[CZ] Schmalspurbahnen in Tschechien [Sammelthread]

  • JHMD - kleine Schritte zum großen Ziel…


    Gesucht wird zum einen Gastronomiepersonal (...) und: als Lackierer, Elektriker, Schweißer, Mechaniker usw. lässt sich im Sommer Geld verdienen, denn die Schmalspurbahnen suchen Aushilfskräfte, die bei der Instandsetzung des Fahrzeugparkes helfen.


    Hallo, das klingt jetzt eher schlecht. Denn auch in Tschechien werden die Arbeitskräfte mittlerweile rarer, zudem ist die österreichische Grenze ist nicht so weit. Auch Wochenendpendler als Bayern gibt es in der Region bestimmt einige. Da wird die Bereitschaft, jeden Sommer oder nur zeitweise dieses Jahr (das geht aus dem Text nicht so klar hervor) da zu für teilweise deutlich weniger Geld zu arbeiten, sicher nicht sehr hoch sein.


    Auch hat man sicher beim alten Personal angefragt, sonst würde man nicht neues suchen. Auch wenn Mechaniker/Elektriker an sich recht universell sind, jeder davon ist im normalen Arbeitsleben irgendwann auf bestimmte Themenfelder spezialisiert. Das alte Personal ist anscheinend auch schon anderweitig in Beschäftigung bzw. will nicht zurückkommen. Mitarbeiter mit Spezialbereich Fahrzeuginstandhaltung gibt es da sicher nicht so viele vor Ort. Und die Einarbeitung von neuem Personal dauert eben, erst recht wenn praktisch kaum eine Grundlage vorhanden ist. Alles in allem kann man in solche Suchmeldungen auch das blanke Gegenteil sehen, es fehlt Personal an allen Ecken.

  • Balm/u 655 auf dem Weg zurück nach Osoblaha


    Der zweite Balm/u der České dráhy, Balm/u 655 (Btu590 901) ist gerade auf dem Weg von Nymburk nach Třemešná ve Slezsku. Nach seiner Anlieferung wird er wieder die Hauptlast im Personenverkehr übernehmen, verfügt er im Unterschied zu Balm/u 659 (905) doch über eine Fahrgastinformation. Letztgenannter steht dann als Reserve oder Verstärkungswagen zur Verfügung, was gerade im Sommer doch notwendig scheint.



    Schmalspurig nach Racławice?


    Die Diskussion um eine Verlängerung der Schmalspurbahn nach Racławice (Rasselwitz) nehmen wieder Fahrt auf. Bei unseren polnischen Nachbarn wird nämlich die Strecke von Racławice nach Głubczyce (Leobschütz) wieder in Betrieb genommen und es bietet sich so die Möglichkeit, mit relativ wenig Aufwand ein Dreischienengleis zu verlegen. Der eigentliche Neubauabschnitt von Osoblaha hin zur wieder in Betrieb zu nehmenden Strecke betrüge nur etwas mehr als 3 Kilometer. Aus beiden Ländern waren am Wochenende Fernsehteams zu Besuch, um über dieses Projekt zu berichten. In Polen liegt letztlich auch die endgültige Entscheidung für die Verlängerung. Schon jetzt sind polnische Touristen eine bedeutende Besuchergruppe. Das Projekt selbst ist alt, schon bei der Erbauung der Bahn war der Bahnhof in Osoblaha so gebaut worden, dass die Strecke weitergebaut werden konnte.



    705.914 bittet noch um Geduld…


    Die dringend notwendige Reservelokomotive 705.914 ist auch nach mehr als zwei Jahren in Kutná Hora noch nicht einsatzbereit. Die Arbeiten verzögern sich immer weiter, auch der Termin in diesem Sommer kann nicht gehalten werden. Generell ist man für dieses Jahr eher skeptisch. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf den Betrieb der České dráhy und auch der Slezské zemské dráhy, so wird auch im Fahrplan 2024 der Staatskonzern den regulären Betrieb abwickeln. Aber dazu irgendwann mehr.




    Čekáme na zmrtvýchvstání!

