Verschollene VI K im Nahen Osten

  • Hallo,

    Ich bin heute auf einen Artikel aufmerksam geworden wo es darum ging das 2 Neubau, und 3-4 "Altbau" VIK verschollen sind.

    Sie wurden von FTL-Potschappel nach Cottbus gebracht und ab dort ist die Geschichte unbekannt.

    Es heißt das die Stasi ermittelt hat aber nichts rausgefunden hat.

    Es sollen sich schon einige Leute dran gesetzt haben aber ohne Anhalt ist es natürlich schwierig.

    Es wäre mega wenn wenigsten Teile ihren Weg zurück finden würden, vorallen von denn Neubau VIK.

    Loknummern sind auch keine Bekannt außer 99 655.

    Ich finde dass das Thema eine Disskusion wert ist.

    MfG

  • Hallo,


    wenn die Diskussion eine Spur zu den Lokomotiven aufdecken könnte, wäre sie ja sicher hilfreich. Ansonsten bringt das nichts. Von dem großen Rätsel um diese Loks weiß ich, kann aber nichts weiter dazu beitragen.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • Hallo in die Runde,

    die verschollenen Lok über Cs, stehen wohl nicht in Zusammenhang mit den Nachforschungen des MfS. Es gibt drei unklare Punkte. 1. Die Cottbuser Lok wurden entweder verschrottet oder verkauft. Vieles spricht für Letzteres, denn sie sollen in Cs mit Öl eingenebelt und mit Planen abgedeckt worden sein. In Cs wurden sie nachweislich nicht zerlegt. 2. Die Befragungen des MfS in der Awst Wilsdruff beziehen sich vmtl. auf eine andere Lok, die in Teilen (vmtl. Heizkessel), durch einzelne Beteiligte verkauft worden sein könnte. 3. Einen dritten Ansatz zu Spekulationen gibt 99 655. Diese taucht nach z-Stellung in keinen Unterlagen mehr auf und soll Ende 71/ Anfang 72 von Potschappel nach Hainsberg überführt worden sein und dort (glaubwürdige Zeugen vorhanden) mit Kran auf einen Straßentieflader verladen worden sein. Das wäre für die Reichsbahn ein höchst unübliches Vorgehen.

    Ich habe zwar nach all den Jahren wenig Hoffnung auf Klärung aber vielleicht geschehen ja doch noch Wunder.


    Viele Grüße


    Marko

  • Insgesamt ein sehr interessantes Thema! Fraglich ist bloß: Selbst wenn die Loks damals irgendeinen "krummen", sprich inoffiziellen und zum Zeitpunkt des Geschehens um 1975 ggf. illegalen Weg gegangen sein sollten: Warum hüllen sich eventuell noch lebende Zeitzeugen bzw. Wisser um die damaligen Geschehnisse auch heute noch in sagenumwobenes Schweigen, so wie in einem anderen Einzelbeitrag zu diesem Thema (ggf. bei den verlinkten Beiträgen) beschrieben?


    Also wenn die Loks nicht gerade "durch Außerirdische entführt" worden sind, was wohl zur lebenslangen Geheimhaltung zwingen würde: Alles Andere, alles Irdische ist inzwischen doppelt und dreifach verjährt. Und wenn die Loks von Eisenbahnern unter der Hand und mit gefälschten Papieren für Westgeld nach Lampukistan verkauft worden wären: Wozu sollte man das heute, 30 Jahre nach der Wende und knapp 50 Jahre nach dem damaligebän Geschehen noch verheimlichen? Sämtliche regelmäßigen und besonderen Verjährungsfristen nach heutigem Recht sowie nach DDR-Recht sind da abgelaufen...

  • Hallo,


    ich freue mich, dass dieses spannende Thema noch einmal angesprochen wurde. Auch ich bin seit einigen Jahren an den Nachforschungen zum Verbleib der "Cottbuser VI K" beteiligt.


    Weil es schon lange keine neuen Erkenntnisse dazu gab, reifte im letzten Jahr der Gedanke, noch einmal direkt in Cottbus nach Zeitzeugen zu suchen und wir konnten einen Artikel in der Lausitzer Rundschau platzieren, der um den Jahreswechsel 2020/21 in allen Regionalausgaben erschienen ist. Leider immer noch hinter der Bezahlschranke: https://www.lr-online.de/lausi…von-cottbus-54101433.html

    Über die Lausitzer Rundschau gab es insgesamt 3 Lesermeldungen und 2 weitere Rückmeldungen "über 7 Ecken". Ehrlichgesagt hatten wir uns etwas mehr Resonaz erhofft aber die Idee mit dem Zeitungsartikel hätte uns auch einige Jahre eher kommen können ...

