verschneiter Bahnhof Carlsfeld am 11.1.1931, doppelte Gleisverbindung erkennbar

  • Hallo,

    ich habe ein Konvolut von Fotos erworben und dabei war auch eins vom Bahnhof Carlsfeld mit der Datumsangabe 11.1.1931 (das war ein Sonntag). Der Bahnhof war tief verschneit und es ist eine an sich unspektakuläre Aufnahme. Für den Schmalspurfan ist sie aber interessant, denn auch wenn der Hosenträger / doppelte Gleisverbindung selbst nicht zu erkennen ist, sind doch die vier Weichenstellböcke zu erkennen. Ich wollte das Bild nur mal zeigen, denn laut dem WCd - Buch von Helge Scholz sind Nachweise dazu rar.

    Viele Grüße
    Volker

  • Hallo,

    ich habe auf dieses Foto eine Reaktion vom WCd- Spezialisten und Buchautor Helge Scholz erhalten! Er hat sich das Foto angeschaut und ich war da etwas zu euphorisch - jedenfalls teilweise! Die 4 Stellböcke gehören nicht alle zur doppelten Gleisverbindung, dazu stehen sie zu dicht zusammen. Zur Gleisverbindung gehören die beiden linken Stellhebel. Mit Genehmigung von Helge Scholz stelle ich hier mal seine Erklärung zu diesem Foto ein.

    Helge Scholz dazu:

    "Die doppelte Gleisverbindung liegt an diesem Sonntag des 11.Januars 1931 vollkommen unter dem Schnee und wäre auch links nur zur Hälfte zu sehen. Von den vier erkennbaren Stellböcken gehörten nur die beiden linken in den Gleisen 3 und 4 zum Thema. Für die Geometrie der doppelten Gleisverbindung, sprich "dem Hosenträger", stehen die vier sichtbaren Stellböcke viel zu eng zueinander. Zur nur temporären Gleisverbindung von Gleis 3 zu 4 in Richtung Heizhaus gehörte der obere Stellbock, der linke im Gleis 3. Der untere linke Stellbock im Ladestraßengleis 4 (jenes, was heute bisher ohne Verbindung in Carlsfeld vom FHWE in Vorbereitung weitere Gleisbauarbeiten und geplanten Anbindung verlängert wurde) blieb bis zur Einstellung. Das die Kreuzung der beiden Verbindungen leider weit links außerhalb des Bildes zwischen Gleis 3 und 4 liegt, beweist, dass der Wassekran nicht zu sehen ist. Der
    stand nämlich genau in Höhe der Kreuzungsstelle. Auf alle Fälle nun wegen des Stellbocks im Gleis 4 der zweite und datierte Bildbeleg zur doppelten Geisverbindung.

    Der abgestellte Personenwagen der lfd. Nr. 720 im Gleis 1 ist ebenfalls interessant. Warum steht er dort ohne Zugführerwagen, setzt die Maschine den Wagen um? Ob am Streckenende an jenem 11. Januar 1931 noch die Segmentdrehscheibe existiert bleibt wegen des hohen Schnees Spekulation. Der dunkle Bereich auf der Ladestraße am Ende von Gleis 1 ist im Vergleich zur anderen Aufnahme aus der Zeit ein Altschwellenstapel. Fahrspuren der IV K "wären" nur am Ende von Gleis 1 auszumachen. Ganz anders - herrscht aber vielelicht (noch oder wieder) Betriebsruhe und die Situation wurde am Morgen nach 8.30 Uhr, kurz vor der Ankunftszeit des ersten Zuges, aufgenommen? Kaum ein Mensch ist auf der Straße zu sehen. Nur der Junge im Vordergrund, der auf der Straßenbrücke über dem Anschlussbahngleis zum Glaswerk steht und zwei Personen auf dem Weg neben der umgeleiteten Wilzsch. Sind alle anderen schon in der Trinitatiskirche zum Gottesdienst? Wenigstens dort müssten mehrere Leute zu sehen sein. Oder haben wir die Mittagszeit? Der trübe Tag verrät den Sonnenstand nicht. Fragen über Fragen und ein Musterbeispiel von "Eisenbahnarchäologie". Am Streckenende Gleis 3 steht wie immer, als Reserve der vierachsige Oberlichtpersonenwagen zum eventuellen Einsatz bereit. Auf dem Ladestraßengleis 4 (vorn) herrscht am Sonntag Laderuhe.
    Links erkennt man das Gemeindeamt. Heute befindet sich dort der Neubau der Freiwilligen Feuerwehr Carlsfeld."

    Viele Grüße
    Volker