99 4631 vor 46 Jahren

  • Damals ( 1975 ) sind wir noch mit dem Zelt unter dem Arm zum Camping nach Rügen gefahren.


    Die 99 4631 rangierte gerade in Puttbus.


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    der Mansfelder
    Andreas

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  • Hallo Andreas,


    prima Erinnerung an damals. So ein wenig kann man es auch heute noch nachempfinden, wenn auch mit anderen Loks. Aber bei genauerer Betrachtung fällt schon auf, dass sich doch sehr viel in diesen bald 50 Jahren verändert hat und in den nächsten Jahren noch weiter verändern wird.


    Vieles auf diesem Bild gibt es nicht mehr, anderes in stark veränderter Form und doch rangieren an dieser Stelle täglich Dampflokomotiven, sogar bauartgleiche, wie z.B. heute die 53 Mh (99 4633) neben der 99 4802.

    Das ist doch schon ein riesiger Unterschied zu den meisten damals von Eisenbahnfreunden aufgenommenen Motiven.


    Viele Grüße


    Dampfachim

  • @ Dampfachim Spinn das doch bitte mal weiter, haben die Veränderungen zum Besseren oder Schlechterem geführt. Was gefällt dir, was nicht so?

  • Hallo Oliver,


    das ist ein weites Feld. Insgesamt und auf die Zeit gesehen, hat sich in Bezug auf den Rasenden Roland alles zum viel Besseren gewandelt. Aber das wird eine viel zu lange Geschichte. Ungefähr als das Bild 1975 entstand, fiel ja gerade die Entscheidung zum Erhalt der Strecke Putbus - Göhren. Seitdem gab es bekanntlich etliche Höhen und Tiefen. Heute steht der Roland deutlich agiler und gefestigter da, als 1975. Die Zugfrequenz ist insgesamt deutlich höher und der Fahrzeugpark ist seit 1975 auch wieder deutlich gewachsen. Nach den Stilllegungen der anderen Strecken und Ausmusterungen gab es 1975 5 Dampfloks im Betriebspark und 2 Rangierloks wurden kurz danach als Gerät für den Gleisbau reaktiviert.

    Heute haben wir 9 Dampfloks im Betriebspark der RüBB, dazu noch eine Vereinslok und je eine Rangier- und Streckendiesellok.

    Auch der Reisezugwagenpark wurde wieder deutlich erweitert.

    Der Gleiszustand ist mit damals gar nicht mehr vergleichbar.

    Mit dem anstehenden Bau des Lokschuppens mit Werkstatt und der Fahrzeughalle wird ein weiterer Schritt in Richtung Zukunftssicherung des Rasenden Roland gegangen.

    Man kann die Zeitumstände 1975 und 2021 kaum miteinander vergleichen. Das ist natürlich nicht an der Bahn vorüber gegangen.


    Wenn ich mir dieses Bild ansehe und auch viele andere Fotos aus alten Zeiten (auch eigene Fotos aus den 80ern), so muss ich immer zwischen meiner Betrachtung als Eisenbahner und als Eisenbahnfreund unterscheiden.

    Als Eisenbahner begrüße ich alle Neuerungen ausdrücklich und kann es gar nicht erwarten, in der neuen Lokhalle usw. zu arbeiten. Als Eisenbahner genieße ich das Fahren auf guter Gleislage, wenn man nicht ständig Angst vor dem nächsten Federbruch oder der nächsten Entgleisung wegen Oberbaumängeln haben muss. Das war ja bis zur Sanierung der Gleise mein Eisenbahneralltag. Ich freue mich über in den letzten Jahren gründlich und umfassend aufgearbeitete Fahrzeuge, an denen inzwischen viele Groß- und Kleinteile schon erneuert wurden, so dass die Zuverlässigkeit deutlich höher ist und die Störanfälligkeit erfreulich gering.


    Als Eisenbahnfreund bin ich beim Anblick dieser alten Fotos verzückt. Auch aus eigenem Erleben kenne ich eine viel gemütlichere Eisenbahn zwischen Putbus und Göhren. Allerdings geht mein Träumen, meine Sehnsucht noch weiter, wenn ich Fotos der stillgelegten Strecken betrachte. Egal ob es die RüKB-Nord- oder Südstrecke, oder die Strecken der FKB, MPSB, KKP usw. sind.

    Die Bäderstecke Putbus - Göhren war ja schon immer einen Schritt voraus und auch immer etwas weniger "kleinbahnig".


    Da wir hier in einem Forum für Eisenbahnfreunde sind, freuen wir uns also am Charme, der von diesen alten Fotos und auch von eigenen Erlebnissen aus damaliger Zeit ausgeht, als scheinbar alles viel ruhiger war und jedes Foto eine gewisse Romantik zu versprühen scheint.

