[PL] Schmalspurbahnen in Polen (Sammelordner)

  • Hallo Leute,

    naja das Bild ist schon recht bekannt und soll wohl eben ursprünglich aus einer Ausgabe aus der Zeitschrift Stalowe Szlaki von 1994 stammen, wobei ich mir nicht sicher bin obs die damals überhaupt schon gab. Auch in der angesprochenen Facebookgruppe wurde das Bild schon verbreitet und besprochen. Da wird auch gesagt das die Lok wohl auf die Bezeichnung Tu7E-003 hörte. Wenn man bedenkt das die Lok seit 1974 in Polen gewesen sein soll, die Tu7E zumindest anfangs einen eigenen Nummernbereich im Vergleich zur Tu7 hatten und diese in der Tat ab diesem Zeitraum gebaut wurden dann kann das durchaus die Originalnummer, sprich die dritte gebaute Tu7E sein. Unterhalb des weißen Streifens kann man am Führerhaus übrigens noch die Metallplatte erkennen wo bei einigen Exportloks Сделано в СССР (Sdelano v SSSR / Hergestellt in der UdSSR) stand.

    Mehr Informationen zu der Lok oder gar weitere Bilder habe ich leider aber auch nicht, würden mich aber ebenso interessieren. :/

    Weitere sowjetische Schmalspurdieselloks kenne ich in Polen aber auch nicht, allerdings stimmt das mit den Schmalspurtriebfahrzeugen so allgemein aber wiederum auch nicht. Ich erinnere da mal an die beiden 159 von Podolsk die heute noch in Polen erhalten sind. ;) Und die ganzen Kp4 lasse ich mal unerwähnt, denn da kann man sich streiten. ^^

    Wciaz pod para... | Polskie parowozy

    Wciaz pod para... | Polskie parowozy

    Eine weitere Lok, zwar keine schmalspurige aber von Kambarka, konnte ich am 12.10.2016 bei der SKPL in Pleszew im Schuppen fotografieren. Denn da stand eine TGM40, also praktisch die breit- bzw. in dem Fall Normalspurige Version der Tu7. Wieviele davon nun aber nach Polen geliefert wurden kann ich auch nicht sagen.


    Viele Grüße

    Felix

  • naja das Bild ist schon recht bekannt

    Also mir war das Bild bis heute nicht bekannt und immerhin (warum auch immer) hat es das Foto auch nicht ins Buch dieser Schmalspurbahn geschafft.

    Viele Grüße

    Toralf

    P.S.: Hab gerade mal in der Facebook-Gruppe gesucht, die Lok wurde dort tatsächlich schon mal besprochen. Muß ich wohl übersehen haben oder Facebook hats verschluckt.

  • В Польше не было ТУ-2, не так ли?

    TU2 nur für Schmalspurbahnen UdSSR. Die TU2 wurde nicht exportiert. Offenbar haben Beamte von RGW entschieden, dass Schmalspurlokomotiven Warschauer Pakt (aus Rumänien und der DDR, Ungarn, Tschechien) in die Länder Osteuropas geliefert werden. Das ist logisch, Arbeitsplätze und stabile Aufträge für östliche Fabriken: FAUR, LKM, Rába, ČKD.

    Die sowjetische Fabrik KMZ war mit Aufträgen für die UdSSR überladen. Dokumentarfilm 1986 über TGM-40, Anm. bei Minute 7:04 - viele neue Schmalspurlokomotiven auf der Laderampe. Und um 2:45 Uhr - Telegramme mit Exportaufträgen TU7 / TGM40 für Algerien, Tansania, Australien, Frankreich

  • Hallo,

    eben die Tu2 wurde nie exportiert und findet sich auch heute nirgends außerhalb des ehemaligen sowjetischen Gebiets. Andere Schmalspurloks wurden ja nach der Wende auch in andere Länder verkauft.