    Jindřichohradecké místní dráhy 1897 - 2022

  • Hallo, das klingt jetzt eher schlecht. Denn auch in Tschechien werden die Arbeitskräfte mittlerweile rarer, zudem ist die österreichische Grenze ist nicht so weit. Auch Wochenendpendler als Bayern gibt es in der Region bestimmt einige. Da wird die Bereitschaft, jeden Sommer oder nur zeitweise dieses Jahr (das geht aus dem Text nicht so klar hervor) da zu für teilweise deutlich weniger Geld zu arbeiten, sicher nicht sehr hoch sein.


    Auch hat man sicher beim alten Personal angefragt, sonst würde man nicht neues suchen. Auch wenn Mechaniker/Elektriker an sich recht universell sind, jeder davon ist im normalen Arbeitsleben irgendwann auf bestimmte Themenfelder spezialisiert. Das alte Personal ist anscheinend auch schon anderweitig in Beschäftigung bzw. will nicht zurückkommen. Mitarbeiter mit Spezialbereich Fahrzeuginstandhaltung gibt es da sicher nicht so viele vor Ort. Und die Einarbeitung von neuem Personal dauert eben, erst recht wenn praktisch kaum eine Grundlage vorhanden ist. Alles in allem kann man in solche Suchmeldungen auch das blanke Gegenteil sehen, es fehlt Personal an allen Ecken.

    Hallo,


    auf der einen Seite sind Deine Gedankengänge richtig. Auf der anderen Seite: Es geht erst einmal nur um Vorbereitungsarbeiten und das in einer Gesellschaft, die insolvent ist, bzw. deren finanzielle Mittel arg begrenzt sind. Man hat wohl viele Leute gefunden, die sich in der Werkstatt nützlich machen wollen. Außerdem ist die Werkstatt ja gerade die einzige Abteilung, die noch funktioniert wie sie soll, wenngleich mit zu wenig Personal. Diese Missstände will man jetzt bereinigen und was danach kommt wird sich zeigen. Ich weiß um einige frühere Mitarbeiter, die liebend gern wieder auf der Schmalspurbahn arbeiten wollen. Also so schwarz würde ich nicht sehen.


    Martin

    Čekáme na zmrtvýchvstání!

    Jindřichohradecké místní dráhy 1897 - 2022

  • Bei unseren polnischen Nachbarn wird nämlich die Strecke von Racławice nach Głubczyce (Leobschütz) wieder in Betrieb genommen und es bietet sich so die Möglichkeit, mit relativ wenig Aufwand ein Dreischienengleis zu verlegen.

    Hallo Martin,


    nicht nur dieser Abschnitt wird reaktiviert, sondern die Gesamtstrecke Racławice - Głubczyce - Baborów - Racibórz. Die Strecke wird für bis zu 100km/h hergerichtet, eine Elektrifizierung ist in der Diskussion. Auch wenn vieles in unseren Nachbarländern lockerer als bei uns gesehen wird, kann ich mir ein Dreischienengleis nur schwer vorstellen.


    Viele Grüße

    Toralf

  • N'abend,


    das sind ja mal interessante Neuigkeiten.


    Mitte Mai hatten wir uns auf den Weg in die Slowakei gemacht. Die Hinfahrt hatten wir dabei über das Altvatergebirge geplant, um dort ein paar Brillen-Züge zu fotografieren. Was wir nicht bedacht hatten, dass quasi fast das gesamte Altvatergebirge im SEV unterwegs war. :(

    Somit hatten wir mehr Zeit für die Schmalspurbahn. Die Idee dann war, sich in Slezske Rudoltice in der Pension einzuquartieren und dann 1-2 Runden mit der Schmalspurbahn zu fahren. Am nächsten morgen wollten wir dann den Frühzug fotografieren und weiter gen Osten fahren.


    Leider schien die Pension geschlossen zu sein, zumindest hat niemand geöffnet. Und eine weitere Übernachtungsmöglichkeit hat uns google leider nicht angezeigt. Die nächste wäre auf tschechischer Seite in Krnov gewesen, oder auf polnischer Seite in Głubczyce. Wir hatten uns für zweiteres entschieden.


    Da nun die Fahrt mit der Schmalspurbahn entfallen ist, hatten wir uns Głubczyce entwas näher angeschaut. Dabei sind wir auch am imposanten Bahnhof vorbeigekommen. Aber niemals hätten wir gedacht, dass dort noch mal ein Zug fahren wird.


