Lokfriedhof - Falkenberg /Elster

  • Danke Reiner mit Deinen Erinnerungen. Roßlau als dampfendes Bw kenne ich schon gar nicht mehr und dennoch gehört es noch in meinen heimatlichen Gefilden, da klingen 50er schon außergewöhnlich.

    Falkenberg bekam bis Mitte der 80er auch noch aus Cottbus, Elsterwerda, Lu. Wittenberg und als Durchreise auch mal vom Bw Nossen Besuch.


    Wieviel Exemplare einer Baureihe aufgehoben werden ist doch eher egal. ich denke aber, es sollte gut in unserem Land verteilt sein. Im Norden gab es immer wenige Museumsloks und wenn man dann ein Freak ist, will man doch nicht durchs halbe Land reisen, um eine Dampflok zu Gesicht zu bekommen. In Brandenburg sorgt 52 8017 für meine tägliche Dampflokdosis, auch wenn es keine echte Brandenburgerin ist.


    Hier habe ich zum vergleich ein paar Fotos aus der Planzeit in Falkenberg.


    52 8044 hatte gerade N66615 aus Eilenburg nach Falkenberg (Fak) gebracht und erfrischt sich jetzt und stillt den Appetit. Im Hintergrund kommt 52 8174 reingerollt, sie hatte vorher einen Nahgüterzug aus Jüterbog nach Fak gefahren.


    In Falkenberger Zeiten gefiel mir die 52 8041 nie so recht. Das Schild hing extrem weit am Zentralverschluss und diese Reflexlampen waren auch nicht mein Hit. nachdem sie nach Engelsdorf kam, war sie gepflegt, das Schild war da, wo es hingehörte und es gab neue Lampen. Im Hintergrund 503577, der Tender daneben gehört zu 52 5679


    Im Winter 1985 heizten 52 8025 und 52 5660 das Stellwerk B20 im unteren Bf.


    Manchmal waren auch Gäste im Bw, hier die Güstener 44 1569 auf dem Weg nach Meiningen.


    Die Einsätze der Altbau Maschinen waren nach 1984 sehr selten geworden, einzig 52 5448 hat sich als Dispolok (Reservelok) gehalten und kam immer wieder vor Sonderleistungen oder als Dieselersatz vor allem was rollte zum Einsatz.


    525660 stand im Jahr 1984 schon auf dem Rand und man dachte schon, das wars


    Doch Falkenberg lies 1985 zum großen Eisenbahnjubiläum alle Altbau 52er für kurze Zeit in den Plandiensten zeigen, was sie konnten.


    Für 52 5679 reichte es sogar noch für neue Fahrwerksfarbe.

    Nur die handgemalten Schilder gingen gar nicht, diese wurden mit

    Papierziffern in Silber überklebt und sahen ganz manierlich aus.


    52 8044 nähert sich der Straßenbrücke über den unteren Bf. und schleppt einen DG nach oben.


    52 8098 zieht ihre Fuhre, die eben aus Jüterbog eingetroffen ist, jetzt zum oberen Bahnhof.


    Nun wurde Falkenberg elektrifiziert, noch waren 52er im Planeinsatz, 52 8044 bringt einen Zug aus Wittenberg zum oberen Bf.


    Der Zustand der Falkenberger Loks war weniger erfreulich und ähnelte manchen Loks,. die heute oben auf dem Friedhof stehen.

    Eins bis zwei Loks wurden geputzt und gewienert, der Rest war wie oben schon beschrieben - Arbeitsmittel,.

    Als die hier abgebildete 52 8120 nach Eilenburg kam, war ihr für zwei Jahre die Pflege sicher.


    Während unten schon die Strippe hing, dauerte es oben länger. Jetzt hatte Falkenberg 1987 nur noch 1 Planlok, zwei weitere Loks waren mit Schleppfahrten im Bahnhof beschäftigt, besser als nichts.


    52 8120 war die Lok, die den Dampflokschalter in Falkenberg ausknipste.


    52 5679 blieb glücklicherweise erhalten und erinnert im unteren Bw an die Dampfzeiten des Bahnbetriebswerkes.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Die Angermünder 528087 war schon länger nur noch Heizlok, trotz Trofimowschieber wurden die Zylinder einfach Zugeflanscht

    und dennoch blieb an ihr vieles dran.

    Hallo Thomas,


    hier ist Dir ein Fehler unterlaufen. Es handelt sich hier keineswegs um die viel bekanntere 52 8087, sondern um 52 8187, zuletzt tatsächlich im Bw Angermünde zu Hause.

