Farbgebung der Sächsischen Schmalspurbahnen in Epoche I

  • ein Zugführerwagen war der Wagen, in dem der Zugführer eines Güterzuges im Güterzug mitfuhr, weil der Zugführer bekanntlich nichts auf Lokomotiven zu suchen hatten, auch wenn 90 Prozent aller Journalisten genau vom Gegenteil überzeugt sind ... ;)

    Ach André, auch wenn es bei den hier diskutierten Zugführerwagen vermutlich um Fahrzeuge einer Epoche geht in der wirklich nahezu jeder Zug einen nach den Dienstvorschriften definierten Zugführer UND einen Lokführer hatte solltest Du bitte nicht vergessen/negieren, daß die von Dir gescholtenen Journalisten zum weit überwiegenden Teil aus dem Hier, Heute und maximal Gestern berichten. Aber weniger aus dem guten, alten Vorgestern... :|

    Und im Hier und Heute sind nun einmal sehr viele Lokführer auch gleichzeitig Zugführer. Man könnte sie genauso gut Chef des Zuges nennen. Das ist Fakt, die ewige Herumreiterei auf altem Vorschriftenwerk bzw. der vergangenen Personalpolitik hilft da nicht viel.

    Aber vielleicht willst Du uns ja mal auf den aktuellen Stand bringen? Gern auch in einem herausgelösten Beitrag.

    Also: Haben bei HSB, SDG, RüBB, DBG, SOEG, etc. (um bei den Bimmelbahnen zu bleiben) die "Zugbegleiter mit verkehrlichen Aufgaben" (mein Synonym für den landläufig "Schaffner" genannten Kollegen) überall und immer auch betriebliche Aufgaben und damit auch die dazu notwendige Befähigung? Sowie dazu passend im besten Falle eine adäquate Bezahlung für die zusätzlichen Verantwortlichkeiten? Oder gibt es da auch die selbst schon zu DR-Zeiten nicht völlig ungewöhnlichen "Schaffnerzüge" bei denen eben der Lokführer die betrieblichen Aufgaben des Zugführers in Personalunion übernimmt?

    Gruß von Niels der im praktischen Berufsalltag praktisch nur mit Zugführern kommuniziert, die einen Zug (und das dazugehörige Triebfahrzeug) führen. :saint:

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    "Der Zweck des Forums liegt im Austausch zu Schmalspurbahnen,
    schmalspurigen Modellbahnen, historischen Eisenbahnen und damit verwandten Themen."

  • Zum Schemelwagen vergleiche man auch das Originalmodell eines Preussischen Schemelwagen im Technikmuseum Berlin, hier in der Leseprobe

    https://shop.vgbahn.info/media/pdf/Musterseiten/15088138_Leseprobe.pdf

    Es gibt ein merkwuerdiges Nebeneinander hell und dunkel gestrichener Schmalspurpackwagen, aber die Aufteilung in Personenzugdienst (wohl immer dunkelbraun vgl Martin Brendel im DBM) und Gueterzugdienst (wohl bis 1909 grau, dann evtl rotbraun) wuerde die Unterschiede erklaeren ...

    VG Nils

  • Hallo Klaus,

    Nils hat gerade den Finger in eine offene Wunde gelegt, auf die zumindest ich nicht eingehen möchte - aber gern jeder andere darüber Informierte in einem eigenen Ast darstellen kann ( Niels: Du hast ja wie immer recht - herzliche Grüße nach Oschatz!).

    Das Modell eines zweiachsige sächsischen Zugführerwagens - im Original für 750 mm Spurweite - zeigt den 1886 in den Eigenen Werkstätten der K.Sächs.Sts.E.B gebauten Wagen K.277 mit seiner von September 1899 bis 1927 gültigen Nr. 1453K, wobei der Hersteller u. a. den Buchstaben K hinter der Wagennnummer vergessen hat.

    Wenn Du jemand kennst, der den Sachsen-Schmalspurwagenband 1 besitzt, dann findest Du dort auf Seite 174 das zeitgenössische Skizzenblatt lfd. Nr. 753 - dort steht zweifelsfrei "Zugführerwagen mit Gepäck- u. Billetverkaufs-Einr(ichtung)."

    Mit einem Dienstwagen hat dieses Fahrzeug nichts zu tun. Mir ist auch nicht bekannt, dass derartige Wagen später (in der Reichsbahnzeit) als (Bahn-)Dienstwagen genutzt worden wären.

    Mit vielen Grüßen

    André

  • Hallo in die Runde,

    Entschuldigung, ich muss doch nochmal zur Farbgebung konkret der Z.O.J.E. nachfragen.

    Ich habe gemäß DbM 4/2017 nach Martin Brendel meine 718a´er, weil 2. u. 3. Klasse grün gespritzt. Nach meinen Vorstellungen soll einer als der Z.O.J.E Nr 1 und der andere, dann nach Z.O.J.E. -Übernahme als der Staatsbahnwagen 353k (ehemals Z.O.J.E.Nr.3) beschriftet werden. Nun bin ich aber verunsichert weil ich nun bei Euch gelesen habe, dass die Personenwagen generell nur braun gewesen sind.

    "Ich kenne bisher keine Quelle fuer gruene Personenwagen ausser frueher Privatbahnen." (?)  Ich würde nun gerne wissen, was würdet Ihr mir empfehlen, was ist der aktuellste Kenntnisstand?

    Mit bestem Dank vorab, ein schönes WE Euch

    Gruß Lothar


  • Hallo Lothar,

    die angesprochenen fruehen Privatbahnen sind die Leipzig Dresdner Eisenbahn (1.Kl gelb, 2.Kl gruen) und die Berlin-Dresdner Bahn (Schema wie in Preussen)

    Fuer Schmalspurbahnen erscheint die durchgehend braune Farbe der Sekundaerbahn Pirna-Berggieshuebel der Eroeffnungszeit 1879 nahestehend,

    Deren gemischtklassiger Wagen war braun.

    Auf meiner Seite gibt es jetzt eine Auflistung der Schriftquellen zur Kastenfarbe:

    Personenwagen

    Ich wuerde Wagen der 3.Klasse jedenfalls braun machen und gemischtklassige auch, weil es bisher keinerlei anderen Hinweis gibt.

    Da die Staatsbahn schon vor der Verstaatlichung den Betrieb im Auftrag der ZOJE abwickelte, erscheinen Staatsbahnfarben auch bei den Privatbahnwagen naheliegend.

    Neue Erkenntnisse in dem Bereich kenne ich bisher nicht.

    VG Nils

  • Hallo Nils,

    Danke für die rasche Antwort. Da muss ich selbigen halt nochmal in Verdünnung baden lassen und neu spritzen, aber sonst hätte ich mich später sehr geärgert.

    Herzlichen Dank nochmal

    LG Lothar