Pfingsten in Meuselwitz und Mügeln

  • Hallo,

    am Lichtraumprofil kann es nicht liegen. Der Molli hat aus der Braunkohle den SKL "Rolba Universal Motorwagen" übernommen. Bei uns ist es das Fahrzeug mit dem größtem Profil, besonders "obenrum". Schrankwand läßt grüßen. :). Achslast liegt bei diesem Fahrzeug auch bei ca. 12t. Also wenn die Rolba dort eingesetzt wird kann es daran nicht liegen. Die KDL10 ist nach ESBO abgenommen, genau wie die beiden Schömas.
    Was hat der Molli für Schienenprofil liegen? Bei uns liegt nur S49, da die EL3 mit 18,5t daherkommt.


    Gruß Jens

  • Da die KDL 10 ja noch nicht so lange wieder fährt, hat das sicherlich auch noch etwas Zeit mit so einem Event....

    Vielleicht liegt es auch einfach an "man könnte mal" oder "man müsste mal"....

    Ein passender Anlass wird sich ja finden lassen.

    VG Gerd

  • Hallo in die Runde,

    Technisch gesehen scheitert es als allererstes an der Dicke der Spurkränze und des damit verbundenen Radsatzinnenmaß. Die Radsätze des Molli haben schmalere Spurkränze (25mm, entspricht der Rillengruppe 2 für Schmalspur). Die schmalspurigen Fahrzeuge in der Braunkohle haben Spurkränze der Rillengruppe 1, das entspricht der Regelspur, nämlich 32mm. Hierdurch entsteht zwangsläufig ein anderes Radsatzinnenmaß, das AR-Maß. Der Molli hat ein AR-Maß von 840mm, die 900mm-Fahrzeuge der Braunkohle 825mm. Kommt es nun zum Einsatz eines Fahrzeuges aus der Braunkohle beim Molli, so gibt es spurweitenmäßig keinerlei Probleme, kommt jedoch die erste Weiche, ist sofort Schluss, denn hier ist ja zum Beispiel der Radlenker der Weiche auf das Spurmaß der Molli-Radsätze eingestellt. Zwangsläufig würde das Fahrzeug der Braunkohle im Radlenker der Weiche klemmen bleiben. Im besten Falle würde der Braunkohle-Radsatz den Radlenker aufweiten und beschädigen und das eingestellte Spurmaß zerstören, im schlechtesten Fall würde das Braunkohle-Fahrzeug durch den zu geringen Spalt aufklettern und entgleisen.

    Umgekehrt: fährt ein Fahrzeug des Molli auf Gleisen der Braunkohle (in diesem Fall in Meuselwitz), so würde gemäß der Spurweite erstmal keine Probleme geben......so lange keine Weiche befahren wird! Wird eine Weiche spitz befahren, könnte das bei Geradeausfahrt wohl gerade noch so funktionieren. Problematisch wird die Fahrt spitz auf abzweigenden Strang: Hier hat ja der Radlenker die Funktion, die Radsätze im Bereich des Herzstückes zu führen, so dass diese nicht auf die Herzstückspitze auflaufen. Nun ist das Maß aber hier auf die Maße der Braunkohle-Fahrzeuge eingestellt. Für ein Molli-Radsatz ist das Spiel zu groß und in Verbindung mit dem schmaleren Spurkranz ergibt sich ein Maß, was außerhalb jeglicher Toleranzen ist. Folge: Der Radsatz läuft im Herzstück spitz auf und es kommt unweigerlich zur Entgleisung!


    Zitat

    Am Bremssystem sicher nicht, den auf Borkum hat man ja keines ;) ... (Lok Bremse+ Handgebremst letzter Wagen oder so....)

    Na klar gibt es auf Borkum ein Bremssystem! Die Regelzüge fahren alle Druckluftgebremst. Nur der historische Zug hat keine Druckluftbremse. Hier hat man lediglich die handgebremsten Wagen. Aber auch das stellt ja ein Bremssystem dar!


    Achslast liegt bei diesem Fahrzeug auch bei ca. 12t. Also wenn die Rolba dort eingesetzt wird kann es daran nicht liegen. Die KDL10 ist nach ESBO abgenommen, genau wie die beiden Schömas.
    Was hat der Molli für Schienenprofil liegen? Bei uns liegt nur S49, da die EL3 mit 18,5t daherkommt.

    Hier gibt es auch nur das Schienenprofil S49. Vom Gewicht her würde es keine Probleme geben, wie du ja schon auf das Gewicht und den Einsatz des Skl Rolba beim Molli hingewiesen hast.

    Interessanter ist da schon deine Aussage mit der Abnahme nach ESBO! Hierzu gleich ein paar Gegenfragen:

    Wo wurde eure Lok gemäß ESBO aufgearbeitet und abgenommen? Nach welcher Konzession wird die Bahn in Meuselwitz überhaupt betrieben? Meines Wissens ist es kein Eisenbahnbetrieb gemäß der ESBO. Was ist es dann?

