Das verpatzte Bild

  • Na, mich war es verpatzt - ich wollte keinen Diesel vorm Dampfer:-) Natürlich hätte ich die Aufsicht in Seelingstädt fragen können.


    Ich glaube "Patzer" lässt sich als Thema schlecht definieren, denn wenn die Technik streikt, die Fotowolke einfach den himmel verdunkelt, das Wetter umschlägt und es schneid oder neblich ist, dann ist das Bild versaut oder verpatzt.

    Ich glaube beim Thema verpatztes Bild ist das etwas weitgestreuter, hier geht's um Bilder die eigentlich ein interessantes Motiv boten, aber die Umstände haben es nicht gelingen lassen - oder auf sächsisch - die Aufnahme ist verhunzt...

    Hier noch so ein Beispiel:

    Am 24. Januar 1990 kam 52 8186 vor Planzügen zw. Geithain und Leipzig zum Einsatz. Es war extrem kalt und zu allem Unglück zog dann auch noch eine Nebelwand hoch, dass man kaum etwas sehen konnte. Etwas mehr konnte ich mit der Bild Bearbeitung herausholen, leider wird das Bild dann rauschiger und sieht auch bescheiden aus.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Nee, Patzer sind selbst verschuldet. Das ist das Thema.

    So wie du auf dem Bild mit dem Russen selbigen in den Telegrafenmasten gesemmelt hast. Das ist ein Patzer. ;)


    Rinjehauen! :)


    Carsten

  • ....ich gebe mich geschlagen :)

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Hallo zusammen,


    zu diesem Thema kann ich leider mehr als genug beitragen. Drei Klassiker:


    1. Am 19. März 1988 sollte der erste Dampfzug von Nürnberg nach München seit Aufhebung des Dampflokverbots verkehren. Mein Vater und ich positionierten uns südlich von Petershausen und harrten der Dinge, die da kommen. Es kam alles mögliche und wurde fleißig auf Film gebannt, nur 01 1100 kam nicht. Das damalige Sorgenkind des DB Nostalgieprogramms hatte wohl unterwegs einen Zylinderschaden erlitten, sodass der Premierenzug mit ordentlicher Verspätung daherkam. Voller Aufregung wagte ich einen Vorschuss, ...



    ... dann war der Film zu Ende.



    2. Den Familienurlaub verbrachten wir des Öfteren in Kärnten. Von Faak am See aus wurden Ausflugsfahrten ins damalige Jugoslawien angeboten, wir lauerten dem Dampfzug am Nordportal des Karawankentunnels auf. Kurz vor unserem Urlaub hatte ich mir als Zwölfjähriger eine Ricoh KR-10x mit Standardobjektiv gekauft und belichtete nun einen meiner ersten Diafilme mit 100 ASA. Im Schatten der mächtigen Karawanken wurde es gegen Abend ganz schön düster, ...



    ... sodass die Richtung Jesenice "rasende" 1020 völlig verwischt auf dem Film landete.



    3. Am 3. Oktober 1998 wurde das Jubiläum "150 Jahre Schiefe Ebene" gefeiert. Im Halbstundentakt donnerten die Dampfzüge über die Rampe, während sich der Himmel nicht nur wegen der Dampf- und Rauchschwaden immer mehr verfinsterte. Kein Problem, den Film mit ISO-100-Film pushe ich eben um eine Stufe, gebe das im Fotoladen entsprechend an ...



    ... und stelle bei der Abholung der entwickelten Dias fest, dass man die Filme gerahmt hatte anstatt sie zu pushen. Immerhin konnte ich beim Scannen etwas "Licht ins Dunkel" bringen.



    Leider könnte ich noch stundenlang solche Geschichten aufschreiben.



    Viele Grüße

    Michi

  • Moinsen,


    vom 1. Gehalt eine Praktika gekauft - über den 1. Film schweigen wir lieber.

    Der Oschatzer Saarsachse

    Hallo Thomas!


    Hattest Du vor dieser Praktica tatsächlich noch keine Erfahrung mit der Fotografie und nach diesem ersten Film, über den Du schweigen möchtest, warst Du dann fit?

