Die Brücke in Schlössel

  • Guten Abend,

    eine vielleicht etwas unbedarfte Frage... aber bei der Preßnitztalbahn wird üblicherweise sehr viel Wert auf Authenzität gelegt. Die neue Brücke, insbesondere mit den blauen Geländern, erfüllt dieses Kritierium in meinen Augen nicht.

    Das ist keine Kritik, also bitte nicht falsch verstehen. Allerdings würde ich gerne nachvollziehen, wie es genau zu dieser Ausführung gekommen ist. Dass der Verzicht auf Flusspfeiler für den Hochwasserschutz vorteilhaft ist, leuchtet mir ein. Bei der Gestaltung des Aufbaus (? - nennt man das so?) haben wahrscheinlich irgendwelche aktuellen Vorschriften hereingespielt?! Wie gesagt, mich interessieren einfach die Beweggründe hinter der Gestaltung.

    Zum Schluss (und als Abkühlung) hier noch mein einziges Bild, was an der alten Brücke entstand:

    2022-02-12 - DE - Schlössel by J. N., auf Flickr

    Viele Grüße
    Julian

  • Hallo Julian,

    wenn Du das Winterbild genau betrachtest siehst du unterschiedlich lange Brückenschwellen. Nach dem 1955er Hochwasser wurde das talseitige Widerlager zum Flußpfeiler weil die Brücke verlängert werden musste um künftigen Hochwasserereignissen besser gerecht zu werden. Später erhielt die alte Brücke noch einen weiteren Notpfeiler. Da die neue Brücke nicht wieder wie die alte konstruktiv gestaltet werden konnte, waren Änderungen vorprogrammiert. Auch kann man heute eine solche große Brücke nicht ohne sicheren Übergang für Wartungs- und Bauarbeiten bauen. Die Farbe ist nun mal ein Markenzeichen der PRESS GmbH.

    MfG Helmut

  • Hallo,

    da habe ich auch noch 2 Bilder von der alten Brücke.

    Herzlichen Glückwunsch zur neuen Brücke! Da ist eine Fahrt im Herbst Pflicht. Ich freue mich schon darauf.

    Gruß Lutz

  • Hallo Julian,

    schon richtig, zumal es soo viele originalen Brücken ja im wiederaufgebauten Abschnitt gar nicht mehr gibt. Aber der Zustand war echt seit Jahren grenzwertig, und neu in der Länge als genieteter Fachwerkträger, am besten ohne Pfeiler und mit mindestens gleichen Freibord - das wird nicht gehen und wäre wohl auch nicht bezahlbar. Und richtig gesagt, ohne Gangstege bei der Länge ginge gar nicht. Falls mal ein Zug liegen bleibt, die Fahrgäste könnten gar nicht ohne weiteres aussteigen ohne in das Schwarzwasser zu fallen. Bei der Schwarzbachbahn mit ihrer 6 m sächsischen Standartbrücke war das gerade so hinnehmbar, aber bei dieser Brückenlänge geht es nicht ohne. Das Problem wird beim Viadukt Oberschaar auch noch auftauchen....

    Grüße Jens

  • Ich finde es in sofern ein bisschen schade, da ja doch die alten Blechträgerbrücken ein Markenzeichen der sächsischen Schmalspurbahnen waren. Aber gut, die Zeit bleibt nicht stehen. Micha

  • Hallo,

    In Oberschaar würde ich, soweit es geht die Sache als Stützmauer ausführer, sodas die Brücke so kurz wie möglich werden muss.

    Auch wenn da bestimmt viele jetzt aufschreien, wäre es meiner Meinung nach die bessere Lösung.

    Ohne beidseitige begehbarkeit mit Geländer, wird dort auch nichts gehen.

    Zum "Blauen Wunder von Schlössel"...naja schön ist was anderes, aber es war mir schon klar, das da kein Blechträger mehr hin kommt.

    LG

  • Hallo miteinander. Statt Kritik verdient die Pressnitztalbahn erstmal ein Lob und Anerkennung für diese große Baumaßnahme. In der Kürze der Zeit solch ein Bauwerk zu ersetzen ist schon eine Meisterleistung als Verein. Und das noch bei weiter laufenden Museumsbetrieb. Da kann sich die DB mal eine Lektion erteilen. Ob es nun ein schönes Bauwerk ist sei doch nebensächlich. Hauptsache der Betrieb ist sichergestellt. Über die "Schwibbogenbrücke" im Rabenauer Grund regt sich auch keiner mehr auf.

    Gruß Jörg