• Können wir uns bitte trotzdem einigen, dass auch die Momente der Ruhe etwas mit Bimmelbahn zu tun haben müssen?

    Schmalspuriger geht es nicht mehr...

    Wo doch das bimmeln alles andere als Ruhe ist. Wenn einem nach 50 Seiten und zig Beiträgen sowas einfällt hat man 50 Seiten und zig Beiträge irgendwie grundsätzlich was nicht gemacht..

    Der Sächsische Bahnhofsblock hat übrigens auch eine Bimmel...
    Also völlig Bimmelbahnkonform... :-D

  • Zu dem Fehler vom Saarsachsen, es ist doch keiner. Die Grundstellung ist doch "weiß auf weiß".

    Wenns dann taut und der Schnee weg ist, dann ists ein Fehler. ;-));). Gruß Rudi.

  • Die Güter sind verladen, der Zug nach Bad Doberan steht bereit. Doch bis zur Abfahrt ist noch Zeit. Während der Lokführer sich noch einen Kaffee bei der Fahrdienstleiterin des Bf Heiligendamm einverleibt, gönnt sich der Heizer der 99 323 etwas Ruhe. Auch Eisenbahner Emil genießt den freien Moment nach getaner Arbeit und schlendert in Gedanken und pfeife rauchend den Bahnsteig entlang.

  • Ruhe is wenn gar nix bimmelt und alles steht..

    Nu hat das Bimmelkurbelfon aber doch nen direkten Draht zum ESTW.. 😉

    Der Sächsische Bahnhofsblock hat übrigens auch eine Bimmel...
    Also völlig Bimmelbahnkonform... :-D

  • Hallo in die Runde.

    Momente der Ruhe, ja die gibt es hier schon seit einigen Jahrzehnten wieder. Doch früher war hier durchaus einiges "los"! Nachdem die bis zuletzt dort noch wohnende Witwe des letzten Eigentümers im vergangenen Jahr mit 105 (!) Jahren verstorben ist, herrscht dort nun wirklich Ruhe...

    Nachdem ich der Dame noch zum 104. Geburtstag gratulieren konnte und noch die ein oder andere Anekdote aus alter Zeit in Erfahrung zu bringen war, wollte ich heute den nebligen Morgen mal zum fotografieren der Landschaft nutzen, bevor die Bäume und Büsche wieder reichlich Blattlaub tragen. Und schließlich kommt man ja auch nicht jeden Tag an so einem verträumten Ort vorbei...

    Aber: wo war ich? (Kleiner Hinweis: wir "sehen" hier drei Spurweiten! - wenn wir sie noch sehen könnten... ;) )

    Ich wünsche viel Spaß beim Rätseln. Und wer die sehr ruhige Örtlichkeit zuordnen kann: bitte ruhig melden!

    (Ich löse dann gerne heute abend auf, aber wie ich Euch kenne, habt Ihr das eh bald raus. )


    Nachtrag am Abend: Vielleicht hat es der ein oder andere erkannt - wir befinden uns im Tal der Jagst im Streckenabschnitt zwischen Krautheim und Klepsau der ehemaligen Nebenbahn Möckmühl - Dörzbach, direkt am zeitweiligen Haltepunkt "Assamstadt - Horrenbach". Hier zweigte bis vor langer Zeit ein kurzes Anschlußgleis zur Holzhandlung und Sägereibetrieb Ritter ab, damit die gesägten Hölzer ohne Zwischentransport direkt am Lagerplatz verladen werden konnten. In der Regel wurde direkt auf aufgeschemelte Rungenwagen der Staatsbahn verladen - damit wären schon mal zwei Spurweiten geklärt: 750mm der Nebenbahn M - D und die Normalspur der Staatsbahn.

    Kurios mutete hier die Transportweise der gesägten Hölzer an, wenngleich sie unkonventionell und kostengünstig war: Die Bretter, Bohlen und Balken wurden im gegenüberliegenden, direkt an der Jagst befindlichen Sägewerk zugerichtet und mit der 600mm Lorenbahn -händisch- über die Landstraße hinweg auf den Lagerplatz geschoben... Nach Aussage der alten Dame sei dabei nie etwas passiert, wenngleich schon damals "ordentlich" Verkehr auf dieser das Tal entlang führenden Staatsstraße war.

