Modernisierung der Woltersdorfer Straßenbahn

  • Ja, den ÖPNV stärken schon. Um Verkehr von der Strasse auf die Schiene zu bringen.

    Der motorisierte Individualverkehr muss auf's absolut notwendige Minimum reduziert werden.

    Wie soll das gehen? Heutzutage wird von der Gesellschaft Mobilität verlangt, egal um welchen Lebensbereich es geht. Während man früher selbst auf dem Land Arbeit gefunden hat, jedes Dorf seinen Lebensmittelladen, Dorfkneipe und Dorfschule hatte, muss man heutzutage für alles mobil sein.


    Wie definiert man gesellschaftlich ein absolut notwendiges Minimum? Und zählen E-Bikes auch zum motorisierten Individualverkehr?


    Was ist mit Internetverkehr (ernsthaft gemeint!)? Einige Prozente des weltweiten Strombedarfes entfallen schon auf die Rechenzentren, hinzu kommt noch die ganze Vernetzung. Auch ein Funkmast benötigt Strom. Hier könnte man auch ansetzen....


    By the way.... einen Versuch der Reduzierung der Mobilität hat man ja 1990 in Ostdeutschland unternommen, in dem man alles platt gemacht hat.... dummerweise gab es aber noch Menschen, die Bedürfnisse jenseits von ganzen Tag TV schauen hatten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben wollten.... und dann stieg der Verkehr wieder an.




    Bitte nicht falsch verstehen - ich bin auch für die Reduzierung des Verkehrs, keine Frage - aber auf ein sinnvolles Maß, nicht auf ein absolut notwendiges Minimum.



    VG Tilo

  • tobtilo:


    Mit Deinen Argumenten hast Du absolut Recht.

    Genau das ist das Dilemma, welches bisher noch niemand (politisch/gesellschaftlich/technisch) lösen konnte:


    Klimaschutz bei kurzfristig gleichbleibendem Wohlstand/Mobilität/Freiheiten für alle Schichten und alle Kontinente.


    Entweder der Mensch wird zukünftig und schnell in der Lage sein, diese Kombination ingenieurstechnisch zu lösen.

    Oder durch die Folgen des Klimawandels werden vielerorts Wohlstand+Gesundheit "automatisch" sinken, ohne dass wir

    noch ein Mitspracherecht daran hätten.


    Aber Du und ich - wir sind mit einer Gesamtlösung da ganz sicherlich überfordert.

    Ich habe selbst keine schlaue Idee - und wenn, wäre sie politisch derzeit nicht kommunikationsfähig.

    Beste Schmalspurgrüße aus dem Spreewald

    Christoph

    Einmal editiert, zuletzt von merane ()

  • [...] (denke gerade an Dresden, was ist da an Straßenbahnnetz in den letzten 30 Jahren hinzugekommen?). [...]

    Hallo Matthias,


    hier findest du einige Informationen zur Beantwortung deiner Frage:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…Fenbahn_Dresden#Seit_1990


    Als kurze Zusammenfassung:


    - 1990er Jahre: Modernisierung Pilotlinie 2

    - 1999: Neubaustrecke Linie 3 zwischen Nöthnitzer Straße/Westendring

    - 2004: Neubaustrecke Sternstraße - Riegelplatz

    - zweigleisiger Ausbau mehrerer Strecken (Kleinzschachwitz, Niedersedlitz, Laubegast)

    - 2006: Knotenpunkt Postplatz

    - 2008: Neubaustrecke Linie 7 Gorbitz - Gompitz

    - 2011: Neubaustrecke Linie 10 Vorwerkstraße - Messe Dresden

    - 2019: Neubaustrecke Umverlegung Linie 9 / 13 Tiergartenstraße - Wasaplatz

    - 2019: Knotenpunkt Tharandter Straße


    Gruß Ronny

  • Moin,


    und dann rechnen wir bitte noch alles ab, was in den letzten 30 Jahren in Dresden stillgelegt wurde. Die Neubaustrecke nach Coschütz von der Nöthnitzer Straße aus ist ja nur Ersatzneubau für die Strecke durch Alt-Plauen, auch die Umverlegung Wasaplatz erscheint mir jetzt nicht als die große Errungenschaft.


    Aber das ist kein Dresdner Phänomen, in Leipzig nähme sich das Ganze noch weit bescheidener aus.


