Zukunftsideen für die Harzer Schmalspurbahnen

  • Hallo,


    betreff des Einsatzes von Wasserstoff: Der Aufwand, Wasserstoff herzustellen, ist energetisch sehr aufwändig, d.h. ich brauche eine große Menge Elektroenergie, um Wasserstoff überhaupt herzustellen. Aus meiner Sicht würde das somit nur dann sinnvoll sein, wenn wir eine große Menge an Elektroenergie (z.B. aus Photovoltaik und Windenergie) im Überschuss und damit kostengünstig zur Verfügung hätten, was aber (zumindest noch) nicht der Fall ist.

    Rein energetisch würde es einem Techniker, der keine besondere Ambitionen zur Dampflok hat, dann wohl eher einfallen, diese Elektroenergie anstatt zur Umwandlung in Wasserstoff bei einem deutlich höheren energetischen Wirkungsgrad gleich direkt für den Fahrzeugantrieb einzusetzen... und das am Besten mittels Fahrleitung und nicht mit teuren und schweren Batterien.

    Da sollten Fachleute lieber wirklich mal rechnen, wie sich die Umweltbilanz bei der Nutzung von Kohle zum Antrieb touristischer Bahnen tatsächlich im Vergleich zur Wasserstofftechnik auswirkt. Meines Erachtens wird da zur Zeit sehr viel - für meine Verhältnisse "zu viel" - pauschalisiert und dabei mitunter "das Kind mit dem Bade ausgeschüttet"...


    Grüße


    Stefan

  • Hallo,


    oder wir akzeptieren einfach trotz allen notwendigen Umwelt- und Klimaschutzes dass der CO²-Ausstoß der HSB (und aller deutschen Museumsbahnen) gemessen an dem der BRD ingesamt so verschwindend klein ist dass er vermutlich vernachlässigt werden kann.


    Hallo, mit dieser Aussage kommt man erst recht zum Stillstand. Auch Museumsbahnen werden ihren Teil Beitragen müssen. Das fängt bei Schmierölverlusten an (selbst das abbauebare Bioöl ist alles andere als umweltförderlich!), geht über Luftverschmutzung weiter, führt zur Waldbrandgefahr und endet beim Brennstoffverbrauch.


    Mit deiner Aussage bringt man nur andere Gruppen unnötig gegen sich auf. Da sollte man zumindest ergebnisoffen diskutieren können. Erst recht wenn die HSB aus staatlichen Töpfen mit Millionenbeträgen gefördert wird, während woanders umweltschonende Projekte an wenigen 1000 € scheitern.

  • Hallo Erzgebirgsnebenbahner ,


    habe ich irgendwo geschrieben dass die HSB und andere Dampfbahnen bei allem einen Freifahrtsschein haben? Ich denke nein. Der aufmerksame Beobachter wird feststellen dass die HSB in den vergangenen jahren durchaus Dinge für den Umweltschutz getan hat, so findet man mittlerweile in fast allen Bahnhöfen an den Standorten der Wasserkräne Auffangwannen, sodass das Schmieröl eben nicht mehr ungehindert in den Boden geht. Auch bei anderen Dingen sind sicherlich mittlerweile genug Auflagen zu erfüllen.

    Es geht mir nur darum dass hier jetzt Summen investiert werden um ein Projekt zu fördern

    1. das bisher ich nicht messbaren Promillebereich zu den landesweiten CO²-Emissionen beiträgt*
    2. dessen Geschäftsmodell durch Studien nachgewiesen bisher darin besteht Personen unter Nutzung dieser nostalgischen Technik zu befördern (dieses also möglicherweise durch die Änderung zerstört wird)
    3. wo die HSB einfachere Möglichkeiten zur CO²-Einsparung hätte (Ersatz der Diesel-Tfz, elektrische Heizanlage statt nächtlichem Ruhefeuer)

    Wenn wir die Bevölkerung bei der Umsetzung der notwendigen klimapolitischen Reformen mitnehmen wollen, dann müssen wir weg von diesen ideologiegeprägten und fundamentalen schwarz/weiß Diskussionen und müssen Anästze finden die tatsächlich wirksam an den großen Brocken anpacken und nicht dem Einzelnen alles verbieten zu wollen was irgendwie CO² produziert. Man muss halt gucken dass die großen Brocken endlich mal angepackt werden (hier hat man den weiteren Umbau der Stromversorgung mindestens mal in den letzten 10 Jahren verpennt) und natürlich auch kleinere Dinge die vergleichsweise einfach umzusetzen sind und dann fallen andere kleinere Emissionsfaktoren auch nicht mehr negativ auf bzw. können durch entsprechende Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden.


    Gruß Michael


    *Der Verbrauch pro Brockenfahrt wird mit 3t Kohle angegeben, die Tonne Steinkohle emittiert lt. BUND ca. 3t CO². Nehmen wir mal 11 Brockenfahrten am Tag bei 330 Tagen Betrieb (November raus), dann kommen wir auf ungefähr 11.000t CO² im Kalenderjahr. Die bundesweiten Emissionen lagen in 2020 bei ca. 700 Mio t, ergibt ca. 0,015 Promille der nationalen Emissionen.

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  • Hallo Zukunftsfreunde,


    na, wenn das so ist (historische Bahnen müssen Beiträge leisten), dann sollten wir alle bei uns selber anfangen und das Atmen einstellen. Das reichert die Umgebungsluft auch mit Kohlendioxid an.

    Und dabei könnten fast alle den gleichen Beitrag leisten - ok., nur fast, da selbst der Stoffwechsel sich nicht an Gleichmacherei halten will. Das wäre also dann trotzdem einigermaßen gerecht (jeder auf 0) und nicht so wie beim Fliegen, was manche jede Woche und andere nie machen.


