Das süße Nichtstun...

  • ...genießt der Historische Zug der Thüringerwaldbahn an einem Wochenende im März 2010 in der heimischen Wagenhalle in Gotha.
    Der Triebwagen Nr. 56 wurde 1929 bei der Waggonfabrik Gotha gebaut. Die E-Ausrüstung stammt von AEG. Der lange Achsstand von 3500 mm läßt ihn auch bei höheren Überlandbahngeschwindigkeiten von max. 45 km/h sehr ruhig laufen. 1966 weilte er zu einer Generalinstandsetzung in der Hauptwerkstatt der Leipziger Verkehrsbetriebe. 1979 wurde er mit dem Beiwagen Nr. 82 (Bothmann Gotha 1928 ) zum Traditíonszug der Thüringerwaldbahn hergerichtet. Dabei erhielt er annähernd seine ursprüngliche Farbgebung zurück. Die Gepäcklore 101 kam 1989 dazu. Seit Mai 1989 steht der ganze Zug unter Denkmalschutz und wird besonders in der schönen Jahreszeit sehr oft bei Bestellungen eingesetzt. Am 31.07.2010 hat der Zug Fristablauf und kommt zur Hauptuntersuchung in die heimische Werkstatt, so daß er offentlich bald wieder betriebsbereit sein wird. Doch bis dahin werden einige Monate vergehen, denn die Arbeiten sind umfangreich. Danach heißt es wieder ausrücken zu schönen Fahrten in Richtung Tabarz und Waltershausen.



    Interessant: Ähnliche Fahrzeuge beschaffte übrigens die Herforder Kleinbahn (von HAWA) nach der Elektrifizierung für den Personenverkehr.


    Es grüßt der


    Stromabnehmer


    PS: Das ist mein erstes Bild, was ich loslasse. Sicher gelingt das Einstellen der Größe etc. beim nächsten Mal besser...

    ...die Thüringerwaldbahn - die besondere Bahn auf schmaler Spur!

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  • Zitat

    Original von Stromabnehmer
    Das ist mein erstes Bild, was ich loslasse. Sicher gelingt das Einstellen der Größe etc. beim nächsten Mal besser...


    Hallo "Stromabnehmer",


    keine allzu falsche Bescheidenheit, bitte: das ist doch mal ein schönes Bild von einer leider viel zu unbekannten und hier im Forum absolut unterrepräsentierten Schmalspurbahn. Offenbar "leidet" die Thüringerwaldbahn zu sehr unter dem Straßenbahngeruch und wird deshalb in der Schmalspurszene nicht so ganz ernst genommen. Absolut zu unrecht, wie ich finde.


    Mich persönlich hat zum ersten, widerwilligen Besuch ein Bekannter als ein Abstecher während eines Harzbesuchs überredet. Nach dem Umsteigen in Gotha von Normal- auf Schmalspur sah ich zunächst alle - auch meine - Vorurteile bestätigt: "Aha, also doch eine schnöde Straßenbahn."


    Nach dem Verlassen des Gothaer Stadtgebiets änderte sich das allerdings schlagartig und meine Begeisterung war nicht nur da, sondern sie wuchs von Meter zu Meter. Ein bezauberndes Reiseerlebnis in einer bezaubernden Landschaft.


    Es muß nicht immer eine Dampflok an der Zugspitze laufen...


    Gerne mehr davon!


    P.S.: Liebe Straßenbahnfreunde, seht mir meine Lästerei nach...

    _________________________
    Gruß aus dem Bergischen Land


    Thomas

  • Hallo Stromabnehmer,


    meine erste Fahrt mit der Thüringerwaldbahn hatte ich 1975, als ich einen FDGB-Ferienplatz in Tabarz angetreten habe, wo meine Frau und mich solch ein Wagenzug (extra für Urlauber) vom Gotha Bahnhof zum Endpunkt brachte. Die Fahrt war beinahe vorzeitig beendet wurden, als der Stromabnehmer irgendwie an der Fahrleitung (Trenner) hängenblieb und das ganze Seilwerk gefährlich in Bewegung geriet.
    Ich habe leider den Wagenzug im Urlaub nur noch einmal zu Gesicht bekommen und das auch noch hinter einen G 4 in der Wendeschleife von Tabarz. Ich stelle es ein, aber so richtig scharf bekomme ich es nicht mehr.


    Viele Grüße aus Dresden
    von Bernd

  • Wirklich ein sehr schönes Zeitdokument!!! Danke fürs zeigen!!!
    Sind evtl. die Nummern der hinteren Fahrzeuge notiert worden (Bw hinter dem G4 und der Altbauzug)?
    Der Gelenkwagen Nr. 214 gehört zu den Fahrzeugen in Überlandausführung mit 51 Plätzen (Nr. 210 - 216).
    Für die FDGB An- und Abreise wurden oft Sonderkurse eingelegt. Dazu nahm man oft einen Gelenkwagen und kuppelte eine Gepäcklore an, welche für das Reisegepäck bestimmt war.
    Ein Bildlink:- direkt geht nicht -
    http://www.powderparty.de/
    Gallerie von L.Richter, Seite 2 ganz unten


    :) :) :)


    Es grüßt der


    Stromabnehmer

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  • Hallo Stromabnehmer,


    leider kann ich mit den Nummern von Beiwagen sowie Altbautrieb- und -beiwagen nichts sagen. Mich interessierte damals mehr das Neue auf dem Sektor Verkehr. Zum Alten (Historischem) bin ich erst später gelangt. Und mit dem Notieren von Nummern und Kennzeichen erst seitdem ich hier im Forum bin. Um Bezüge herstellen zu können, ist ja sowas wichtig.
    Der Gothaer Bahnhofsvorplatz hat sich ja gegenüber 1975 grundlegend geändert, wie aus Bildern von Deinem Link gesehen habe. Wie schon gesagt, Rund um den Inselsberg ist eines der nächsten Ziele.


    Viele Grüße aus Dresden
    von Bernd.

  • Hallo,


    nun ich habe mal versucht anhand verschiedener Merkmale den Altbau Triebwagen zu idendifizieren. Am auffälligsten ist der Stromabnehmer, den er zu diesem Zeitpunkt trug. Ich bin mir mit 99,9% sicher, daß es der Triebwagen Nr. 56 ist! Das bedeutet, hier wurde der spätere, heutige Traditionstriebwagen aufgenommen!


    Super!
    :):):)


    Es freut sich der


    Stromabnehmer - also dann Bügel auf!

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  • Nun möchte ich noch einen weiteren, interessanten Triebwagen vorstellen:
    Es ist der Tw Nr. 39:
    Er stammt aus der Serie Nr. 38 - 42, welche 1955 in Dienst gestellt wurden. Diese Kleinserie hat die Typenbezeichnung ET55 und wird als Vorläufer der hundertfach gebauten Gothawagen "gehandelt". Er war auf der Waldbahn und später verstärkt auf den Stadtlinien eingesetzt. 1971 erhielt er eine Generalinstandsetzung beim Raw Schöneweide. Ende der achziger Jahre bekam er nach dem Triebwagen Nr. 38 die (historische) blau/weiße Farbgebung. Bis Anfang der neunziger Jahre fuhr er im Linienverkehr und wurde dann in den Park der historischen Wagen versetzt und aufgearbeitet. Im Februar bekam er eine erneute Hauptuntersuchung und ist somit fit für die nächsten Jahre. Mit seinen 22 Sitzplätzen ist er besonders bei kleineren Gruppen sehr beliebt.



    Der Stromabnehmer :wink:

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