Moderner schmalspuriger ÖPNV

  • Hallo,

    langsam finde ich diese Vergleiche der Harzquerbahn und der Schweizer Bahnen nur noch lächerlich. Auch wenn man da sonstwas modernisiert wird kein großartiger Zulauf an Reisenden erfolgen. Wer will durch mehr Züger, höhere Geschwindigkeit usw. mehr Reisende in Sternhaus Haferfeld, Sternhaus Ramberg locken.? Wohnen in den Ortschaften im Selketal hinter Alexisbad noch soviel "Werktätige", die ganz schnell nach Quedlinburg zur Arbeit wollen.

    Was will man mit neuen Loks die viel mehr als 40 Stundenkilometer fahren auf den kurvenreichen Strecken?

    Leute.... Hat die RhB in ihrem Netz eine solche enge Kurve wie die HSB bei Steinerne Renne ?

    Die Schmalspurbahnen in der Schweiz haben Hauptbahncharakter !!!!!!!! Da verbietet sich ein Vergleich z.-B. Rhb mit HSB. Oder vegleicht man neuerdings auch Porsche mit Trabant. Da kann auch die Kurve wie beschrieben verschoben werden und die Geschwindigkeit erhöht werden...mehr Leute kommen nicht als Fahrgäste.

    Halt, ganz stimmt es nicht...

    In Sachen Kundefreundlichkeit kann sich die HSB von der RhB noch eine sehr sehr große Scheibe abschneiden ! Also Vorbild können die Bahnen in der Schweiz schon...

    cu

    Hans-Jürgen

  • Hallo "Guru",


    ich sehe das wie Hans-Jürgen. Wo will man in engen Erzgebirgstälern die Geschwindigkeit erhöhen und wozu? Nur um 30 Sekunden schneller zu sein? Die Zeit kann man bei vernünftigen Anschlüssen viel billiger gewinnen. In der Schweiz ist das ja überhaupt erst ein Thema, weil man kaum mehr Optimierungspotenzial hat.

    Ich erinnere mich noch, wie man vor 15 Jahren gesagt hat, den etwa 500m langen, einspurigen RBS-Abschnitt zwischen Zollikofen und Schönbühl kann man mangels Platz nicht zweigleisig ausbauen. Vor 3 Jahren war man an dem Punkt, wo man keine andere Wahl mehr hatte. Mit Strassenverlegung, Bahnbrückenneubau und monatelangem Einspurbetrieb auf der parallel verlaufenden SBB-Linie.


    Von solchen Problemen ist man in Sachsen noch meilenweit entfernt.


    Gruss Andreas

  • Hallo,

    langsam finde ich diese Vergleiche der Harzquerbahn und der Schweizer Bahnen nur noch lächerlich.

    Hallo Hans-Jürgen - volle Zustimmung!


    Wobei, vergleichen kann man ja - Vergleichen heißt ja auch Unterschiede feststellen. Und Unterschiede gibt es mehr als genug. Nur weil beide Bahnen durch eine gebirgige Landschaft fahren, heißt das nicht, dass die Bahnen sonst auch gleich sind und gleich zu behandeln sind.


    Gruß Tilo

  • Hallo,

    mir ist noch etwas äußerst sauer aufgestoßen

    Zitat

    Ist doch traurig, dass man in Deutschland 49 Jahre später noch Loks mit einer HG von 40km/h bestellt hat!

    Harzer Schmalspurbahnen: Dampflok 99 7231 (harzbahn.de)

    War die Schweiz und deren Industrie zu dieser Zeit auch so stark mit den Nachwirkungen eines 2. Weltkrieges beschäftigt wie damals die Industrie auf dem Gebiet der DDR, dass man keine Zeit, Geld und Entwicklung in moderne Loks stecken konnte? Loks/Triebwagen aus dem Ausland mußten damals mit richtigem Geld bezahlt werden... Das wurde für andere Dinge benötigt !

    cu

    Hans-Jürgen

    Ein Deutschland gab es damals nicht !!!!!

    3 Mal editiert, zuletzt von viereka ()

  • ...

    War die Schweiz und deren Industrie zu dieser Zeit auch so stark mit den Nachwirkungen eines 2. Weltkrieges beschäftigt wie damals die Industrie auf dem Gebiet der DDR, dass man keine Zeit, Geld und Entwicklung in moderne Loks stecken konnte?

    .....


    Hallo,


    noch dazu kommt, daß die Br 99.23-24 sehr wohl ein riesiger und unbedingt notwendiger Schritt zur Modernisierung war. Allein schon bezüglich der Leistungsfähigkeit ist es eine Steigerung um 100% zu allem, was vorher "da" war. Und die max. 40 km/h waren damals auch allemal ausreichend - sollten die Loks doch vor allem die Grundversorgung (und damit Güterverkehr) sicherstellen, neben dem touristischen Brockenverkehr. Schnellfahrt oder Zugkraft sind bei allen "Stangenloks" ein Zielkonflikt, der sich nicht durch "Wollen" auflöst.


    Die nächste Stufe zur Entscheidung war wieder nicht, ob die Geschwindigkeit gesteigert werden soll, sondern die, ob die Strecken überhaupt weiter existieren sollen oder nicht. Nach dieser Entscheidung in den 1970ern kam einige Jahre später die Entscheidung zur Diesellok, die in ihrer Art der Beschaffung und -konzeption als klassische "Mangelvariante" entstand und damit trotz Nachhaltigkeit durch die Weiternutzung von relativ jungem Vorhandenem wenig zukunftsfähig war. Wäre es gar eine zielgenaue Neukonstruktion geworden, könnte man jetzt darüber sinnieren, ob oder welche Strecken der heutigen HSB nach der "Wende" unter der Bedingung des Diesellok- oder gar Triebwagenbetriebs "heute" noch existieren würden. Die Existenz sicherte aus meiner Sicht ausschließlich die "Zeitreise"-Funktion durch die Dampftraktion in Verbindung mit dem Umstand, daß die Flotte der Dampfloks noch vollzählig war. Klassischer ÖPNV war nach der "totalen Verfügbarkeit von Autos" spätestens ab 1991 innerhalb sehr kurzer Zeit kaum oder nicht mehr meßbar. Und wenn die Zeitreise-Funktion nicht mehr funktionieren sollte, dann bleibt außer dem Brocken nichts mehr übrig, davon bin ich überzeugt.

    Gruuß

    217 055

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