    Sie war dort aber nicht als Heizlok eingesetzt, zumindest nicht hauptamtlich. Dafür hatte Angermünde planmäßig die Heizlok 50 3635 und den Dampfspender 50 3693. Zur Vertretung wurden dann auch immer mal 52.80 genutzt, aber nicht als Heizlok "entfeinert".

    Die 52 8187 ging als Betriebslok schon 1986 in den "Ruhestand" und war dann noch längere Zeit auf dem Bahnhof Angermünde abgestellt vorhanden.



    Die Wende erlebte sie gemeinsam mit einigen "Leidensgenossinnen", unter anderem auch der ganz oben gezeigten 52 8035, auf dem bekannten Abstellgleis am Bf. Borckenfriede und gelangte dann in die Sammlung Falz.

    Wie auf dem Foto erkennbar, wurde der Schieber nicht für einen Heizlokeinsatz ausgebaut, sondern viel später, vielleicht erst in Falkenberg.


    Ich war zwar noch nie in Falkenberg und habe mir die dortigen Bw-Teile noch nie angesehen, lehne die Sammlung aber auch nicht ab.

    Im Lokschuppen werden etliche Exponate durchaus in ansehnlichem äußeren Zustand erhalten, so dass man bei einer Besichtigung dort durchaus eine gewisse Bw-Stimmung erkennen kann.

    Die stark verrosteten Lokomotiven im Außengelände machen für viele Zeitgenossen heute einen gewissen Reiz eines "Lost Place" aus. Rein nüchtern betrachtet, können sogar sie für zukünftige Generationen noch von Wert sein, wenn einzelne davon ggf. sogar für unterschiedliche Zwecke noch benötigt werden. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, ist nicht einmal eine betriebsfähige Aufarbeitung einzelner Exponate völlig ausgeschlossen, bei diesen Baureihen aber angesichts der Fülle in besserem Zustand erhaltener Exemplare auch nicht wahrscheinlich.

    Sind sie aber erst einmal zerlegt, ist auch der kühnste Traum ausgeträumt.

    In meinen Augen gibt es keinen Grund, diese Maschinen zu verschrotten und sie zeigen uns den natürlichen Verfall sehr anschaulich.


    Viele Grüße


    Euer Dampfachim

  • Hallo,

    ich möchte meinen, Bild 11 ist von der Straßenbrücke Richtung Süden fotografiert. Rechts der Anbau an B20, links (nicht zu sehen) die Ausbildungsbaracke. Das Gleis ist das der Niederlausitzer Eisenbahn, welches in ca.100m weiter nördlich, heute auf 600mm umgespurt ist.


    Gruß Alfred

  • https://bimmelbahn-forum.de/index.php?attachment/31170-falkenberg528187-130909-jpg/


    Die Angermünder 528087 war schon länger nur noch Heizlok, trotz Trofimowschieber wurden die Zylinder einfach Zugeflanscht

    und dennoch blieb an ihr vieles dran.


    Die Lok zeigt sich mittlerweile auch in einem besseren Zustand:


    dsc01326b6xk4h.jpg


    52 8187, 12.6.2016


    Auch wenn es für einige hier Schrott sein mag, so finde ich es beachtenswert, dass es einen Menschen wie Bernd Falz gibt, der aus eigenem Antrieb heraus und mit eigenen finanziellen Mitteln losgezogen ist und alle diese Fahrzeuge erworben und somit in die heutige Zeit gerettet hat!

    Was wäre sonst mit ihnen passiert? Richtig, sie wären weg! So sind die Fahrzeuge wenigstens heute noch vorhanden, in welchem Zustand auch immer, aber es gibt sie noch! Man kann sie anfassen und fotografieren und eben nicht nur auf alten verblichenen Bildern anschauen!


    Gruß von der Küste


    Robert D.

  • 31188-img-2597-jpg


    Ein Highlight stellt der G10 Nachbau dar, welcher aus Rumänien stammt und der preußisch DR Baureihe 57 entspricht.

    Auch wenn der Zustand sehr schlecht erscheint, eine Aufarbeitung ist zumindest nicht unmöglich.


    Ich sehe gerade in meinen Bildern, dass ich diese Lok 2016 auch fotografiert habe und man sich zwischenzeitlich der Lok angenommen hat.


    dsc01325gnkzp.jpg



    Habe gerade mal nachgeschaut: insgesamt war ich nun schon vier mal in Falkenberg bei der Falz-Sammlung!

  • Ich sehe gerade in meinen Bildern, dass ich diese Lok 2016 auch fotografiert habe und man sich zwischenzeitlich der Lok angenommen hat.