    Bild 1: "Ob rechts, ob links - welch edle Frage..." ( Frei nach Otto Walkes )

    => Ein Blick auf die Abzweigstelle: die linke Baumreihe wächst auf der Trasse des Anschlußgleises, das im Bogen in Richtung des Fotografen führte. Die rechte Baumreihe (oder was die letzten Stürme davon übrig ließen.. ) säumte die Trasse der Bahnstrecke.


    Bild 2: "Mann, sind die dick mann..." , die Bretter, die von hier aus starteten und manchmal erst schwimmen lernten, bevor sie dann in München zuerst veredelt und dann mit einem edleren "Nass" in Verbindung gebracht wurden...

    => Die Wälder Hohenlohes sind bekannt für ihre Buchen und Eichen, die bei den Holzauktionen zu hohen Preisen ihre Liebhaber im In- und Ausland finden. Die Holzhandlung Ritter belieferte lange Zeit Kundschaft im Münchner Raum mit gut abgelagertem Eichenholz, das für die Herstellung von Bierfässern bevorzugt wurde.

    Hin und wieder kam es vor, daß der frisch beladene, aufgeschemelte Rungenwagen Möckmühl nicht planmäßig erreichte, da er vorher aufgrund der schlechten Gleislage umkippte. Zumeist passierte dies im Abschnitt zwischen Kloster Schöntal und Berlichingen, wo die Strecke eng am steilen Felshang bzw. bewaldeten Steilhang einerseits und direkt neben der Jagst auf der anderen Seite entlangführte. Bei den alten Bahnern war dieser "feuchte" Abschnitt besonders in der kalten Jahreszeit gefürchtet, wenn die Sonnenstrahlen erst spät am Tag den Gleiskörper erreichten. Aber selbst dann konnten sie nur die Häfte des Schotterbetts erwärmen, die andere Hälfte blieb vom Hang beschattet und damit auch am Tag noch "gefroren". Wenn dann im Zugverband ein schwer beladener, auf Rollschemeln stehender Waggon eingereiht war, senkte sich beim Befahren die flußseitige Hälfte des Gleises deutlich mehr, was Wagen mit hohem Schwerpunkt gerne ins Wanken und Schwanken brachte. Nach Auskunft früherer Sägewerks-Mitarbeiter (damals Lehrlinge oder frische Gesellen, heute bereits im hohen Alter stehend) kam es im Lauf der Jahrzehnte allein im dortigen Streckenabschnitt mehrmals vor, daß ein Rungenwagen umkippte und sich die teure Ladung in Richtung Jagst entleerte. Neben dem Wiederaufrichten des entgleisten Wagens war dann auch das einsammelt des teuren Ladeguts entlang der Jagst flußabwärte eine zeitaufwändige Plackerei.

    Für die Sägerei Ritter ein Trost: die Versicherung der Bahn mußte für die Schäden einstehen. Der Kunde bekam baldmöglichst neue Ware...

    Für die Aufkäufer im Münchner Raum aber auch eine Gelegenheit, später dann das wertvolle Holz bei der Versicherungsgesellschaft als Havarieware deutlich günstiger zu erwerben. ;)

    => Gleicher Standort, ein Blick in die entgegengesetzte Richtung: In der Bildmitte verläuft das Anschlußgleis noch im Bogen, dem sich dann ein kurzer, gerader Gleisabschnitt anschloß, samt Seitenrampe.


    Bild 3: Auch heute herrscht hier wieder ein normaler Wasserstand im Bachlauf, die Brücke steht schon seit etlichen Jahrzehnten mit dem unteren Teil im Wasser. Wenn es mal kräftig geregnet hat, dann dient sie auch als Grobfang für Äste, Bäume und manchmal auch für allerlei Haushaltsgegenstände aus der bachaufwärts gelegenen Siedlung.

    => In der entgegengesetzten Richtung zu Bild 1 überquerte die Bahnstrecke auf einer sehr einfach konstruierten Brücke den Horrenbach. Offensichtlich hat man hier schon seit Jahrzehnten den Bachlauf nicht mehr von seinen Ablagerungen befreit, so daß seit vielen Jahrzehnten der Brückenüberbau selbst wortwörtlich "im Wasser steht".