    Aber bitte vergesst nicht, dass die Kollegen damals auch viele Sorgen hatten. War es der technische Zustand ihrer Loks, sie waren oft total abgewirtschaftet, war es die schlechte Kohle mit wenig Heizwert, dafür aber viel mehr Schlacke auf dem Rost. Mit der hatten die Heizer ihre schwerste körperliche Arbeit, um mit dem schwächelnden Dampfdruck überhaupt über die Runden zu kommen und den Rost nach der Fahrt wieder von diesem Schlackepanzer zu befreien.

    War es die viel steilere Hirarchie auf den Führerständen, die heutige Lokpersonale nicht mehr kennen.

    Es scheint alles so schön gewesen zu sein, aber bei aller Nostalgie und Verklärtheit. Der damalige Alltag war mühsam.


    Erfreuen wir uns also auch immer an den Möglichkeiten der Gegenwart, auch wenn das angesichts der derzeitigen Krisensituation nicht so einfach ist.

    Es hat alles seine guten und schlechten Seiten und ich mag das Hier und Heute.


    In diesem Sinne wünsche ich uns eine interessante Diskussion über das obige Foto und die Umstände.


    Viele Grüße


    Euer Dampfachim

  • Hallo Achim,


    Herzlichen Dank für deine Worte.


    Als meine Oma mir 1968 aus dem „Westen“ das Buch „Liebe alte Bimmelbahn“ von Karl-Ernst Maedel mitbrachte war es um mich geschehen. Als 10 Jähriger zählte das Buch mit zu meinen Lieblingsbüchern. ( das Buch habe ich noch )

    Davor war ich zwar auch schon Eisenbahnfan, aber ohne Kamera. Die Geschichte mit meinem Onkel ist ja bekannt.


    Ab Weihnachten 1961 hatte ich nur eine Modellbahn. Diesem Hobby bin ich immer noch Treu. Spezialisiert aber mittlerweile auf H0e und H0f.


    Die ersten Möglichkeiten die ich dann hatte um die große Eisenbahn abzuklappern war ab ca. 1970.


    Da waren aber schon einige Strecken nicht mehr vorhanden. Trotzdem kenne ich noch die kleinen Bahnen abseits der großen Strecken. Die meisten davon hat natürlich auch schon das Zeitliche gesegnet und geblieben sind hier zu Lande nur noch die uns allen bekannten Strecken und Museumsbahnen.


    Nun muss ich was gestehen .


    Ich habe mit dem Ende der Deutschen Reichsbahn auch aufgehört hierzulande Eisenbahnfotos zu machen.


    Bei dem Museumsbahnen war ich nach der Wende nur noch in Mansfeld, beim Pollo und in Schönheide. Einmal war ich bei der Preßnitztalbahn. Aber das ist auch schon wieder über 10 Jahre her. In Mügeln war ich nur um die Aufarbeitung einer Feldbahnlok bei MAN Fischer zu begleiten.


    Natürlich hast du Recht, dass als Betriebseisenbahner die schönen neuen Strecken in der Schotterbettung besser sind. Das ist auch gut so.


    Aber ich selbst schwebe in der Erinnerung. So wie damals auch Rügen war. Gleise in einer Sandbettung und ohne Bahnsteigkanten.


    Schmalspurbahnen im Ausland, ja da geht bei mir mittlerweile das Herz auf. Das hat auch einen Grund. Außer einiges in Polen und Tschechien kannte ich alles nicht und kann somit auch keine Vergleiche ziehen ob es früher besser war oder heute.


    Noch abschließend. Ich habe keine Ahnung wie sich mancher Triebwagen oder Lokomotive bei der Bahn AG nennt, aber, wie schon Anfangs geschrieben, kenne ich noch die richtige Eisenbahn mit vielen Geschichten und Höhen und Tiefen.


    Ich habe gesehen das mittlerweile hier auch Normalspur zu gelassen ist.


    Da kann ich bei Interesse auch ab und zu was zeigen. Im Dia Kasten sind immer noch über 10000 Fotos. :)


    Bis dahin


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    der Mansfelder
    Andreas

    Einmal editiert, zuletzt von der Mansfelder ()

  • Hallo Andreas,


    auf dem Foto mit der 99 1779-0 in Schönfeld- Wiesa hast Du auch noch ein schönes Relikt des dortigen Dampflokeinsatzes mit erwischt. Vor der Lok steht die Heizölumfüllpumpe. Dieser Umschlag fand deshalb dort statt, weil man mit der Dampflok das schwere Heizöl aufwärmen musste um es zu den Endverbrauchern zu bringen. Mit den Schmalspurloks konnte man zwischen den Übergabefahrten zur Papierfabrik diese Aufgabe erfüllen.

    Ich hoffe Du hast mehr solche Raritäten im Diakasten.


    MfG

    Helmut