24. - 26. Mai 2024 Eröffnung der neuen RüBB Betriebswerkstatt

  • Hallo liebe Freunde der Rügenschen BäderBahn,

    heute ist ein wahrhaft großer Tag! Nach nicht einmal 3 Jahren Bauzeit seit dem ersten Spatenstich konnte die Rügensche BäderBahn ihren neuen Komplex aus Betriebswerkstatt, Wagenhalle, Wasserturm und dem Ausstellungsgleis 5 offiziell eröffnen.
    Die Festveranstaltung fand bei herrlichem Wetter am Nachmittag in Putbus statt.

    Nachdem der Landrat des Landkreises Vorpommern-Rügen Dr. Stefan Kerth, der Geschäftsführer der PRESS und RüBB Kay Kreisel, die Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern Ines Jesse und die Bürgermeisterin der Stadt Putbus Beatrix Wilke ihre Grußworte und Dankesreden gesprochen hatten, wurde noch eine Videobotschaft des Ministerpräsidenten des Freistaats Sachsen Michael Kretschmer eingespielt.
    Moderiert von "Mr. Eisenbahnromantik" Hagen von Ortloff gaben Kay Kreisel, Ines Jesse und Dr. Stefan Kerth den symbolischen Startschuss mit einem Pfiff und dem Vorzeigen des Abfahrtssignals Zp 9, die Schuppentore öffneten sich und unter dem Beifall der Anwesenden näherten sich die sächsische Gastlok I K No. 54 und die Rügener 99 4652 mit einem großen Schild und Kranz geschmückt aus dem Schuppen fahrend und eröffneten damit ganz offiziell die neue Werkstatt zur Nutzung.

    In lockerer Runde konnten sich die Anwesenden von der hervorragend gelungenen Anlage überzeugen und sich durch die Gebäude führen lassen.

    Ich konnte Euch einige Fotos vom Tag mitbringen. Ich war aber nicht allein und hoffe, dass uns weitere User ihre Eindrücke in den nächsten Tagen hier präsentieren.
    Ein ganz herzlicher Gruß an alle Mitleser, die ich heute treffen durfte.

    Auf dem Weg zum Festgelände fiel der Blick auf die 99 4632 und die LVT-Garnitur der PRESS, die nahe dem neuen Wasserturm ausgestellt waren.

    Der Startschuss für die neue Betriebswerkstatt! Während sich Hagen von Ortloff im Hintergrund hält, pfeift Kay Kreisel die Loks heran und die Staatssekretärin und der Landrat signalisieren ihnen freie Fahrt in eine große Zukunft der Rügenschen BäderBahn!

    Unzählige Kameras und Handys verfolgten die Ausfahrt der I K No. 54 und der 99 4652 aus der neuen Lokhalle.

    Später standen sie aber geduldig für viele Fotos bereit.

    Eine von vielen Führungen durch die neue Werkstattwelt. Vertreter aus Politik und von befreundeten Bahnunternehmen kamen aus dem Staunen nicht heraus. Ein Kollege einer anderen Bahn merkte mir gegenüber an "Wir haben viel zu klein gebaut!".

    Erstmals war auch der zweite behindertengerecht umgebaute Personenwagen 970-503 zu sehen. Er konnte kurz vor dem Fest angeliefert werden.

    Natürlich lief auch der Planbetrieb normal weiter. 99 783 trifft hier mit Zug 106 aus Göhren ein und begegnet der symbolisch aus Richtung Putbus West einfahrenden 53 Mh. Das ist freilich noch unmöglich. Aber Kay Kreisel und der Landrat betonten, dass die weiteren Teile des Projekts, also der Viadukt und der Museumsbereich weiter auf der Agenda stehen.

    Ein weiterer Festgast traf gegen 16:00 Uhr ein. Lok 142 001-7 des Erfurter Bahnservice wurde anlässlich der gerade abgeschlossenen Hauptuntersuchung farblich in den Zustand zu Zeiten ihres Betriebseinsatzes im Bw Stralsund zurückversetzt und auch mit Bw Stralsund beschriftet.

    Ganz besonders freute ich mich, dass ich Jochen Warsow etwas herumführen durfte. Die RüBB würdigt ihn und zwei weitere Kollegen mit großen Fotos aus dem Jahr 1987 an der Wand des neuen Kopfbaus der Wagenhalle auf der Ebene der neuen Aussichtsplattform, die übrigens auch barrierefrei mit einem Aufzug erreichbar ist. Jochen Warsow war ob dieser Würdigung hoch erfreut und lobte die aktuelle Entwicklung der Kleinbahn bei jeder Gelegenheit in vielen Gesprächen.
    Warsow als ehemaliger Leiter der Lokeinsatzstelle Putbus des Bw Stralsund hat sich Anfang der 1970er und auch in den 1990ern vehement für den Erhalt des Rasenden Roland eingesetzt. Ohne seine hartnäckige Sturheit und sein Durchsetzungsvermögen gäbe es die Rügensche BäderBahn und die vielen neuen Anlagen in Putbus heute nicht. Die RüBB sagt Danke und wünscht ihm noch viele Jahre viel Freude an "seiner Kleinbahn".

    Fertig zum Einrücken in den Lokschuppen! Das Personal, nicht nur dieser Lokomotiven, ist herzlich zum Festessen eingeladen.

    Natürlich werden die Lokomotiven nicht einfach so "fallen gelassen", sondern auch vor der Nachtruhe noch einmal liebevoll umsorgt. Bis morgen!!!

