Betrieb der Weißeritztalbahn 2025

  • ...und dennoch hat man es meiner Meinung nach irgendwo verschlafen, sich in der Vergangenheit Gedanken für einen zukünftigen modernen Verkehr zu öffnen und sich Gedanken zu machen. Erhalt der sächsischen Schmalspurbahnen heißt nicht automatisch, dass zwingend Dampf als Haupttraktion voraussetzt, sondern auch Themen wie "wie bekomme ich die Anwohner vor Ort in den Zug".

    Ja, "Dampf bleibt Dampf", aber kann es auch im täglichen Verkehr das Maß der Dinge bleiben? Bei der Weißeritztalbahn war der lange Prozess des Wiederaufbaus und das damit verbundene Sterben der Gastrohotellerie der Gebickbruch.

    Man sollte mal realistisch in andere Regionen Europas schauen, was möglich ist und Herkunft und Zukunft im Einklang miteinander verbinden zu können. Dabei rede ich nicht von sprichwörtlichen Strippen ziehen, sondern einer adäquaten "Verdieselung" in Form von Dieselloks oder Triebwagen mit modernen Stoffen, meinetwegen Bio oder eFuels, die die wenig frequentierten Streckenabschnitte bedienen um Kosten zu sparen. (Im Falle von Moritzburg - Radeburg könnte für Dampf zu Terminen die Tradibahn verkehren). Aber wenn der Schuster ja fast schon zwangsneurotisch bei seinen Leisten bleibt, dann muss man sich nicht wundern.

    VG Mirko

  • Es ist nur meine Meinung. Wenn man für das Geld, für das man nen Dampfer ein, zweimal am Tag nach Kipsdorf fährt, nen Triebwagen ab Dipps hochfahren ließe, dann würde der wohl nicht nur ein, zweimal dort ankommen sondern öfter. Aber was weiß ich Unstudierter schon...

    In Mügeln klappts doch auch, oder gäbe es den Schülerverkehr noch, wenns mit Dampf gefahren werden würde? Nein. In Radebeul ist der ja wohl schon gestrichen worden, wenn ich das richtig in Erinnerung hab. Oder wurde es schon vergessen, dass es mal ne Zeit gab, wo es hieß "Rettet den Wilden Robert"?

    Leider kann die HK-Linie nur noch mit dem Prädikat "dienstälteste Schmalspurbahn Sachsens" dienen. Und sonst? Nichts. Die HK ist nun mal nicht Rügen, Preßnitztal oder "Zeitreiseland", wo es funktionierende Strukturen gibt, die in Symbiose miteinander agieren. Die Bahn fährt nunmehr auf teuren Gleisen in den Wald, weiter nichts. Der Rest drumrum, der vorm Hochwasser 2002 touristisch zum Großteil von der Bahn abhängig war, ist tot. Bittere Wahrheit. Und anstatt gemeinsam das Umfeld wieder zur Bahn zu holen, passt sich die Bahn ans Umfeld an. Da kann nichts werden, wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht. Ist ja hier auch oft satt diskutiert worden, dass die Leute nach Kipsdorf fahren, nicht mal richtig aussteigen und wieder talwärts fahren...

  • Hallo,

    ist immer die gleiche Diskussion. Eigentlich müßig, stets immer wieder drauf einzugehen.

    Diese Bahnen passen strukturell selten zu dem benötigten Verkehrsbedürfnis von Anwohnern. Zudem ist der Einzugsbereich für anwohnendes Fahrgastpotenzial einfach zu gering. Nur die Bahn selbst, kann als Anziehungpunkt wirken. Von daher kommt es auf das passende Konzept an, was nur touristischer Natur sein kann.

    Und hier dann wegen der Kosten der Betriebsstoffe alles in Frage zu stellen, zeugt von Kleingeist.

    Schaut mal in die vielen Bücher zur Kleinbahngeschichte, wie viele Bahnen trotz Triebwageneinsatz oder Einmannbesetzung auf Dampfloks (gab es Anfang der 30er Jahre), trotz äußerster Einschränkung bei Personal und Lohn überlebt haben. All dies ist eben keine strukturelle Lösung für das System "Schiene".

    Warum unser Land in eine solch finazielle Schieflage geraten ist, sollte hinterfragt werden. Dort liegt der Hase im Pfeffer.

    Gruß Micha

  • So ein Käse, solche sich verschließenden Beiträge, mit Argumenten von vor 90 Jahren, genau das ist hier müßig! Komm mal im Jahr 2025 an mit seinen Möglichkeiten der Technik. Dagegen sind Studien der 1930er Jahre Geschichte vom Lagerfeuer aus der Steinzeit. Wann begreift es der Letzte hinterm letzten Baum des Waldes endlich mal, dass die Grundaufgabe einer Schmalspurbahn anno 1925 nichts mehr, wirklich gar nichts mehr mit der Schmalspurbahn 2025 zu tun hat?

