• N’Abend,

    im besagten EK Heft steht nur das der Brenner gezündet werden musste bevor das Öl im Bunker zu kalt wurde.

    Sie stand ja zumindest in jener Nacht im Schuppen, in Benneckenstein gab es ja nur eine Lok da konnte man mit nichts vorziehen zum Brenner starten.

    Hier war es nun menschliches Versagen da der Schuppenheizer eingeschlafen war.

    Irgendwo hatte ich mal gelesen das versucht wurde die Grube im Schuppen mit Putzlappen zu zünden um so die Lok warm zu kriegen. Ich denke das dürfte aber eher in die Märchenwelt gehören.

    Tim 👋

  • Die Geschichte mit den Putzlappen habe ich in diesem Zusammenhang auch gelesen. Aber, zum Zünden des Brenners... und dabei hätten sich die flüchtigen Bestandteile des Öls entzündet.

  • Bei der Schwerölfeuerung "alter Bauart" tritt in der Feuerbüchse aus einer Dampfdüse ein fächerförmiger Dampfschleier aus. Auf diesen Dampfschleier trifft von oben das aus einer Ölaustrittsdüse laufende, vorher mit dem Eigendampf der Lok im Ölbehälter auf ca. 95 Grad Celsius erwärmte und daher dünnflüssige Schweröl. Dampf und Öl vermischen sich, und der heiße Dampf und das dünnflüssige Öl bilden einen zündfähigen Nebel.

    Bei gänzlich kalter Öllok benötigt man daher zum Zünden des Brenners eine Fremddampfquelle, entweder eine zweite Lok oder Dampf aus einer stationären Dampfanlage. Auch die Dampf-Zugheizanlage einer Diesellok konnte dafür verwendet werden.

    Bei betriebswarmer Öllok entzündet sich das Öl normalerweise an der noch glühend heißen Schamotte-Ausmauerung der Feuerbüchse. Bei länger abgestellter Lok wird vor die Brennerdüse ein mit Öl getränkter, brennender Putzlappen geworfen, an dessen Flamme sich der Ölnebel entzündet. Damit wenigstens die zweite Möglichkeit noch funktioniert, muss aber auch hier noch ein gewisser Restdruck vorhanden sein, mit dem die Lok regelmäßig gezündet und wieder hochgeheizt werden kann, so dass auch das Öl im Ölbehälter warm und dünnflüssig bleibt.

    Dazu musste nun eben in Benneckenstein in Ermangelung örtlichen Personals (des sog. "Schuppenheizers") der Lokheizer selbst regelmäßig ein paarmal seine Ruhe unterbrechen und auf die Lok. Wenn er nun aber, wie im Juni 1982 geschehen, bedingt durch den Rausch des Schierker Feuerstein oder eines anderen hochprozentigen Getränks verpennt hat und das Öl zu kalt und der Dampfdruck zu niedrig wird, kann kein zündfähiger Dampfnebel mehr gebildet werden. Es sifft und tropft dann allenfalls noch aus der Öldüse, und bei dem verzweifelten Versuch, irgendwie trotz eigentlicher Unmöglichkeit den Brenner doch noch zu zünden, lief immer mehr Öl erst in die Feuerbüchse und dann sogar nach unten in die Untersuchungsgrube. Irgendwann hatte man es dann geschafft, zwar nicht den Ölnebel - der sich ja nicht bildete - zu zünden, sondern mit den brennenden Putzlappen die Öllache in Feuerbüchse und Grube in Brand zu setzen.

    Der Rest ist bekannt bzw. kann sich jeder denken ...


    Beste Grüße aus dem Bergischen Land

    Thomas

  • Hallo, liebe Freunde der LKM-Neubauloks,

    da das Thema der Baureihe 99.23-24 als Ölloks im Harz, ihre Fabriknummern und Beheimatungen in letzter Zeit hier und in anderen Fäden auf ein beachtliches Interesse stießen, habe ich mir in einer kleinen Fleißarbeit die Mühe gemacht, einige Daten für Euch aufzubereiten und zusammenzustellen - voilá:

    Die Daten überlasse ich nun Eurer weiteren Interpretation bzw. Diskussion, ein paar bemerkenswerte Fakten möchte ich aber vorab herausstellen:

    • Mit der 99 244 (bzw. 99 7244, 99 0244, ich verwende hier der Einfachheit halber durchgehend die Ursprungsnummer) wurde bereits im September 1976 der erste Ölumbau abgenommen, erst zehn Monate später folgte dann im Juli 1977 die 99 237. Offenbar ließ man sich reichlich Zeit, um an der 99 244 die neue Feuerungsart zunächst ausgiebig zu testen, bevor man an weitere Umbauten ging.
    • Der Umbau aller 17 Loks zog sich fast 4 1/2 Jahre hin, erst mit 99 246 wurde im Februar 1981 die letzte umgebaute Lok abgenommen.
    • Bereits knapp zwei Jahre später wurde im Dezember 1982 mit der hier schon besprochenen 99 232 die erste wieder auf Rostfeuerung umgebaute Lok abgenommen, so kurz war also die Phase, in der alle Neubauloks gleichzeitig mit Ölfeuerung ausgerüstet waren.
    • Der Umbau der weiteren Loks auf Rostfeuerung ging dann - im Gegensatz zum Ölumbau - vergleichsweise schnell vonstatten, die meisten kamen Schlag auf Schlag in 1983 und nur drei Loks bis zum Frühjahr 1984 wieder mit Rostfeuerung ausgerüstet aus Görlitz zurück.
    • Am kürzesten trug besagte 99 232 die Ölfeuerung, am längsten war die zuerst umgebaute 99 244 damit unterwegs.

    Viel Spaß mit den Daten, ich persönlich kann mich sehr gut in solche Statistiken vertiefen.


    Beste Grüße aus dem Bergischen Land

    Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von ThomasKugel (20. November 2023 um 19:26)

  • Danke Thomas das hast du super recherchiert 👌

    Für bewegte Bilder möchte ich den Film „Winterdampf im Harz“ empfehlen. Ist bei Geramond erschienen.

    Neben Szenen von Dampfloks auf der Innerstetalbahn gibt es auch die Öl Neubauloks der Harzquerbahn zu sehen. Ausgiebig und in guter Qualität. Die 99 7222 ist auch mit einem Rollbockzug dabei. Schöne Aufnahmen.

    Tim 👋