Kürzungen bei den sächsischen Schmalspurbahnen

  • Moinsen,

    Erzgebirgsnebenbahner - unterschreibe ich direkt. Ich sehe auch eine sinnvolle Verbindung zwischen Dampf- und Dieselbetrieb als von Vorteil an, weil so eben der Reiz erhalten bleibt. Ich bekenne mich auch, das ich ein Freund der schmalspurigen Dieselloks und Triebwagen bin.

    Tssd 47 - jetzt wäre nur noch interessant, wieviele davon mit dem Deutschlandticket unterwegs sind.

    Der Saarsachse

    IV K - Fan

  • Hi, die Weißeritztalbahn besteht nicht nur aus dem Rabenauer Grund. Ich finde die Idee für modernen Verkehr auf den Schmalspurbahnen auch nicht zielführend. Die sind nun msl historischer Verkehr, der gemütlich durch die Lanschaft zuckelt. Das lockt die Leute, das wollen sie sehen und genießen. Man muss etwas besonderes sein und das wäre moderner Nahverkehr im Zeitlupentempo sicher nicht. Veränderung bei der Innenausstattung könnte ich mir vorstellen, aber da ich noch nie in den Wagen drinnen mitgefahren bin, ist mir das persönlich egal. LG

  • Moderner Nahverkehr auf Schmalspurbahnen - da kann ich mich gut mit anfreunden. Aber bitte da, wo es Sinn macht! Sinn macht es, wenn man auch genügend Potential hat, die da mitfahren können. Das sehe ich bei den meisten sächsischen Schmalspurbahnen abseits der Touristenströme aber nicht. Sachsen bekommt es ja auch auf der Normalspurbahn schon nicht flächendeckend auf die Reihe, vernünftigen Schienenverkehr anzubieten... man denke mal an die RE-Verbindungen zwischen den größten sächsichen Städten Dresden & Leipzig oder noch schlimmer Leipzig & Chemnitz. Da will ich gar nicht erst von irgendwelchen nebengeordneten Hauptbahnen oder Nebenbahnen reden. Bevor man anfängt, an den Provinzbahnen etwas zu machen, sollte man erstmal die Hausaufgaben bei den Hauptbahnen machen.

    Und ja, ich denke auch, dass die meisten Fahrgäste mit den Dampfbahnen des Nostalgie-wegens mitfahren, nicht weil man unbedingt nach Obercarsdorf oder Hammerunterwiesenthal möchte.

    Die meisten, die ich kenne, fahren auch lieber mit dem Schaufelraddampfer als mit den Neubauschiffen auf der Elbe.

    Auch die Frauenkirche wurde im baroken Stil wieder aufgebaut, weil die Leute das so sehen wollen. Man hätte auch die Chance gehabt, die Dresdner Frauenkiche im Stil der Synagoge zu errichten - aber hat man bewußt nicht gemacht.

    Um nochmal zu den Schmalspurbahnen zurückzukommen - man hat mehr oder weniger entschieden, diese als Nostalgiebahnen fortzuführen, warum auch nicht? Es fördert indirekt den Tourismus, macht das Land attraktiver und sichert Arbeitsplätze. Warum also immer wieder in Frage stellen? Lieber dazu stehen und focusiert fördern - so wie beispielsweise die ölgefeuerte Lok in Zittau, genau wie die behindertgerechten Wagen dort.


    VG Tilo

    Einmal editiert, zuletzt von tobtilo (25. August 2025 um 00:01)

  • Hallo

    Ich bin irgendwie gerade etwas sprachlos....

    Wenn alle diese Vorschläge umgesetzt würden, dann würde mich nichts mehr dazu bewegen mal mit den Bimmelbahnen

    mitzufahren. Und ich gehe davon aus, das ebenso 80 bis 90 Prozent der Fahrgäste in den Bahnen mitfahren um das nostalgische

    Flair zu genießen und keinen Wert auf automatische Türschließeinrichtungen legen.

    Und genau diese Einstellung ist das Problem der Bimmelbahnen.