    [Spaßmodus an] Jetzt bekomme ich auch eine Idee, warum die Preußen die Fahrwerke ihrer Loks bevorzugt braun anmalten. Sehr authentisch und historisch korrekt! [Spaßmodus aus]

  • Falkenberg war einst ein echtes Drehkreuz der Eisenbahn, hier kreuzten die Bahnstrecken Leipzig - Cottbus; Wittenberg-Riesa, Jüterbog-Horka und die Niederlausitzer Eisenbahn zweigte über Herzberg in Richtung Uckro ab.

    ......


    Hallo Thomas,


    erstmal besten Dank für Deinen umfangreichen Beitrag über Falkenberg (Elster) und sein "oberes Bw".

    Zu den beschriebenen Streckenverläufen hätte ich aber mal eine Rückfrage zur Bildung der Relationen, die mir zumindest eigenartig erscheinen. Worauf beziehst Du diese?

    Ich halte nach der Entstehungsgeschichte und auch der heutigen Streckenzurodnung gemäß folgende Relationen für zutreffender (Begrenzung der alten Relationen durch eine "neue" Staatsgrenze).

    Halle (Saale) - Cottbus - Guben,

    Jüterbog - Röderau (-Riesa),

    Roßlau - Wittenberg - Elsterwerda-Biehla - Hoyerswerda - Horka

    und die Strecke Falkenberg (Elster) - Luckau - Lübben - Beeskow.

    Da spielen die aktuell im durchgehenden Reiseverkehr befahrenen (oder auch nicht befahrenen) Relationen wie Leipzig - Cottbus keine Rolle, wenn man sich auf den Bau und Betrieb der Strecken bezieht.


    Falkenberg ist auch heute noch ein großer und auch sehenswerter Eisenbahnknoten, wenn auch ganz anders als vor über 30 jahren. Manches davon ist schade, anderes zwangsläufig und vermutlich alles nur ein Zwischenzustand einer mit jeder Minute schon wieder Vergangenheit werdenden Geschichte. Ein besonderer Witz und hoffentlich bald wieder Geschichte ist der Sachverhalt, daß in Falkenberg (Elster) S-Bahnen halten, die alle Attribute einer S-Bahn mit Füßen treten. Aber zeitgemäß hat man ja auch die mal relativ eindeutigen Definitionen einer S-Bahn so korrumpiert, daß seit einiger Zeit fast alles S-Bahn heißen darf. Es wird "nur" vergessen, daß damit das Symbol seine Wirkung völlig verliert, wenn es in Falkenberg oder Beilrode am Bahnsteigzugang herumlungert.

    Gruuß

    217 055

  • Hallo 217,

    da gebe ich Dir recht, als ich den Beitrag schrieb - mache ich manchmal in einer Denkpause vor dem Mittag, war ich bei der Auswahl der Relationen wenig kreativ.

    So schnappte ich mir nur die Aufteilung in alle Himmelsrichtungen, die aber keine Bezug auf die Streckengeschichte bzw. Zugläufe hat. Vielmehr sollte nur deutlich werden, dass Falkenberg schon mehr ein Stern als ein Kreuz darstellt.

    Ich denke, Streckengeschichte ist da die Bessere Wahl, Halle - Eilenburg - Falkenberg - Sorau wäre so ein Beispiel.


    Alfred Mitte der 80er gab es ja über den Falkenberger Bahnhof eine Behelfsbrücke, die sieht man hinter 52 8025. Die alte und neugebaute Straßenbrücke war weiter nördlich, daher auch die unterschiedlichen Perspektiven.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • ...

    So schnappte ich mir nur die Aufteilung in alle Himmelsrichtungen, die aber keine Bezug auf die Streckengeschichte bzw. Zugläufe hat. Vielmehr sollte nur deutlich werden, dass Falkenberg schon mehr ein Stern als ein Kreuz darstellt.

    Ich denke, Streckengeschichte ist da die Bessere Wahl, Halle - Eilenburg - Falkenberg - Sorau wäre so ein Beispiel.

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    Hallo nochmal,


    nach diesem Muster habe ich ja die Strecken aufgeführt, nur eben den (sogar zuerst eröffneten) Abschnitt Cottbus - Guben anstelle dem nach Sorau über Forst ausgewählt, so wie es auch die Streckennummer heute ausweist. Es paßt bis auf das "unnatürliche" Ende in Guben eigentlich alles zusammen. Zweigleisige Strecke, durchgehend elektrifiziert und im kompakten Zeitraum von 5 jahren nach einheitlichen Standards durch eine einzige Gesellschaft erstellt. Dazu gehörten dann eben auch die Abzweige nach Forst und Leipzig, die zeitweise wechselnd mal die größere Bedeutung für durchgehende Verkehre hatten oder haben.

    Und ja, Falkenberg (Elster) fehlt(e) zum vollständigen "Stern" eigentlich nur eine Strecke nach Südwesten.

    Gruuß

    217 055