Letzte Dampflokfahrt auf den Industriebahngleisen des Bahnhofes Leipzig-Plagwitz

  • Hallo an alle Plagwitz-Fan's,

    das freut mich aber, dass das Thema hier wieder hochgekramt wurde. Ich war in der Zwischenzeit nicht untätig und habe über die Industriebahnanlage in Leipzig-Plagwitz einen Vortrag ausgearbeitet. Ist ein abendfüllendes Werk in "Spielfilmlänge", so ca. 90 Minuten dauert der schon. Gehalten habe ich den erstmalig Anfang Januar bei den Leipziger Nahverkehrsfreunden, da war die Hütte knackevoll. In der Resonanz darauf kam wieder neues Material herein, so dass beinahe jedesmal was Neues einzuarbeiten ist. Ja, lange Rede, kurzer Sinn - wer von Euch Interesse hat, sich das mal anzuhören und anzusehen, der kann mich gern ansprechen. Wenn eine ausreichend große Gruppe, Verein etc. sich zusammen findet, dann komm' ich in Absprache gern mal rum. Betrifft natürlich in erster Linie das ca. 50km Umfeld von Leipzig, weiter weg besteht auch sicher nicht mehr soviel Interesse an dieser Thematik. Würde mich freuen, wenn sich Freundeskreise finden, die sich das mal "antun" wollen...

    meint der Lindenauer

    Micha

    Hallo Lindenauer,

    an einen erneuten Vortrag wäre ich interessiert, habe ich doch die halbe Kindheit am Plagwitzer Bahnhof verbracht. Ich habe mir auch einen Hefter angelegt, wo ich alle Industrieanschlüsse angefangen von PI, mit Fotos dokumentiert habe. Die Fotos habe ich meistens im Netz gefunden, sind daher mit Urheberrecht geschützt!

    LG Thomas!

  • Solche Bilder tun mir echt weh! Man macht nur das nötigste, Schienen und Schwellen bleiben einfach liegen. X(

    Hallo Eckhard,

    ich kann Dich beruhigen, unter der neuen Trasse liegen keine alten Gleise, diese hat man jeweils davor und danach getrennt.

    Mittlerweile sind alle restlichen nicht mehr benötigten Gleise entfernt worden. Ich habe damals den Umbau auch kopfschüttelnd

    verfolgt. Für mich ist auch nicht nachvollziehbar, warum man Bahnflächen in dieser Form zerschneidet und sie demzufolge

    nicht mehr nutzbar sind. Verkehrswende ade. Anderswo stellt man eben Masten oder Schaltanlagen für Bü's ins Gleis.

    Gruß Jan

  • Hallo

    In der Vergrößerung kann man es erkennen aber es ist wahrscheinlich schwer gewesen das so genau zu berechnen.

    Aber was ist da im Bogen für ein Gebäud zu sehen.Ein Stellwerk?

    Überhaupt kann man speziell irgendwo etwas über die Hochbauten des sächsischen BW's nachlesen .Der Lokschuppen sieht auch interessant aus.Und was war das für eine Drehscheibe.

    Der Wasserturm hat es mir ja besonders angetan.

    Ich freue mich das ich über dieses Thema hier etwas erfahren konnte.

    Gruß
    Harald a.F.

  • Hallo Plagwitzer !

    Bis 1954 wohnten meine Großeltern im Gebäude des ehemaligen Preußischen Teils des Bf.-Plagwitz . Später waren hier der Fahrmeister,Wohnungen, Brennstoffhandel und die Hbm untergebracht und fielen der Abrissbirne 2024/2025 zum Opfer .

    Mein Großvater war Heizer und später Lokführer auf dem Bf.-Plagwitz . Meine Eltern hatten dann einen Garten am Wasserturm.

    Als Kind musste ich immer von der Ladestraße die Hinterlassenschaften von den Pferden zusammenkehren als Dünger für die Beete .Der Versand und Empfang Boden wurden damals noch mit Pferdefuhrwerken bedient .Ich kann mich noch wage erinnern, als der Zirkus in Leipzig zu Besuch war, wurden die Wohn- und Gerätewagen auf der Laderampe entladen und mit Bulldog Traktoren und LKW H6 gezogen. Es waren auch Pferde und sogar Elefanten dabei,für die Elefanten gab es spezielle Wagen der Gattung Ga mit großen Stirnwand Türen ( genau Gattungsbezeichnung weis ich leider nicht ) , sie liefen nachher bis zum Cottaweg. Meine Mutter war 40 Jahre auf dem Bf. Zugbegleiterin, sie fuhr meistens die Strecke Plagwitz-Pörsten .Bin die Strecke sehr oft im Packwagen mitgefahren. Die mitfahrt auf der 83ziger war auch immer mal möglich,die Hände waren danach schwarz ,vom Gesicht ganz zu schweigen.Wie sollte es auch anders sein bin ich auch bei der DR gelandet.Habe eine Ausbildung als Schienenfahrzeugschlosser im Raw-Einheit gemacht. Ab 1971 bis 1975 arbeitete ich in der Wagenwerkstatt in Leipzig-Wahren.