    Ich war im Pinzgau und das war beeindruckend, was möglich ist, wenn man den Willen hat, eine Schmalspurbahn zukunftsfähig machen zu wollen. Als Bestandteil des modernen ÖPNV und auch mit nostalgischen Fahrten für Diejenigen, die das gern haben.

  • Und genau diese Einstellung ist das Problem der Bimmelbahnen.

    Ich war im Pinzgau und das war beeindruckend, was möglich ist, wenn man den Willen hat, eine Schmalspurbahn zukunftsfähig machen zu wollen. Als Bestandteil des modernen ÖPNV und auch mit nostalgischen Fahrten für Diejenigen, die das gern haben.

    Vorallem ist das auch ein Problem der "Fans". Dieser Romantismus, also das krampfhafte halten des Status Quo, wird irgendwann das Ende sein. Aber ich bin mir sicher, diejenigen schreien dann am lautesten warum nichts getan wurde.

    Aber gegen diesen Romantismus kann man nicht ankommen. Obwohl man meiner Meinung nach im Harz gut sieht, was passiert, wenn man nichts tut. Aber da wird ja einfach erwartet, dass andere die Defizite ausgleichen, anstatt mal Veränderungen anzuschieben.


    Pinzgau ist finde ich ein gutes Beispiel. Oder auch die Schweizer Rhätische Bahn.

  • Völlig Geräuschlos wird auf einer sächsischen Schmalspurbahn seit langer Zeit an einem der Zugumläufe planmäßig eine Diesellok eingesetzt. Das tut weder dem Fahrgastaufkommen Abbruch, noch schmälert es das Fahrterlebnis auf der offenen Bühne oder im Inneren der Personenwagen. So hält man die Betriebs- und Personalkosten im Rahmen und kann den vollen Fahrplan ohne Kürzungen fahren. Denn nicht zwingend ist nur die Dampflok das Erlebnis, sondern auch die Fahrt im Zug an sich. Wie steht doch gerade sinngemäß im neuen Dampfbahnmagazin: Man sollte den Blick über den Tellerrand wagen und Richtung Österreich und Schweiz schauen, um den Betrieb langfristig finanzierbar zu halten.

  • Hallo,

    geht es nicht auch darum, Gäste nach Sachsen mit Angeboten zu locken, die es so wo anders eben nicht mehr gibt. Das ist aber ein Gesamtpacket. Nur wenige werden nur wegen der Bahnen kommen. Das gilt ähnlich, bei den angesprochenen Bahnen in den Nachbarländern.

    Gruß Micha


    Und noch weiter,

    ich finde den Geldbedarf für die gesamten Schmalspurbahnen in Sachsen recht günstig. Allein vor dem Hintergrund, welche Beträge die DVB jedes Jahr als Nach (!) zahlung aufruft. 2024 geisterten da 20 Millionen in der Presse herum.

    Oder eine Bundesgameförderung von 88 Millionen in 2025. Da werden Entwickler von Computerspielen gefördert. 2026 soll die Förderung auf 125 Millionen steigen.

    (Quelle: ZDF, 20. 8. 2025)

    Grüße..

    Einmal editiert, zuletzt von 99 572 (24. September 2025 um 18:38) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von 99 572 mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Ich finde solche Aussagen "aber die anderen bekommen xxx" eher schlecht. Im Zweifelsfall wird nämlich dem Rest das Geld gekürzt, anstatt das man selbst mehr erhält.

    Zumal mit einem Kollaps des öffentlichen Verkehrswesens irgendwo in Sachsen schnell als böser Boomerang zurückkommen kann. Zum Glück gibt es keine Sendung wie "quer" des Bayrischen Rundfunks in Sachsen. Das Thema "Straßenbahnen in Dresden entfallen, gleichzeitig fahren fast leere Dampfzüge in Oberwiesenthal" dürfte ganz schnell zu einer drastischen Mittelkürzung führen. Man muss sich immer vor Augen halten, das die Finanzierung als ÖPNV für die Schmalspurbahnen eher eine Grauzone ist.