    Und Fahrgastpotenzial bekommst du, wenn du ein Angebot anbietest, was näher am Verkehrsbedürfnis liegt. Das nennt sich dann Attraktivität.

    Ohne dem hast du verloren. Da kannst du würfeln wie du willst.

  • Hallo,

    Und Fahrgastpotenzial bekommst du, wenn du ein Angebot anbietest, was näher am Verkehrsbedürfnis liegt. Das nennt sich dann Attraktivität.

    Und wenn es kein Verkehrsbedürfnis gibt weil dort kaum ein Mensch wohnt oder aufgrund der Strecke ohne kompletten Neubau kein attraktiveres Angebot gegenüber dem PKW oder Bus zu machen ist, dann ist dir einzige Chance durch ein besonderes Angebot ein Fahrgastpotential für "Spaßfahrten" zu generieren und genau das versucht man im Moment.

    Gruß Michael

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  • Hallo Mirko,

    Micha hat aber m.E. Recht. Das Verkehrsbedürfnis wäre mehr touristischer Verkehr zu einem Ziel, was etwas zu bieten hat. In Kipsdorf hast du beides nicht. Kein wirklich lohnenswertes Ausflugsziel und nur 2 Züge am Tag. Für einen modernen ÖPNV fehlt in meinen Augen das Bedürfnis, da ist das Fahrgastpotenzial zum einen zu gering und der Bus ist wesentlich schneller in Dresden. Triebwagen oder Dieselloks können m.E. nur als Ergänzung zur Verdichtung des Fahrplans sinnvoll dienen (siehe Zittau), aber als Ersatz für die Dampftraktion sähe ich darin den Sargnagel für die sächsischen Schmalspurbahnen.

    Viele Grüße

    Johannes

  • Ich weiß nicht woher der Sender die rein spekulative Idee, einer Einstellung des Betriebes auf der Weißeritztalbahn, aufgegriffen hat.

    Aber so ist das mit den Qualitätsmedien nun mal.


    Das ewige Thema Triebwagen ist auch langsam ausgelutscht.

    1. Woher kommt das Geld?

    2. Gibt es überhaupt praktikabel umsetzbare Lösungen? Die HK Linie war in ihrer Vergangenheit ja immer wieder Teststrecke für diverse Prototypen. Nicht alle konnten überzeugen.

    3. Wenn es keine geeigneten Lösungen gibt, wer finanziert die Konzeption und schlussendlich auch die Produktion?

    Es wird irgendwann eine Verkehrswende geben. Aber die muss auch überlegt sein.

    Bei der SDG macht man sich schon seit jeher Gedanken wie man den Betrieb für die Zukunft sichern kann. Und bisher gab es immer Lösungen.


    Außerdem stellt die "Einsparung" eine Erleichterung des sächsischen Haushalt um 0.004% dar.

    Da gibt es sicher andere Möglichkeiten für Sachsen.

    Bei dem Betrieb der Bahnen geht es auch um Arbeitsplätze, Existenzen und Familien.

    Was man da aus Zittau so hört ist meiner Meinung nach eine bequeme Kapitulation. Vielleicht begreifen die Personen ja noch, daß sie mit den getroffen Aussagen allen anderen Dampfeisenbahnen schaden.

  • Hallo Mirko,

    lies einfach meinen Text richtig.

    Kleinbahnen waren keine Staatsbahnen, überwiegend regelspurig und erschlossen Regionen, wo die Staatsbahnen kein Angebot machen wollten, oder konnten.

    Träger dieser Bahnen waren öffentliche Strukturen, Industrie und Privatkapital.

    Gerade deshalb ist es mit den heutigen Schmalspurbahnen recht gut vergleichbar.

    Und lies mal Geschäftsberichte solcher Bahnen, da wurde sogar der Fahrradverkehr als Konkurrent benannt. Einzig der Güterverkehr konnte noch namhafte Einnahmen generieren und den Betrieb über Wasser halten.

    Gruß Micha

  • Moinsen.

    öBb_Coßmannsdorf - Sachsen erhält 600 000 000 € an Regionalisierungsgeldern für den ÖPNV, davon gehen 12 000 000 € an die Schmalspurbahnen. Bahnen die Umsätze machen - es gibt da eine Arbeit über den 1. Plandampf in Rheinland-Pfalz 1998, der Staat hat pro eingesetzten 1 € 3 € zurückbekommen. Mir geht die ganze Politik gerade mörderlich auf den Sack,...

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