    Das mit dem RGW glaube ich in dem Fall aber nicht. Wenn man mal schaut wer wann was gebaut und wohin geliefert hat dann gibt es schon einige Überschneidungen bzw. gab es gar keine konkurrierenden Produkte. Raba aus Ungarn hat zum Beispiel grade mal 10 Schmalspurloks exportiert, in Form von MK48 in die CSSR. CKD hat was große Schmalspurloks angeht auch nur 45 Tu3 in die UdSSR exportiert (was ich im übrigen mit der Tu2 als Paralellbaureihe auch nie ganz verstanden habe), aber natürlich unzählige Feldbahnloks. Und LKM hat zwar Unmengen an Feldbahnloks exportiert, hat aber nie (mit Ausnahme der V36K und der V30C, was aber Sonderanfertigungen waren) irgendwelche richtigen streckentauglichen Schmalspurloks gebaut. Erst bei der Entwicklung der V40BB scheint es so zu sein das deren Bau zugunsten der L35H bzw. L45H von Faur zurückgestellt wurde.

    Ich denke der RGW hatte hier viel weniger Einfluss als viele denken, denn im Endeffekt war es auch dort ein harter Markt und jeder versuchte möglichst viele lukrative Exportaufträge abzuschließen. Und auch KMZ hat ja durchaus exportiert, nur eben nicht in die DDR, auch wenn das erwogen wurde.

    Und vielen Dank für das sehr interessante Video! Besonders erstaunt bin ich ja das sogar eine Auszeichnung von der Leipziger Messe gezeigt wird. Das auch KMZ Loks in Leipzig zu sehen waren wäre mir neu, allerdings ist das durchaus vorstellbar. Vielleicht kam auch so der Kontakt nach Zehdenick zustande, die ja eben den kauf von Tu6A erwogen haben?

    VG Felix

    Einmal editiert, zuletzt von Blix (19. April 2023 um 03:01)

  • Hallo zusammen, leider sind schon wieder einige Wochen seit meinem Urlaub am Frischen Haff ins Land gegangen, Zeit also einen Bericht zum Betrieb auf der Zulawska KD schreiben.

    Durch die Restaurierung der Drehbrücke bei Rybina findet in diesem Jahr kein Zugbetrieb zwischen Nowy Dwor Gdansk und Stegna statt. Alle zum Betrieb notwendigen Fahrzeuge sind in Stegna abgestellt. Den Betrieb zwischen Sztutowo und Prawy Brzeg Wisly bestritten die MBdx2-212 und 304, dazu der Beiwagen Bxhpi 00-450024 139-5 und die bekannten halboffenen Sommerwagen. Für das leibliche Wohl sorgt der Buffetwagen. Eine Mitfahrt war natürlich Pflicht, aber die Bahn war nur ein Punkt auf dem Plan – es gibt in dieser Ecke Polens so unendlich viel zu entdecken!


    Einfahrt Sztutowo

    Bahnhof Sztutowo, viel ist von den früheren Gleisanlagen nicht mehr zu sehen. Aber wer genauer sucht findet die inzwischen größtenteils überwachsenen Gleise noch….

    Bahnhof Sztutowo

    Bxhpi 00-450024 139-5

    Zuglaufschild

    Umsetzen in Sztutowo mittels Gleisdreieck

    bei Sztutowo

    Ankunft in Prawy Brzeg Wisly, die Züge sind recht gut besucht

    vorziehen um danach mit dem Triebwagen umzusetzen

    Streckenende am rechten Weichselufer

    Blick Richtung Weichsel

    Prawy Brzeg Wisly

    Holzklasse

    Ausfahrt Sztutowo

    Auf der Rückfahrt vom Oberländer Kanal wurde natürlich an der Drehbrücke bei Rybina angehalten. Die Arbeiten werden sicherlich noch einige Zeit erfordern….


    Posten an der Drehbrücke, Provisorien halten ewig!

    In Stegna stehen alle benötigten Fahrzeuge.

    2405//2408/2410/2412

    Auch das gehört zur Geschichte der Schmalspurbahn, während der Zeit des Nationalsozialismus wurde in Stutthof ein Konzentrationslager eingerichtet. Viele der hierher deportierten Menschen kamen per Schmalspurbahn. Das KZ ist heute eine Gedenkstätte, ein Besuch dort ist sehr zu empfehlen.

    Zur Erinnerung an die Transporte stehen in der Gedenkstätte diese beiden Wagen.

    Ein letztes Mal zum Bahnhof Sztutowo gelaufen, am nächsten Tag ging es wieder zurück nach D.

