Gedanken zur Zukunft der Harzer Schmalspurbahnen

  • Hallo in die Runde,

    es ist schon beachtlich, was hier alles zur Braunlager Anbindung an die HSB geschrieben wird! Erstmal geht es um eine Machbarkeitsstudie und die Politik möchte gern in 5 Jahren alle Grundlagen für einen Bau schaffen.

    Allen hier im Forum ist schon klar, dass mit der Studie auch mögliche Baukosten eine Rolle spielen. Und natürlich muss es in so einer Studie auch um die Befahrung der Strecke mit Fahrzeugen gehen.

    In Anbetracht der großen Herausforderungen zur Aufrechterhaltung des täglichen Betriebes der HSB mit fehlenden Personal und fehlenden Fahrzeugen ist es schön, mal wieder Geld für eine Studie auszugeben, aber besser ist es, sich erstmal um die zuvor genannten Grundprobleme zu kümmern. Und wenn man dabei dann auch mal Erfolge aufzeigen kann, ERFOLGE!, dann kann man diese sehr, sehr gern auch wieder in besagter Zeitung oder in der Presse gern öffentlichkeitswirksam mitteilen. Das wäre dann einen Artikel auch wert, gelesen zu werden.

    Nicht überall wo Rauch aufsteigt, brennt auch ein Feuer! ;)

    Beste Grüße, Volker

    • Falls du mit Zahlen die Kosten meinst: In der Diplomarbeit von 1991 sind keine Zahlen in meiner Quelle genannt, daher kann ich keine mitteilen. Da die aber auch schon 32 Jahre alt ist, sind sämtliche dort möglicherweise genannten Kosten mittlerweile völlig überholt.
    • Die in der Machbarkeitsstudie von 2009 ermittelten Baukosten habe ich für die günstigste und die teuerste Variante genannt. Zusätzlich die damals generell prognostizierten Einnahmen und Kosten.
    • Dass die jetzige Wortmeldung des Landrats auch Profilierungsgründe hat, darauf wurde ebenfalls schon hingewiesen.
    • Dass hier im Thread über mögliche Zukunftsszenarios geschrieben wird, liegt zum einen daran, dass der Thread "die Zukunft der HSB" im Titel hat (Probleme in der Gegenwart gehören, denke ich, eher in den Thread "Betrieb der HSB 2023") und zum anderen, dass speziell dieses Thema der möglichen Streckenerweiterungen viele Leute interessiert.
    • Unabhängig von diesen Punkten ist das Thema Inklusion, sprich Verbesserung der Möglichkeiten z. B. für Rollifahrer, auf jeden Fall ein wichtiges Zukunftsthema. Hubhilfen an nur vier Bahnhöfen (Wernigerode, Nordhausen, Drei Annen Hohne, Brocken), davon keiner an der Selketalbahn, Einstieg für Rollifahrer nur in Züge mit Traglastenwagen (breitete Tür und Stellplätze), bauartbedingt keine Nutzung von Triebwagen möglich, keine speziellen Zugtoiletten vorhanden und völlige Unflexibilität für Rollifahrer (Anmeldung eines Fahrtwunsches 3 Tage im Voraus, weil die Bahn das erst planen muss) sind nicht wirklich zeitgemäß.
  • Müßte die HSB dann den fremden Verkehr auf ihren Netz zulassen, so wie die DB heute private EVUs auf ihren Netz fahren lassen muss?

    Ja, theoretisch müsste sie in diesem Fall den Anschluss an ihr Netz zulassen und dem fremden EVU Netzzugang gewährleisten.

    Einmal editiert, zuletzt von Falkomator (5. September 2023 um 09:35)

  • Danke an Stefan für den Verweis auf das Buch von Winfried Dörner über die Südharz-Eisenbahn. Hatte das Buch hier schon auf Halde zu liegen und bin wegen des Umfangs von weit über 400 Seiten nicht dazu gekommen es komplett zu lesen. Aber es stimmt: Dort wird über mehrere Seiten über die bisherigen Überlegungen , samt der Diplomarbeit und der Studie von damals berichtet.

  • Hallo Stefan_

    ganz herzlichen Dank für Deine Zusammenfassung. Klar wird hier über Zukunftsmusik diskutiert. Das sollte auch Sinn dieses Fadens sein. Nur ist dies nicht der erste Faden- und jedesmal werden die gleichen Themen besprochen.

    Diese Themen liegen aber erst weit in der Zukunft-- beispielsweise Südharzbahn.