    Über eine Lesermeldung kam wiederum der Kontakt zum damaligen Vizepräsidenten der Rbd Cottbus zustande. Das war erst mal vielversprechend. Bei Lokverkäufen o.ä. wurden die entsprechenden Dienststellen der DR "von oben" angewiesen, z.B. eine Lok in einen bestimmten Zustand zu versetzen. Das wurde dann entsprechend erledigt ohne viele Fragen zu stellen. Das konnte, wie z.B. bei 99 5633, bis zur betriebsfähigen Aufarbeitung gehen. Über das weitere Schicksal der 6 VI K konnte er jedoch leider keine Angaben machen.


    Bemerkenswert ist aber, dass auch bei den letzten Rückmeldungen immer wieder, wie schon bei füheren Recherchen, die Begriffe "Hafen Rostock" und "Schweden" genannt wurden. Was könnte es damit auf sich haben?

    750 mm sind eine für Schweden völlig untypische Spurweite. Die einzige Bahn mit dieser Spurweite in Schweden befindet sich in der Westernstadt "High Chaparral" ( https://www.smalandreisen.de/a…ternstadt-high-chaparral/ ).

    Die Entstehung von "High Chaparral" passt zwar zeitlich gut zum Verschwinden der gesuchten VI K, jedoch stammt das dortige Fahrzeugmaterial ausschließlich aus Polen.

    Denkbar wäre, dass Schweden evtl. nur ein Zwischenstop auf neutralen Boden war.

    Verschiedene Nachfragen bei der Deutschen Seereederei, beim Zollamt Rostock und beim Hauptzollamt Stralsund ergaben, dass es in deren Archiven keine Unterlagen aus den 1970er Jahren mehr gibt.


    Entgegen der weit verbreiteten Meinung hat die DR i.d.R. keine Loks direkt "in den Westen" verkauft.

    Handelspartner der Käufer war üblicherweise die Intrac Handelsgesellschaft mbH ( http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?INTRAC ).

    Wenn z.B. für eine Lok ein Interessent "im Westen" gefunden war, kaufte Intrac die Lok für Mark der DDR von der DR und verkaufte sie schließlich für Valuta weiter. Erst in den 1980er Jahren fiel nach langen Verhandlungen auch ein kleiner Teil der "harten Währung" für die DR ab, denn auch die DR hatte diverse Lizenzgebühren zu bezahlen.


    Bleibt also als letzte Möglichkeit nur noch, die Akten der Intrac Handelsgesellschaft bzw. des Bereiches Kommerzielle Koordinierung im Bundesarechiv Koblenz zu duchforsten.

    Die Frage ist nur: Sind wir überhaupt auf der richtigen Spur?


    Bleibt neugierig!


    Viele Grüße

    von der Albert-Bahn

  • Hallo Albert-Bahn,

    Sehr interessant, wäre es nicht denkbar das sie in weiter in denn Osten gekommen sind?

    750mm Achsen können auch auf 760mm fahren. Ein Paar VI K hat es ja schon nach Tschechien verschlagen.

    Es können nicht einfach 6 Schmalspurbullen verschwingen das glaub ich nicht.

    MfG

  • Liebe Freunde,

    es ist echt ein interessantes Thema, dennoch glaube ich, dass wir hier eher mehr Wunschgedanken erleben dürfen.

    Warum soll es denn um ein paar kleine Schmalspurdampfloks so eine Geheimniskrämerei gegeben haben?

    Schließlich waren die Verkäufe von Dampfloks kein großes Geheimnis, selbst wenn es wie bei 01 2204 eine Traditionslok erwischt

    oder 18 314. Wenn wir am Bw Stammtisch saßen, bekamen wir Spunte immer große Ohren. Die tollsten Geschichten erreichten uns da.

    Sogar Bergwerke und Tunnel, wo Dampfloks für die Staatsreserve gestanden haben sollen...

    ...die alten Hasen liebten ihre Mythen und Legenden :-)

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hallo Albert,

    Bemerkenswert ist aber, dass auch bei den letzten Rückmeldungen immer wieder, wie schon bei füheren Recherchen, die Begriffe "Hafen Rostock"

    allgemein kann ich zu dem ganzen Thema nichts beitragen. Das diese gesuchten Lokomotiven nach Westeuropa für Valuta gegangen sind kann man wohl ausschließen. Es würde dazu Meldungen geben.

    Der Hafen Rostock lässt natürlich eine Verschiffung dieser vermuten. Nur wohin? Ich denke das muss dann schon recht weit weg gewesen sein. Denkbar wäre die Lieferung in damals befreundete Länder der DDR. Vielleicht nicht zu den dortigen Staatsbahnen, aber Werk- und "größere" Feldbahnen wären ebenso denkbar.