HSB-Friedhof in Gernrode

  • Hallo ins Forum,

    ich habe vor einigen Tagen einige Bilder gefunden, die ich auf dem "HSB-Friedhof" in Gernrode gemacht habe. Diese sind ca. 4-5 Jahre alt. Schon damals waren die dort abgestellten Fahrzeuge in einem bedauerlichen Zustand. Nach dem Brand dürfte ja auch ein Wagen wahrscheinlich unrettbar verloren sein.

    Meine Gedanken bzw. Fragen zielen jetzt in folgende Richtung: Macht es noch Sinn, sich um den Aufbau der dortigen Fahrzeuge zu kümmern oder sind diese alle "verloren"?

    Oder macht es mehr Sinn Zeit und Geld in besser erhaltene - aber auch schon abgestellte - Fahrzeuge zu investieren? Es gibt so viele Fahrzeuge, die ich gerne wieder in Betrieb sehen wollen würde (und das gilt nicht nur für die bekannten Dampfloks, sondern auch für die Triebwagen 187012 und 187025).

    Wem gehört das Gelände hinter Bekohlung? Macht es ggf. Sinn die Fahrzeuge erst einmal zu sichern um sie vor weiterer natürlicher/menschlicher Zerstörung zu sichern?

    Ich weiß, Fragen über Fragen... .Aber wenn ich mir anschaue, was an anderen Orten und Bahnstrecken geleistet wird... . Wobei ich jedoch nicht die bisherige Arbeit der beiden Vereine abwerten will.

    Grüße,

    Tom

  • Hallo Tom,

    wieder so ein Sommerloch Thema.

    Die Wagen und das Gelände gehören meines Wissens der HSB. Nun ist die HSB erst einmal für den täglichen Verkehr verantwortlich. Wie schwierig das ist, steht ja in den einzelnen Fäden hier im Forum. Von der Seite würde ich nichts erwarten.

    So lange wie man noch Reste findet, sind die Wagen nicht verloren. Wenn man zum Beispiel vergleicht aus welchem Schrott der IK Zug wieder aufgebaut wurde. Man muss es wollen, Geld und fähige Leute organisieren und dann kann man die Wagen retten. Aber wofür? Anschließend braucht man auch ein vernünftiges Konzept mit Dach, wie zum Beispiel in Radebeul Ost. Sonst gammeln sie sofort wieder zusammen wie die Wagen in Benneckenstein.

    Gruß Lutz

  • Hallo Lutz,

    vielen Dank für die Antwort. Eines muss ich voranstellen: Habe vor einigen Jahren meine Liebe für den Harz und damit zur HSB entdeckt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mit Eisenbahn (ob Modell oder Vorbild) nicht wirklich etwas zu tun. Deshalb sind meine Vorkenntnisse sehr beschränkt, bin aber bereit mir entsprechende Informationen zu besorgen.

    Soweit ich in der Schnelle in Bezug auf Radebeul-Ost/IK-Zug nachlesen konnte, bräuchte es also ein gesondertes(ggf. abgesichertes) Gelände/Halle zum Abstellen und Sichern, dazu dann die notwendigen Ideen zur zukünftigen Nutzung und natürlich finanzielle Mittel und ausreichend "Manpower". Dazu müssten natürlich die Eigentumsrechte geklärt werden. Wäre da u.U. mit der Gründung einer Stiftung (" De Lütt Kaffeebrenner") ein erster Schritt gemacht?

    Sollte das Thema jedoch (Stichwort "Sommerloch" ) hier schon ausgiebig behandelt worden sein, können wir das auch wieder zumachen... .

    Gruß,

    Tom

  • Hallo,

    Die ik hat mit Radebeul-Ost nichts zu. Desweiteren muss man das dort differenzieren, da es dort den TRR und den VSSB gibt. Die dort abgestellte 99 7xx sieht auch nicht gerade berauschend aus, weil du es als posives Beispiel bringst....

    Gernrode: Was dort steht, das muss man leider sagen, ist nur Massenware wo es an jedem Standort im Harz ausreichend davon gibt. Sonst würde es dort nicht vergammeln.

