"Erbschleicher Express" oder Seilbahn zum Waldfriedhof

  • Hallo ,

    In Stuttgart gibt es eine Standseilbahn , welche zum Waldfriedhof fährt. Eröffnet wurde sie 1929 und führt von Heslach zum Waldfriedhof im Stadtbezirk Dergerloch. Auf Meterspur überwindet sie auf 536m Länge einen Höhenunterschied von 85m und verkehrt täglich zw. 09.10 und 17.50 Uhr. Errichtet wurde sie durch die Maschinenfabrik Esslingen und war die erste halbautomatische Seilbahn der Welt. 2003 wurde ihre Stilllegung erwogen da ihr technischer Zustand nicht mehr den Sicherheitsregeln für Seilbahnen entsprach. Daraufhin wurde sie, dem Wunsch vieler Bürger entsprechend, umfangreich saniert und ist seit 2004 wieder im planmäßigen Betrieb. Dabei wurden die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt und die Bahn im wesentlichen in ihrer Original Substanz erhalten. Betrieben wird sie durch die Stuttgarter Straßenbahn.

    Talstation


    Erreichen kann man die Seilbahn mit der Linie U1 und U14, Haltestelle Südheimer Platz.


    Wagen 1 in der Talstation


    Innenansicht


    Details

    Anders als bei den mir sonst bekannten Standseilbahnen, ist das Oval der Ausweichstelle nicht symetrisch.


    Begegnung mit Wagen 2


    Blick Richtung Tal.


    Einfahrt in die Bergstation.


    in der Bergstation befindet sich seit Anbeginn ein Blumenladen und wird hier "Streng bewacht" ;)


    nach einem kurzen Rundgang über den Friedhof ging es wieder talwärts.

    Nochmals Wagen 2. Ein Besuch ist durchaus lohnenswert.


    Grüße, Mike.

  • Hallo Mike,

    vielen Dank für die Vorstellung einer Bahn, von der ich noch nie was gehört habe. Das Bimmelbahn-Forum ist eben ein Bildungs-Forum, vielleicht kann Eckhard ja irgendwo Fördermittel für den Bildungsauftrag beantragen. :zwink: Herrlich sind natürlich die uralten Wagen und daß man bei der Sanierung so viel Feingefühl hatte, ist auch nicht immer üblich. Ein echtes Kleinod!

    Viele Grüße
    Toralf

  • Hallo Mike,


    Vielen Dank für deinen Beitrag zur Stuttgarter Standseilbahn, gefällt mir sehr !


    Nett finde Ich, das man den Charakter der Bahn erhalten hat und das Deutschlandticket annerkennt, leider hatte Sie am Samstag bereits Betriebsschluss, allerdings möchte ich auch nochmals zur Killesbergbahn (391mm - ebenfalls betrieben von den SSB) und dann kann man auch gleich noch zur Standseilbahn (nebenbei ist auch ein Besuch des Strassenbahnmuseums mit den zwei Oldtimerlinien sehr zu empfehlen, auch 1000mm😉).

    Man sieht also, meine von mir so verhasste Landeshauptstadt ist aus Eisenbahnersicht immer eine Reise wert, nicht nur auf schmaler Spur, sondern auch auf 1435mm - neben den vielen Ersatzzügen und den beiden FEX Zugpaaren (an Sommerwochenden) gibt es ja auch eine bemerkenswerte Dichte an n-Wagen Planleistungen.

    Mit freundlichen Grüßen


    Lukas

  • Stuttgart hat viel zu bieten, ich kann nur dieses Video empfehlen:

    Eisenbahn-Romantik: Stuttgarts Bahnschätze | ARD Mediathek
    Stuttgarts Bahnschätze | Video | Stuttgart, die Baden-Württembergische Landeshauptstadt ist nicht nur berühmt als Automobilstadt. Die Schwabenmetropole ist…
    www.ardmediathek.de

    Wenn man ca. 2 Stunden Zeit hat, kann ich den „Blaustrümpflerweg“, die Rundwanderung um S-Heslach empfehlen. Man bekommt einen sehr guten Eindruck vom Charakter der Stadt, die zwar industriell geprägt ist, von grünen Wäldern umrandet liegt. Außerdem beinhaltet dieser Wanderweg Fahrten mit Zahnrad- und Standseilbahn.