    Wenn hier alles optimal läuft-- könnte der erste Zug vielleicht zum Fahrplanwechsel fahren. Ich meine den Fahrplanwechsel 2055/2056. Zu diesem Zeitpunkt muß dann auch mit völlig neuen Fahrzeugen geplant werden. Die derzeit relativ neuen Lokomotiven an den alten Schildern dürften dann auch das Ende der Nutzungsdauer erreicht haben.

    Aber das ist Zukunftsmusik.

    Im Moment muß man sich mehr Gedanken um die nächsten drei bis fünf Jahre machen. Und da gehört das Thema Teilhabe und Integration (Inklusion funktioniert nicht wirklich und ist eigentlich auch eine ganz andere Baustelle) unbedingt dazu. Das betrifft jetzt nicht nur den Harz. Aber hier ist es besonders auffällig. Warum (Achtung, rhetorische Frage) soll ich eine Fahrt drei vorher anmelden? Ich weiß doch nicht, wie das Wetter ist...

    Daß es anders geht, haben wir gerade in Kühlungsborn erlebt (auch hier gibt es nur Traglastenwagen ohne Lift).

    Wir haben lediglich nachgefragt- ob es möglich ist- mit Rollstuhl zu reisen. Selbstverständlich war es möglich- und es fanden sich spontan genügend Helfer (so daß das Personal, welches seine Hilfe angeboten hat-- nicht zugreifen musste)

    Wenn sich hier nichts ändert- wird (ist) das Selketal für Rollstuhlfahrer maximal uninteressant. Deswegen auch mein Einwurf oben- daß der Harz auch andere Ziele hat.

    Noch wichtiger ist aber die Rekrutierung von Personal- hier sieht es wohl etwas schlechter aus. In einer Pressemitteilung lese ich, daß die Brockenzüge ausfallen.

    Das passiert mir als Tourist genau zwei mal- nämlich einmal fast und einmal garnicht. Die Außenwirkung ausfallender Züge ist nicht zu unterschätzen. Jeder abgewiesene Tourist wird dann im persönlichen Umkreis erzählen- da brauchst Du nicht hin- da fährt sowieso kein Zug (auch wenn es nur bedingt stimmt)...

    Deswegen müssen erst die realen Probleme abgestellt werden- ehe man fiktive Probleme diskutieren kann.

    So weit meine Gedanken

    Christian

  • Die Außenwirkung ausfallender Züge ist nicht zu unterschätzen. Jeder abgewiesene Tourist wird dann im persönlichen Umkreis erzählen- da brauchst Du nicht hin- da fährt sowieso kein Zug (auch wenn es nur bedingt stimmt)...Das hatte ich hier vor geraumer Zeit

    Zustimmung!

    Das hatte ich hier vor geraumer Zeit allerdings auch schonmal geäußert und wurde von der Schönredner-Fraktion dafür gegrillt. Ich musste mich belehren lassen, der Tourist sei in der Pflicht, sich vor Reiseantritt kundig zu machen, ob sein Zug auch tatsächlich fährt - sonst habe er eben Pech und nicht zu meckern ...

    Nunja, kann man auch so sehen ...


    Beste Grüße aus dem Bergischen Land

    Thomas

  • Also Handy raus ohne Empfang im Selketal auf den Zug warten ,wenn dann keiner kommt die nächste Bushaltestelle suchen und fur gut 40 Euro SEV im Selketal hin und her fahren .

    Soetwas erzählt man gerne seinen Feunden keine Dampflok dafür ein Bus im SEV ...super Tag Gruß Carsten D

  • Genau richtig - die Stadt Braunlage und das Land Niedersachsen sind hier am Zuge - wollen sie den Anschluß, dann müssen sie auch die Finanzierung sicherstellen.

    Jetzt habe ich doch mal eine eher theoretische Frage. Angenommen, das Land Niedersachsen sagt ja zum Neubau. Da man aber keinen Streit mit den östlichen Ländern will, gründet man gleich noch eine eigene Bahngesellschaft mit dazu - nennen wir sie mal Schöne-Harz-Eisenbahn (SHE). Müßte die HSB dann den fremden Verkehr auf ihren Netz zulassen, so wie die DB heute private EVUs auf ihren Netz fahren lassen muss? Oder hat die HSB da einen Sonderstatus?

    Ja, theoretisch müsste sie in diesem Fall den Anschluss an ihr Netz zulassen und dem fremden EVU Netzzugang gewährleisten.

    Hallo Falkomator,

    wie kommst Du denn zu dieser Annahme? Zugegebenermaßen ist die Umsetzung der europäischen Eisenbahnpakte im deutschen Recht sehr unübersichtlich. Aber m.W. hat der deutsche Gesetzgeber die Schmalspurbahnen (korrekt: "nicht regelspurige Eisenbahnen") von einer Vielzahl der europarechtlichen Verpflichtungen ausgenommen.