    Was will/würde man denn mit zehn offenen aufgearbeiteten Wagen denn dort anfangen ?

    Ausnahme natürlich, die Kö! Warum der Selketal-Vetein den Leihgabe Vertrag gekündigt / nicht verlängert oder was auch immer hat, werde ich nie verstehen. Im kleinen Schuppen, dort wo 99 610x zehn Jahre nicht stand, hatte sie erstmal gut& trocken gestanden.

    Meine Meinung.

    Mfg TRO.

  • Hallo TRO,

    In Gernrode steht keinesfalls nur Massenware. Jeder Wagen/ Sachzeuge wäre wert gerettet zu werden. Für mich fehlt leider der Wille, die Möglichkeit und der Nutzen. Die vorhandenen Vereine sind mit ihren Objekten sicherlich ausgelastet.

    Hallo Tom,

    natürlich kannst du fragen. Dafür ist ein Forum ja da. Das Thema Gernrode war schon oft dran und Harzer Themen werden auch gern sehr emotional Diskutiert.

    Eine Stiftung zum Erhalt des Erbes der 3 Harzer Schmalspurbahnen wäre wünschenswert.

    Gruß Lutz

  • Man kann einen Wagen zu etwas umbauen , es in der Presse über den Klee loben ,um es dann auf nimmer wiedersehen zu verstecken


    Zb ein Fahrradwagen .

    Oder man könnte einen 187 012 verstecken und in der Zeit mal wieder einen Vt 187 015 hervorholen, vieleicht kann man den zum Laufen bringen in den darauf folgenden 5 Jahren .

    Mal abwarten ob mein Beitrag der Zensur zum Opfer fällt.

    Gruß Carsten D

  • In Gernrode steht keinesfalls nur Massenware. Jeder Wagen/ Sachzeuge wäre wert gerettet zu werden. Für mich fehlt leider der Wille, die Möglichkeit und der Nutzen. Die vorhandenen Vereine sind mit ihren Objekten sicherlich ausgelastet.

    Wie darf man diesen Satz verstehen?
    Hast Du den Einblick in die Strukturen, Finanzen und personellen Ressourcen sowohl der unmittelbar "Verantwortlichen" als auch potentieller, aber auch ernsthaft befähigter Interessenten einer Erhaltung?
    Oder meinst Du nur: Du persönlich siehst keinen Nutzen, keine (häufig vorrangig finanziellen) Möglichkeiten und auch keinen Willen?
    Vielleicht müssen wir uns daran gewöhnen zu akzeptieren, daß (nicht nur bei der HSB) Teile der Bahngeschichte den seit über 175 Jahren normalen Gang der Eisenbahngeschichte gehen? Was heute noch Alltag, ist morgen Schrott und übermorgen weg... So schlimm es im einzelnen Augenblick erscheint, aber so ist das "Leben"!

    Eine "Stiftung" ist sicherlich gut und wünschenswert. Aber auch deren Rat muß ein Auge auf die Menge der geförderten Objekte halten. Sonst besteht ganz schnell die Gefahr der Verzettlung, die Niemandem nutzt.

    Viele Grüße von Niels

  • Hallo Niels,

    Ich bin nur stiller Beobachter. Ich wohne leider zu weit weg, um in einem Verein vor Ort aktiv tätig zu sein.

    Ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiver mit den Schmalspurbahnen im Harz. Welche Vielfalt hat es da früher gegeben. Mittlerweile freue ich mich über Rekowagen, von denen ich die ursprüngliche Geschichte und Besonderheiten kenne. Oftmals ehemalige Sachsen. Aber auch noch wenige Zeugen der GHE und SHE sind vorhanden. Gerade in Gernrode.

    Ich bin der Meinung, wenn man sich die Mühe macht und ein Fahrzeug wieder aufbaut, sollte es auch geschützt werden und einen Zweck erfüllen. Der muß nicht unbedingt betriebsfähig sein. Eine Ausstellung im Rahmen eines Museums zu Geschicht der Region und ihrer Erschließung zum Beispiel. Aber das werden Wünsche bleiben.