    Hut ab! Andere, mich eingeschlossen (wenn ich bedenke, was ich ab 1984 bis zum ersten wirklich brauchbaren Bild 1986 so verzapft hab), haben mit einfachen Fotoapparaten angefangen und ohne Mentoren Jahre dazu gebraucht.


    Viele Grüße,

    Thomas

  • "Schönes" Thema...


    Ich darf mich an eine Entwicklungsdose erinnern, deren Kernröhre zu kurz war. Wenn man nur eine Filmspule entwickelte, fiel eitel Sonnenschein durch die Chemikalienöffnung...


    Das sah dann so aus...:

    img7440cjmx.jpg


    Ein ganzer Tag im BW Gremberg für die Katz...


    Einmal gab meine Kamera unangekündigt komplett ihren Geist auf. Ich hatte mir einen Tag eines mehrtägigen Verwandtenbesuchs im Münsterland freigekämpft und gerade die Fahrkarte nach Rheine gekauft.


    Das nach dem 'Warnschuss' der Film 'plötzlich' voll war, hat mich 1981 um eine Streckenaufnahme einer 144.5 bei Berchtesgaden gebracht.


    Kommt alles vor...


    Jetzt zu digitalen Zeiten vergesse ich schon mal Spezialeinstellungen auf 'Default' zurückzustellen. So entstehen dann Fotos bei gleissendem Sonnenschein mit festeingestellten 1600 ASA oder abgeschalteter automatischer Entfernungseinstellung.

    Alles doof...

  • Moinsen,


    Thomas Schwarze - davor hatte ich eine Lomo, von meinem Vater ab und zu die EXA 1b und die Lomo hat für mich brauchbare Bilder gemacht ( siehe mein Profilfoto ). Aber ich wollte mich ja weiterentwickeln. Mit der Praktika hat es eine Übungsphase gegeben und dank meiner Freunde ( unter anderen Foto Pampel aus meinem Stadtteil ) mit deren Tipps wurde es dann brauchbar. Ich denke das ich kein Starfotograph bin, ich mache die Bilder für mich. Hab manchmal auch einen anderen Blick fürs Motiv und freue mich im letzten Dampfbahnmagazin ist ein Foto von mir - hat mich sehr gefreut!

    Der Oschatzer Saarsachse

    Man lernt halt dazu...

    IV K - Fan

  • Thomas Schwarze ...Du sprichst mir aus dem Herzen. Denn so ging es mir auch. Als ich von meinem Konfirmandengeld 1982 eine Exa zulegte, natürlich noch ohne Prisma, dass war doch voll Scheiße. Abgehackte Tender oder zu früh oder zu spät ausgelöst. Bei mir war es ab 1987 wirklich gut und vorzeigbar. Hätte ich nicht die dusselige Idee gehabt, Filme selber zu entwickeln. Denn auch da sinkt und steigt die Qualität mit dem können. Viele Filme sind leider sehr körnig entwickelt, was auch immer ich da falsch gemacht habe.

    Aber als man wirklich gute ablichten konnte, war der Regelspurdampf zu Ende.


    Heute möchte ich sagen, bin ich wirklich gut in der Fotografie. Aber das Thema Eisenbahn ist als Motiv nicht mehr im Vordergrund, geht aber nie Ohne. Der Blick für Motive entwickelt sich und es ist eine Kunst, Dinge in seinem Umfeld zu entdecken, welche andere nie sehen...


    Wer Interesse für fotoschauen hat, in Brandenburg gibt es regelmäßig Termine im Brennerborhof, wo zu bestimmten Themen Ausstellungen stattfinden.

    Liebe Grüße von der Havel, Thomas

  • Oh, wie sich doch die Pannen gleichen !

    Ich habe auch mit falschen Filtern, Filmverwechslungen und Bedienfehlern mein "Wissensspektrum" erweitert

    Hier mal aber eines der gefürchteten Ereignisse : Grüße vom Labor

    Zwar kein Jahrhundertbild, aber es gab auch Bilder, die unwiederbringlich waren und durch Kratzer im Dia , jedenfalls

    nach Analoger Technik, nur noch für den Mülleimer taugten.

    Dies war zum Jubiläum DB 1985, ich fertigte gerne auch mal SW Dias