    Rechts im niederen Dickicht erkennt man noch eine für Möckmühl - Dörzbach typischen Hektometer-"Tafel": eine auf auf ein altes Schienenstück aufgeschweißte Ronde, weiß angemalt und mit Schablonenschrift beschriftet. (Hier Bahn-Km 35,5 ) Auf der anderen Flußseite hat eine für die Gegenrichtung aufgestellte Geschwindigkeitstafel die Jahrzehnte ohne Bahnbetrieb überdauert und träumt davon, daß hier vielleicht in ferner Zeit doch einmal wieder Züge vorbeifahren... ;)


    Bild 4: "Mit allen Wassern gewaschen..." ist das kleine Brücklein, denn von allen Hängen und Seitentälern fließt das Wasser -teils erst direkt oberhalb vom Bauwerk- in das Bächlein. Die Pflanzen- und Tierwelt freut sich ob des weichen und nassen Bodens und des feuchten "Kleinklimas", wie man wohl auf neudeutsch sagt.


    Bild 5: Trotz ständiger Wässerung durchaus noch ordentlich "in Schuß"...


    Zur Verdeutlichung der Örtlichkeit der Scan ein Übersichtsplan vom Privatanschlußgleis. (Vorlage: Aktenbestand der Bahnverwaltung Dörzbach)

    Herzliche Grüße, Uwe

    Einmal editiert, zuletzt von 99 716 (15. Januar 2026 um 23:52)

  • Hallo,

    einen Moment der Ruhe fand ich heute bei der Schwarzbachbahn. Im Winter ruht ja bekanntlich der Betrieb, insofern ja nichts Besonderes. Und doch lies mich der Blick einen Moment inne halten.

    Wer sollte zu dieser Zeit hier Pfeifen?

    Auch wenn hier kein Zug kommt, heißt es dennoch sich zu überzeugen ob dem so ist!

    Grüße, Mike.

  • Hallo Kollegen,

    bei meinen Besuchen in Wolsztyn habe ich auch immer wieder Momente der Ruhe erlebt, eine kleine Auswahl möchte ich hier zeigen.

    Ok22 31

    Pt47-65 und Ol49-23

    Nachtruhe

    Viele Grüße Christian

  • Vier ganz unterschiedliche „Momente der Ruhe“ bei Klein- oder Nebenbahnen:

    Im nachmittäglichen Bruchhausen-Vilsen feiern Wasserkran und Kohlebansen Pause, während bei der V29 gerade „Klappenlüften“ stattfindet, um Teile für die HU zu demontieren: 17.09.2023


    Ein Moment der Ruhe am BÜ nahe der Haltestelle Bramstedt Kurhaus der AKN. Die Schrankenbäume sind seit ca. 15 Minuten unten, der VT steht mit Fahrgästen auf freier Strecke (hinten sichtbar), die aufgrund eines über das Gleis gefallenen Baumes gesperrt ist und die Polizei läuft gerade die Strecke ab. Ein nervöser Autofahrer hat die Ruhe nicht mehr aushalten, sich zwischen den geschlossenen Schrankenbäumen durchgefädelt und ist dafür von den Beamten in die Zange genommen werden, nun ist die Anlage offen: 24.01.2024


    Ein längerer Ruhemoment in Nordborg bei ‚E‘Kleinbahn‘. Der ehemalige Bauernhof dient dem Verein, der ein Teilstück der früheren Alsener Kreisbahn (ABA), einer typischen Lenzbahn im damaligen Nordschleswig und der heutigen dänischen Insel Als wiederaufbauen möchte, als Domizil. Unter der Plane findet sich das erste wiederaufgebaute Schmalspurfahrzeug, ein geschlossener zweiachsiger Gw, im hinteren Lokschuppen das Verschubfahrzeug und ein Personenwagenkasten. Der Traktor links wird für den Gleisbau genutzt: 05.01.2025


    Im Bahnhof Neckarbischofsheim-Nord ist auf der Abzweigbahnsteigseite schon lange kein regulärer Fahrgast mehr zugestiegen. In der Nachmittagssonne blättert der Lack von der ölgefeuerten 01 1081, die hier „zwischengeparkt“ wurde: 19.04.2025