Anschluss der Lederfabrik an die Güterbahn Deuben

  • N'Abend,

    unter den Güterstraßenbahnen hat diese Strecke für mich immer noch einen besonderen Stellenwert. Einerseits war sie um die Jahrtausendwende der Einstieg für mich in dieses Thema und andererseits sind unter all den auf solchen Strecken genutzten Fahrzeugen diese Loks immer noch meine Favoriten.

    Im Herbst 2004 ergab sich für mich die Gelegenheit in Freital-Deuben mit Hilfe eines alten Messtischblatts auf Spurensuche zu begeben. Das war nicht sehr ergiebig, denn vieles war natürlich wie z.B. das Depot schon verschwunden. Die Infolage zu der Bahn wurde erst sehr viel besser bis das Buch "Meterspurige Straßenbahnen in Dresden" von Mario Schatz 2007 im Kenning-Verlag erschien. Die Strecke war der einzige Grund, warum ich mir das Buch kaufte und ich war sehr zufrieden.

    Vor ein paar Tagen kam ich aus anderen Gründen wieder auf diese Bahn zurück, wo über viele Jahre diese kleinen Loks immer einen aufgerollten Güterwagen zu einer der zwei angeschlossenen Fabriken zogen und einen solchen dann auf dem Rückweg schoben. Erst da fiel mir auf, dass es zwar eine ganze Menge Bilder an den einem Endpunkt von der Egermühle gibt und von anderen, dem Depot mit Rollwagenanlage auch. Jedoch kein Bild, welches die Lederfarik als zweiten Anschließer dazwischen zeigt. Bei Schatz gibt es auf S. 62, 63 und dem Rücktitel oben drei Bilder, welche offensichtlich bei einer Bedienfahrt dorthin vor der Einfahrt zeigt ohne die Farbrik ins Bild zu nehmen. Daneben gibt es einen ganz passablen Gleisplan von Uta Elbertzhagen auf S. 60, welche auch den Gleisverlauf in den Werken zeigt. Ich habe mal versucht darauf basierend, anhand einer alten Postkarte, die ich aus dem Internet gefischt habe, sowie dem ältesten von mir im Internet auffindbaren Luftbild, welches die Fabrik noch intakt zeigt, dem ganzen ein Bild zu geben. Und natürlich hoffe ich auf Korrekturen und Ergänzungen durch euch! Beginnen möchte ich aber mit einer Karte von Google, wo ich auch für diejenigen, die sich nicht so gut dort auskennen, den Streckenverlauf zur Orientierung eingezeichnet habe. Bestimmt auch verbesserungswürdig.

    Güterbahn Deuben – Google My Maps
    Güterbahn Deuben
    www.google.com

    Bild 1: Blick auf die Lederfabrik, vor der die Güterbahn im Pflaster der Posientalstraße verlief. Ganz links erkennt man das Werkstor durch das der Anschluss erfolgte. Weder Bahn noch Gleise sind auf der Karte erkennbar noch habe ich sie eingezeichnet. Rechts verlief die Bahn am Sachsenplatz vorbei zum Straßenbahnhof und am linken Bildrand weiter, die Lederfarbrik teils umrundend zur Egermühle. Im Hintergrund sieht man den Turm der Christuskirche, die bei vielen alten Bilder eine erste Orientierung bietet. Wer sucht findet auf der Karte auch den Link zur Homepage von der ich die Karte hierfür gemopst habe.

    Bild 2: Luftbild von 1998, wo ich den Streckenverlauf nach meiner Ansicht eingezeichnet habe. Darin auch die Position des im Schatz-Buch abgebildeten Zuges. Im Werk erscheint mir der der Zeichung von Frau Elbertzhagen nachempfunde Gleisverlauf etwas unplausibel, da auch ein Gebäude zerschnitten wird. An anderen Stellen möge man sich bitte nicht wundern, dass das Gleis demnach durch Gebäude verlief. Bei diesem Luftbild handelt es sich nicht um eine totale Draufsicht, sondern es besteht noch ein Blickwinkel, der die Fronten der Häsuer zeigt. Wer sich selbst mal durch das ursprüngliche Luftbild "sliden" möchte, was ich nutzte, dem sei hier der Link gegeben: https://geoviewer.sachsen.de/mapviewer/reso…8d-c48b7152fc74

    Wie schon oben geschrieben, würde ich mich über Ergänzungen und Korrekturen freuen und hoffe euch ein wenig Abwechslung bereitet zu haben.

    Viele Grüße

    Volker

  • Moin Volker,

    wir haben vor vielen Jahren hier schon einmal über dieses Thema geschrieben. Leider sind nicht mehr alle Fotos zu sehen:

    Aufsichtsbeamter
    28. März 2016 um 01:53

    Ich bin mir nicht sicher, meine aber, mich an einen Anschluss aus der Körnerstraße in die Lederfabrik zu erinnern.