    Auf den Bf.-Plagwitz zog es mich wieder zurück.Von 1976 bis 1994 war ich in der Wagenwerkstatt Plagwitz beschäftigt. Größtenteils wurden ihr die Uc-v Wagen instand gesetzt ( Wohnungsbauprogramm der DDR / Grünau)Viele der Zement-Behälterwagen, die von der Schomburgkstraße kamen, hatten manchmal bis zu 500 kg oder mehr Rester in den Behältern.

    Die Rester wurden in ein Silo befördert, der an der Ladestraße stand .Unsere Dienststelle hatte da die Hand drauf.Der Bahnhof bekam aber auch seinen Teil ab.

    Viele Privatpersonen holten sich auch ihren anteil. Die Freunde aus der Kaserne Schönau waren auch dabei .Die kammen mit ein 5t Kipper, Zement los drauf,

    Plane drüber, 5 Muschkoten auf die plane und ab nach Schönau.

    .Auch Die Reko – Wagen der Pörstener strecke bekamen hier ein klein Instandhaltung ( Ru/Ru1 ) .Nach 49 Jahre Dienstzeit bin ich jetzt im wohlverdienten Ruhestand .

    Manchmal mache ich einen Rundgang über das Bahnhofsgelände , der alten Zeiten wegen .

    Gruß in die Runde Ex-Plagwitzer

  • Hallo wieder von mir in diesem Thema,

    ich freue mich immer, wenn das ab und zu hoch"ploppt", dann merke ich doch, dass ich nicht der Einzige der Plagwitz-Fan's bin. Wer sich einmal drin vertieft hat, den lässt's nicht mehr los und wenn man da aufgewachsen ist (so wie ich), sowieso nicht.
    Trotzdem muss ich beim Ex-Plagwitzer was richtig stellen, nämlich den Bildeintrag vom Materialwagen der "SFM Plagwitz". Es gab keine SFM Plagwitz, die zuständige Signal- und Fernmeldemeisterei war die SFm Leipzig mit Sitz in der Brandenburger Str., also in Nähe zum Hauptbahnhof, schräg rüber vom heutigen OBI-Baumarkt. Warum bin ich da so krümelkackerig? - Weil das auch meine Dienststelle war, ich war dort im F-Wesen beschäftigt, das hatte ich ja schon in anderen Beiträgen kund getan. Die SFm Leipzig war in Bereiche (Meistereien) unterteilt und so gab es in Plagwitz eine S(ignal)-Meisterei, deren Materialwagen das ist bzw. war. Die zuständige Fernmeldemeisterei war allerdings am Hauptbahnhof (unter Bahnsteig 26) angesiedelt, hatte aber Außenstellen in Plagwitz, zum einen die örtliche Basa (Vermittlungsanlage) in Plagwitz, zum anderen eine kleine Funkwerkstatt im Sozialgebäude an der Antonienbrücke. Im Bild mit dem Materialwagen ist am rechten Bildrand das Gemeinschaftsgebäude S-Meisterei/Basa noch angeschnitten zu sehen. Das Sozialgebäude habe ich im traurigen Zustand im August 2014 mit abgelichtet, da bot sich dieser Anblick:

    Im "turmhaften" Aufbau befand sich die Bahnhofsdispatcherleitung und an der linken Ecke (mit den 2 weißen Fensterumrandungen) die kleine Funkwerkstatt. Wenn die beiden Plagwitzer Kollegen wegen Urlaub oder dgl. nicht da waren, habe ich manchmal die Vertretung übernehmen können und besonders genossen, wenn man bei Arbeiten auf einer Funk-Rangierlok (V60/BR106) ein Stückchen auf den Anschlussbahnen mitfahren konnte. Unvergessen! Und nun möchte ich Euch noch den Grund zeigen, warum ich am 3. August 2014 dieses Bild gemacht habe, der war nämlich viel erfreulicher, schaut selber:

    03 2155 drückt einen Sonderzug in die Gleisanlagen des Eisenbahnmuseums an der Schwartze Str., der dort zum "Übernachten" bleiben sollte. Das Anschlussgleis führt schräg durch das ehemalige Gleisfeld in Höhe des Stellwerkes W5, gut bewachsen mit der "Eisenbahnerblume", der Goldrute. Die Brücke im Hintergrund ist die (neue) Fußgängerbrücke der Schwartze Str., früher auch Bahnbrücke des Stammgleises PX zum Lindenauer Hafen. Zwischen Lok und Brücke steht noch verloren die blaue Wartebude des ehemaligen S-Bahn-Haltepunktes Schwartze Str., alles längst Geschichte! Den Hintergrund bilden gleich 2 Wassertürme, der linke gehört zum Eisenbahnmuseum, dem ehemaligen preußischen Bahnbetriebswerk. Der rechte mit dem "Augen"-Muster im Mauerwerk ist der Wasserturm des Stadtteiles Großzschocher und hat mit dem Bahnbetrieb nichts zu tun.
    Das mein heutiger Ausflug in die Plagwitzer Bahngeschichte Euch wieder ein bißchen Lust auf das Thema gemacht hat....

    hofft der Lindenauer

    Micha