Moderner schmalspuriger ÖPNV

  • Hallo


    Weiterdenken, okay

    Ausdrücklich habe ich mit 137 515 den Einsatz in Zittau gemeint, da hat er die Zeit des Lockdowns sehr gut überbrückt, ja

    Aber will man wirklich viel schneller sein und was wären 5 Minuten...


    Wenn dann bleiben die Fahrzeiten eh fast gleich...

    Wie gesagt, die meisten Fahrgäste kommen von weiter her und wollen eine Dampflok am Zug!


    Wenn dieser Triebwagen nunmal gerade eingesetzt wird und jemand um diese Zeit fahren will, dann fährt man auch mit oder macht ein Foto, dass Zähneknirschen dabei sieht ja keiner...

    Ich bin einmal durchgegangen und hatte für die Fahrt dann den Dampfzug genutzt :)


    Da hatte ich halt weitergedacht, statt mit dem VT 137 515 kann ich auch mit dem Bus fahren, geht dann wirklich schneller, aber eine Fahrt mit einem Dampfzug sollte möglichst nie enden!


    Gruß André

  • Moinsen,


    99 1750-1 Naja bei uns wären das bestimmt nicht nur 5 Minuten... Werde aber bestimmt nicht erzählen was ich schon erlebt habe! Mit viel Phantasie kannst Dir vielleicht denken was ich meine?


    Jede Strecke ist anders, da gebe ich Dir Recht.

    Der Oschatzer Saarsachse

    IV K - Fan

  • Hallo zusammen,


    nehmen wir mal an, die Fichtelbergbahn liesse durchgehend (unrealistische) 60km/h zu. Man wäre mit Durchfahrt auf kleinen Bedarfshaltepunkten in unter 25 Minuten von Oberwiesenthal nach Cranzahl. Ist das zu erwartende Fahrgastaufkommen überhaupt annähernd gross genug, um dem gerecht zu werden?


    Unter diesen Gesichtspunkten dürfte die Aufgabe der noch vorhandenen Schmalspurbahnen recht klar zu erkennen sein und ernstzunehmender ÖPNV gehört da leider nicht dazu.


    Gruss Andreas

  • Hallo zusammen,


    ich stelle mir die grundlegende Frage, ob die Entwicklung eines solchen, modernen Fahrzeuges (als VT) überhaupt wirtschaftlich machbar wäre? In der Größenordnung wäre das wahrscheinlich am besten ein RS1 auf Schmalspur.


    Es wäre (selbst bei einer Sammelbestellung für Sachsen) ja mehr oder weniger eine Einzelanfertigung welche m.W. auch aktuelle Crash-Normen usw. einhalten müsste. Ein Dieselantrieb ist ja inzwischen auch nicht mehr gewollt wahrscheinlich.

    Da bräuchte man schon ein modulares System für 750mm, ggf. 900mm und 1000mm um überhaupt Stückzahlen hinzubekommen und selbst dann wird es sich immer noch um eine teure Splittergattung handeln.


    Wer außer den Sachsen sollte denn da Interesse haben? Rügen scheidet für mich aus, ebenso eigentlich auch die Mecklenburgische Bäderbahn. Gut, wenn man im Harz das SPNV-Angebot ausbauen möchte, würde man ein paar Stück brauchen, aber sicherlich auch nicht die Großbestellung. Auf den Nordseeinseln ist man von den VT ja weggekommen und setzt auf Lok+Wagen. Einzig die Brohltalbahn würde mir da noch einfallen, wo man ja schon Interesse am 187 015 hatte. Aber das ist auch nicht der große Bedarf.


    Andere Betriebe in Deutschland fallen mir nicht ein (bzw. die anderen sind alle Museumsbahnen).


    Wenn man dann schon allein die Entwicklungskosten, Zulassung, Einhaltung von Normen und Vorschriften usw. rechnet, dürte sich die Beschaffung von modernen VT nichtmal im Ansatz rechnen. Wegen nichts setzt man im Harz wahrscheinlich nicht immer noch den Fuchs und die beiden Talbot-VT ein. Das hat schon seinen Grund.


    Es sei denn man schafft den ganz großen Wurf und entwickelt einen Baukasten-VT für alle gängigen Schmalspursysteme und beschafft diesen dann in größerer (dreistelliger?) Anzahl. Aber das halte ich für absolut utopisch.


    Viele Grüße


    Tobias

  • Hallo Tobias,


    ich denke mal - ja. Für Österreich sollen ja demnächst neue Wasserstoffzüge fürs Zillertal beschafft werden. Ich denke, hier könnte man sich mit anschließen.... anderseits werden auch gute gebrauchte Fahrzeuge frei - sind zwar nicht neu, sollten aber bei anständiger Pflege noch ein paar Jahre durchhalten.