    Blaustrümpflerweg | SSB
    Der Heslacher Blaustrümpflerweg führt Wanderer auf Rundwanderweg von etwa 7,5 km durch den Stuttgarter Süden. Abwechslung schaffen während der Wanderung die…
    www.ssb-ag.de


    Alex

  • Hallo Mike,

    vielen Dank für die Vorstellung einer Bahn, von der ich noch nie was gehört habe. Das Bimmelbahn-Forum ist eben ein Bildungs-Forum, vielleicht kann Eckhard ja irgendwo Fördermittel für den Bildungsauftrag beantragen. :zwink: Herrlich sind natürlich die uralten Wagen und daß man bei der Sanierung so viel Feingefühl hatte, ist auch nicht immer üblich. Ein echtes Kleinod!

    Viele Grüße
    Toralf


    Auch wenn es dem Zeitgefügl keinen Abbruch tut, habe ich die Sanierung damals sehr fragwürdig empfunden, bei allem Fingerspitzengefühl.


    Grund für die neue Antriebseinheit und die neue Steuerung waren neue Richtlinien für Standseilbahnen nach dem Unglück von Kaprun.


    Einen wirklichen Zusammenhang zwischen den Bahnen kann ich jedoch nicht erkennen. Die Stuttgarter Bahn fährt durch kein Tunnel. Warum also alles umbauen?


    Zumal das äußerst fragwürdige Verhalten der österreichischen Justiz beider Aufarbeitung von Kaprun zu einer Firmenpleite im Stuttgarter Umland geführt hat.

    Die alte der Standseilbahn war auf jeden Fall echt eindrucksvoll. Zum Nothalt musste der Fahrer durchs Fenster einen Haken in eine Art Freileitung entlang der Strecke einhängen, das hat den Motor gestoppt…

    Den Haken hat man aus nostalgischen Gründen erhalten. Er ist im dritten Foto im Eingangspost gut zu erkennen.


    Alex

  • Zumal das äußerst fragwürdige Verhalten der österreichischen Justiz beider Aufarbeitung von Kaprun zu einer Firmenpleite im Stuttgarter Umland geführt hat.

    Kaprun hat viele andere schwer geschädigt, nur leider arbeitet man dort immer noch wie damals. Es sind dort auch immer noch die Selben Leute in den Führungspositionen.

  • Mit den Stuttgarter Bergbahnen bin ich auch mal mitgefahren, ist aber schon ein paar Jahre her. Was mich nur wundert, ist der Spitzname. Wenn die Bahn zum Friedhof fährt, gibt's doch gar kein Erbe mehr zu erschleichen?

    Der Name "Erbschleicher" passte aber gut auf einen Zug, der zu meiner Studentenzeit sonntags zwischen Merseburg und Halle-Dölau fuhr (8582/8593), passend zur Besuchszeit in einem großen Krankenhaus ... jedenfalls hat mir das ein Eisenbahner so erzählt.

    Martin

  • Mit den Stuttgarter Bergbahnen bin ich auch mal mitgefahren, ist aber schon ein paar Jahre her. Was mich nur wundert, ist der Spitzname. Wenn die Bahn zum Friedhof fährt, gibt's doch gar kein Erbe mehr zu erschleichen?

    Der Name "Erbschleicher" passte aber gut auf einen Zug, der zu meiner Studentenzeit sonntags zwischen Merseburg und Halle-Dölau fuhr (8582/8593), passend zur Besuchszeit in einem großen Krankenhaus ... jedenfalls hat mir das ein Eisenbahner so erzählt.

    Martin

    aber man hat es erschlichen und gießt jetzt die Blumen...;-)