw Meuselwitz nochmals intensiv auf mich wirken und freute mich über ein altes Quecksilber-Außenthermometer an der ehemaligen Lokleitung, welches noch intakt war. Kurz überlegte ich, daß dieses wunderbare Relikt sich auf unserem damaligen Münchner Balkon sicher gut machen würde, jedoch überwog das schlechte Gewissen.

    Bei einem späteren Besuch vor Ort fand ich es zerschlagen vor...

    Ich hätte es retten sollen. Aber es war zu spät.


    Bei der Motivauswahl war ich damals nicht so diszipliniert. Gab es eine Möglichkeit, zum gewünschten Bild zu kommen, wurde sie kompromißlos genutzt.

    Kurz nach der Flutbrücke bei Tröglitz stand ein Signal für den folgenden Bahnübergang. Nachdem die Wiesen um die Brücke nur normale Bilder entstehen ließen, galt es am Morgen des 18. August 1993 die Brücke im besten Licht endlich endgültig abzuhaken.

    In der Nikon F301 mit dem 50 f1.4 lag mein damals favorisierter AGFA RS50 Professional und es ging auf das Signal.



    772 166 & 972 762 am 18.08.1993 als P7055 auf der Flutbrücke bei Tröglitz


    Ein schöner Fototag war eingeleitet.


    Viele Grüße

    Thomas