    VG Tilo

  • Hallo,


    können sich nicht die ganzen Verkehrswender ihre Traumbahnen an sinnvoller Stelle einfach neu erbauen und vom Kulturgut die Finger lassen?


    Ich meine, z.B

    neue Biomärkte werden ja auch nicht ins Dresdner Albertinum hineingeträumt.


    Gruß Micha

  • Nö... was will man denn in Cranzahl, da iss ja nüscht. Man könnte jetzt weiter nach Annaberg fahren... aber am u.Bf ist ja auch nichts weiter los. Und bis zur nächsten größeren Stadt Chemnitz ist man dann auch noch ewig unterwegs.

    Freital würde da vielleicht noch Sinn machen, wenn jemand zum Einkaufen in den Weißeritzpark nach Hainsberg will. Oder dann mit der S-Bahn nach Dresden.

    Gleiches gilt für Radebeul - da ist die Strecke eigentlich ganz gut besiedelt und von Radebeul ist man auch schnell in Dresden.


    Gruß Tilo

  • Auch das Albertinum unterzog sich im Laufe der Zeit immer wieder Veränderungen. Niemand fordert ja, Dampfloks zu verschrotten. Aber alle neuen Entwicklungen als Irrweg verteufeln und das "früher" als Kulturgut zu defninieren, funktioniert nicht. Wenn man sich nicht anpasst, fallen die Schmalspurbahnen irgendwann aus der ÖPNV-Förderung raus. Dann ist der Ofen das Feuer in vielen Kesseln nämlich ganz schnell aus. Den den Anforderungen an den modernen ÖPNV genügen die Schmalspurbahnen oft schon jetzt nicht mehr. Bzw. den Traditionalisten gefällt sicher ein entsprechender Umbau wie bei der Greifenberger Kleinbahn kaum.


    Dank immer trockener werdender Sommer braucht man ohnehin für die Zukunft eine tragfähige Lösung, sollten einmal wochenlang wegen Trockenheit/Waldbrandgefahr keine Dampfloks fahren können.

  • Hallo Kollegen,

    sicher ist ein moderner ÖPNV eine gute Sache, gerade wenn es um die Schonung der Umwelt geht.

    Zu genau diesem Zweck sind die Schmalspurbahnen vor vielen Jahren gebaut worden. Es ging darum, das Hinterland mit der nächsten größeren Stadt zu verbinden. Wichtig war aber auch, daß die heimische Industrie Anschluß an die "weite Welt" bekam.

    Mittlerweile haben sich die Zeiten geändert- die Bevölkerung ist inzwischen individuell motorisiert. Somit muß der ÖPNV noch attraktiver gestaltet werden.

    Mir ist jetzt keine Strecke bekannt, die ein größeres Pendleraufkommen nachweist- der Abschnitt Nordhausen--Ilfeld vielleicht ausgenommen.

    Heute dienen die Schmalspurbahnen eher dem Tourismus... warum da einen Nahverkehr für teuer Geld installieren- der überhaupt nicht benötigt wird. Für einen Schülerverkehr, der aus lediglich zwei Zugpaaren besteht, braucht es keine neuen, teure Fahrzeuge. Hier tun es gut erhaltene Fahrzeuge aus dem Bestand. Mir ist natürlich klar- das ein Schülerdampfzug deutlich höhere Kosten verursacht, als ein moderner Triebfix. Nur für diesen muß es mehr, als nur zwei Zugpaare pro Tag/ acht Monate im Jahr geben...

    Wie sehr moderne Fahrzeuge das Fahrgastaufkommen beeinflussen, sieht man im Selketal...


    Was ich also sagen möchte, moderner ÖPNV ist wünschenswert- aber- es muß einen echten Bedarf dafür geben! Diesen Bedarf sehe ich aber- bis auf den genannten Abschnitt und ggf beim Schülerverkehr in Oschatz. Wobei ich aber auch hier glaube- daß die Gummibahn die effizientere Lösung wäre. Schon im Hinblick auf die eingesetzten Fahrzeuge.


    Fahrzeuge ist ein weiteres Stichwort- mittlerweile haben wir uns an die Rekowagen gewöhnt- und sie helfen bestimmt die Kosten der Unterhaltung im Rahmen zu halten. Aber schön sind sie, gerade vor dem Hintergrund der touristischen Nutzung der Strecken, nicht.

    Wie angenehm ist doch das Reisen in einem originalen Holzklass- Wagen. An diesen Komfort kommen auch die modernen Triebwagen nicht heran.


    Viele Grüße

    Christian

  • Hallo


    Interessant wäre es einmal dieMeinungen derSchüler zu ihrer Beförderungsmöglichkeit zu erfahren.

    Gruß
    Harald a.F.