    Auch sie wartet auf den morgigen Tag, an dem sie auf einer ihrer früheren Einsatzstrecken (nicht häufig und nicht planmäßig) einmal wieder im Plandienst fahren darf. Schlaf schön...

    Alle Fotos (24.05.2024): Achim Rickelt


    Ich lade Euch alle ein, Euch im Rahmen des diesjährigen Bahnhofsfests von der neu entstandenen Anlage beeindrucken zu lassen!

    http://ruegensche-baederbahn.de/files/ruegen/files/Bahnhofsfest%20Putbus%202024.pdf


    Viele Grüße

    Euer Dampf - Achim Rickelt

  • Hallo, Achim,

    herzlichen Glückwunsch zur Eröffnung euer neuen Anlagen und Danke für den Bildbericht. Damit ist ein wesentlicher Schritt zur Erhaltung dieser liebenswerten Bahn getan. Und mit den "Sachsen" ist auch nicht zu befürchten, dass nach so einer Investition plötzlich Nichts mehr geht.

    Allzeit gute Fahrt wünscht

    Bernd.

  • Hallo Achim.

    Danke für Deinen Bericht über dieses wunderbare Ereignis !

    Da werden einem die Augen feucht.

    Was für ein wundervolles Bekenntnis aller Beteiligten zum langfristigen Erhalt der RüBB.

    Herzlichen Glückwunsch und allzeit unfallfreies Arbeiten und gute Fahrt !

    Und die Bemerkung des Gastes einer anderen kleinen großen Bahn wirkt ja geradezu wie ein Eingeständnis... "Chance vertan " und macht einen traurig im direktem Vergleich.

    Auf jeden Fall kann man deutlich sehen, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen und Menschen, die durch und durch Fachleute sind solch ein Projekt planen und realisieren und umsetzen.

    Ich bin begeistert.

    Liebe Grüße aus dem Südharz

    Thomas

  • Moin Achim,

    vielen Dank für deinen Bericht. Da ich gestern ein wenig spät dran war habe ich das Gepfeife nur von weitem gehört und das Geschehen nur aus der Ferne betrachtet. Aber du warst ja dabei!

    Nun hoffe ich heute die 142 001 im Einsatz erleben zu können, allerdings habe ich noch keinen Plan... ;) Diese Lok und ihre fünf Schwestern habe ich ja in meinem 2. Lehrjahr 1977 im Bw Stralsund einrücken gesehen und auch noch ein wenig dran herum geschraubt. Und 1981/82 bin ich während meiner Ausbildung auch ab und zu auf ihr gefahren.

    Gruß und Danke!

    Carsten

  • Guten Morgen Achim,

    dein Bericht lässt das Eisenbahner Herz schneller schlagen. Wunderbare Eindrücke geben deine Fotos wieder. Dieser Schritt bedeutet eine super Zukunft für diese Bahn, einfach ein tolles Bekenntnis. Was hier geplant und gebaut wird hat alles Hand und Fuß. Hier agieren die richtigen Personen an der richtigen Stelle. Auch ich wünsche allen Beteiligten immer eine Handbreit Wasser unter dem Kessel und unfallfreies Arbeiten.

    Wir fahren gleich mit dem Rasenden Roland von Sellin nach Putus, die Vorfreude ist groß.


    Viele Grüße

    Alexander

  • Guten Morgen allerseits,

    ich habe da eine Frage an die Ortskundigen: sind die Weichenstraßen der Einfahrt so gestaltet, dass es Paralleleinfahrten vom Viadukt und aus Binz geben kann? Auf den vielen Fotos ist es nicht eindeutig zu erkennen. Nach der früheren Gleislage war das ja möglich.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

  • Alle Achtung, da wurde in Putbus ja richtig dick aufgefahren!

    Wobei für mich die 142 001 das absolute Highlight ist. An der Maschine wurde in der zurückliegenden HU eine Menge Aufwand betrieben, damit sie praktisch optisch und technisch wieder wie fabrikneu aus Lugansk auf den Gleisen steht. Das war praktisch die erste gründliche Generalreparatur seit ihrer Indienststellung 1977. Dabei hat sie standesgemäß natürlich auch wieder einen 4.000 PS-Diesel erhalten.

  • Hallo Achim, danke für den Beitrag. Ich kann leider nicht dabei sein denn bis zum 15.06. bin ich in Baabe und Göhren auf dem Rettungsturm als Rettungsschwimmer. Vielleicht sehen wir uns ja.LG. Martin

  • Guten Morgen allerseits,

    ich habe da eine Frage an die Ortskundigen: sind die Weichenstraßen der Einfahrt so gestaltet, dass es Paralleleinfahrten vom Viadukt und aus Binz geben kann? Auf den vielen Fotos ist es nicht eindeutig zu erkennen. Nach der früheren Gleislage war das ja möglich.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

    Hallo Thomas,

    ich bin zwar kein Ortskundiger, aber man kann sich die Gleisanlagen bei OpenRailwayMap ansehen. Die haben dort den aktuellen Stand, mein Sohn aktualisiert dort regelmäßig, zumindest so, wie es die verfügbaren Luftbilder und andere Informationsquellen zulassen. Der Zug aus Binz müsste bei der Paralleleinfahrt eine Weiche abzweigend befahren, da die Strecke vom Viadukt auf durchgehende Streckengleis einmündet. Damit beide nicht auf dem selben Gleis fahren, müsste der Binzer Zug eine Weiche vorher nach links auf das andere Gleis wechseln.

    der Rossi