Rollwagen an Absetzgleis beim Kunden.

  • Hallo,

    In Bieringen an der Jagsttalbahn gab es auch ein Normalspurgleis. Als ich vor 20 Jahren dort war, war es alles noch gut sichtbar. Wenn man diesem Link folgt und bis zum Bahnhof Bieringen scrollt, sieht man das Gleis: https://www.jagsttalbahn.de/strecke/die-ba…gsttalbahn.html


    Der Hintergrund dieser Praxis, die Normalspurwagen abzurollen, lag einfach darin, dass man nicht unendlich Rollböcke zur Verfügung hatte und es sich nicht leisten konnte, diese ungenutzt tagelang auf Anschlüssen stehen zu lassen.

    Viele Grüße,

    Ronald!

  • Hallo,

    meines Wissens gab es das mindestens im Jagsttal (mit Rollwagen) und auf der Strecke Mosbach-Mudau (mit Rollwagen).

    Gruß Michael

    Gab es im Jagsttal Rollwagen? Rollböcke auf jeden Fall, aber Rollwagen??? Rollbockgruben auf Untwegsbahhöfn gab es aber.

    In Mudau war das tatsächlich so. Das Gleis an der Ladestraße war ein Dreischienengleis. An dem EG und GS abgewandten Bahnhofsende befand sich eine Rollwagenrampe. Dennoch dürfte interessant sein, wie die Normalspurgüterwagen von der Rollwagenrampe abgezogen und auf dem Ladegleis bewegt worden sind. Die nutzbaren Gleislängen zwischen den beiden Weichemverbindungen waren relativ kurz.

    Es wäre auch noch der Güterbahnhof Ochsenhausen zu nennen, der alten Plänen zu Folge in seiner Blütezeit auch über mindestens eine Rollbockgrube verfügt hat.


    Viele Grüße, Michael

  • Hallo Leutz,

    WOW !!!

    Wer hätte das gedacht !

    Da liege ich mit meiner Phantasie nicht weit weg vom Original. Solche Absetzgleise gab es wohl häufiger als ich vermutet habe.

    Da kann ich mich ja jetzt langsam durch die Info´s arbeiten !

    Dankeschön dafür !


    Grainger

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  • Ziemlich "abgefahren" war die Situation im Norden Hamburgs ... nach Stillegung der meterspurigen Wandsbeker Industriebahn wurden einige Kunden weiter per Straßenroller bedient. Einer davon war ein Chemiewerk, und die per Culemeyer angelieferten Wagen wurden im Werk auf Rollwagen umgeladen und auf den erhaltenen Werksgleisen zu den Ladestellen verschoben. Soweit ich weiss, waren einige Gassen im Werk zu eng für das Rangieren mit Straßenrollern, während das für die Rollwagen kein Problem war ...

    Viele Grüße

    Michael


    Hallo Michael,

    Ja, die Ottenser Industriebahn kenne ich.

    Bei der "Interessengemeinschaft Historischer Güterverkehr" gibt es viel Info und tolle Bilder dazu.

    LINK

    Diese Bahn wäre allein schon ein Thema für sich.


    Gruß

    Grainger

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    Einmal editiert, zuletzt von Grainger (30. März 2025 um 08:14)

  • Hallo,

    Im Harz hat es das offensichtlich nicht gegeben, zumindest habe ich in der Literatur bisher keine Hinweise darauf gefunden.

    Dafür gab es, ausgehend von den beiden Endpunkten der Bahn, sowohl Rollbockverkehr als auch Rollwagenverkehr. "Niemandsland" war der Abschnitt Beneckenstein - Eisfelder Talmühle.

    Über einen längeren Zeitabschnitt auch noch nebeneinander Rollwagen mit Saugluftbremse (Ndh) und Druckluftbremse (Wrd). Ein Mangel an Rollwagen war wohl auch nie zu beklagen, da viele Meterspurrollwagen anderer Bahnen bei deren Stillegung in den Harz umgesetzt worden sind.

    Interessant auch der Binnengüterverkehr, insbesondere die Holzabfuhr. Neben einigen fest eingerichteten und teilweise auch heute noch rudimentär vorhandenen Verladestellen wurde Holz auch auf der freien Strecke verladen. Zug angehalten, ein paar Baumstämme auf der Bergseite quer zum Gleis auf die Rungenwagen, dann konnten die Stämme gerollt werden. Ein durchschnittliches Fachwerkhaus benötigte das Holz von rund 60 Bäumen...

    VG, Michael

  • Moin,

    Benneckenstein-Eisfelder Talmühle war kein Niemandsland für Rollwagen. Nur verkehrten dort meist keine planmäßigen Rollwagenzüge.

    Zur Wendezeit wurde der Rollwagenverkehr nach Benneckenstein von Nordhausen aus gefahren und das bis zur Einstellung des Rollwagenverkehrs.

    Bei Streckenstörungen, z.B. 1974 bei Netzkater Vollsperrung, wurden die Rollwagenzüge nach Hasselfelde von Wernigerode aus gefahren.

    Gruß von ganz oben, der Bergmensch. 🙋‍♂️

  • Hallo zusammen,

    nach meinem Dafürhalten hatte auch der Bahnhof Altensteig mindestens ein normalspuriges Anschlussgleis für die Bedienung des Sägewerks im Bahnhofsbereich. Es könnten sogar eher zwei gewesen sein. Näheres müsste ich nachlesen.

    Grüße

    Tobias

  • Hi Leutz,

    meine Modellbahn-Idee dahinter:

    Ein altes Gewerbegebiet an einer Schmalspurstrecke irgendwo hinter den 7 Bergen, wird "reanimiert". Es gibt noch 1-2 alteingesessen Betriebe, dazu ziehen kleine Startups ein, die natürlich auch versorgt werden wollen.

    Da das ständige Umladen aufwendig ist, kommt jemand auf die Idee per Rollwagen die Regelspur-Wagons direkt weiter zu den Kunden zu fahren. Da aber die Rollwagen knapp sind (und teuer, für eine kleine private Museumsbahn) werden die Wagons bei den Kunden auf kurzen Regelspur-Gleisen abgestellt.

    Rollwagen fährt an Rampe einer Halle, Tor geht auf, Akku-Schlepp-Lok (oder Stapler) kommt heraus, pickt Wagon an und zieht ihn in die Halle. Tür zu. Lok und Rollwagen Abgang-Kulisse-Rechts....

    Da kam für mich die Frage auf:

    Hat es sowas gegeben oder ist es nur meiner Phantasie geschuldet....

    Nun habe ich festgestellt, daß ganze hat es wohl viel häufiger gegeben als ich gedacht habe.


    Grainger

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