    Nachtrag: Übrigens wird Peter Wunderwald diese Bahn auch im zweiten Teil seiner "Freitaler Schienenwege" behandeln.

    Nachtrag 2: In seinem Buch "Freitaler Schienenwege im Wandel der Zeit - Teil 1" sieht man auf verschiedenen Fotos Teile dieser Bahn, z. B. auf den Seiten 267, 270, 271, 275 und 280.

    Nachtrag 3: Ich habe mal die Google Bildersuche bemüht, aber die beantwortet deine Frage auch nicht.

    Güterbahn Freital-Deuben Lok 3092 mit Güterwagen an der Rollwagwagengrube :: Deuben-Freital :: Ansichtskarten-Lexikon

    Güterbahn Freital-Deuben Lok 3092 mit Rollwagen :: Deuben-Freital :: Ansichtskarten-Lexikon

    https://www.strassenbahnmuseum-dresden.de/document/3091_2016.pdf

    Viele Grüße
    Eckhard

  • Ich mache mal noch einen Nachtrag:

    1024px-Dresdner_Stra%C3%9Fe_Potschappel_A.Adam_vor_1914.jpg

    Quelle: WikiCommons

    Auf dem obenstehenden Foto sieht man im Potschappler Bereich der Dresdner Straße auch ein Meterspurgleis im Straßenbahngleis. Gab es da auch Güterverkehr?

    Der Wikipedia-Artikel gibt dazu eine Antwort: Entlang der Dresdner Straße war beim Bau der Straßenbahn ein drittes Gleis für die Güterbahn eingelegt worden, um später Betriebe zwischen Postschappel und Hainsberg anschließen zu können. Interesse hatten aber nur die Egermühle und die Lederfabrik, die abseits dieser Strecke lagen. Daher wurde entlang der Poisentalstraße ein Anschluss gebaut, aber die Strecken nach Potschappel und Hainsberg wurden wohl nie für den meterspurigen Güterverkehr genutzt.

    Staatliche Güterbahn Deuben – Wikipedia

    Viele Grüße
    Eckhard

  • Moin Volker,

    da kommen wieder die alten Messtischkarten ins Spiel ;)

    http://susudata.de/messtisch/inde…tk25%2C&marker=

    Hi Ronny,

    und erkennst Du darauf mehr Details zur Lederfabrik? Wie geschrieben, hatte ich das entsprechende historische Messtischblatt zur Hand als ich mich 2004 dort selber rumtrieb. Nichtdestrotz ist der Blick darein immer ein guter Startpunkt.

    Viele Grüße

    Volker


    Hallo Eckhard,

    habe vielen Dank für deine vielen Ergänzungen!

    An das damalige Thema hier im Forum kann ich mich noch erinnern, selber hatte ich auch einen kleinen Beitrag geschrieben Und leider ist der "Aufsichtsbeamter", der wohl auch über diesbezügliche Kenntnisse verfügt hat, nicht mehr hier angemeldet und hat vieles gelöscht. Die ersten vier Seiten habe ich noch vollständig als Kopie auf meinen Rechner liegen. Das Du einen persönlichen, örtlichen Bezug zu der Bahn hast, habe ich damals schon im Verdacht als Du den Fotostandpunkt des von Ludger eingestellten Bildes auf Anhieb zugeordnet hattest. Schade, dass Du dich nicht mehr genau daran erinnern kannst. Der Teil ab der Körnerstraße war dem Buch von Herrn Schatz nach aber übrigens schon 1967 gesperrt wurden. Vielleicht gab es ja zwei Zufahrten?

    Nun muss ich mal sehen, ob es mir irgendwo gelingt einen Blick in die Wunderwald-Bücher zu werfen, um zu sehen, ob sich der Kauf für mich dann auch lohnt. Sieht man denn auf den von dir genannten Seiten Bilder zur Lederfabrik?

    Viele Grüße

    Volker

    Einmal editiert, zuletzt von Volker Dehnke (6. Oktober 2022 um 21:19) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Volker Dehnke mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Hallo

    Rechts wo die Damen stehen war bis zum Ende eine Haltestelle die heute noch besteht allerdings für die Stadtbuslinie 3A nach Dresden.Das linke

    Haus existiert schon lange nicht mehr.Das Gebäude Inder Häuserzeile war die Gasstätte Goldener Löwe mit großem Saal der für Tanzveranstaltungen und andere Kulturereignisse genutzt wurde.Heute leider geschlossen.Es gab und giebt wohl"Wiederbelebungsversuche"aber Ende offen.Etwähnen möchte ich noch das etwas llimks in der Zeile die einzige Freitaler Milchbar für etliche Jahre existierte.Rechts hinter dem Baum war auch einige Zeit die"Broilerbar"wo auch ich so manches knuspriges halbes Huhn verspeiste oder eben "zumitnehmen"so nannte man es damals kaufte.Die Lage war günstig lag am Arbeitsweg und die Fahrt mit der Straßenbahn zum Straßenbahnhof im offenen Wagen gehöfte viele Jahre dazu.