    1.jpg


    2.jpg

    Ich bin mal gespannt, ob das Gebäude auch noch eine Chance auf Wiederbelebung bekommt.



    P5144319.jpg

    Am nächsten Morgen ging es dann zu unserem Wunschmotiv nach Liptaň, bei unserem letzten Besuch hatten wir das Motiv irgendwie vergeigt.



    Bleibt festzustellen, dass wir den Besuch nächstes Mal besser planen sollten, gerade was die Übernachtung angeht. Auf jeden Fall ist es schön, dass die Bahn wieder einer positiveren Zukunft entgegenblickt.



    Viele Grüße



    Tilo



    PS: Bis in die Slowakei haben wir es dann doch nicht mehr geschafft. Die Wetteraussichten waren einfach zu schlecht. Aber getreu dem Motto "Tschechien geht immer" haben wir uns auch so gut beschäftigt. Vielleicht schaffe ich es ja im Herbst mal, hierzu einen kleinen Bericht zu erstellen.



  • Zu Besuch in Jindřichův Hradec


    Auf ausdrücklichen Wunsch des Werkstattleiters - der guten Seele - der verbliebenden JHMD, fand ich mich gestern in Jindřichův Hradec ein. Wie mal erwähnt, steht ja am Bahnsteig des Lokalbahnhofes ein kleiner Zug bereit, der zwar nicht fährt, in dem sich aber zum einen das Bistro befindet, zum anderen auch Sitzgelegenheiten sind und die gedachte Zuglokomotive ist die älteste 705.9, die 705.905 (grün). In meiner Eigenschaft als Schaffner auf der Hotzenplotzerin wurde so über den Fortgang auf beiden Bahnen gesprochen und einfach auch mal "therapeutisch" verarbeitet, was so passiert ist seit dem 2.10.2022. Selbst die Angestellten der JHMD wussten bis zum 1.10.2022 nichts davon, dass die Züge nicht mehr fahren würden und man rechnete mit einer Wiederaufnahme des Betriebes noch 2022... Nun, es kam anders. So gibt es immerhin Bier, Kofola und Souvenirs am Bahnhof. Die Bedienung ist freundlich und selbst Eisenbahnfreund. Erschienen ist ein neuer Kalender der JHMD für das Jahr 2024 und des Weiteren ein Buch über die beiden Schmalspurbahnstrecken auf Tschechisch im Verlag Tváře (auf der Webseite des Verlages ist das Buch noch nicht zu finden, Autoren sind Martin Navrátil und Richard Cila).



    Die wichtigste Antwort muss ich Euch schuldig bleiben - man ist zwar auf einem guten Weg, doch im August werden noch keine Züge fahren. Doch 2023 wird sicherlich noch etwas passieren, wo und wie - das schreibe ich dann hier gerne, sobald ich es weiß.


    Martin

    Čekáme na zmrtvýchvstání!

    Jindřichohradecké místní dráhy 1897 - 2022

  • Laut zdopravy.cz hat das Bahnamt den Betrieb von Arbeitsfahrzeugen ab 3.10.2023 erlaubt. Für die Wiederaufnahme des Personen- und Güterverkehrs muss eine Sicherheitsbescheinigung ausgestellt werden, die Bürokratie für ihre Ausstellung dauert laut Bahnamt etwa 5 Monate und bisher hat niemand um deren Ausstellung nachgesucht. Der Antragsteller muss finanziell ausreichend aufgestellt sein.

  • die Bürokratie für ihre Ausstellung dauert laut Bahnamt etwa 5 Monate und bisher hat niemand um deren Ausstellung nachgesucht. Der Antragsteller

    Also mindestens bis nächstes Jahr kein regulärer Betrieb?

  • Hallo miteinander,

    eine Sicherheitsbescheinigung für eine Schmalspurbahn im Inselbetrieb - eine Forderung, auf die die vielgescholtene Bürokratie in Deutschland nie kommen würde. Hier versucht man mit viel Mühe die kleine Bahnen vor übertriebenen europäischen Eisenbahnstandarts zu schützen. Muss ja auch mal gesagt werden.....

    Grüße Jens