Im Februar 1996 nach Kipsdorf

  • Hallo,

    durch den Lockdown kam ich die letzten Monate dazu meiune Dias zu scannen. Mit dabei waren auch Bilder von einem Abstecher von Freital nach Kipsdorf. Ich war mit einer Projektgruppe in Freiberg unterwegs und dachte: wenn du schon mal in der Gegend bist, hängste einfach noch einen Tag dran und besuchst die Weißeritztalbahn. Entstanden sind Mitfahrerbilder, oft aus dem Schatten, aber ich zeig einfach mal ein paar. Gefahren bin ich einmal hoch und runter, dann musste ich mich auf den Heimweg machen.

    Vorwegschicken muss ich noch, dass ich die Neunziger Jahre eisenbahnmäßig fast ausschließlich bei "meiner" Museumsbahn vor der Haustür verbracht habe, bei der ich zu jener Zeit im Kochertal ziemlich aktiv war; Zeit um andere Bahnen zu besuchen blieb da nicht (was im Nachhinein betrachtet aber mehr an der Damenwelt als an der tatsächlichen Zeit lag), sodass es nach diesem Besuch tatsächlich 23 Jahre gedauert hat, bis ich wieder bei einer sächsischen Schmalspurbahn war.


    Morgens in Hainsberg, der Zug wird bereitgestellt. Zuglok war die Altbaulok 99 747 - im Frühjahr '96 hingen aber die unsäglichen DB-Computernummern an den Loks.


    In Dippoldiswalde steht die Lok dann im Licht:


    Das Foto vom Gegenzug kann man eher vergessen, ich stelle es aber wegen der Bahnsteigüberdachung ein, die damals wohl gerade renoviert wurde.


    Ja, das Licht war abspruchsvoll im Winter im Tal....


    Angekommen, ab ans Wasser


    Die Bahnsteigsperren haben mich damals völlig vom Hockler gerissen, wahrscheinlich habe ich vor Aufregung gezittert und deshlab kein scharfes Bild zusammenbekommen :/ Stehen die Häuschen noch?


    Dann kam der nachfolgende Zug in Kipsdorf an, gezogen von 099 753 alias 99 789.


    Die Uhr hat mich auch total fasziniert!


    Zurück gings dann wieder mit der Altbaulok - ich stand auf der ersten Plattform direkt an der Rauchkammer. Hatte/hat die Lok eigentlich Trofimoff-Schieber? Ich erinnere mich noch an das Klacken nach Öffnen des Reglers bei den Abfahren, das würde ja darauf hindeuten.

    Die Signaltafeln haben mich auch sehr beeindruckend - für mich war die gesamte Bahn einfach ein sehr stimmiges Gesamtensemble. Wenn es mit der Seuche irgendwie zusammenpasst, ist für August ein neuerlicher Besuch dort geplant - ich befürchte aber, dass ich von dem Flair nicht mehr viel vorfinden werde (das erlebe ich ja auch bei meiner namensgebenden Bahn in der Schweiz auch bei jedem Besuch neu, das wieder ein Stückchen Flair weg ist - aber ich gebe zu, ich bin ein hoffnungsloser Nostalgiker...)


    Kreuzung in Seifersdorf; 99 771 wartete auf den Gegenzug (also uns).


    Irgendwo in der unteren Häflte der Strecke bin ich dann weiter nach hinten in den Zug (soundtechnisch hielt sich das Spektakel bei der Talfahrt ja in Grenzen), und ich konnte immerhin noch ein Bild mit der Lok in der Sonne machen.


    Das war mein bisher einziger Besuch im Weißeritztal - es war saukalt, aber wunderschön!


    Grüße,

    Andreas

  • Hallo Andreas,


    ich versuch mich mal an ein paar Antworten.


    .... ich befürchte aber, dass ich von dem Flair nicht mehr viel vorfinden werde (das erlebe ich ja auch bei meiner namensgebenden Bahn in der Schweiz auch bei jedem Besuch neu, das wieder ein Stückchen Flair weg ist - aber ich gebe zu, ich bin ein hoffnungsloser Nostalgiker...)


    Ja und nein. Einerseits ist die Strecke ja in den Jahren nach 2002 doch in erheblichen Teilen neu gebaut worden (teilweise sogar mit Neutrassierung (Ulberndorf)), andererseits hat der Denkmalschutz und die IG Weißeritztalbahn doch auch dafür gesorgt, daß doch einiges Flair immer noch oder wieder vorhanden ist. Aber natürlich mit Einschränkungen.


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    Das Foto vom Gegenzug kann man eher vergessen, ich stelle es aber wegen der Bahnsteigüberdachung ein, die damals wohl gerade renoviert wurde.


    .....

    Zurück gings dann wieder mit der Altbaulok - ich stand auf der ersten Plattform direkt an der Rauchkammer. Hatte/hat die Lok eigentlich Trofimoff-Schieber? Ich erinnere mich noch an das Klacken nach Öffnen des Reglers bei den Abfahren, das würde ja darauf hindeuten.


    Naja, das Bahnsteigdach in Dippoldiswalde war marode und wurde anfang der 1990er einfach entfernt, die Unterkonstruktion blieb stehen. Wenn ich mich recht erninnere, war es ein langjähriger Kampf der IG Weißeritztalbahn, bis dort wieder ein Dach errichtet wurde.


    Ja, Trofimoff-Schieber stimmt grundsätzlich.

    Gruuß

    217 055

  • Hallo Andreas,


    gleich noch eine Antwort hinterher: Die Kabinen der Bahnsteigsperre im Bahnhof von Kipsdorf existieren auch noch.

    freundliche Grüße aus Penig!


    Michael

  • Hallo,

    vielen Dank für eure Rückmeldungen - mir war beim Schreiben gar nicht bewusst, dass ich so viele Fragen im Beitrag aufgeworfen habe. Ich freu mich jedenfalls wie Bolle auf den August und bin gespannt!

    Grüße,

    Andreas