    Gruß
    Harald a.F.

  • Hallo Eckhard,

    Danke für das Foto. Ja, die Broilerbar kenne ich als Kind auch noch.

    Im ,,Goldenen Löwen"war zuletzt ein Grieche drin. Habe vor Kurzem noch im Biergarten gesessen.Harald, hat der wieder zu gemacht?

    Ich war jetzt nicht mehr gucken. Für Gaststätten ist es zur Zeit sehr schwierig.

  • [...] Ich bin mir nicht sicher, meine aber, mich an einen Anschluss aus der Körnerstraße in die Lederfabrik zu erinnern. [...]

    Guten Morgen Eckhard,

    beim nochmaligen Überdenken deiner Aussage, fallen mir zwei Aspekte ein:

    1) Wenn Du früher irgendwie von der Körnerstraße aus Gleise auf dem Gelände der Lederfabrik gesehen hast, so könnte mein aus der Gleisplanskizze im Buch und dem Luftbild abgeleiteter Gleisverlauf in dem Bereich nicht ganz unrealistisch sein.

    2) Eventuell gab es ja auch eine zweite Zufahrt von dort auf das Fabrikgelände, was zwar auf der Skizze nicht mehr eingezeichnet wurde, weil z.B. bereits außer Betrieb, aber für dich noch erkennbar war. Zu dem gesamten, einfachen betrieblichen Ablauf, der ohne Umsetzen auskam, würde er auch passen: Lok übernimmt Wagen an der Rollwagengrube, zieht diesen zum Anschluss und drückt in dann in der Fabrik an die Ladestelle. Die Rückfahrt dann in umgekehrter Reihenfolge. Das bleibt aber spekulativ, obwohl es eine interessante Vorstellung ist.

    Viele Grüße

    Volker

  • Hallo Volker,

    ich bin mir zum Anschluss Körnerstraße sehr unsicher. Obwohl ich in den gesamten 80er Jahren wöchentlich an der Egermühle vorbeigelaufen bin, sind meine Erinnerungen dazu sehr vage. Die Güterbahn war da schon außer Betrieb, die Gleise lagen aber weitgehend noch. Ich werde mal meinen Vater oder meinen Onkel, der sich mit Bahnen in Freital sehr gut auskennt, fragen, ob sie sich daran erinnern. Das kann ein paar Tage dauern.

    Nachtrag: Ich habe meinen Onkel schon erreicht und er stützt eher deine Ansicht, dass der Anschluss zur Lederfabrik nur aus der Poisentalstraße und nicht aus der Körnerstraße erfolgte. Lediglich zur Richtung der Einfahrt in die Lederfabrik meint er, dass der Anschluss in Fahrtrichtung Egermühle und nicht rückwärts erfolgte, ist sich aber auch nicht ganz sicher. Andererseits zeigt das Streckenband bei Wikipedia den Anschluss auch rückwärts, so dass ich das ziemlich plausibel halte. Wahrscheinlich liegst du mit deinem Gleisplan ganz richtig.

    In meinen Erinnerungen habe ich noch ein unscharfes Bild der Kreuzung Körnerstraße-Poisentalstraße mit einem zweiseitigen Anschluss der Gleise in der Körnerstraße an die in der Poisentalstraße, so dass dort evtl. ein Gleisdreieck lag, mit dem es möglich gewesen wäre, die Züge zu wenden. Ich habe so ein schwaches Gefühl, dass ich mal vor den Gleisen stand und nicht verstanden habe, wieso noch ein kurzes Gleisstück in Richtung Niederhäslich ging. Später als Mopedfahrer habe ich diese Gleisreste immer gehasst. Es kann aber gut sein, dass ich auch hier falsch liege und ich dies mit irgendwas verwechsle.

    Interessant wäre für mich noch das andere Ende beim Deubener Straßenbahnhof. Hier gibt es diverse Fotos im Wunderwald-Buch, die mehrere Gleise neben dem Straßenbahnhof und auch in das Gebäude hinein zeigen. Fotos von der Rollwagengrube habe ich dagegen noch nirgendwo gesehen.

    Bei Wikipedia steht auch, dass das Dreischienengleis für die Güterbahn in der Dresdner Straße nur auf dem kurzen Stück (weniger als 10 Meter) zwischen dem Straßenbahnhof und dem Abzweig in die Poisentalstraße genutzt wurde. Mein Onkel erinnert sich auch, dass es 1966 in ein viergleisiges Stück umgebaut wurde. Damit nutzte die Güterbahn dann komplett ihre eigene Gleise, auch wenn sie dort im Straßenbahngleis lagen.

    Viele Grüße
    Eckhard