Zukunftsideen für die Harzer Schmalspurbahnen

  • Das erinnert mich an Berlin, wo regelmäßig irgendwelche unnützen U-Bahn-Verlängerungen gefordert werden, aber die wirklich machbaren Verbesserungen am ÖPNV hinten runter fallen ?( .

  • Hallo Jan,

    Wer kommt denn auf solche Ideen?

    der Selketalbahn mangelt es nun mal an (öffentlich bekannten) Reisezielen. Da ist die Überlegung aus meiner Sicht nicht verkehrt. Leider befindet sich Pullmann-City so ziemlich am anderen Ende von Hasselfelde wie der Bahnhof. Weiterhin beträgt der Höhenunterschied zwischen Bahnhof und der Westernstadt ca. 50m. Es müsste entweder in Hasselfelde betrieblich ungünstig Kopf gemacht werden und dann unter Umfahrung des Käsebergs die Westernstadt erreicht werden oder man müsste auf der anderen Seite einen 3/4-Kreis um die komplette Ortslage fahren. Der ehemalige Anschluss Buchholz nützt überhaupt nichts weil der Mitten im bebauten Gebiet endet. Diese Idee zu verwirklichen wäre nicht trivial und eine ganz andere Geschichte als der Streckenumbau nach Quedlinburg. Zumal hier als Neubau sämtliche aktuell gültigen Gesetze (Lärmschutz, Umweltverträglichkeit, Eisenbahnkreuzungsgesetz, etc.) zu befolgen wären und damit nach meinem Verständnis zum Beispiel keine Bahnübergänge neu errichtet werden dürften.


    Gruß Michael

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  • Hallo,


    ich habe mich zwischendurch mal brav bei der Volksstimme registriert und mir den Artikel zu Gemüte geführt. Bezogen wird sicher hier (auch von politischer Seite) wohl auf eine Machbarkeitsstudie die im Jahr 2000 erstellt worden ist. Ich zitiere mal Auszugsweise aus dem Artikel:

    Zitat

    Die untersuchte Vorzugsvariante zur Westernstadt könnte – siehe Grafik – von Stiege kommend, kurz vor Hasselfelde an die jetzige HSB-Strecke angebunden werden. Vorzugsweise als Gleisdreieck, um die Neubaustrecke sowohl von Stiege als auch von Hasselfelde direkt ansteuern zu können. Nach Bahnsens Worten würde der eigentliche Neubau-Abschnitt auf gut drei Kilometern Länge nach Pullman-City führen – keineswegs direkt und schnurgerade, sondern geschwungen und mit Bögen.

    Zitat

    Allein im Bereich des angedachten Gleisdreiecks müsste die Bundesstraße 242 zweimal gequert werden. [...] Bahnübergänge scheiden bei Neubauten heute jedoch in aller Regel aus, weil niveaugleiche Querungen vermieden werden sollen.“ Soll heißen: Hier müssten wohl zwei Brückenbauwerke her.

    Die angedachte Variante wäre also am Ende auch betrieblich nicht ganz ohne (mindestens 1 Mal mehr Umsetzen.


    Gruß Michael

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  • Die angedachte Variante wäre also am Ende auch betrieblich nicht ganz ohne

    ... und ein Geldgrab von Millionen Euro. Das Geld wäre in Gesundung des Fuhrparks, Wiederaufarbeitung abgestellter Dampfloks, Sanierung des bestehenden Netzes, Ausbildung neuer Mitarbeiter und in Verbesserung des Zugangebotes wesentlich besser aufgehoben.

    Ich kann mir auch keinen Touristen vorstellen, der erstmal zwei Stunden über die Selketalbahn oder Harzquerbahn gurkt, um sich die Westernstadt anzusehen.


    Meint Jan

  • Ich kann mir auch keinen Touristen vorstellen, der erstmal zwei Stunden über die Selketalbahn oder Harzquerbahn gurkt, um sich die Westernstadt anzusehen.

    Genau diese Abwägung der durchschnittlichen "Verweildauer" in den Zügen sollte bei ALLEN Ideen zur Attraktivierung der HSB im Auge behalten werden. Ein durchgehender Kurswagen (QDL -) Gernrode - Brocken ist auch so ein manchmal geäußerter Wunsch der vermutlich nur von ganz wenigen hart gesottenen Fans geträumt wird. Erst recht wenn es ein ganzer Zug sein soll. Ein-zweimal im Jahr (so wie schon jetzt) als Sonderzug ist das OK, als Regelzug vermutlich unsinnig. Es sei denn man optimiert die Umläufe dahingehend, daß sich so eine Relation von allein ergibt aber in anderen Relation auch kein häufigeres Umsteigen nötig wird.


    Gruß von Niels

  • Hallo,


    verschätzt euch mal nicht. Ich denke die HSB selbst wird wohl am besten wissen auf welchen Relationen Sie Fahrkarten verkauft. Meine Beobachtung ist dass der morgendliche Triebwagen nach Eisfelder-Talmühle (Nto 8951) zumindest in der Saison durchaus gut gefüllt ist. In Eisfelder-Talmühle verteilte sich das dann auf einige wenige Umsteiger Richtung Nordhausen und der Rest bestieg den Nordhäuser Brockenzug. Ob die nun tatsächlich alle aus Quedlinburg kamen (vermutlich nicht) und alle zum Brocken wollten (vermutlich eher ja) ist natürlich rein aus dem Umsteigevorgang nicht zu erkennen.


