[ES] EuroDual auf schmaler Spur

  • Hallo zusammen,

    im Frühjahr 2023 besuchte ich mit wenig Fotoerfolg zum ersten Mal die Meterspur der Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya (FGC) bei Barcelona. Dort haben sich bis heute interessante Güterverkehre auf der Schmalspur gehalten, so dass ich seit dem Erstbesuch ziemlich angefixt war und unbedingt noch einmal dorthin wollte. Zum Glück ließ sich die FGC in die diesjährige Herbst-Hobby-Tour integrieren und so gelangen Ende September dann einige moderne Schmalspur-Fotos, die ich - quasi als persönlichen Jahresabschluss - hier zeigen möchte.

    Die FGC hat 2022/2023 insgesamt fünf Neubauloks von Stadler erhalten, die mit der auch in Deutschland bekannten EuroDual verwandt sind. Vorgängerprojekt war eine Lieferung von drei reinen Dieselloks an die Ferroviaria Andina (FCA) in Bolivien. Die fünf an die FGC gelieferten Maschinen sind Hybrid-Loks und können sowohl mit Dieseltraktion als auch im Oberleitungsbetrieb fahren - ideal für die teilelektrifizierten Strecken der FGC. Dort werden sie als Reihe 257 bezeichnet. Ausführliches zu den FGC-Loks hier: https://www.trenscat.com/metrobaix/trens257_ct.html

    Nördlich von Manresa, wo ausschließlich Güterzüge der FGC fahren, nutzen die 257 den Dieselmodus. So sahen wir 257.05 mit einem Kalizug vom Bergwerk Suria kommend am Morgen des 30.09.24 bei Pineda de Bages:

    Der gerade Strang nach Salient ist leider bereits seit einigen Jahren tot:

    Zwischen Suria und dem Hafen von Barcelona verkehren derzeit etwa 3-4 Zugpaare am Tag. Dank eines Freundes wussten wir, dass an diesem Vormittag ein Leerzug bergwärts fahren sollte. Diesen konnten wir auf der anderen Seite von Pineda de Bages als "Querschuss" mit 257.02 abfangen:

    In diesem Bereich ist die Strecke irgendwann mal umtrassiert worden. Einen Einschnitt der alten Trasse passierten wir, als wir in den Ort Manresa zurückliefen. Bei OpenRailwayMap lassen sich alte und historische Verläufe nachvollziehen:

    Von Manresa fuhren wir mit der Bahn nach Castellbell i el Vilar. Dort gibt es eine schöne Gitterbrücke, an der wir den nächsten Leerzug bergwärts am Nachmittag erwarteten. 257.05 ist hier jetzt im Oberleitungsbetrieb:

    Über dem Haltepunkt Castellbell i el Vilar liegt eine kleine Burg, die auch ein nettes Motiv abgibt - jedenfalls für einen der zahlreichen Personenzüge mit den Triebwagen der Reihe 213. Die FGC fährt hier "S-Bahn-artig":

    Den nächsten nach Barcelona fahrenden Kalizug wollten wir lieber noch einmal seitlicher im Bild haben. Dazu stellten wir uns an die Llobregat-Brücke südlich von Sant Vicenç de Castellet und nahmen dort 257.02 auf:

    Da mir nicht nur die Loks, sondern auch die Kali-Wagen gut gefallen, diese hier einmal größer mit dem Tele:

    Angereist waren wir übrigens zuvor mit dem Nachtzug von Paris nach Latour-de-Carol an der französisch-spanischen Grenze (und aus den Bergen dann per Bus bis Manresa). In Latour-de-Carol endet bekanntlich auch die SNCF-Meterspurstrecke des "Train Jaune", doch da dieser am 29.09.24 mal wieder mit Ausfall "glänzte", gab es für uns leider kein weiteres Schmalspurfoto dort oben. Stattdessen zeige ich noch die BB 7295 der SNCF, die uns aus der französischen Hauptstadt durch die Nacht in die Pyrenäen gebracht hatte. Im Vordergrund der Prellbock der spanischen Breitspur - und somit verkehrt die SNCF-"Nasenlok" gewissermaßen auch auf schmaler Spur ;) :

    Soweit mein kleiner Bericht aus einer Gegend, die sehr viel spannenden Bahnbetrieb zu bieten hat und trotzdem in unseren Breiten nicht so oft im Fokus steht. Wer mehr über den FGC-Güterverkehr erfahren will, kann neben dem eingangs verlinkten DSO-Thread auch hier weiterlesen - neben den Kali-Verkehren gibt es noch mehr Güterzüge bei der FGC: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,10512107,page=1

    Damit euch allen einen guten Rutsch und die besten Wünsche für 2025 - ich bin gespannt, was die Welt der Schmalspurbahnen im neuen Jahr für uns bereithalten wird!

    Viele Grüße
    Julian

  • Hallo Julian,

    vielen Dank für diesen doch etwas anderen Beitrag. Als bekennender Anhänger ost- und südeuropäischer Schmalspurbahnen bin ich Jahrzehnte rumänschen L30H und L45H, sowjetischen TU2 - TU8, tschechischen Tu47, ungarischen C50 und Mk48, den österreichischen 2095 und 5090, den ganzen italienischen Loks und Triebwagen sowie der elektrischen Traktion in der Schweiz mit großer Freude hinterher gejagt.

    Aber bei einer Euro-Dual auf Meterspur schwanke ich zwischen nacktem Grauen und Faszination, wobei sich mir bei beiden Empfindungen die Nackenhaare aufstellen. Auch wenn die Euro-Dual ansich eine bemerkenswerte Lok ist, bin ich mir ob meiner Gefühle bezüglich der Meterspurvariante noch nicht schlüssig.

    Dennoch hoffe ich auf einen bildlichen Nachschlag von dir. :zwink:

    Viele Grüße
    Toralf

  • Guten Morgen Julian,

    danke für den interessanten Bericht. :)

    Ist schon faszinierend, was in anderen Ländern an modernen Fahrzeugen auf Schmalspur unterwegs ist. :thumbup:Hierzulande ist Schmalspur halt leider nur (Quasi-)Museumsbahn mit alten Fahrzeugen. Da ist ein ex-ÖBB-VT5090 schon so ziemlich das Modernste... :S

    Gruß Matthias

  • Hallo und nicht zu vergessen: die Neuentwicklung der Thailändischen Staatsbahn -eine Akku-Lok ca. 20 Meter lang und auch 6-achsig. Sie soll die älteren Diesel-Elktrischen Schwestern irgendwann ersetzen. Das Netz der SRT ist bis auf die Neubaulinien für den Stadtschnellverkehr meterspurig und elektrifiziert. Das Restnetz brummelt mit Diesel. Neu dazu kommen wird die HSR High-Speed-Rail "auf Stelzen, ausgehend von Bangkok in den Nord-Osten und Norden. Die Stadler wäre sicher auch was , nur haben in Thailand die Chinesen den Fuß in der Tür... Mehr Informationen dazu sind auf Youtube abrufbar.

    Ich verbinde dies alles mit den Besten Wünschen zur Jahreswende. Bleibt gesund und fit.

  • Da muß aber auch die Strecke entsprechend gebaut werden.Denn die Stadler hat einen Mindestkurvenradius von 90m