    Gruß Lutz

  • Hallo in die Runde.

    Eine ähnliche Idee hatte ich bereits geäußert, die Reaktionen könnt ihr euch denken.

    Sicher ist alles mit sehr viel Aufwand, Geld und Hartnäckigkeit verbunden, das ist absolut unstrittig. Wenn aber keiner anfängt (Visionen/Gedanken müssen erlaubt sein) dann wird über kurz oder lang nichts historisches mehr vorhanden sein. Die HSB selbst hat genug mit der Unterhaltung der Infrastruktur zu tun, da bleibt wenig Spielraum für die Historik. Allenfalls die Unterstützung in Form von Flächen, Rollmaterial und Gesprächen zur zukünftigen Ausrichtung o.ä. wäre denkbar.

    Gönner und Geldgeber sind sicher zu gewinnen, und über Growdfunding Aktionen kann durchaus beachtliches erreicht werden sofern man es auch wirklich will...!

  • Sicher ist alles mit sehr viel Aufwand, Geld und Hartnäckigkeit verbunden, das ist absolut unstrittig. Wenn aber keiner anfängt (Visionen/Gedanken müssen erlaubt sein) dann wird über kurz oder lang nichts historisches mehr vorhanden sein.

    Zur Glaubhaftigkeit Deiner Thesen solltest Du aber auch bei der Realität bleiben. Bis bei der HSB "nichts historisches mehr vorhanden" ist, müsste allein bezogen auf den Fahrzeugpark ein nie und nimmer zu erwartender Investitions-Geldregen über dem Harz hernieder gehen. Ein klein wenig vergleichbar bspw. mit der Kleinen Roten in Graubünden (RhB). Dort erfolgte in den vergangenen ca. zehn Jahren ein gewaltiger Wechsel im Fahrzeugpark. Diesem fielen natürlich auch viele über die Jahre liebgewonnene Fahrzeugtypen zum Opfer. Oder nimm aus dem regelspurigen Bereich den Wechsel DR-->DBAG zur Kritik. Aber selbst da sind bis auf wenige "Exoten" von fast allen "stil- bzw. epocheprägenden" Bauarten noch einzelne Fahrzeuge erhalten. Von einzelnen Ausnahmen wie beispielsweise den Doppelstock-Gliederzügen abgesehen. Und so manches hatte selbst die Deutsche Reichsbahn vorher komplett eliminiert. Man denke an die Reihe 83.10, welch Frevel!

    Und nebenbei: Haben unsere weiteren Vorfahren nicht genauso "visions- und gedankenlos" Fahrzeuge und Anlagen aus der Gründerzeit der Eisenbahn einfach "weggeworfen"? Wo ist denn der original erhaltene "ADLER", die "SAXONIA" oder noch treffender eine I K oder eine III K?
    Zurück zum Harz, auch die GHE 21 und 22 wären mit ihrer interessanten Antriebstechnologie bestimmt heute begehrte Objekte. In diesem Fall hatte leider jemand Anderes ein "Begehren". Ist ihre Spur gen Osten eigentlich mit den Mitteln und Möglichkeiten der heutigen Geschichtsforschung schon aufgeklärt? Oder gibt es da eines Tages noch eine große Überraschung?

    Ich will damit dieses "Wegwerfen" per se nicht für gut reden. Aber man sollte sich auch mal vergegenwärtigen welche Möglichkeiten zum ungehemmten Aufheben von Dingen existieren, die eben eine Zeit lang ihren Alltagsdienst getan haben und nun entbehrlich sind.

    ;) Soweit mein Wort zum Sonnabend. Ich wünsche allen Freunden der Schmalspur ein schönes Wochenende und werde meins vielleicht zum Teil auf dieser Schmalspur (im Zittauer Gebirge) verbringen. Wird mal wieder Zeit! Denn: "Auch die Bahnen nutzen, heißt sie zu bewahren helfen."

    :wink: Niels