    Sonnenuntergang über der Ostsee

    Zusätzliche Bilder von den umfangreichen geschichtlichen, technischen und Eisenbahn-Archäologischen Sehenswürdigkeiten würden diesen Beitrag sprengen. Vielleicht wird das mal ein Beitrag über den Tellerrand. Ich bin jedenfalls begeistert von dieser Region und war bestimmt nicht das letzte Mal hier.

    Viele Grüße

    Torsten

  • Hallo zusammen,

    dann möchte ich mich einmal an das Thema anschließen. Die letzten zwei Wochen verbrachten wir unseren Jahresurlaub an der polnischen Ostseeküste, davon habe ich mir einen Vormittag frei geräumt um die verbliebene Reststrecke des einst umfangreichen Schmalspurnetzes um Gryfice zu besuchen. Leider habe ich die Mittagsfahrten mit dem Mbxd2 um zwei Tage verpasst, somit blieb nur der Zug um 08:40Uhr von Gryfice nach Pogorzelica oder um 17:45Uhr von Pogorzelica nach Gryfice. Aufgrund von fehlenden Busverbindungen am Abend von Gryfice zurück in die Ostseebäder, ist es dann die Frühabfahrt geworden.

    Los ging es um 06:30Uhr vom Busbahnhof in Pobierowo, Die Linie 70 klappert früh alle Dörfer ab und sammelt haufenweise Schüler ein. Bemerkenswert das der Schulweg für die Busfahrt allein schon 75min beträgt pro Richtung. Wie dem auch sei mussten wir in Grady am BÜ der Torfbahn halten, leider nur ein Notschuss.

    nach der Ankunft in Gryfice und kurzem Einkauf im "Marienkäfer" begann gegen acht auch schon das Rangiergeschäft. Die Garnitur, nunja, ist gewöhnungsbedürftig. Allerdings liegt der Fokus hier nicht auf einem korrekten historischen Betrieb sondern auf einer Touristen(Spaß-)bahn.

    Nachdem der Zug fertig zusammengestellt und an den Bahnsteig gezogen wurde, heißt es umsetzen. Leider nur ein Handybild...

    beim Umsetzen, links steht das EG des Kleinbahnhofs, leider in einem desolaten Zustand.

    Nun begaben wir uns in einen der offenen Zweiachser um die Fahrt an der frischen Luft zu genießen. Die folgenden Bilder sind dann alle aus dem Zug entstanden. Vielleicht nicht für jeden Interessant aber wer die Zeit nicht hat pers. vor Ort zu sein kann sich dadurch vielleicht einen kleinen Eindruck verschaffen. Absolut zu empfehlen ist es jedenfalls. In doch recht flottem Tempo geht's die nächsten 29km über ausgefahrene, kaum im Gras auszumachende Gleise. Das klacken der Schienenstöße und das schwingen auf den Gleisen ist einfach herrlich!

    bei der Ausfahrt aus Gryfice fährt man an dem dreiständigen Lokschuppen vorbei, auch hier leider ein sehr desolater Eindruck.

    nach den ersten fünf Kilometern wird Popiele erreicht, hier stieg sogar ein Fahrgast zu. Generell dachte ich auch das wir in der Nebensaison die einzigen Fahrgäste wären, dem war aber nicht so, ab Gryfice saßen schon ca. 10 Leute mit im Zug. Unterwegs stiegen dann in Popiele ein Fahrgast und in Niedzwiedziska eine ganze Familie mit Kind und Kegel ein die zum Baden an die See wollten. Bietet sich ja auch förmlich an, der Zug fährt 09:13 ab und kommt 19:06 wieder an. Passt gut für einen Tagesausflug zur Küste.

    Ausfahrt aus Popiele, von der links abzweigenden Strecke ist nichts mehr auszumachen.

    Kleinbahn pur.

    In Paprotno ist die Zeit auch "stehengeblieben". Das Ausweichgleis liegt noch und das Bahnhofsgebäude steht, als eines der letzten an der Strecke, auch noch gut da. Als die Bahn noch unter der PKP lief, endeten einige Züge aus Trzebiatow hier.

    weiter dann in Teil zwei!