    Martin

    DRÁHA STA OBLOUKŮ - Die Hotzenplotzerin

  • Hallo Martin,


    in den 90er Jahren gab es zweifellos große Umwälzungen in vielen Bereichen des täglichen Lebens (Wegzug von Bevölkerung, Zunahme des MIV, Verlagerung & Wegfall von Arbeitsplätzen). Das da einige Anpassungen notwendig waren kann keiner abstreiten. Gerade die von dir angeführten Beispiele bedeuteten eine wesentliche Verkürzung der Fahrzeiten und/oder der Umsteigebeziehungen mit anderen Formen des ÖPNV. Auch das sollte bei der Betrachtung eines modernen ÖPNV berücksichtigt werden.


    Die Umverlegung Wasaplatz ist außerdem Voraussetzung für den Verkehrszug Wasaplatz - Zellescher Weg - Nossener Brücke - Tharandter Straße im Rahmen von Stadtbahn 2020.


    Gruß Ronny

  • Das Aus für die Gothawagen

    Hallo

    Unter dieser Überschrift steht heute ein halbseitiger Artikel in der MOZ.


    Zwei bis vier neue Züge sollen besorgt werden, nach Aussage des Betriebsleiter der Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn (SRS).

    Die Ausschreibung läuft bereits.

    Hauptgrund ist die Schaffung von Barrierefreiheit.

    Zeitpunkt der Umstellung soll das Jahr 2023 sein.

    Die alten Gothawagen sollen laut Tramchef als Museumszüge und für Sonderfahrten unterwegs sein.


    Soweit das wichtigste aus dem Artikel.

    _________________
    mit freundlichen Grüßen,

    Hans
    aus SRB.
    --------------------------------------
    icon_wink.gif Wer gut schmert , Der gut fährt icon_wink.gif

  • Am Wochenende nutzte ich die Möglichkeit zu einem Besuch der Strassenbahnen Rahnsdorf - Woltersdorf

    und Rüdersdorf - Friedrichshagen. Touristisch war, überraschenderweise, sehr wenig los.


    Der Rüdersdorfer Fuhrpark ist quasi ein Blick in die Woltersdorfer Zukunft.... Noch ein Tatra-Verbund scheint unterwegs zu sein. Der Rest der Tschechen wuchert im Betriebshof zu. Und die neue Generation hat übernommen.


    Als Nostalgiker liebe ich natürlich die Gothaer Triebwagen. Aber einige Gespräche mit den Einheimischen ergaben, dass unter der Woche

    wohl beim Pendlerverkehr richtig der Bär steppt. Und eine Modernisierung in Woltersdorf rational tatsächlich ein sinnvoller Schritt sein könnte.

    Wie zum Beweis klagte eine ältere Fahrgästin über den hohen Einstieg...









    Beste Schmalspurgrüße aus dem Spreewald

    Christoph

    Einmal editiert, zuletzt von merane ()

  • Hallo merane,


    danke für die Impressionen von Deinem Ausflug. Dein Eindruck in Schöneiche bzgl. des Fahrzeugeinsatzes hat Dich möglicherweise etwas getäuscht, weil Du sonntags dort warst, wenn nur drei Kurse fahren. Wenn werktags vier Kurse fahren, sind meist je zwei ARTIC und KTNF6 im Einsatz. Der Betriebsbestand der SRS umfasst aktuell drei ARTIC, drei Tatra-KTNF6 (davon einer nach Cottbus verliehen), ein weiterer KTNF6 ist in der Aufarbeitung und soll möglichst bald in Betrieb genommen werden. Das ist auch gut, denn irgendwann werden ja auch wieder HUs fällig. Die Hängebauch-KTs werden also noch auf Jahre hinaus das Bild des Betriebs mitprägen, aber sie sind ja auch barrierefrei. Hinzu kommen noch drei ex-Heidelberger DÜWAG-GT6 (Bj. 1966/73), die im Regelbetrieb nur noch montags bis freitags auf den beiden HVZ-Verstärkerkursen bis zur Jägerstraße fahren. Aber auch für eventuelle Baustellen-Pendelverkehre kommt ihnen als einzige ZR-Wagen eine wichtige Rolle zu.

    Die beiden letzten Tatra KT4D, die Du gesehen hast, sind schon seit 2011/2012 abgestellt. Sie wurden nicht von den ARTICs abgelöst, sondern von den „Heidelbeeren“.


    Viele Grüße

    Stefan

    Die „dienstälteren“ Forumsnutzer erinnern sich möglicherweise noch dunkel an mich, seit einigen Jahren vor allem stummer Leser hier... ;)