    Eindeutig ist m.E. § 2a Abs. 1 Ziffer 1 ERegG: "Nicht anzuwenden sind für Betreiber der Schienenwege von nicht regelspurigen Eisenbahnen das Kapitel 3" - und Kapitel 3 regelt die Erhebung von Entgelten und Zuweisung von Schienenwegkapazität im Schienenverkehr. Die HSB muss also kein Trassenpreissystem usw. aufstellen. Das heißt für mich auch, es gäbe gar keine Abrechnungsgrundlage für "Open Access"-Verkehre der von Tilo fiktiv ins Spiel gebrachten "SHE". Von daher sehe ich nicht, dass die HSB anderen EVU den Zugang zu ihrem Netz gewähren müsse.

    Grüße

    Julian

  • HAllo Zusammen,

    Da möchte ich doch gern mich mal kurz einmischen... sorry schonmal!

    Zustimmung!

    Das hatte ich hier vor geraumer Zeit allerdings auch schonmal geäußert und wurde von der Schönredner-Fraktion dafür gegrillt. Ich musste mich belehren lassen, der Tourist sei in der Pflicht, sich vor Reiseantritt kundig zu machen, ob sein Zug auch tatsächlich fährt - sonst habe er eben Pech und nicht zu meckern ...

    Nunja, kann man auch so sehen ...

    Oh je...

    Es ging damals um allein die Information auf der Homepage der HSB das aus irgendwelchen Gründen Züge nicht fahren! Damit durch diese Information der Kunde/Gast planen kann...

    Natürlich sollte sich Jeder heutzutage sehr gut informieren, damit ein Ausflug auch klappt. Aber was sag ich da, täglich kämpft man mit vereinzelten Gästen die irgendwo Stranden weil Aushänge, Informationen ignoriert wurden!

    Also komm bitte runter!

    Also Handy raus ohne Empfang im Selketal auf den Zug warten ,wenn dann keiner kommt die nächste Bushaltestelle suchen und fur gut 40 Euro SEV im Selketal hin und her fahren .

    Soetwas erzählt man gerne seinen Feunden keine Dampflok dafür ein Bus im SEV ...super Tag Gruß Carsten D

    Das Beste Beispiel... Wie etwas nicht geht! Deshalb vorab informieren! Kurzfristig, was natürlich passieren kann ist immer unschön... oder ist die HSB nun auch schuld wenn kein Handyempfang ist🫣

    Das so eine Situation eines Ausfalls bedauerlich ist, ist außer Frage und hat nichts mit "Schönreden" zutun!

    Aber hier in deinem ThomasKugel angesprochenen Fall hast auch alles gegeben gehabt um neben der Mitteilung des Ausfalls noch richtig Feuer in die Wunde zu sprühen... oder auch einfach mal Dampf abgelassen!

    Der Harz wird nunmal mit Samthandschuhen angefasst, ein Pulverfass in der Theorie dieses Forums... In der Praxis sieht das schon ganz anders aus.

    Siehe die Berichte aus dem Harz mit der HSB, die fuhr...


    So nun noch kurz zu diesem hoffnungslosen Thema,

    Was gerade wieder abgeht seit 3 Jahrzehnten ist absolut nicht mehr diskussionsfähig!

    Wollte man eine Erweiterung wirklich?; hätte man dies mit Sicherheit schon angepackt... und fertig!

    Zeit ist ja mittlerweile genug vergangen, eine Zeit die besser und günstiger war...


    Auf die nächsten Jahrzehnte der Überlegung! Oder auch Alle Jahre wieder :S

    Übrigens statt das Geld zu verpulvern sind schon relativ gute Dinge genannt... Wofür es eingesetzt werden könnte...

    *MER ist da ein sehr gutes Thema wofür Geld sinnvoll investiert wäre

    *Aber auch Geld in Reserven und vorhandene Infrastruktur zusätzlich zu investieren, damit nicht direkt ein Zug wegen Lokschaden ausfallen müsste.

    Nun Personal ist wieder was anderes, da ist die Politik gefragt... Da nun näheres zu formulieren, sprengt alles...

    Nur soviel, solange man für Nichtstun mehr zur Verfügung hat, als mit steuerpflichtiger Arbeit...

    Solange wird es definitiv personalbedingte Ausfälle geben!


    Gruß André

  • Wenn erwartet wird das man sich am Bahnhof Online informiert das da heute keine Dampflok kommt sollte schon Empfang sein zb Alexisbad im Herbst .Oder man könnte die Station mit Personal besetzen . Dienst am Kunden .

    Gruß Carsten D