    Gruß aus Kühlungsborn

    Robert

  • Danke Robert für die ausführlichen Erläuterungen ! Die Unterschiede bei den Radsätzen dieser Spurweite war mir bisher unbekannt, wieder was dazu gelernt.

    Gruß Jan

  • Hallo Robert,

    interessante Frage. Also meiner Kenntnis nach wird die Bahn auf Basis einer Genehmigung nach BOP, also als Parkbahn, betrieben. Die BOP gilt zwar inzwischen wohl nicht mehr in Thüringen, aber solange keine Betriebspause über einen Vierteljahr auftritt gilt die Genehmigung fort.... Für die Zulassung der KDL10 wurde wahrscheinlich aus diesen Grund auf die ESBO zurückgegriffen, als `höherwertiges` Regelwerk sollte es dann auch für die Meuselwitzer Kohlebahn passen. Sauberer wäre es wohl die gesamte Bahn als Schmalspurbahn nach ESBO anzusehen, aber in Thüringen werden sie schon Gründe haben es so zu lassen. Zum Glück liegt nur ein minimaler Teil in Sachsen.....

    Grüße Jens

  • Hallo Robert,


    Danke für die erklärenden Worte. Das Radprofil hatte ich nicht auf dem Schirm. Das AR-Maß von 825mm bei den Braunkohlefahrzeugen kann ich bestätigen. Dann müssen bei der Rolba die Radreifen für den Einsatz beim Molli nachprofiliert worden sein.
    Die Kohlebahn fährt auf Grundlage der BOP. Seit 2017 gibt es mit der Änderung des "Thüringer Bergbahn- und Parkeisenbahngesetz"
    (ThürBPBahnG) auch wieder Rechtssicherheit bezüglich der Anwendung der BOP in Thüringen.

    Sauberer wäre es wohl die gesamte Bahn als Schmalspurbahn nach ESBO anzusehen, aber in Thüringen werden sie schon Gründe haben es so zu lassen.

    Die Hintergründe kenne ich leider nicht, es wurde damals (1996) so entschieden. Dir ist aber bekannt das die Waldeisenbahn Muskau auch nach BOP fährt.

    Zum Glück liegt nur ein minimaler Teil in Sachsen.....

    Wie darf ich das verstehen?


    Gruß Jens

  • Hallo Jens,

    ja, mit der Änderung des "Thüringer Bergbahn- und Parkeisenbahngesetz" gibt es Rechtssicherheit, aber leider nicht dahingehend, dass die BOP weitergilt oder vergleichbarer Ersatz existiert. Die Thüringer Kollegen haben da mit viel Mühe einen Passus reingebracht, mehr ging leider nicht. Insgesamt eher unbefriedigend. Und ja, natürlich weiß ich dass die WEM als Parkeisenbahn betrieben wird; das funktioniert ja auch für alle Seiten ganz günstig. Die launige Feststellung mit dem minimalen Teil in Sachsen sollte keine Kritik an der Meuselwitzer Kohlebahn darstellen. Es ist nur so, dass der kleine Teil am Bahnhof Regis-Breitingen mit den Umbauarbeiten der DB (sehr sinnvollerweise) umgestaltet werden soll, mit Endhaltepunkt direkt dann am Parkplatz/Buswendeplatz. Leider ist das im Planungsrecht der DB nicht enthalten, aber sei es drum. Da in Sachsen liegend bekommen wir nun aber die kritischen Anfragen besorgter Bürger auf den Tisch......

    Grüße ebenso Jens

  • Hallo,

    Robert: "Technisch gesehen scheitert es als allererstes an der Dicke der Spurkränze und des damit verbundenen Radsatzinnenmaß. Die Radsätze des Molli haben schmalere Spurkränze (25mm, entspricht der Rillengruppe 2 für Schmalspur). Die schmalspurigen Fahrzeuge in der Braunkohle haben Spurkränze der Rillengruppe 1, das...."

    Danke nochmals für die Ausführungen. Das das mit den nicht passenden 15 mm beim AR Maß hätte ich nicht gedacht.

    Wie hat das damals dann geklappt als die PRESS mit der IVk (750mm) auf der Ybbstalbahn (760mm) gefahren ist vor einigen Jahren? Da dürften die Radsatzmaße aber vermutlich gleich sein bis auf die Spurweite oder ?

    Wo könnte man den Theoretisch mit der Meuselwitzer Lok überhaupt sonst noch fahren?

    Mfg TRO.

  • ErzPhotography vielen Dank für den Bilderbogen.

    Der Einsatz der Dampflok macht ja wieder Lust, auf dieser Bahn mal mitzufahren. :)

    Gibt es eigentlich noch den/die sächsischen Traglaster vor Ort, die mal aus Knappenrode übernommen wurden?


    VG Tilo