    Wenn Museumsausstattungen (gar nicht nur Eisenbahnen) die Stellschraube zur Überlebensfähigkeit sein sollen (und keine Sonderrolle haben dürfen), dann ist sowieso schon alles zu spät. Und worauf kommt es im Museum an? Auf das Zeigen, wie es "früher" war - nämlich ganz ohne Wasserstoff-Dampflok.



    Nachtrag gegen Mißverständnisse:

    Ich bin keineswegs der Meinung, daß es Dampfloks "immer" geben muß - und auch nicht, daß nicht alles, was existiert, nicht auch in Frage gestellt werden darf. Aber es sollten Geschichtszeugen nicht durch Peudoideen verfälscht werden, die die Geschichte korrumpieren. Ein Heizer der Dampflokzeit hat ein ein Feuer aus überwiegend brennender Kohle behandelt und gefüttert sowie mit Wasser(dampf) gehaushaltet - der hat nicht mit Wasserstoff gespielt. Das bleibt entweder so oder es gibt so was dann eben nicht mehr. Der Rest ist bestenfalls gut gemeinter und schlecht gemachter Aktionismus. Den braucht kaum jemand.

    Gruuß

    217 055

    4 Mal editiert, zuletzt von 217 055 () aus folgendem Grund: Nachtrag gegen Mißverständnisse

  • Hallo Zukunftsfreunde,


    ... , dann sollten wir alle bei uns selber anfangen und das Atmen einstellen. Das reichert die Umgebungsluft auch mit Kohlendioxid an.

    Also ich atme gerne Kohlendioxid aus, schließlich wollen die grünen Pflanzen auch leben, die mich wieder mit Sauerstoff versorgen.


    Ganz ehrlich, ich verstehe diesen ganzen grünen Hype (so heißt das wohl heute auf neudeutsch) nicht. So, das war mein einziger Kommentar dazu.


    Gruß

    Toralf

  • Hallo,



    Ein kleiner Gedanke den ich habe..

    Warum sollen DAMPFLOKOMOTIVEN sich der Umwelt anpassen! NEIN

    DAMPFLOKOMOTIVEN sind Zeitzeugen... lasst die mal schön dampfen und so dampfen das man es riecht und schmeckt...


    Der Umwelt wegen hat 217 055 schließlich schon sehr gut erklärt, Öl muss nicht ins Erdreich und allen anderen kann man vorbeugen, aber DAMPFEN gehört dazu, auch in 50 Jahren sollte dies noch sein!


    Übrigens damals... als in Zittau die Loks mit Öl gefeuert wurden, hatte ich zum Beispiel das Interesse verloren... Das nur mal so nebenbei.


    Da gibt es definitiv schlimmere Umweltsünder, aber da wird geschweigt... ach und die besagte Erderwärmung kommt garantiert nicht von paar DAMPFLOKOMOTIVEN...


    Hört auf euch über so einen Scheiß gedanken zu machen... Vor allem letztes Jahr auch schon ^^ ^^ =O


    Ach und wenn dann erleben wir das eh nicht mehr... Gott sei Dank


    Gruß


    Übrigens, hab ich mir nicht alle Romane dazu hier durchgelesen, aber das Thema ansich... Horror und übersteigt jeglicher Zukunftsidee eines Eisenbahnfans... und muss auch nicht wirklich sein!!!!

    SORRY aber ehrlich...

    Einmal editiert, zuletzt von 99 1750-1 () aus folgendem Grund: Nachgedanken...

  • Also ich atme gerne Kohlendioxid aus, schließlich wollen die grünen Pflanzen auch leben, die mich wieder mit Sauerstoff versorgen

    In der Nacht nehmen Pflanzen aber Sauerstoff auf und geben C0 2 ab. Also Nachts alle Pflanzen vernichten oder auf Wasserstoffatmung umgewöhnen. :) :)


    Da gibt es definitiv schlimmere Umweltsünder, aber da wird geschweigt... ach und die besagte Erderwärmung kommt garantiert nicht von paar DAMPFLOKOMOTIVEN...

    Du hast recht, wirst aber sehen dass sich garantiert einige Grünlinge daran hoch ziehen. (eigentlich wollte ich ein Wort mit "g" schreiben", aber das verschreckt wieder nur einige Leute hier.

  • Moin,

    gehn wir doch anders an die Problematik heran. Wie hoch wird der CO2 Preis wohl in 15-20 Jahren sein und wer darf das dann für die Museums- und Touristenbahn Zahlen?

    Im übrigen die Idee mit dem Wasserstoff ist schwachsin und macht die HSB kein Stück Umweltfreundlicher. Vielleicht aber ist eben eine Lösüng ein Fest / oder Flüssigbrennstoff aus irgendeinem Abfallprodukt. Persönlich bin ich für Melasse das zeug klebt ist schwarz und schmeckt absolut wiederlich, fast wie Öl... ^^


    Grüße


    Sven

  • ...Hans Jürgen, natürlich allein durch solch Diskussionen werden Nichtsnutzige Menschen überhaupt erstmal darauf Aufmerksam gemacht... und dann ...

    "Ich weiß was?!" ...und der Ball kommt ins rollen!


    Als Beispiel will ich mal dazu geben, würde hier nicht jeder Ausfall im Harz diskutiert oder überhaupt beschrieben, wüssten das viele so wie ich garnicht und würden wieder mit dem Kopf schütteln...


    Viele Grüße und das wars dann auch Kopfschüttelnd mit diesem Thema...