    Der Knackpunkt an der Idee ist leider dass sich dort oben außer Pullmann-City nicht viel befindet (man also nicht nebenbei noch was mitnimmt).


    Gruß Michael

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  • Mangels Account kann ich den Artikel nicht lesen. Leider ist die Volksstimme seit ca. einer Woche zu 90% hinter einer Bezahlschranke verborgen, vorher waren es vielleicht 10 oder 20%. Abgesehen davon, dass sowieso nur wenige Artikel aus der Printausgabe auf ihrer Webseite landen ...

    Mhm, von dem kommt denn der Vorschlag? Vermutlich Wahlkampfgetöse?

    Hallo zusammen, unabhängig von sinnvoll oder nicht. Gäbe es einen leicht umzusetzenden Streckenverlauf nach Pullmann City in Form einer Verlängerung oder Stichstrecke?

    Die Strecke müsste die Bachtäler von Hassel und Rote Sie überqueren und den dazwischenliegenden Käseberg (mit alten Wallresten, hinter denen einige Heimatforscher die salische Jagdpfalz vermuten) umrunden. alles mit entsprechendem Gefälle/Steigung. Pullman City liegt etwas nördlich von Hasselfelde, der Bahnhof liegt am Südrand der Stadt. Irgendwelche Naturschutzgebiete sind vielleicht auch noch dazwischen. Da hab ich keinen Überblick Und wie schon bemerkt die Bundesstraße. Eine Zugfahrt von Quedlingburg/Gernrode aus nach Pullman City wird wohl auch so gut wie kein Tourist unternehmen. Mit dem Auto ist man in einem Bruchteil der Zeit von den genannten Orten aus in Pullman City. Zumal die Westernstadt auch eher auf Übernachtungstouristen setzt, die mit der Familie anreisen und dann übers Wochenende dort in einer der Hütten übernachten und sich ein paar Tage bespaßen lassen. Ich sehe da nicht viel Potential für Bahnfahrer.


    Das große touristische Ding in der Gegend ist eher die Hängebrücke an der Rappbodetalsperre, die zieht jährlich Besucher im 6stelligen Bereich an. Leute dorthin zu bringen, könnte meiner Meinung nach mehr bringen. Und da wir hier im Thread für abgehobene Träumereien sind: Die Strecke von Drei Annen Hohne nach Elbingerode auf dem alten Bahndamm verlängern, per Dreischienengleis von Elbingerode nach Rübeland Alter Bahnhof und dann auf dem alten Bahndamm von Rübeland bis Neuwerk/Diabas-Steinbruch (inklusive Tunnelreaktivierung) die Bode entlang. Dann ist man direkt unterhalb des Parkplatzes zur Titan RT-Brücke. Kann man ja noch ne Standseilbahn an den Berghang klatschen. ^^ Von Wernigerode aus ist der Touristenstrom auch am größten, es dauert nicht so lange wie von Quedlinburg aus und es ist ein viel größerer Besuchermagnet als die Westernstadt.


    Edit: Hab mir jetzt das 7-Tage-Probeabo für 0 Euro gegönnt. Die Streckenverlängerung steht im Entwurf des Koalitionsvertrages und gefragt dazu hat die Volksstimme Pullman City und die HSB. Die sind natürlich beide voll dafür. Logisch, welch Wunder. :rolleyes: Bezahlen muss den Streckenbau ja jemand anders. In einer Studie von 2000 hätte das lt. Artikel ca. 10 Millionen DM gekostet, heute vermute ich eher 15 Mio Euro.

  • Hallo Zusammen ,


    Ein durchgehender Kurswagen (QDL -) Gernrode - Brocken ist auch so ein manchmal geäußerter Wunsch der vermutlich nur von ganz wenigen hart gesottenen Fans geträumt wird. Erst recht wenn es ein ganzer Zug sein soll

    Kurswagen Gde-Brocken gab es schon mal in den Neunzigern. Wurde eingestellt. Ich kann mich zwar noch daran erinnern, vor Allem an die Rangierbewegungen in Talmühle, aber nicht an die Besetzung der zumeist zwei Wagen.


    Ich glaube nicht, daß eine Wiederaufnahme des Angebots ab Qlb zielführend wäre. Die Touristen von dort fahren "natürlich" mit dem Auto nach WR und von da auf den Blocksberg, oder im besten Fall mit Abellio, so lange es die noch gibt.


    Zum Thema PullmanCity:

    Es gibt nur eine adäquate Ablage für die Studien, und das ist der Aktenvernichter.


    PullmanCity "krebst" gerade so vor sich hin und war schon mindestens einmal insolvent. Vergesst das. Ganz schnell!


    Liebe Grüße,

    Peter

  • Na ganz so schlimm stehts um die Westernstadt nicht. Vor zehn, fünfzehn Jahren gabs mal ne Insolvenz, aber in den letzten Jahren - vor Corona - lief es wohl ganz gut. Es wurde vor zwei Jahren auch sehr viel um- und neugebaut und erweitert. Pullman City ist auch ein relevanter Arbeitgeber in der Stadt. Leider ist der langjährige Chef und Treiber der Entwicklung vor kurzer Zeit unverschuldet bei einem Motorradunfall tödlich verunglückt.